Beiträge von Sissymaus
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50% weniger Arbeit bei gleichem Geld?
Aktuell wäre es wohl das hier: Mehr Zeit fürs Nähen/DIY und für Sport.
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Ich bin in der Familie die erste, die überhaupt studiert hat. Ich hatte ne ganze Menge Kontakt zu nicht-studierten Leuten. Meine Brüder haben beide "nur" einen Hauptschulabschluss. Bei einem der beiden bin ich mir allerdings ziemlich sicher, dass der genauso gut Abi hätte machen können. Meine Freundin ist vermutlich schlauer als ich

Und in meiner Kernfamilie haben alle studiert oder auch promoviert, außer meiner Oma.
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Es ist doch auch so: Je nachdem, in welchen Kreisen man sich bewegt, lernt man doch auch unterschiedliche Partner kennen.
Ich hatte in meiner Ausbildung einen Freund, der ebenfalls eine Ausbildung gemacht hat. Danach lernte ich jeweils im Studium meine nächsten beiden Freunde kennen. Den letzten hab ich geheiratet.
Ich hatte schlichtweg weniger Kontakt zu z. B. Handwerkern.
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Wieso sollte ich "sozial nach unten" heiraten? Ich hab nen Mann geheiratet, mit dem ich auf Augenhöhe bin, Arbeit und Kindererziehung werden geteilt. Wir arbeiten beide seitdem die Kinder da sind, ungefähr gleich viel. Auf die Karriere bezogen, sind wir auf dem gleichen Level, werden einst eine vergleichbare Pension haben. Gerade in unserem Job lässt sich das doch wunderbar durchziehen.
Ich hab den geheiratet, in den ich mich verliebt habe. Dabei waren wir beide Studierende. Hätte er sein Studium geschmissen, hätte es für mich nichts geändert. Für ihn aber evtl (konservative Einstellung).
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Hoffentlich nicht zu Lasten der Vollzeitkollegen. In meiner Schulform sind zwei Klassenlehrer recht normal, da wird dann auch gerne mal ein VZ und ein TZ-Kollege zusammengesetzt, und der Vollzeitler darf sich dann teilweise anhören, was der Teilzeitler nicht machen möchte, weil er ja nicht Vollzeit ist und das man selber bitte einen größeren Anteil machen soll. Nur weil ein Kollege Teilzeit wählt, will ich nicht dessen Arbeit kostenlos übernehmen
Aber das ist doch genau das, was Teilzeit aussagt: Ich bekomme weniger Geld und arbeite weniger. Dazu müssen dann doch auch "unteilbare" Aufgaben gehören, wie Klassenleitung. Da muss der Dienstherr sich was ausdenken oder die Schule ein echtes TZ-Konzept verabschieden. Ich weiß übrigens nicht, wie sowas aussehen kann. Meine Schule hat keins. Soll angeblich grad in Arbeit sein. Der letzte Entwurf, der vor 2 Jahren mal vorlag, war ein Hohn für die VZ-Kollegen und wurde Gottseidank gar nicht erst zur Abstimmung gestellt.
Ich weiß schon, warum ich immer VZ gearbeitet habe. TZ ist im Lehrerberuf fast immer ein Minusgeschäft.
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Ich hatte auch (im Rückblick) wirklich katastrophale Bedingungen an meiner Schule. Ich war die erste in OBAS und seit ca. 5 Jahren war kein Quereinsteiger mehr an der Schule angefangen. Ich war sehr gestresst. Habe mich ständig überarbeitet gefühlt (was auch an meiner privaten Situation lag). Heute frage ich mich oft, wie ich das geschafft habe.
Ich hatte weder Ausbildungsunterricht noch sonstige Unterstützung. Jedoch dachte ich, das ist eben so, muss ich durch. Anschließend habe ich mich für bessere Bedingungen eingesetzt und vieles wurde auch umgesetzt. Insbesondere deshalb, weil teilweise Leute nach der Prüfung das Weite gesucht haben.
Heute gehen wir pfleglich(er) mit unseren Leuten um.
CluelessLabDog: Herzlichen Glückwunsch! Der Alltag ist so viel schöner nach OBAS. Ich wünsche Dir, dass Du schnell Deinen Frieden damit machst und diesen tollen Beruf genießen kannst!
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Eine Frage an die Lehrkräfte Berufsbildender Schulen: ihr habt doch regelmäßig mit Azubis zu tun. Sind sich die jungen Männer und Frauen bewusst, was sie später verdienen werden, was Teilzeit für die Rente bedeutet und wie man dafür sorgt, dass alleinerziehen nicht den finanziellen Ruin bedeutet? Ich glaube nicht, dass darüber irgendeine 16-Jährige nachdenken mag und dann bewusst noch in einen anderen, männlich dominierten Berufszweig wechselt, aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.
