Beiträge von Sissymaus

    Ich staune. Bei uns war auch mal ein Fachberater zu Besuch. Wir können auch stets einen kontaktieren. Die Hilfe haben wir anfangs in Anspruch genommen, aber das war eben nicht immer hilfreich, hat oft gedauert, und die fertigen Reports haben oft nur im Gerüst gestimmt und erforderten viel Nacharbeit. Einige Sachen können wir auch gar nicht ändern.

    Wir schreiben auch die Briefe mit Schild, und machen Schülerausweise und Listen etc. Da muss jemand da sein, der sich auskennt und für das Sekretariat mal schnell ein Formular ändert oder erstellt. Das ist dann schon Entlastungsstunden wert.

    Ich gebe Dir Recht, aber das ist doch das, was andere BKs auch machen. Warum beschäftigt sich jede Schule allein damit?

    Unser Fachberater war glücklicherweise sehr versiert. Aber mein Verständnis wäre: Mehrere Personen Schulen / reports und andere Dinge erzeugen (aller Art) und das den Schulen zur Verfügung stellen. Die können dann noch individualisieren, aber das Grundgerüst stimmt.

    Schade, dass jeder allein vor sich hinwurschtelt.

    Meine Frage wäre auch: welchen Bereich geht es? Technik, Soziales, Gesundheit…

    Über welche Schüler sprechen wir? Fachschule? Berufsschule?

    Wenn du grundsätzlich eine Lernsituation planen kannst, ist das doch eine super Voraussetzung. Wenn die Schüler sich zu erwachsen sind für Methoden wie Gruppenpuzzle: noch besser. Dann kannst du sie in die Pflicht nehmen.

    Nimm dir einfach die nächsten Ferien und plane eine ausführlich Lernsituation mit Schwierigkeitsgrad. Dabei sollte es sich um ein Problem aus dem betrieblichen Alltag handeln. Im Bereich Metall wäre das zB ein immer wieder auftretender Lagerschaden an einem Getriebe.

    Ich mache das immer so:

    Geplant wird zu Beginn noch gemeinsam. Zuerst: Analyse-die Zeichnung verstehen. Sind die Schüler ungeübt, stelle ich Leitfragen dazu. Sie sollen recherchieren und sich Dinge ablesen.

    Dann Ursachenforschung: woher kommt der Schaden? Da muss man manchmal etwas helfen, aber pfiffige Klassen mit Studierenden kommen schon mal drauf. Auch hier lasse ich sie zuerst selber überlegen und recherchieren.

    Dann geht’s an die Umkonstruktion. Zuerst Varianten skizzieren, die besprochen werden. Dann Bewertung. Anschließend die beste Variante am CAD auskonstruieren. Das ist manchmal etwas aufwändig und benötigt Zeit.

    Ergebnis wird benotet.

    Dabei habe ich selbst den kleinsten Anteil, da ich nur noch beratend zur Seite stehe. Dieses Schema und diese Vorgehensweise führe ich bereits im ersten Jahr ein, so dass ich mich im dritten Jahr teilweise einige Wochen lang kaum kümmern muss.

    Und genau das will ich erreichen: dass sie im Beruf ein Problem lösen können.

    Was ich nicht mache: ich mach’s vor und alle anderen nach. Ist mir viel zu anstrengend. Und der Lerneffekt ist viel kleiner.

    Um welchen Bereich geht es denn?

    Hast du denn kein Referendariat gemacht? Da lernt man doch eigentlich, wie man eine Lernsituation konzipiert.

    Edit: doch hast du. Aber du lässt dich vom Augenrollen beeindrucken. Du brauchst ein besseres standing! Augenrollen wird nicht akzeptiert. Die haben gefälligst das zu tun, was du sagst.

    Ich kenne das mit dem hohen Niveau in den Klassen. Bei mir studieren auch einige dual. Ich sage dann auch mal ehrlich, wenn ich was nicht weiß. Du kannst und musst nicht alles wissen.

