Beiträge von Sissymaus

    Chemikus:

    Ja ich habe zwei Kinder, aktuell 4 und 7 Jahre alt. Ich hätte keinerlei Ambitionen den Schulleiter o.ä. zu machen. Entgeltgruppe 10 ist natürlich zu dem was ich derzeit verdiene ein gewaltiger Schritt zurück. Laut google von 3.400-4.800€. Mit letzterem könnte ich mich dank Vorarbeit arrangieren, insbesondere wenn man Aufwand/Nutzen gegenüberstellt. Aber nochmals die Frage, wo kann ich denn hinfahren/anrufen, um schwarz auf weiß verbindliche Aussagen einzuholen? Arbeitsamt? BIZ? Direkt an der entsprechenden Schule vorsprechen?

    Sissymaus:

    Ich glaube nicht das du eine verantwortliche Position in der freien Wirtschaft mit dem Arbeitsprofil eines Lehrers vergleichen kannst. Mit allem was dazu gehört. Nicht umsonst verdiene ich hier deutlich mehr Geld, aber Geld ist nicht alles.

    Ah. Ok. Danke für deine unnötige Belehrung! Und was genau qualifiziert dich dazu, dass du dir ein Urteil über das Arbeitsprofil eines Lehrers erlauben kannst? Glaub mir: ich habe beide Seiten kennengelernt und darf daher darüber urteilen. Dir fehlt die Qualifikation. So einfach ist es. Du kannst auch nicht plötzlich Pilot werden, nur weil du schon öfter geflogen bist.

    Sorry, dass sind genau die Leute, die man an Schule nicht gebrauchen kann.

    Rechtliche Rahmenbedingungen habe ich dir verlinkt. Da steht alles drin.

    Das wäre aber eine Kernfrage. Wo kann man sich darüber denn informieren, bzw. wer kann eine verbindliche Entscheidung geben? Grundsätzlich galt bei uns 2005 der Dipl.-Ing. einiges mehr als der Bachelor. Der Bachelor hatte den Charakter eines Grundstudiums. Wäre schade wenn das heute gleichgestellt wird.

    Naja, du willst dich aber auch gleichstellen mit jemandem, der einen Bachelor + Master hat (= 10-12 Semester). Mein FH-Diplom hatte 7. de facto nicht das gleiche.

    Ich bin mit meinem FH-Diplom in der FH-Maßnahme gelandet. Das heißt nachstudieren (ich hab 2 Jahre gebraucht, mit aktuellem Erlass dauert es mindestens 3), währenddessen mit E11 13 Stunden unterrichten und anschließend OBAS (=berufsbegleitendes Referendariat). Das ist der Weg für dich, um an ein BK zu kommen.

    Der andere ist unattraktiver: auf eigene Faust nachstudieren und in ein normales Ref einsteigen.

    Du meinst finanziell benachteiligt? Oder gibt es noch weitere Punkte? Die Möglichkeit des dualen Masters kenne ich. Dies würde 6 Semester dauern, plus 18 Monate OBAS, dass sind in Summe 4,5 Jahre. In vergleichbarer Zeit könnte ich promovieren.

    Das ist schön für dich, aber was soll diese Aussage? Du hast nun mal keine Qualifikation, um unterrichten zu können und musst diese nachholen. Das dauert, kostet Mühe und Geld. Das ist so. Warum immer alle denken, unterrichten kann jeder, ist mir ein Rätsel.


    Wir haben in dieser Maßnahme schon viele Leite ausgebildet. Viele davon waren vom Arbeitsaufwand überrascht und einige davon haben abgebrochen. Andere kann man in der Praxis eigentlich nicht gebrauchen Bitte komm nur an ein BK, wenn du ernsthaft darin arbeiten willst. Alles andere erzeugt nur Mehrarbeit bei allen anderen.

    Hallo alle Mitstreiter*innen,

    also im Vorgespräch war ich auch total überzeugt von meiner Schule- was mich besonders positiv gestimmt hat war, dass es bereits andere Seiteneinsteigerinnen gab. Es gab direkt einen Plan für die Dauer der Hospitation, ich habe Merkzettel dazu bekommen und eine Mentorin. Also alles was man so hören möchte, wenn man neu anfängt.

    Umso enttäuschter war ich dann auch von den Reaktionen im Lehrerzimmer- was erschwerend hinzukommt ist, dass vor mir zwei Seiteneinsteigerinnen angefangen haben, die exakt die gleiche Fächerkombi wie ich mitbringen. Vermutlich kamen deshalb auch direkt Sprüche in Kombi "Was haben Sie für Fächer? Ach das was jeder hat. " Wie ich so von den anderen gehört habe, ging es ihnen am Anfang ähnlich und "man muss da durch" bis man sich bewiesen hat und die Kommentare und das Misstrauen nachlassen.

    Trotzdem super schade, aber ich werde mich erstmal nicht abschrecken lassen und versuche das Beste aus der Situation zu machen!

    Für dich auf jeden Fall ein Lehrstück: mach es besser, wenn jemand nach dir kommt und zeig den anderen, wie man sich professionell benimmt.