Einfach Antwort: Nein, insbesondere die Mädchen wissen nicht, wie schlecht die Bedingungen sind und dass die Bezahlung diese schlechten Bedingungen beileibe nicht aufwiegt.
Es ist eher so: Ich will glücklich in meinem Job sein und ich arbeite so gern mit Kindern/Menschen usw.
Ja, verstehe ich. Jedoch wird man nicht glücklich, wenn man nicht angemessen bezahlt wird und dann auch noch mit miesen Bedingungen kämpfen muss. Da kann der Job als solches noch so toll sein.
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Der Personalrat hat mich kurz nach Übernahme meiner Aufgaben aufgefordert, mein Mittagessen nicht mehr mit allen anderen gemeinsam im Lehrerzimmer einzunehmen (eine Begründung war, dass das unappetitlich sei). Bei Personalversammlungen werden wir ausgeladen.
Wie krass ist das denn? Das finde ich ja richtig übel!
Sehr schade. Denn man ist doch immer noch Teil des Kollegiums.
Ich hatte eine ähnliche Situation mit meinem Vorgänger, der seine Bewerbung zurückgezogen hatte. Irgendwie konnte er damit aber nie richtig abschließen. Wir waren sehr gut befreundet mit mehreren Telefonaten pro Woche (auch privater Natur) und Besuche im Urlaub. Das hat jedoch nur so lange gehalten, bis ich die Position kommissarisch übernommen habe. Danach war komplette Funkstille und erst nach einigen Jahren konnten wir wieder so einigermaßen wieder miteinander umgehen.
Das hat mich sehr verletzt.
Kolleginnen aus der übergeordnete Position einfach zu dutzen, ohne explizit zu klären, ob das klar geht, finde ich — übrigens — schon reichlich übergriffig. Bei Vorgesetzten mit derartigen Allüren bin ich extra vorsichtig.
Klingt vielleicht anders, als die Situation wirklich war.
Ich duże auch eigentlich alle KuK. Auch die neuen. Da biete ich es natürlich auch erst an und sage, dass das so üblich hier ist. Bisher hat noch keiner abgelehnt.
Wahrscheinlich hat Bolzbold das genauso gemacht, jedenfalls schätze ich ihn so ein.
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Ich erlebe folgendes:: Seit ca. 4 Jahren mache ich schon die Bereichsleitung kommisarisch. Ich konnte wegen der Laufbahnverordnung noch keine A15-Stelle übernehmen. Mein Kollegium kennt das also schon lange.
Nun hab ich das Verfahren gehabt und plötzlich ändern sich die Verhaltensweisen der KuK mir gegenüber. Glücklicherweise (bisher) nicht in negativem Sinne, eher so, dass plötzlich Dinge erledigt werden, ohne dass ich sie selbst machen muss. Komischerweise haben plötzlich alle den Eindruck, dass ich nun das operative Geschäft verlassen habe und nun auf systemischer Ebene abeite. Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter verändert.
Ansonsten habe ich an meiner Schule den Eindruck, dass die meisten aus der ESL ein gutes und akzeptiertes Standing haben.
Dadurch, dass auf Konferenzen die Sitzordnung dergestalt ist, dass alle Mitglieder der (erweiterten) Schulleitung vorne gemeinsam nebeneinander aufgereiht sitzen (das ist bei acht Personen schon eine gewisse Breite...) und das Kollegium im Pulk quasi wie im Zuschauerraum, entsteht eine gewisse "Frontstellung", die ich von Anfang an als unangenehm empfunden habe.
Das wäre für mich eher unangenehm. Ist bei uns auch nicht so. Alle 10 Mitglieder sitzen bei Gesamt-Lehrerkonferenzen mit dem Kollegium gemischt im Raum. Nur SL + Stv. sitzen vorn mit dem Protokollanten.
Ich finde so ein Verhalten einer erwachsenen Person ehrlich gesagt ziemlich daneben, nicht zuletzt weil das genau das Verhalten ist, was wir uns bei unseren SchülerInnen nicht wünschen. Konflikte klärt man meines Erachtens direkt zwischen den betroffenen Personen - gerade unter Erwachsenen.
Ja, das ist schade und ungünstig. Jedoch bist Du ja auch noch neu an der Schule und je nachdem, wie an der Schule grundsätzlich Konflikte gelöst werden, ist das evtl. auch normal. Schade finde ich es auch. Ich hoffe auch, dass Konflikte mit mir auf sachlicher und professioneller Ebene direkt an mich herangetragen werden. Mal sehen, wie ich es in Zukunft erlebe.
War die Kritik denn auf sachlicher Ebene?
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3. Idealerweise nein, in der Praxis wird das "Stammpersonal" auch aus im Threadverlauf genannten Gründen eher ernst genommen und gepflegt als die Neuankömmlinge.
