Was bedeutet eigentlich "Hausaufgabenkontrolle" (für dich) ?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Kathie schrieb:

      Ich bin sicher, dass diese Korrekturen in unsere Arbeitszeit mit eingerechnet wurden. Das ist normaler Grundschul-Alltag, zumindest in meinem Bundesland.

      Felis1 schrieb:

      An bayerischen Grundschule ist man als Lehrer zu angehalten, JEDEN Eintrag, JEDES AB zu kontrollieren.

      Das ist wirklich so. Jeder kennt, der in Bayern in der Grundschule arbeitet, bekommt das so vermittelt, dass die regelmäßige Kontrolle sein muss.
      Sehr wichtig finde ich es ebenso. Da wird die Arbeitshaltung eintrainiert, wie schon Kathie schrieb und das erspart so manche zusätzliche Übungsaufgabe, wenn die Hausaufgaben und Schulaufgaben genau gemacht werden.
    • Ackinator schrieb:

      "Ich glaube, das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In manchen dürfen auch Hausaufgaben bewertet werden, in anderen nicht"

      Das sehe ich nicht so. Ich finde es komisch, dass bei HA immer so rumgemacht wird mit der Benotung. Im Gesetz heißt es doch: Alle Leistungen des Schülers sind zur Benotung heranzuziehen. Jeder Hefteintrag, egal wann dieser stattgefunden hat, ist eine schriftliche Leistung. Völlig egal wie ich die benenne: HA, KA, schriftliche Hausarbeit oder Günter

      Wenn es wirklich von Bundesland zu Bundesland so verschieden wäre, müsste das generell für alles schriftliche gelten. Ich glaube, das Gerücht, man dürfe HA nicht bewerten geistert noch immer zu sehr umher.
      Naja, @Ackinator, aber lies mal hier und dann vielleicht den ganzen Artikel:

      Auszug schrieb:

      Lehrer müssen also Hausaufgaben regelmäßig überprüfen und für die weitere Arbeit im Unterricht auswerten. Weil sie aber keine Leistungsnachweise sind, darf das nicht in Form einer Bewertung passieren. ...

      Denn Hausaufgaben zu benoten widerspricht geltenden Landesgesetzen, etwa in Bayern: Das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen trifft Regelungen zum Nachweis des Leistungsstands, zur Bewertung der Leistungen und zu Zeugnissen. „Hausaufgaben“ sind im Gesetz allerdings nicht erwähnt. ...

      Eine Ausnahme von dem Grundsatz findet sich unter anderem in den Schulgesetzen des Landes Berlin. Hier bestimmt die Verordnung für die Sekundarstufe I, dass auch Hausaufgaben benotet werden können. Sie dienen aber auch hier in erster Linie der Vor- oder Nachbereitung des Unterrichts und spielen deshalb für die Versetzungsentscheidung keine entscheidende Rolle.



      anwaltauskunft.de/magazin/gese…r-schueler-nicht-benoten/
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Da werden noch einmal föderale Unterschiede im Bildungssystem deutlich. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass manches in der bayerischen Pampa doch etwas leichter umzusetzen ist als im Berliner Brennpunkt. Conni hat hier im Forum schon öfters über ihren Schulalltag geschrieben (Danke dafür!) und die letzte Beschreibung ihrerseits im Thread unterstreicht, dass sie auch ohne eine intensive Hausaufgabensichtung, wie sie in Bayern üblich zu sein scheint, an ihre beruflichen Grenzen des Machbaren stößt, da sie schwierige Schüler und dazu noch dahinterstehende unkooperative Elternhäuser hat - was vlt. in dem Ausmaß in Bayern eher die Ausnahme als die Regel sein dürfte.
    • Conni schrieb:

      ...Mich stresst das gerade unheimlich, weil ich jedem Mist hinterherrennen muss. Im Moment sammle ich noch Hausaufgaben und Stundenarbeiten ein und zensiere sie (bei uns erlaubt und von der Schulleitung so vorgeschlagen), dann muss ich den Berichtigungen derselben aber wieder hinterherrennen. Ich merke, dass mich das massiv erschöpft und denke ernsthaft drüber nach, keine (Pflicht-)Hausaufgaben mehr aufzugeben. Dann haben sie eben weniger Übung. Es sind ja nicht meine Kinder und wenn vom Elternhaus und vom Kind nicht ein Minimum an Mitarbeit kommt, bin ich auf verlorenem Posten. ...

      Das verstehe ich sehr gut !
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Man muss aber auch ganz klar sagen, dass manches in der bayerischen Pampa doch etwas leichter umzusetzen ist als im Berliner Brennpunkt.

