Beiträge von Sissymaus

    Ein Jahreskalender sollte heutzutage doch eine Selbstverständlichkeit sein. Wir haben den Entwurf für kommendes Jahr bereits vorliegen. Kurz vor den Sommerferien steht er dann fest und alle wissen, wann welche Konferenz ist. Natürlich kommen da auch hier und da mal welche zu, aber die Meisten stehen fest.

    Außerdem starten wir unsere Konferenzen nie vor 14 Uhr, da kein Unterricht ausfallen sollte. 12/13 Uhr gibts nur, wenn alle Zeit haben. Und wenn ich da einen Arzttermin habe und es nicht schaffen kann, dann fehle ich eben mal.

    Also mir gefällt das natürlich nicht, aber ich stimme dasHiggs zu! Die Lehrer machen unter den Beamten einen zu klein Teil aus. Da wird's maximal mal zeitliche Zuschläge für Mangelfächer oder ländliche Regionen geben, aber das wars dann.

    Nein, ihr seid tatsächlich nicht bei Erasmus Plus, aber auf die Schnelle habe ich "euer" Pendant gefunden: Schweizer Programm zu Erasmus+ | Movetia

    Bei Erasmus+ gibt es im Sinne von Scaffolding und Lehrermobilität die Möglichkeit, für eine Woche (zum Beispiel) woandershin zu gehen und zu lernen. Also quasi wirklich wie ein Schüleraustausch, weil man irgendwann auch selbst jemanden empfängt. Nur in viel cooler, weil es oft mit 3-4 Partner*innen ist, so dass über einen Zeitraum von 2 Jahren 3-4 Treffen im jeweils anderen Land stattfinden, und an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet wird (zum Beispiel "Einsatz digitaler Mittel", "Naturschutzthema in den Naturwissenschaften", "Demokratieerziehung in Europa"...)

    Genau. Ich war schon in Finnland und in den Niederlanden. Da fahre ich in einem Monat auch wieder hin.

    Schweiz ist nicht dabei? Schade. Da Norwegen meines Wissens dabei ist, hatte ich Ähnliches für die Schweiz erhofft. Hätte mich gern mit antimon getroffen :tanz:

    Ich freue mich auch immer, wenn Klassen mich fragen, wie es mir geht. Ich frage zB immer: Wie geht es Euch, wie gehts im Betrieb, was habt ihr am Wochenende gemacht? Und es interessiert mich wirklich: Ob sie heute konzentriert sind oder schlechte Erlebnisse hatten und deswegen heute nicht gut arbeiten können und und und. Die Schüler haben mich nur 2-4 Stunden pro Woche, also habe ich wenig Anteil an ihrer Woche, daher interessiert mich immer, was bei ihnen grad los ist.

    Manche Klassen fragen ersthaft interessiert zurück und dann plaudern wir ein bißchen. In diesen Klassen ist die Leistung aller besonders gut, da die Stimmung einfach passt.

    Ich versuche mich auch immer zu bedanken. Neulich noch extra bei einer Praxis vorbeigefahren, die einen Nottermin eingeschoben hat, ohne dass meine Tochter da Patientin war. Gottseidank, denn sie musste sofort ins Krankenhaus. Ich bin später vorbeigefahren und habe mich bedankt. Darüber haben sie sich sehr gefreut. Ich bedanke mich auch beim Einkaufen, beim Arzt, im Taxi....

    ABER: Ich erwarte es nicht von meinen Schülern oder Kollegen, denn ich weiß, dass es nicht alle machen und möchte mir die Enttäuschung sparen. Wenn ein Danke kommt: Umso besser. Und natürlich wäre es wünschenswert, wenn man sich bedankt oder auch mal ernsthaft interessiert fragt: "Wie gehts Dir?" Aber das ist hier in der Gegend nicht besonders verbreitet, daher erwarte ich es nicht.

    Der Preis, den meine Familie und ich für diese Ausbildung bezahlt haben, ist zu groß. Vielleicht ist es in ein paar Jahren anders. Aber momentan ist das mein Statement dazu. Ich stehe kurz vor der Scheidung - mein Mann hat keine Lust mehr eine Frau zu "haben", die faktisch nur am Schreibtisch sitzt und jedes Jahr sagt, dass es besser wird. Es wird aber nicht besser. Welcher Job ist das wert? Der jetzige wohl kaum.