    Ich weiß nicht genau, was Du meinst. In Niedersachsen bewirbt man sich nicht konkret für eine Schule. Man kann nur das Wunschseminar angeben und bewirbt sich für den Quereinstieg in den VD an BBS. Ich weiß, daß das z.B. in Hessen anders ist, dort kann man sich nur auf konkrete Stellenangebote bewerben.

    Über die möglichen Schulformen an Berufsbildenden Schulen in NDS habe ich mich natürlich informiert. :)

    Ok, dann kann ich da nicht weiterhelfen. In NRW bewirbt man sich an der Schule.

    Viel Erfolg.

    Was bei der Arbeitszeit zumindest exakt erfasst werden sollte, sind Konferenzen. Wir haben unendlich viele, unendlich schwachsinnige, unendlich ineffektive Konferenzen, in denen ein Teil der Belegschaft gerne redet um zu reden und die keinerlei ernsthaften Mehrwert haben. Ich bin überzeugt, dass das SO nicht stattfinden würde, wenn wir eingestempelt nach anwesenden Minuten bezahlt werden würden.

    Sowas gibts in meinem Bereich überhaupt nicht. In Konferenzen wird gearbeitet, diskutiert, abgestimmt. Protokoll habe ich bereits vorher fertig und ergänze nur und die Sachen, die wir beschlossen/erarbeitet haben. Reine Info-Veranstaltungen benötigt kein Mensch, da kann ich ne Mail schreiben. Man sollte eigentlich auch vermuten, dass ohne Arbeitszeiterfassung erst recht effizienter gearbeitet wird, weil man dann eben frei hat, wenn die Arbeit erledigt ist. Komisch, dass bei manchen das nicht so ist.

    Und dann kommt ja immer noch etwas oben drauf. Aber nichts fällt weg. Schulentwicklung, Selbstlernen, elektrischer Unfug (vulgo Digitalisierung), KAoA, neue Bildungsplaninhalte, neue Zeugnisformulare, Liste hier, Formular da, hier ein Bisschen Verwaltung, da ein Bisschen Konferenz.

    Da gebe ich Dir recht. Aber bei uns schaffen es reichlich Kolleg:innen, alles gekonnt zu ignorieren. Wie man solche neuen Vorgaben umsetzt und auch in welchem Umfang, hängt natürlich auch stark von der Schulleitung ab.

    Das klingt bei dir fast ein Bisschen vorwurfsvoll. Wenn ich dich aber vorher richtig verstanden habe, haben die gleichen Kolleginnen sich, als sie noch jünger waren, den Hintern wund gebuckelt. Letztendlich verteilen sie ihre Überstunden nicht aufs Jahr, sondern aufs Leben.

    Ich möchte sie nicht dazu drängen, mehr zu arbeiten. Wenn sie krank werden und ausfallen, ist keiner geholfen. Wer sich um sich selbst kümmert, kümmert sich auch immer ums Ganze.

    Vorwurfsvoll? Nö, ist ne Tatsache. Wobei ich jetzt nicht sehe, dass man sich wegen der ersten 2 Jahre im Beruf mit Mehrarbeit, die restlichen 30 so viel weniger gönnen darf. Unterricht weiterentwickeln gehört dazu. Wenn aber immer noch jemand seine Overheadprojektoren-Folien rauskramt, ist da in den letzten 20 Jahren wenig gelaufen. Wir haben schon seit einigen Jahren flächendeckend Beamer in allen Räumen.

    Es gibt auch in Berufen mit Arbeitszeiterfassung genug Leute, die ihre Zeit absitzen und rumdödeln. Je nach Unternehmen gibts da auch nie Konsequenzen, bis sie irgendwann in Rente gehen. Immer jammern sie rum, die Arbeit wäre nicht zu schaffen und alle im Unternehmen wissen, dass sich da nur die Eier geschaukelt wird. Die gibts in allen Bereichen. Jeder arbeitet anders.

    Die Annahme, dass Lehrkräfte einfach effizienter arbeiten sollten, damit sie die Aufgaben schaffen können, ist schlicht falsch: Die aufgetragenen Aufgaben sind nicht zu schaffen, nicht mit einer 40 Std. Woche und 30 Tagen Urlaub und auch nicht mit einer 48 Std. Woche und freien Ferien.

    Das wiederum glaube ich nicht. Das hängt sehr stark vom Lehramt und von den Fächern ab. Wenn ich sehe, wie bei uns der Bereich Erziehung und Soziales Konferenzen abhält und dagegen der Metall-Bereich betrachtet wird, sind da deutliche Unterschiede in der Effizienz zu sehen.

