Impfpflicht für Lehrkräfte

  • Nur noch einmal zur Info: Die Masern-Impfpflicht gilt nur für Lehrkräfte, die nach 1970 geboren wurden, und für Lehrkräfte an Schulen mit über 50% volljährigen SuS gilt sie in NRW nicht sowie in NDS generell für BBS-Lehrkräfte nicht (da hier davon ausgegangen wird, dass mehr als die Hälfte unserer SuS volljährig ist). Wie die Regelung in anderen BL ist, kann ich allerdings nicht sagen.

    Aber das ändert doch rein gar nichts daran, dass es schon eine Impfpflicht für Masern gibt. Vielleicht hast du ja Glück und auch bei Corona lässt man die Berufsschullehrer außen vor. Hilft nur bei der Diskussion nichts.

  • Aber das ändert doch rein gar nichts daran, dass es schon eine Impfpflicht für Masern gibt. Vielleicht hast du ja Glück und auch bei Corona lässt man die Berufsschullehrer außen vor. Hilft nur bei der Diskussion nichts.

    Ich habe hier ja auch gar nicht mitdiskutieren wollen, sondern nur (schon mehrmals) darauf hingewiesen, dass diese Masern-Impfpflicht eben nicht für alle Lehrkräfte gilt. Das ist/war - glaube ich - nicht allen klar.


    Und warum man es nun als "Glück" bezeichnen sollte, dass man Lehrkräfte an beruflichen Schulen bei einer eventuellen Corona-Impfpflicht ggf. "außen vor" lassen könnte, erschließt sich mir gerade nicht. Die allermeisten meiner KuK sind geimpft und würden dies m. E. auch immer wieder tun.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • ... und natürlich ist untersucht worden, dass die Impfung die Thrombose ausgelöst hat. Oder muss man das bei anekdotischer Evidenz nicht?


    Ja.

    Gegenbeispiel: In meiner nahen Verwandtschaft habe ich 2 Fälle von Thrombosen erlebt (junge Frauen), lange bevor es Corona gab. Das sind 2 mehr, als mit Thrombosen nach einer Impfung mit Astra bekannt wurden. Was beweist das nun? Warum werden alle Nebenwirkungen auf die Impfungen geschoben?

    Meine Friseurin erzählte heute, dass von der Impfung die Wechseljahre ausgelöst werden. Sie selbst könne das bestätigen. Dass sie vor einiger Zeit eine Total-OP hatte, bei der Eierstöcke und der Rest entfernt wurden, war dann egal.


    Nun ja....

  • Mach das doch. Ich habe neulich eine Frau gebeten, die Maske auf die Nase zu setzen. Akutsprechstunde, sie mit Fieber und Durchfall. (Habe ich nicht freiwillig gehört...). Oder die Filialleitung ansprechen, wenn du dort öfter hingehst, die ist verantwortlich.

    Ja, Du hast Recht. Hab mich auch nach einer Situation gestern wieder darüber geärgert und mir geschworen: Beim nächsten Mal sagst Du was!

  • Kennt hier jemand den Rechtsgrundsatz Pacta sunt servanda, nach dem einmal geschlossene Verträge (und auf nichts anderem beruht ein Arbeitsverhältnis) einzuhalten sind? Darunter fällt auch, dass die Vertragsbedingungen nicht einseitig verändert werden dürfen.

    Nun, bei Beamten sieht die Sache anders aus. Da gibts keinen Arbeitsvertrag, sondern ein Dienstverhältnis, das auf Gesetzen beruht. Wie ist das mit der Erhöhung der Pflichtstundenzahl? Einige hier werden sicher auch noch die letzte Erhöhung erlebt haben. Auch eindeutig eine Änderung der Rahmenbedingungen.

  • Gegenbeispiel: In meiner nahen Verwandtschaft habe ich 2 Fälle von Thrombosen erlebt (junge Frauen), lange bevor es Corona gab. Das sind 2 mehr, als mit Thrombosen nach einer Impfung mit Astra bekannt wurden. Was beweist das nun? Warum werden alle Nebenwirkungen auf die Impfungen geschoben?

    Meine Friseurin erzählte heute, dass von der Impfung die Wechseljahre ausgelöst werden. Sie selbst könne das bestätigen. Dass sie vor einiger Zeit eine Total-OP hatte, bei der Eierstöcke und der Rest entfernt wurden, war dann egal.