      Da vergleichst du jetzt aber 2 Extreme. Pampa gibt es überall - ich mache überwiegend Urlaub in Deutschland und kenne viele "Pampagebiete" außerhalb Bayerns. Großstadt gibt es auch in Bayern. Mein Schulort liegt z.B. im Einflussbereich einer Großstadt und viele Eltern arbeiten dort. Ich habe eine Bekannte, die arbeitet in Berlin, in einem nach eigener Aussage idyllischen Stadtbezirk.
    • Caro07 schrieb:

      Lehramtsstudent schrieb:

      Man muss aber auch ganz klar sagen, dass manches in der bayerischen Pampa doch etwas leichter umzusetzen ist als im Berliner Brennpunkt.
      Da vergleichst du jetzt aber 2 Extreme. Pampa gibt es überall - ich mache überwiegend Urlaub in Deutschland und kenne viele "Pampagebiete" außerhalb Bayerns. Großstadt gibt es auch in Bayern. Mein Schulort liegt z.B. im Einflussbereich einer Großstadt und viele Eltern arbeiten dort. Ich habe eine Bekannte, die arbeitet in Berlin, in einem nach eigener Aussage idyllischen Stadtbezirk.
      Lehramtsstudent, das verstehe ich wirklich nicht. Meinst du, bayerische Hausaufgaben korrigieren sich schneller als berlinerische? Man sammelt ein und korrigiert. In BaWü übrigens genauso. Allerdings darf ich jederzeit eine Hausaufgabe bewerten, laut Schulleitung auch erwünscht. Und unkooperative Elternhäuser gibt es überall zuhauf,sogar im schwarzen Wald.
    • Die Hausaufgaben mögen die gleichen sein, nicht jedoch die schulischen Rahmenbedingungen - und da zeigt allein das Bildungsmonitoring eklatante Unterschiede zwischen Berlin und Bayern, die das Unterrichtsgeschehen maßgebend beeinflussen und weder von Conni in negativer, noch von Kathie in positiver Art und Weise verantwortlich sind.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Da werden noch einmal föderale Unterschiede im Bildungssystem deutlich. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass manches in der bayerischen Pampa doch etwas leichter umzusetzen ist als im Berliner Brennpunkt. Conni hat hier im Forum schon öfters über ihren Schulalltag geschrieben (Danke dafür!) und die letzte Beschreibung ihrerseits im Thread unterstreicht, dass sie auch ohne eine intensive Hausaufgabensichtung, wie sie in Bayern üblich zu sein scheint, an ihre beruflichen Grenzen des Machbaren stößt, da sie schwierige Schüler und dazu noch dahinterstehende unkooperative Elternhäuser hat - was vlt. in dem Ausmaß in Bayern eher die Ausnahme als die Regel sein dürfte.
      Es gibt tatsächlich auch in Bayern Brennpunkte - ich hab neun Jahre lang im Münchner Brennpunkt alle Hefte und Einträge korrigiert und verbessert. Ja, meine Arbeitswoche war laaaaaang, die Korrektur von Sätzen und Aufsätzen von den 88% Schülern mit Migrationshintergrund war unglaublich zeitraubend (trotz Tricks wie Formulierungshilfen / Satzbausteine zur Verbesserung von Aufsätzen) und ich habe die Kollegen mit kleinen Klassen und von zu Hause aus gut geförderten / überwachten Schülern sehr beneidet. Jetzt bin ich in einer bayerischen Kleinstadt, die Klientel ist etwas besser und der Korrekturaufwand ist immer noch hoch, macht aber wesentlich mehr Spaß, weil er von Schülern und Eltern mehr geschätzt und berücksichtigt wird. Die individuelle Rückmeldung zu Schülerarbeiten finde ich sehr wichtig. Leidtragende sind einfach die Lehrer, die sich je nach Schul-/Klassensituation mit extrem unterschiedlichen Belastungen auseinandersetzen müssen. Conni hat mein Mitgefühl, weil ich weiß wie kräftezehrend ihre Arbeit ist.
    • Genau. Ich schrieb ja bereits, dass ich in einer Großstadt arbeite und Kinder ohne Migrationshintergrund bei uns eher die Ausnahme sind.
      Bayern = Landidyll ist einfach nicht wahr.
      Aber sicher sind die Rahmenbedingungen anders als in Berlin, das mag ich gar nicht anzweifeln.