    Nein. Auch da gebe ich Dir Recht. Hier haben aber so viele Dir schon geraten, Dich zu professionalisieren, Distanz zu bewahren, Emotionen rauszunehmen. Es geht doch nicht jeder hier am Stock. Ich habe Quereinstieg gemacht mit 1-jährigem Sohn und 12-jähriger Tochter und Mann wochenlang im Ausland. Ich weiß also auch, was das für einen Stress bedeutet. Aber danach muss man zusehen, dass man aus der Spirale rausfindet. Nur hab ich bei Dir immer das Gefühl, dass Du keinen Ratschlag annehmen willst, sondern nach Gegenargumenten suchst, warum das jetzt nicht geht oder doof ist oder der Tippgeber keine Ahnung hat. Irgendwann muss man sich fragen, ob man nicht selbst der Geisterfahrer ist.

    Nur wegen der Ferien die Ehe aufs Spiel setzen? Du hast gewechselt wegen der Familie, die nun leidet? Da stimmt doch etwas nicht.

    Und wenn der Job wirklich nichts für Dich ist, weil Du Dich zB nicht abgrenzen kannst, dann ist das eben so. Du warst nicht die Erste. Dann sollte man sich das aber lieber eher als später eingestehen und die Reißleine ziehen. Am Ende hast Du eine kaputte Ehe und ein frustriertes Kind und bist womöglich krank.

    Davor die Woche konnte sie das Portfolio nicht einstellen, weil...Davor konnte sie nicht für den Test lernen weil.

    Wunderbar! Gleich 2 Mal ne 6.

    Ich will hier nicht zu weit ausholen - aber mit mir ist man auch nicht gerade zimperlich an der Schule umgegangen. Mich fragt auch keiner mal, wie es mir geht. Ich habe heute morgen vor der Schule gebrochen (bin aber hin, weil eine wichtige Besprechung war), nächste Woche sind die Abiklausuren und dann die Fachabiklausuren. Ich bin fast in allen Aufsichten eingeteilt, diese Woche sind 2 außerordentliche Konferenzen mittags, für die ich jeweils eine Betreuung für mein Kind organisieren muss. Ich habe gefühlt ständig Streit mit meinem Partner, der mich inzwischen nervt, die Joboffer, die ich noch habe, anzunehmen. Und ich tue es nur nicht, weil ich schon so viel in das System Schule investiert habe. Und weil es auch etliche Lerner gibt und gab, die sich bei mir schon bedankt haben - für eine suizidale Lernerin habe ich eine Notunterkunft besorgt, nach Gesprächen mit den Eltern einer anderen Lernerin macht diese nun doch ihr Abi, weil ihre Eltern wieder an sie glauben. Und für eine Lernerin habe ich durch meine Nochkontakte in die Wirtschaft einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden. Aber ich bin sehr sehr müde geworden...

    Mehrere Dinge, die Du hier auflistest, sind nicht Dein Job! Fokussiere Dich auf Deinen Kernjob: Unterrichten und alles, was dazu gehört. Es ist nicht Dein Job, Unterkünfte oder Ausbildungsbetriebe zu finden. Insbesondere nicht zu Beginn Deines Lehrerdaseins, da hat man andere Baustellen.

    Es ist ja inzwischen die Frage, wann die Lernerin denn wieder gewillt ist, in der Schule anwesend zu sein: Und das ist das, was mich an der Nachschreiberei so nervt: Ich lasse inzwischen fast 3 Wochen nachschreiben und komme mit dem "Stoff" gefühlt gar nicht mehr weiter.

    ?? Wieso kommst Du nicht hinterher? Die setzt man bei jemand anderem in den Unterricht und lässt sie nachschreiben. Natürlich mache ich ganz normal weiter mit dem Stoff.

    ch habe eine gute Freundin, die ist mit bis zum Abi "geschleppt" worden und hat dann BWL an der Uni studiert. Da ist sie dann "natürlich" auch gescheitert, aber es dauerte fast 3 Jahre, bis sie mit Klausuren und etlichen Nachschreibeklausuren und mündlichen Prüfungen exmatrikuliert war. Dann hat sie mit 23 eine Ausbildung als Werbekauffrau gemacht, die sie schon hätte mit 17 machen können und hätte nicht 7 Jahre Schul- und Unifrust gehabt. Sagt sie selber heute. Bringt doch nix, diese Mitschlepperei.

    Ja, auch da gebe ich Dir Recht! Aber es ist politisch so gewollt, sonst könnte man nicht BWL mit Ethik ausgleichen. Es leuigt also nicht in Deiner alleinigen Macht, daran was zu ändern. Und Du holst an der Berufsschule auch nicht mehrere Jahre Defizite in Mathe, Deutsch etc auf. Das ist schlichtweg nicht möglich, da uns der Dienstherr keine Zeit Ressourcen dafür gibt. Je eher man sich damit arrangiert, desto besser. Denn Du änderst es nicht, wenn Du dadurch auf lange Sicht einen Herzinfarkt erleidest. Distanziere Dich emotional. Akzeptiere, dass Abschlüsse durch den Gesetzgeber abgewertet werden. Ansonsten prophezeite ich Dir, dass Du im Schuldienst nicht die Pension erreichst.