    Nun ja....

    Und? Was soll mir das nun sagen? Dieses Mädel hätte diese spezifische Hirnvenenthrombose ohne die Astraimpfung nicht bekommen. Ja, der Zusammenhang wurde eindeutig nachgewiesen und ja, die dazugehörige Erklärung und Warnung des Oberarztes einer Uniklinik in NRW, der zufälligerweise auch noch zu meiner Familie gehört, wiegt für mich ungefähr unendlich mal mehr als das Geplapper von O.Meier und sonstigen 100% Befürwortern, die immer gleich lediglich eine bedeutungslose Anekdote wittern.


    Die Thrombosen der beiden jungen Frauen in deiner Verwandtschaft standen offensichtlich nicht im Zusammenhang mit Astra, also was soll der unsinnige Vergleich mit diesem "Gegenbeispiel"? Natürlich kann man Thrombosen auch so bekommen. Trotzdem gibt es viele Menschen, die für sich abwägen, ob sie eine Erhöhung, und sei sie noch so minimal, dieses Risikos in Kauf nehmen möchten, um dann geimpft zu sein. Und das ist für mich legitim.

  • Ja, die Berufswahl fand wahrscheinlich bei annähernd 100% der User:innen dieses Forums vor der Corona-Pandemie statt.

    Echt jetzt?

    Der zeitliche Abstand zwischen der ursprünglichen Wahl und der aktuellen Situation ändert aber nichts daran, dass du dir den Beruf frei ausgesucht hast und auch aktuell nach wie vor die Wahl hättest, dich beruflich anders zu orientieren

    Darum ging es nicht! Es ging darum, dass das Ethikrat-Mitglied es als Begründung hernimmt für eine Impfpflicht, nach dem Motto, dass man das ja quasi vorher hätte wissen können und sozusagen mit einer Impfpflicht hätte rechnen können (vereinfacht ausgedrückt).

    es geht nicht um die Berufsentscheidung, die man irgendwann getroffen hat,

    Na ja, doch. So interpretiere ich die Aussage, die ich ursprünglich zitiert habe.


    Genauso, wie vorher von einigen gesagt wurde, Lehrkräfte sind doch gar nicht mehr gefährdet als Kassierer etc., könnte man jetzt umgekehrt argumentieren, wenn es um eine Impfpflicht ginge (von der ich nicht glaube, dass sie kommt).

  • Nun, bei Beamten sieht die Sache anders aus. Da gibts keinen Arbeitsvertrag, sondern ein Dienstverhältnis, das auf Gesetzen beruht. Wie ist das mit der Erhöhung der Pflichtstundenzahl? Einige hier werden sicher auch noch die letzte Erhöhung erlebt haben. Auch eindeutig eine Änderung der Rahmenbedingungen.

    Das ist vollkommen richtig. Allerdings war im Vorschlag ja von Erziehern und Lehrern die Rede. Bei Ersteren (rund 450.000 bundesweit) dürfte das Beamtentum keine Rolle spielen und bei den Lehrern ist knapp ein Viertel der rund 800.000 Lehrer Deutschlands nicht verbeamtet.


    Rein zahlenmäßig wären also die Angestellten hier stärker betroffen, stark genug jedenfalls, als dass man hier einfach etwas anordnen könnte, was sowieso nur faule beamtete Lehrer betrifft.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • Und? Was soll mir das nun sagen? Dieses Mädel hätte diese spezifische Hirnvenenthrombose ohne die Astraimpfung nicht bekommen. Ja, der Zusammenhang wurde eindeutig nachgewiesen und ja, die dazugehörige Erklärung und Warnung des Oberarztes einer Uniklinik in NRW, der zufälligerweise auch noch zu meiner Familie gehört, wiegt für mich ungefähr unendlich mal mehr als das Geplapper von O.Meier und sonstigen 100% Befürwortern, die immer gleich lediglich eine bedeutungslose Anekdote wittern.


    Die Thrombosen der beiden jungen Frauen in deiner Verwandtschaft standen offensichtlich nicht im Zusammenhang mit Astra, also was soll der unsinnige Vergleich mit diesem "Gegenbeispiel"? Natürlich kann man Thrombosen auch so bekommen. Trotzdem gibt es viele Menschen, die für sich abwägen, ob sie eine Erhöhung, und sei sie noch so minimal, dieses Risikos in Kauf nehmen möchten, um dann geimpft zu sein. Und das ist für mich legitim.