    Wegen Unterrichtsmaterials: kann denn keiner deiner Kollegen helfen, wenn du da solche Schwierigkeiten hast? Du kannst auch auf fremdes Material zurückgreifen. Das ISB in Bayern hat einiges an Lernsituationen im Internet. Der Landesschulserver in BW auch.

    eine Gymi-Lehrperson in die Grundschule zu versetzen. (wird sowas gemacht?)

    Schliesslich ist in der Primarschule nichts wichtiger, als für die Arbeit mit den kleinen Knirpsen zu brennen.

    Brennen? Bin ich ein Kamin? Ich bin Profi und arbeite für Geld. Und zwar in einer definierten maximalen Zeit. Wer für diesen Job "brennt", landet nur allzuoft im Burnout.

    Und: Ja, es hat Abordnungen von Gym-Lehrkräften an Förderschulen gegeben. Lies mal ein bißchen hier im Forum, da findest Du rege Diskussionen.

    Es gibt am BK sehr viele Zeugnis-Reports, die alle angepasst werden müssen. Bis man sich da auskennt, vergehen Jahre, in denen man viel friemeln und probieren muss.

    Wir hatten bei Einführung von SchilD einen Fachberater an unserer Schule. Der ist allerdings in diesem Schuljahr weggegangen. Der hatte alle Reports bereits vorliegen und hat sie eingespielt. Auch Legenden für Lernfelder und und und. Ich dachte, das wäre Standard. Warum sollte sich jede Schule damit neu beschäftigen, wenn doch diese Sachen überall gleich, mindestens aber sehr ähnlich sind, da wir alle der APO-BK unterliegen?

    Was für ein Unsinn, dass das alle selbst machen und so typisch fürs Schulsystem.

    Sprich: die Digitalisierung bietet hier keinen Mehrwert, sondern nur Mehraufwand.

    Dem möchte ich widersprechen: im dualen System werden Noten aus allen Ausbildungsjahren aufs Zeugnis gepackt. Diese dann nochmal aus alten Listen oder Zeugnissen abzutippen ist eine wesentliche Fehlerquelle, die durch ein vernünftiges Programm verhindert wird.

    Bevor man in SchILD überhaupt an die Stelle kommt, dass man etwas drucken kann, muss man viel Arbeit investieren. Dafür investieren wir jedes Jahr sechs Entlastungsstunden.

    Tatsächlich? Empfinde ich ganz anders. Habt ihr so komplizierte Zeugnisse zu drucken?

    Wir hatten vorher Magellan. Jetzt SchilD. Da schaffe ich es sogar selbst, die Zeugnisse eben zu drucken. Ich finde es gar nicht so schwer.

    Wir haben übrigens 4-5 Zeugnisdrucker mit je 0,5h.

    Deshalb schlussendlich die Frage: Ist es unter Lehrpersonen überhaupt bekannt, dass es zum deutschen System eine (gute) Alternative direkt an der südlichen Grenze gäbe?

    Klar ist das bekannt. An einem Umzug hängt jedoch etwas mehr als nur der Job, der ggf. nicht in Teilzeit auszuüben ist. Das ist meiner Meinung nach ohnehin ein Privileg, das ich grundsätzlich etwas kritisch sehe.

    Ich habe hier Familie und Freunde. Ich bin nicht weit von hier aufgewachsen. Auch wenn ich zwischendurch woanders gewohnt habe, kenne ich doch meine Freunde viele Jahre. Meine Kinder haben ihre Freunde hier. Die Tochter ist nach Jahren des Studiums im Süden nun zurückgekommen.

    Es müsste mir schon sehr viel schlechter gehen, damit ich den Weg auf mich nehme und das Land wechsle. Geld allein macht auch nicht glücklich.