Auf welchem reichen Erfahrungsschatz basiert Deine Aussage? Ist an meiner Schule übrigens genau das Gegenteil.
Bloß weil sich die Altvorderen unter Wert verkauft haben, müssen dies die heutigen Junglehrer nicht auch so tun.
Aha. Na da bin ich auf Deine Tipps gespannt. Vielleicht schaust Du erstmal im System Schule nach, wenn Du drin bist, wieviel Einfluss man so hat auf bestimmte Dinge, die Du hier so anprangerst. Kommt immer gut, wenn man erfahrene Kollegen als dumm bezeichnet.
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Da würde ich auch als erstes ansetzen: Aufgaben an Abteilungsleiter übertragen. Das entlastet dich.
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Ich denke, der Unterschied ist einfach der zwischen berufsbezogenen und eher allgemeinbildenden Studiengängen. "Ich bin Jurist und arbeite als Anwalt" ist einfach gängiger als "Ich arbeite als Lehrer", was - ich wiederhole mich - nach meinem Empfinden eine andere Ausbildung impliziert.
Klingt einleuchtend.
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In meinem Vor-Lehrerinnen-Dasein hab ich geantwortet: Ich bin Ingenieurin. Oder noch davor: Ich bin technische Zeichnerin.
Irgendwie bin ich nie auf die Idee gekommen zu sagen, ich arbeite als...
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Es ist eine extreme Arbeitsbelastung - auch am Wochenende und in den Ferien. Das Kollegium ist schon sehr „speziell“. Aber vor allem fehlt es eindeutig an Führung durch den Schulleiter.
Ok, verständlich. Wäre da nicht evtl ein Antrag auf Versetzung das Richtige? Ich hätte schon Probleme damit, wegen des Umfelds meine Position aufzugeben, für die ich ja auch einiges an Energie investiert habe.
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In einer (sehr netten) FOS-Sozialwesen-Klasse bin ich mal enorm angeeckt mit diesem Rat. Wie man so geldgierig sein könne, war noch die harmlosere Antwort.
Leider kommt die Erkenntnis dann 10 Jahre später. Dann kannst Du Dir Deinen Teil denken.
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Nein. Es ist wenn überhaupt ein Problem der Frauen. Keiner zwingt sie in "schlecht bezahlte Berufe".
Davon abgesehen, der Lehrerberuf ist kein schlecht bezahlter Beruf. Und trotzdem verdient der Mann der Lehrerinnen meist mehr. Warum ist das so?

Leider erlebe ich auch im Kollegenkreis immer wieder Lehrkräfte, die offen sagen: Ich war in Mathe Kreide holen.
Solche Sprüche schaden einfach! Und erst recht, wenn das womöglich schon früh im Grundschulalter kommt. Leider können da nur Vorbilder helfen.
Beispiel 1: Wir haben einen regen weiblichen Zulauf in unserem beruflichen Gymnasium Maschinenbau, seit ich da mal Werbung in der Realschulen gemacht habe. Die Mädels haben mich belagert und ausgefragt und es kam raus, dass sie Angst hatten, es wegen Mathe nicht zu schaffen. Dabei waren sie durchweg mit 2 in Mathe absolut geeignet dafür! Ich habe ihnen Mut zugesprochen, sie kamen an die Schule und machen nächstes Jahr Abi.
Beispiel 2: Ich habe meiner eignen Tochter dringend abgeraten, in den sozialen Bereich zu gehen (Idee war Erzieherin). Warum? Ein gewisses Maß an Berufszufriedenheit ist eindeutig da, wenn man das nötige Kleingeld und einigermaßen ordentliche Arbeitsbedingungen hat. Im Bekanntenkreis sind 3 Erzieherinnen, die total unglücklich mit der Berufswahl waren und dann schnell in Dauer-Elternzeit gelandet sind. Sie hangelten sich von einem Jahresvertrag zum anderen.
Sie hat glücklicherweise auf mich gehört.
Auch hier sind Rolemodels das Stichwort.
Ich würde daher keinem raten, in die schlecht bezahlten sozialen Jobs zu gehen. Nur mit enormen Fachkräftemangel bewegt sich da was. Wenn ständig Frauen mit Teilzeit nur was dazuverdienen, wird das nichts mit der Verbesserung der Gehalts- und Arbeitsbedingungen-Situation.
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Darf ich fragen, aus welchen Gründen du diesen Schritt gehen willst?
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Gott? Ich dachte, du wärst Frosch.
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Er sagte mal: Das geht in meinem Job nicht. (Er hat aber auch Kolleg*innen in TZ).
Das ist so eine Art Penis-Prothese wie das Auto: Ich bin unersetzlich!
Jaja, ich lasse ihn in dem Glauben.
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