    Ich will damit sagen, dass Deine Erfahrung, genau wie meine, anekdotisch zu werten ist. Dass es Nebenwirkungen von Impfungen gibt, ist unbestritten. Dass es Nebenwirkungen von Nasenspray gibt, auch. Dass gerade jetzt die Nebenwirkungen der Impfungen gehäuft auftreten, ist klar, da aktuell natürlich auch so viele wie wahrscheinlich nie wieder geimpft werden.

    Dass man daraus ableitet, sich nicht impfen zu lassen, ist mir dagegen unklar! Eine so geringe Wahrscheinlichkeit einer Impfnebenwirkung gegen das Menschenleben einer Oma aufzuwiegen, ist für mich unsozial! Vor allem, weil wir gerade alle unter den Bedingungen leiden. Je mehr Leute mitmachen, desto eher sind wir den Mist los. Deswegen fehlt mir an der Stelle das Verständnis!

  • Wenn wir alles unterließen, dass für die Einzelne ein Risiko darstellt, müssten wir das Universum anhalten. Das kann der Maßstab nicht sein. Nur die Risiken zu betrachten, wird nicht gehen.


    Wir müssen die Risiken gegen den Nutzen abwägen. Und so stirbt die eine als Wehrpflichtige bei einen Unfall auf der Schießbahn und die andere durch einen Impfschaden. Das individuelle Leid ist dabei unermesslich und nicht wieder gut zu machen. Als Gesellschaft können wir es aber leichter ertragen als die Alternative (z. B. andauernder Lockdown und volle Intensivstationen).

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Ein Impfarzt hat in einem Interview bei RND gesagt:

    „Wer sich ohne nachvollziehbaren Grund in der derzeitigen Situation nicht impfen lässt, begeht einen Akt der Unsolidarität“

    Es ist schwer zu begründen, wenn es einen Impfstoff gibt, dass die Intensivstationen mit 30 Prozent Ungeimpften volllaufen und es dann wieder einen Lockdown für alle gibt mit all den Verwerfungen für die Gesellschaft. Das hat unheimliche Sprengkraft.

  • Und trotzdem war es möglich nachgerade viele Lehrkräfte dazu zu verpflichten ihren Masernimmunitätsstatus nachzuweisen bzw. ggf. den Impfschutz zu ergänzen. Wie kann das nur sein, außer natürlich, es gibt den von dir gesehen Widerspruch nicht ...

    Es gibt ein paar entscheidende Unterschiede zur Masernimpfpflicht.


    1. Das Gesundheitsministerium begründete die Einführung des Masernschutzgesetzes nicht mit einer zu geringen Durchimpfung der älteren Generation (ergo der Lehrkräfte), sondern mit der nachlassenden Impfwilligkeit/Impfquote bei jungen Menschen und Jugendlichen (nur 67% wiesen zuletzt die erforderliche Zweitimpfung im dafür vorgesehenen Zeitrahmen auf). Die Erzieher und Lehrkräfte waren sozusagen Beifang, nicht die eigentliche Zielgruppe.


    2. Von politischer Seite war man bzgl. der (älteren) Lehrkräfte und Erzieher kein allzu großes Risiko mit der Masernimpfpflicht eingegangen. Deren Impfquote bzw. Durchseuchung war ohnehin fast flächendeckend. Von einer erzwungenen Erstimpfung waren/sind die allerwenigsten aus dieser Alterskohorte betroffen. Die Brisanz war ebtsprechend gering. Man holte den ollen Impfpass raus oder ließ den Titer bestimmen.


    Auch das beliebig wirkende Geburtsdatum der vor 1970 Geborenen, die nicht unter das Masernschutzggesetz fallen, zeigt deutlich, wer hier nicht im Fokus war bzw. ist - die Älteren. Der Totimpfstoff gegen Masern wurde in der BRD erst 1966 zugelassen. Die Masernimpfpflicht in der DDR erfolgte - welch Überraschung - 1970. Sicher kein Zufall.