    Ich empfehle eine gesunde Einstellung zum Beruf: Schlechte Arbeitsbedingungen haben wir, keine Frage, aber lohnt es sich, gegen Windmühlen zu kämpfen? Ich mache das beste aus der zwingenden Voraussetzung, dass ich arbeiten gehen muss und leider nicht vom Erbe oder Lottogewinn leben kann.

    Es wird spannend werden, wie die Polizei hier handeln wird, wenn in der Nähe der Schule gekifft wird.

    Wie jetzt auch: gar nicht bzw. Wenn sie mal Zeit haben, kommen sie. Das ist aber selten der Fall.

    Komm einfach an ein Berufskolleg in NRW und treibe dich in Pausenzeiten mal in der Nähe des Schulgeländes herum. Allerdings empfehle ich dir, nicht tief einzuatmen.

    Verstehe das jetzt so, dass es halt Menschen gibt, die Orga mehr als Unterrichten lieben.

    Sorry, dass ich nachfrage, aber dieses Gefühl ist mir dermaßen fremd, dass ich lieber 1x nachhake ;D

    Öh, ja, das soll es geben. Es soll tatsächlich Leute geben, die andere Dinge mögen als Du. Ist es Dir wirklich nicht möglich, Dich in andere einzufühlen und zu verstehen, dass es Leute gibt. die anders ticken als Du? Es gibt auch Leute, die andere aufschneiden, Autos reparieren, Dächer decken, in der Buchhaltung arbeiten, Haare schneiden. Wäre jetzt alles auch nicht meins, trotzdem ist es mir durchaus klar, dass es Menschen gibt, die das beruflich tun und damit auch kein Problem haben.

    Oder würdest Du den Job freiwillig & in dem Umfang machen, wie Du es jetzt tust,

    auch dann, wenn Du 100.000.000€ zur freien Verfügung auf dem Konto hättest?

    Nein.

    Nach den Erkenntnissen verstehe ich wirklich nicht, warum

    jemand freiwillig Abteilungsleiter werden möchte, außer

    man steht auf möglichst viel Stress, oder Ruhm/Ehre ;D

    Und Schulleiter schon 2x nicht :D

    Man weiß doch vorher grob, was auf einen zukommt?!

    Was hast du denn erwartet? Dass die alle da sitzen und Eier schaukeln?

    Meine Beweggründe: Tätigkeit als Mischung von verwalten und unterrichten. insbesondere, dass ich selbst Dinge entscheiden kann oder mindestens in den Entscheidungsprozess eingebunden bin. Das trägt in hohem Maße zu meiner Zufriedenheit bei.

    Ich bin auch dabei:

    Und tatsächlich geht’s bei mir hauptsächlich um Ernährung: Kein Alkohol und kein Zucker. Alters- und damit Stoffwechsel-bedingt hab ich leider 7 kg drauf. Die müssen weg. 3 hab ich schon. Fühle mich super, nachdem ich erstmal einige Tage durchgehalten hab.

    Außerdem bin ich stoffsüchtig. Nicht die zum einwerfen, die zum nähen. Daher hab ich mir auferlegt, erstmal Stoff abzubauen, bevor ich neuen kaufe. Das halte ich bereits seit Anfang Januar durch. Und hab auch schon einige kg weg-verarbeitet.

    Das Gespräch sollte strukturiert sein und ein klares Ziel haben. In der Tat hat das mit Deinem Tätigkeitsschwerpunkt nicht viel zu tun

    Das möchte ich unterstreichen. Der Ablauf muss transparent sein. Ich hatte einen Ablaufplan mit einem Flussdiagramm, angelehnt an die in meinen Fächern üblichen Prozessabläufe. Diesen hatte ich in Papierform dabei und wir haben uns daran orientiert. Thema war: Bildungsgangarbeit, Zusammenlegung von Bildungsgängen wegen geringer Schülerzahlen.
    Da gabs nichts "kritisches", es war ein reines Beratungsgespräch.

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