    Ja, unentschuldigte Zeiten dürfen nicht aufs Abschlusszeugnis, aber auf das im Halbjahr. Und ich bleibe dabei: Diese SuS sind in der Regel ohnehin in den wichtigen Fächern maximal mit mangelhaft / ungenügend beweisbar, eben wegen hoher Fehlzeiten. und wenn andere dann eine 1 geben und damit durch den Gesetzgeber (!) ein Abschluss möglich ist: Na und? Irgendwann wird sie mal scheitern. und wenn nicht: auch ok. Davon sollte nicht Dein Seelenheil abhängen.

    Das meint Friesin mit "Professionalität". Du verhältst Dich umprofessionell, wenn Du es persönlich nimmst, dass sie den Arsch nicht hoch kriegt. Lass Dir ein dickeres Fell wachsen und führ sie vor allem nicht vor. Das gibt ein Mega-schlechtes Bild ab!

    Davon abgesehen finde ich es auch mega unhöflich, mehr als 25 Minuten zu spät im Unterricht aufzutauchen. Ich unterrichte ja auch Personalwesen und habe AUCH im Personalbereich gearbeitet: Wenn ein Mitarbeiter (oder Auszubildender, was meine SuS mehr in ihrer zukünftigen Lebens-, bzw. Arbeitswelt abholt) wiederholt zu spät kommt (auch wegen Gründen, die er nicht zu verantworten hat, z. B. Stau), ist das ein Abmahnungs- und in der Folge ein Kündigungsgrund. DAS erkläre ich meinen SuS auch immer wieder. Wenn sie so eine Mentalität wie oft in meinem Unterricht an den Tag legen, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn sie später im Arbeitsleben auf die Nase fallen. Da sagen dann auch wieder einige KuK: "Ist das nicht etwas krass?" Nein, ist es nicht. Dies ist die berufliche Realität. Die aber viele KuK schlichtweg nicht kennen und deshalb den SuS vieles durchgehen lassen. Ich eben nicht.

    Ja, da gebe ich Dir Recht! Trotzdem müssen wir uns als Lehrkräfte an Recht und Gesetz halten. Deswegen frage ich, auf welcher Rechtsgrundlage ihr das festgelegt habt? Wenn Du keine kennst, würde ich mal bei der Leitung nachfragen, denn das fliegt einem irgendwann um die Ohren.

    Und man muss sich auch nicht an solchen SuS aufreiben. Die bekommen doch ohnehin keinen Abschluss und damit auch keine Lehrstelle. Im Grunde reicht es, die Verspätungsminuten aufzusummieren und ins Zeugnis zu schreiben. Wenn es in den 10-12 Jahren in der Schule vorher nicht mit der Erziehung geklappt hat, schaffst Du das auch nicht mehr im letzten Jahr. Diese SuS können doch auch in der Regel nur ungenügende Leistung erbringen und sind damit automatisch raus. Dafür benötigt man keine Machtspielchen.

    Du hast es offenbar nicht richtig verstanden: An unserer Schule gibt es die ungeschriebene, aber oft praktizierte "Regelung", dass sowieso aus dem Unterricht ausgeschlossen wird, wer 30 Minuten zu spät erscheint. Klassenarbeit hin oder her. Lesen hilft.

    Auf welcher Rechtsgrundlage macht ihr das? Finde ich merkwürdig. Jemand kommt 25 min zu spät und bekommt dann 45 min unentschuldigte Fehlzeiten aufgeschrieben? Hat sich da noch keiner beschwert?

    Die Schülerin ist vielleicht auch sonst wenig leistungsbereit, aber trotzdem hat sie doch das Recht, eine Leistung zu erbringen. Wenn sowieso nichts zu erwarten ist, machst du dir umso mehr Arbeit, wenn du später auf dieser merkwürdigen Regelung eine schlechte Note gibst. Dann lieber eine schriftliche Leistung haben, das ist belastbar. Widersprüche sind noch viel mehr Arbeit, die versuche ich immer zu vermeiden.

    Ehrlich gesagt komme ich nicht mehr aus dem Kopfschütteln raus, wegen so einer Übergriffigkeit. Da wird mir regelrecht übel, bei dem Gedanken, dass das wirklich jemand zu Schülerinnen sagt.

    plattyplus: Bitte sag mal ehrlich: Übertreibst Du hier grad ein bißchen oder gibt es diesen Kollegen wirklich?

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