    Ausgerechnet, diejenige Altersgruppe, die nicht gegen Masern geimpft wurde/werden konnte, wird durch das aktuelle Masernschutzgesetz ausgeklammert. Und schon waren zu befürchtende Widerstände ausgeräumt.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • „Wer sich ohne nachvollziehbaren Grund in der derzeitigen Situation nicht impfen lässt, begeht einen Akt der Unsolidarität“

    Und? Das ist doch wieder so eine Glashaus-Geschichte. Jeder ist in irgendeiner Weise unsolidarisch und diejenigen, die vorgeben, menschlich überhaupt keine Laster zu haben, sind zumeist die Allerschlimmsten.

  • Was sind denn "schwurbende Argumente" und was im Gegenzug "schlüssige/gute Argumente"?

    Das weiß man nicht. Genau so wenig weiß man was „Vernunft“ ist. Und überhaupt. Es gibt keine Grundlage für irgendetwas.


    So. Dann wäre diese pseudo-nihilistische Pauschalausrede gegen das Denken auch benannt.


    Hat dir schon mal jemand gesagt, das exponierte Unbildung auch mal langweilig wird?

  • Und? Das ist doch wieder so eine Glashaus-Geschichte. Jeder ist in irgendeiner Weise unsolidarisch und diejenigen, die vorgeben, menschlich überhaupt keine Laster zu haben, sind zumeist die Allerschlimmsten.

    Relativierung und Unverschämtheit in einem. Danke. Was sollen denn Laster sein? Und warum wiegen die alle gleich? Ist bei rot über die Straße zu gehen genau so zu bewerten, wie das Leben anderer zu gefährden? Darf Ethik keine Maßstäbe haben?

  • Ich bin zwar geimpft, aber dennoch gegen eine Impfpflicht. Ich habe schon genug mit Helikoptereltern zu tun, da brauche ich nicht noch einen Helikopterstaat. Leben ist immer mit Risiko verbunden. Ob jemand das Risiko einer COVID-Erkrankung eingehen möchte, sollte jedem selbst überlassen sein. Es ist ja beileibe nicht so, als sei eine Infektion das unmittelbare Todesurteil.


    Wo soll denn eine Impfpflicht aufhören? Laut RKI sterben jährlich 10.000 - 25.000 Menschen an oder mit Influenza. Sollen wir dann auch eine Impfpflicht gegen Influenza einführen? Knapp 130.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen von Tabakkonsum. Schicken wir deshalb jetzt alle Raucher in den Entzug?

    Ich habe mich sofort impfen lassen und bin auch dafür. Eine Kollegin (Anthropsophin) lässt sich nicht impfen. Sie schluckt maximal Globuli. Sie lebt so sehr im Einklang mit sich und der Welt, hat bestimmt auch sonst keine Impfung, ihre große Familie auch nicht. Ich fände es ganz schön übergriffig, so jemanden zu zwingen.

  • Ich finde es ganz schön übergriffig, wie deise Dame auf Grund ihres esoterischen Unfugs andere gefährdet.

    Bei einer Infektionsquote von unter 5% gesamtgesellschaftlich bislang sehe ich keine Grundlage dafür, jemandem eine unmittelbare Gefährdung zu unterstellen.

  • Hat dir schon mal jemand gesagt, das exponierte Unbildung auch mal langweilig wird?

    Du, schon mindestens dreimal.


    Ich fände es ganz schön übergriffig, so jemanden zu zwingen.

    Das stimmt, wäre es. Manchmal müssen aber Übergriffe in die Rechte des einzelnen sein, um für die gesamte Gesellschaft etwas zu erreichen. Ob das bei der Covid-Impfung so ist, weiß ich nicht, das sollen Fachleute beurteilen. Aber generell zu sagen "jemand möchte das nicht" oder auch "jemand fände das schlimm" ist m.E. noch kein hinreichendes Argument gegen ein Gesetz.

  • Bei einer Infektionsquote von unter 5% gesamtgesellschaftlich bislang sehe ich keine Grundlage dafür, jemandem eine unmittelbare Gefährdung zu unterstellen.

    Die Dame nimmt es in Kauf andere anzustecken, obwohl es vermieden werden kann. Das ist die Haltung, um die es geht. Da sind Zahlenspielereien nicht interessant.


    Mal ganz abgesehen davon, dass die Quote wegen der vernünftigen Leute so niedrig ist, nicht wegen der Esoterik-Spinnerinnen.

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