      Egal ob Brennpunkt oder nicht, Schülerarbeiten zu korrigieren dauert immer seine Zeit. Wir haben da keine Wahl, es ist bei uns vorgegeben - aber ich halte es auch für immens wichtig und stehe da sehr dahinter!
      Schülerarbeiten, die in der Schule angefertigt werden, sind das eine; eigentlich ging es ja um Hausaufgaben, und da ist man natürlich gerade als Grundschullehrerin etwas verloren, wenn von daheim keine Unterstützung kommt und es den Eltern egal ist, ob Hausaufgaben gemacht werden.
      Da verstehe ich dich gut, Conni, das ist wahnsinnig zeit- und nervenraubend.
    • Bei uns ist es üblich, dass der Schulleiter oder Schulrat beim Unterrichtsbesuch sich einige Hefte und Mappen geben lässt und schaut, ob und wie vom Lehrer korrigiert wird.
      Und auch in der bayerischen Pampa gibt es uninteressierte Eltern ("Der wird eh mal Bauer/Mechaniker/..., der braucht nicht schön schreiben"), genauso wie in der brandenburgischen, westfälischen, holsteinischen, ....
    • Naja, aber nur weil HA in Landesgesetzen nicht explizit erwähnt werden, heißt das ja nicht, dass ich da nichts anderes machen darf. Beamten und Landesgesetze sind ja immer an kann, soll, muss Regelung gebunden.
      Wo kein Kläger, da kein Richter.

      Zum Thema "ganzer Artikel lesen": also schreibe ich einfach einen 5 min Test mit 3 Fragen. Die fragen sind exakt die gleichen wie in den HA. Sammle das ein und fertig.

      Zum Thema objektiv: ob das so stimmt, wie in dem Artikel behauptet wird und schriftliche Leistungsnachweise so viel objektiver sind sei dahingestellt.
    • Ackinator schrieb:

      ... also schreibe ich einfach einen 5 min Test mit 3 Fragen. Die fragen sind exakt die gleichen wie in den HA. Sammle das ein und fertig.
      Das ist doch auch sinnvoll. Bei uns ist es leider üblich, dass Lehrer Grundschulkindern Vorträge mit Plakatgestaltung zu nicht im Unterricht bearbeiteten Themen aufgeben, Herbarien anlegen lassen, Experimente vorbereiten und durchführen lassen usw. und das dann benotet wird.

      Die Kollegin setzt sich dann entspannt hin und guckt sich die Vorträge an, während die Eltern recherchieren, basteln, Plakateinteilungen vornehmen und durchs Unterholz kriechen. Die Kinder können leider nur noch abschreiben. (Natürlich nur Kinder engagierter Eltern, die auch in der Lage sind, zu recherchieren und sich PC, Internet und Drucker leisten können, is klar).

      Und dabei sind die Verordnungen der Länder eben schon ziemlich klar:

      anwaltauskunft.de/magazin/gese…r-schueler-nicht-benoten/
    • Denn Hausaufgaben zu benoten widerspricht geltenden Landesgesetzen, etwa in Bayern: Das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen trifft Regelungen zum Nachweis des Leistungsstands, zur Bewertung der Leistungen und zu Zeugnissen. „Hausaufgaben“ sind im Gesetz allerdings nicht erwähnt.
      „Man geht daher davon aus, dass sie nicht zu den Nachweisen des Leistungsstandes im Sinne des Gesetzes gehören“, erklärt Dr. Matthias Ruckdäschel, Schulrechtsexperte und Mitglied im Deutschen Anwaltverein (DAV). Das bedeute – so der Rechtsanwalt weiter –, dass Leistungsnachweise, die der Entscheidung über eine Versetzung in die nächste Klassenstufe zugrunde gelegt werden, in der Regel unter Aufsicht und Kontrolle der Schule erbraucht werden müssen – und eben nicht am heimischen Schreibtisch.

      Naja, also ziemlich klar finde ich hier gar nichts. Im Abschnitt 1 steht, dass eine Regelung fehlt und in Abschnitt 2 errät der Anwalt per Glaskugel eine Aussage, in dem er "von etwas ausgeht". Ich halte persönlich von dieser Seite nicht viel.


      § 28
      Hausaufgaben
      (1) 1Um den Lehrstoff einzuüben und die Schülerinnen und Schüler zu eigener Tätigkeit anzuregen, werden Hausaufgaben gestellt, die bei durchschnittlichem Leistungsvermögen in angemessener Zeit unter Berücksichtigung der Anforderungen des Nachmittagsunterrichts bearbeitet werden können. 2Die Lehrerkonferenz legt vor Unterrichtsbeginn des Schuljahres die Grundsätze für die Hausaufgaben fest. 3Sonntage, Feiertage und Ferien sind von Hausaufgaben freizuhalten.


      (Auszug aus der bayr. Landesordnung) Hier steht deutlich, dass die Lehrerkonferenz die Grundsätze festlegt. Es steht hier NICHT, dass der Grundsatz nicht eine Benotung enthalten darf.