Weiterqualifizierungsprogramm Grund- Haupt- und Werkrealschullehrkräfte BaWü

  • Hallo zusammen,


    seit der Einführung der Gemeinschaftsschulen sowie der Neugliederung des Lehramtsstudiums in BaWü kommt es dazu, dass Lehrkräfte bei gleicher Arbeit unterschiedlich besoldet werden. Nun plant BaWü ein Weiterqualifizierungsprogramm:


    http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Themen/Lehrerbesoldung


    Mich würde interessieren, ob jemand Informationen darüber hat, wie diese Qualifikationsmaßnahme aussieht? Nachstudium und schulpraktische Ausbildung? Über nähere Informationen wäre ich dankbar.


    Chrisy

  • Leider fehlt bei des Artikels das Datum. Warum wohl?


    Müsste allerdings ein alter Artikel sein, denn laut des neuen VBE-Magazins ist völlig unklar, wie das vonstatten gehen soll. Und noch viel wichtiger: wie es finanziert werden soll.
    Ich denke, wir müssen uns auf Jahre daran gewöhnen, dass der 24-jährige Junglehrerer mehr verdient als der der Rest des Kollegiums.
    Einfach nur verrückt und eine Katastrophe. Danke Herr Stoch.


    Ach ja, Studium etc. wäre ja wohl ein Witz. Wir sollen an der GMS Real-und Gymnasiasten unterrichten, sollen uns aber nachqualifizieren, wenn es ums Geld geht? Ein schlechter Scherz.

  • Badische Zeitung von heute:


    ... Allerdings stellte Kretschmann, selbst GEW-Mitglied, Lehrern der auslaufenden Schularten Haupt- und Werkrealschule höhere Besoldung in Aussicht. Man werde diesen Pädagogen in den kommenden Jahren Qualifizierungsangebote unterbreiten verbunden mit der Möglichkeit des Aufstiegs zur Besoldungsgruppe A 13. GEW-Landeschefin Moritz begrüßte das: «Wir betrachten es als großen Erfolg, dass die Arbeit der Hauptschullehrkräfte durch diese Ankündigung anerkannt wird.» Es sei klar, dass die Anpassung über einen Stufenplan laufen werde, aber dieser müsse umgehend umgesetzt werden. Betroffen sind insgesamt rund 10 000 Lehrer, die derzeit noch an Haupt- und Werkrealschulen für A 12 arbeiten. Das sind mehrere Hundert Euro brutto weniger im Monat als A 13. ...

    http://www.badische-zeitung.de…hullehrer--119217138.html


    Es ist zwar vage - aber mehr als von den anderen Parteien zum Thema versprochen wird.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • In Bayern studieren auch alle Lehrkräfte an Universitäten, auch die GSler.....


    Das heißt, dass in den Fachstudiengängen alle Lehrämter ehemals mit den Magistern, heute mit Bachelor und co zusammensitzen und zusammen lernen - was ich bis heute richtig finde.
    IN BaWü ist das nicht der Fall.

  • Da können wir aber nichts dafür...


    Ich finde es eben verrückt, dass man um finanziell gleichgestellt zu werden, sich weiterqualifizieren muss (was auch immer das heißt).
    Für die Arbeit mit Realschülern oder Gymnasiasten an GMSen sind die Hauptschullehrer aber bestens geeignet und dürfen diese unter hohem Einsatz ein-und durchführen.
    Das kann es eben nicht sein.
    Ebenso, dass Grundschullehrer in A12 bleiben werden und keine finanzielle Aufstiegschance haben. Verstehe wer will...

  • Ich bin davon überzeugt, dass diese Form der Ungleichbehandlung in Ausbildung (in Bawü) und Bezahlung aufhören muss - und zwar durch die Anforderungen der Gemschulen.
    Bin zwar eigentlich nicht so der Fan der Gemschulen in Bawü, aber diese brauchen dringend schulfremde Lehrkräfte - eben alle Arten. An diese Schulen sollen eben auch alle Schüler unterrichtet werden können.
    Die Gy-Lehrer lockt man nicht mit A12 an.... Und die Kollegien werden sich die Ungleichbehandlung in einem Kollegium auch nicht gefallen lassen.


    Auch, wenn die Nachqualifizierung (ich kenne nur die für Kollegen aus der Rea, die gern die Oberstufe unterrichten wollen) noch nicht festgezurrt ist - sie muss es bald werden. Und das pragmatisch - ich denke, ohne Studium nur über die Seminare. Und auch in kurzer Zeit, weil es viele geben wird, die das machen wollen.


    Ich freue mich darüber - jetzt müssen nur noch die GS-Kollegen ins Boot.