    Hallo Kris,

    ich kann die Begründung total verstehen, manchmal passt es ja auch einfach vom Zeitplan der Stunde nicht. Nur ist es natürlich schwer im Kollegium etwas zu organisieren, wenn man niemanden kennt. Und ich wollte auch vermeiden untätig im Lehrerzimmer zu hocken und habe deshalb direkt versucht, für die kommenden Stunden jemanden zu erwischen. Deine Anmerkung ist aber berechtigt, ich versuche ab kommender Woche vorzuplanen. Leider bin ich etwas geknickt durch die Kommentare die man im Lehrerzimmer gemacht hat, direkt am ersten Tag gab es Sprüche wie "Ach noch so eine mit der Fächerkombi? Na das bekommt auch jeder Vollidiot anerkannt. Und dafür hat man sich durchs Ref gequält." 🤪 Das hat mich echt verunsichert und sorgt natürlich nicht dafür, dass man sich willkommen fühlt.

    Schade, dass Du so aufgenommen wurdest. Es ist wirklich manchmal so, dass Quereinsteiger klugscheißernd daher kommen, aber für die Formalitäten mit Fächeranerkennung etc kannst du ja überhaupt nichts.

    Sei interessiert, höre darüber hinweg, versuche zu lernen. Dann wird das Kollegium hoffentlich langsam begreifen, dass Du nicht die eine bist, die Klugscheißt.

    Mich stört es übrigens gar nicht, wenn jemand mit mir mitkommen will. Ich habe ständig Praktikanten, Studierende, Reffis, Quereinsteiger, die mit in meinen Unterricht kommen. Bei uns wird das jedoch über die AKOs organisiert, weil man Wert darauf legt, dass die Neuen die ganze Bandbreite der Schule kennenlernen. Blöd, dass Du es selbst organisieren musst, da Du ja die Schule noch gar nicht kennst. Anscheinend sind sie bei Euch nicht auf sowas eingestellt. Am BK ist es mit einer hohen Quote an Quereinsteigern ganz normal, dass auch Leute aus der freien Wirtschaft einen Urlaubstag bei uns verbringen.

    Viel Erfolg.

    Diese Selbsteinteilung der Arbeitszeit, die yestoerty meint, ist ein Segen und ein Fluch zugleich.

    Es verführt dazu, seine Arbeit zu minimieren. Junge Kolleg*innen arbeiten sich einen Wolf, haben wenig Routine, können nicht auf Unterlagen zurückgreifen, wollen auf Lebenszeit verbeamtet werden, danach eevtl. befördert werden etc. Sie sind oft über Gebühr belastet. Eigentlich müsste man in den ersten Berufsjahren weniger Deputat haben und sei es nur 2-3 Stunden weniger.

    Dann gibt es das andere Extrem: Altgedienten Kolleg:innen haben oft erkannt, dass es keinen Cent mehr bringt, wenn man Zusatzaufgaben macht, auch wenn sie laut ADO zur Dienstpflicht gehören (Unterrichtsentwicklung, Didaktische Jahresplanung, Bildungsgangkonferenzen...). Sie haben daher ihre Arbeitszeit minimiert. Und das führt tatsächlich zu VZ-Kräften, die kaum mehr als ihre Unterrichtsstunden + maximal die Gesamt-Lehrerkonferenzen machen und alle Ferien komplett frei haben. Wir haben Bildungsgänge am BK, wo das problemlos funktioniert (Duales System). Da werden Klausuren extrem korrekturfreundlich und immer gleich konzipiert und im Unterricht korrigiert! Was faktisch bedeutet, dass man mit einer Vollzeit-Stelle kaum mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet und 13 Wochen frei hat.

    Und es ist auch eine Typ-Sache: Für mich ist es ein Segen, da ich extrem effizient in meiner Unterrichtsvorbereitung und in allem drumherum bin. Ich erledige alles schnell und hab dann frei.Ich mache auch viel während der Arbeitsphasen meiner Schüler. Für andere, die sich in dem Suchen nach dem perfekten Bild im Internet verlieren, ist es dagegen ein Fluch.

    Mir ging es auch eher darum, dass man es einfach entschieden hat. Und ich kann mir von dem Geld leider keine Gesundheit kaufen.

    Ich schau mir mal an, wie das nun wirklich läuft und wäre vielleicht auch entspannter, wenn nicht aktuell eh schon x Zusatzaufgaben machen würde ;)

    Ich mache das ganz gerne, da man doch ein bißchen rumkommt und Kontakte zu Betrieben knüpft. Ich bin mittlerweile in 3 Ausschüssen tätig. Das meiste spielt sich tatsächlich auch während der Schulzeit ab.

    Der Prüfungstag ist noch das kleinste Problem, aber ja natürlich stellt man da Aufgaben für die Klassen, dass wird erwartet. Als Vorbereitung für den Prüfungstag muss man aber Projektdokumentationen lesen und bewerten. Pro Prüfling 10 Seiten+Anhang.

    Die normalen schriftlichen Abschlussprüfungen hab ich ja eh schon mit korrigiert.

    Und mir ist auch klar, dass Leute das machen müssen. Das Ungefragte stört mich und das es auch überhaupt nicht interessiert das ich eine Schwerbehinderung habe.

    Dafür gibt es immerhin 44€ pro Dokumentation. Das ist für mich als Stundenlohn ok. Ich lese meist ca 45 Min an einer Doku.

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