  • svwchris: Der Beitrag ist recht aktuell, auch auf der letzten Personalratssitzung wurde das Programm angekündigt.


    wie auch die fände ich es bedenklich, wenn für die Nachqualifizierung erhöhte Anforderungen wie Nachstudium o.ä. erbringen sollte (während man gleichzeitig aber "unqualifiziert" Aufgaben anderer Besoldungsstufen übernehmen darf...)


    Kann ich eigentlich schulrechtlich als HS-Lehrkraft dazu verpflichtet werden, einen Mathekurs in Klasse 10 zu unterrichten, in welchem nur Kinder sind, die den Realschulabschluss- oder das Abitur anstreben - auch wenn zum Beispiel höherqualifizierte/besoldete Kollegen (Gym) des Fachs an der Schule wären?


  • Kann ich eigentlich schulrechtlich als HS-Lehrkraft dazu verpflichtet werden, einen Mathekurs in Klasse 10 zu unterrichten, in welchem nur Kinder sind, die den Realschulabschluss- oder das Abitur anstreben - auch wenn zum Beispiel höherqualifizierte/besoldete Kollegen (Gym) des Fachs an der Schule wären?

    Das ist ja Neuland bzw. gibt es in dieser Form ja noch nicht. Und ich bezweifel, dass es jemals dazu kommen wird. ;)

  • Wüsste nicht, dass das Neuland ist - zumindest nicht für die beruflichen Schulen.
    Und da ist klar - nur, wer die SekII-Zulassung hat unterrichtet auch Oberstufe, die Kollegen von Rea und Hs (und wir haben einige) unterrichten nicht in der Oberstufe.

  • Darf ich als HS-Lehrer in BaWü an einer realschule den Abschlussjahrgang unterrichten?

    Ich denke: Ja.
    Als Hauptschullehrer hat man - genauso wie ein Realschullehrer - in Baden-Württemberg an der Pädagogischen Hochschule studiert und in der Regel dieselben Vorlesungen besucht (wobei die PH'en übrigens seit Jahrzehnten für die Angliederung an die Uni werben). Zudem unterrichten Hauptschullehrer an der Werkrealschule auch Zehnte Klassen mit dem Ziel "Mittlerer Bildungsabschluss/Mittlere Reife). Zudem unterrichten bereits zahlreiche Hauptschullehrer an Realschulen - weil die Hauptschule am Ort geschlossen wurde - oft genug für A12.


    Zwischenzeitlich gibt es in Ba-Wü keinen Studiengang für Hauptschullehrer mehr (der sowieso schon immer derselbe war wie für die Realschullehrer - nur 2 Semester weniger Regelstudienzeit erforderte). Heute verlassen nur noch SEK 1-Lehrer die Hochschule und steigen sofort mit A13 ein - auch wenn sie an Haupt- und Werkrealschulen unterrichten. In den nächsten Jahren wird mancher Berufsanfänger an der Hauptschule mehr verdienen als sein Schulleiter oder Konrektor. - zumindest an kleinen Schulen.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Liebe/r Chrisy,


    ich schaue nach, ob ich etwas Schriftliches finde, ich schließe mich alias an - wir haben in Bawü gar keine Hauptschulen mehr, dass sind Werkrealschulen - die seit jeher ein 10. Jahr für die Schüler anbieten, die den Realschulabschluss erwerben wollen.


    Und das machen HS-Lehrkräfte - doch bestimmt auch bei euch?
    Ich denke/hoffe, dass hier niemand dazu gezwungen wird, sondern die Kollegen das freiillig machen - jetzt schon.


    Ich habe jetzt auf die Schnelle nur etwas zum bisherigen Aufstiegslehrgang gefunden - komplett am seminar ohne zusätzliches Studium:
    http://www.bs.seminar-freiburg…semfrbs-AL3_Merkblatt.pdf


    Ich grabe weiter....

  • Danke Stille und Alias für eure Information,


    klar, bei uns gibt es auch die 10. Klasse WRS. Das ist nicht das Thema an sich.


    Ich frage deshalb gezielt nach, ob ich eingesetzt werden kann, da es ja auch höher qualifiziertes Personal mit Studienabschluss in RS/Gym gibt und ich es unverhältnismäßig empfände nun alleine in diesem Kurs tätig zu sein. Da es ja nicht alleine ums unterrichten geht sondern auch dem bereitstellen differenzierendem Materials (In Mathe neben RS eben auch für Gym-Schüler).


    Aber rechtlich wird vermutlich die Schulleitung entscheiden können, wen sie für qualifiziert empfindet - unabhängig der vor Ort vertretenen Besoldungsstufen.

  • Bei uns kamen schon mehrfach Emails an mit Angeboten zur Weiterqualifizierungen in einzelnen Fächern zum RS-Niveau!
    Vlt ist ja so etwas gemeint?

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