Welche Arbeitszeiten haben wir?

  • Ich mache auch einiges, was ich nicht darf,

    Ich zumindest nicht wissentlich.

    würde aber dazu nicht unbedingt öffentlich mit der Begründung aufrufen, dass ich ja schon ein paar Jahre im Dienst bin und mir deswegen alles erlauben darf.

    Falls sich das auch mich beziehen soll, so hast du meine Äußerungen gründlich missverstanden. Meine Ausführungen bzgl. der Dienstzeit waren andersherum gemeint: als Lehrling und Jungspund war ich weder firm noch mutig genug, für meine Rechte einzustehen. Da ich aber mittlerweile dazugelenrt habe, lasse ich mich mehr so einfach vorführen. Ich kann schon ganz gut einschätzen, was ich mir erlauben darf.


    Ich verstehe es also durchaus, wenn der TE nicht anecken möchte. Wchtig ist, dass man diese Haltung rechtzetig genug ablegt, damit man sich um sich selbst kümmern kann.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • dass zuerst Mikael und dann du meine Prioritätensetzung und meine Vorgehensweise deutlich in Frage gestellt haben.

    Und diese Frage würde ich gerne erneut stellen. Wenn es um die Entscheidung, wie wir unsere Zeit investieren, sollte doch wohl die Unterrichtsqualität einen gewissen natürlichen Vorrang haben, weil es nunmal der Kern des geschäfts ist, oder?



    Was ich "inneren Immigranten"

    Ich bevorzuge mich als inneren Emigranten zu sehen. Den Begriffe Immigration hatte ich etwas unbedacht übernommen. Und eigentlich macht "innere Immigration" nicht so richtig Sinn.


    aber ein Stück weit absprechen würde, ist die Berechtigung sich nur über die Situation zu beschweren.

    Machen Sie aber trotzdem. Warum sollte ich mich nicht darüber echauffieren, wenn ich ungerecht behandelt werde? Aber ich kann mittlerweile mit Unzulänglichkeiten leben und muss mir nicht einreden, ich müsse die Welt retten. Wenn der Kopierer keinen Toner hat, weil der Techniker, der sich laut Wartungsvertrag kümmern sollte, eh nicht auftaucht, kann ich ein Fass aufmachen und versuchen herauszufinden, wer beim Schulträger zuständig ist, ich kann selbst den Toner wechseln und mir die Klamotten einsauen, oder ich mache einfach mal keine Kopien. Lehrer vor uns sind Jahrzehnte und Jahrhunderte ohne Kopien ausgekommen, das werde ich auch mal einen Tag überleben.


    Es sind diese ganzen Kleinigkeiten, die mir ständig den Spaß verderben wollen, von denen ich mich nicht mehr nerven lasse. Natürlich steckt dahinter ein systemischer Fehler, aber das zu wissen, bringt mich auch nicht weiter. Also übe ich mich in Gelassenheit.


    Ich glaube nicht, dass ich mir die Berechtigung, Fehler zu benennen (mich also zu beschweren) mit irgendetwas erkaufen muss. Was, lieber WillG, ist denn deiner Ansicht nach, die Voraussetzung dafür, dass man sich beschweren darf?

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Ich sehe hier aber keine Absprache! Du beschreibst ja genau, auf was es herausläuft: entweder die SL akzeptiert es, oder nicht. Eine "einvernehmliche Lösung" im Sinne eines Kompromisses ist in diesem Fall gar nicht möglich. (Dienstliche Beschwerde etc. ist ja vermutlich nicht mit "ausdiskutieren" gemeint gewesen.)

    Na ja, ganz so schwarz-weiß ist es ja nicht. Man kann den SL auf Probleme/Implikationen hinweisen, die er vielleicht nicht auf dem Schirm gehabt hat. Und man kann gemeinsam eine Lösung finden, wie die Kollegen Planungssicherheit bekommen, der SL aber trotzdem zur Not auch mal kurzfristige Konferenzen ansetzen kann, wenn das denn unbedingt notwendig sein sollte. Da kann man schon Lösungen finden, die zwischen "SL akzeptiert" und "SL akzeptiert nicht" liegen. Und sei es auch nur, dass man dem betroffenen Kollegen (in diesem Fall Stan) nach so einem Gespräch rückmelden kann, dass er die Aussage des SL nicht so ernst nehmen soll und ruhig weiterhin Wochenendtrips buchen kann.
    Und die Eskalationsstufen (dienstliche Beschwerde etc.) sind natürlich kein Ausdiskutieren, das kann man dann zur Not nachschieben, wenn man es für notwendig erachtet. War es bei uns noch nie, denn meine bisherigen SLs waren immer gesprächsbereit. Ich frage mich manchmal, wie schlimm es kommen müsste, dass ich meinem PR anraten würde, diesen Weg zu gehen. Und dann lese ich manche Beiträge in diesem Forum und denke mir, dass in diesen Fällen eine Eskalation gerechtfertigt wäre. Ob ich bei solchen SLs als PR konfliktfähig genug wäre oder besser abdanken würde, habe ich mich auch schon öfters gefragt.



    Ich denke ich verstehe schon, worum es Dir dabei geht. Die SL möchte eine Autorität sein und hat Sorge, dass wenn sie sagt "Wenn der Flug schon gebucht ist, klar, dann fliegen Sie natürlich. Bitte informieren sie mich nächstes Mal, dann habe ich das auf dem Schirm!" manch einer das zum Anlass nimmt, auch ohne Reise nicht zur GLK erscheint. Kann das sein?

    Jein. Ich meine eher damit, dass der SL vielleicht die Konferenz leicht impulsiv angesetzt hat, ohne dabei darüber nachzudenken, dass manche Kollegen vielleicht bereits andere fixe Pläne haben. Er hat sich vielleicht gedacht: "Das ist jetzt wichtig und dringend, da kann ich es vertreten, dass sie mal zwei Stunden später ins Wochenende und zu ihren Familien kommen." Vielleicht hat er sich auch noch vorgenommen, bei Eltern, die ihre Kinder vom Kindergarten abholen müssen oder so großzügig zu sein.
    Und dann kommt der junge Kollege Stan, und zwar nicht mit einem "wichtigen" Grund wie Kinderbetreuung oder, sondern mit einem Wochenendtrip. Der SL ist überrumpelt, vielleicht stehen noch andere Kollegen um sie herum und hören alles. Er reagiert unsouverän und spontan, und zwar nicht besonders gut: Er erlaubt es, aber mit dieser seltsamen Einschränkung von wegen "nicht gern gesehen". Diese Reaktion kommt vielleicht tatsächlich spontan aus dem Grund, den du beschreibst. Falls, nur falls er dann aber in sein Büro geht und sich dort denkt: "Ist doch Quatsch, ist doch echt nicht so wild, wenn Herr Stan diese Konferenz verpasst. Er kann ja auch nichts dafür, dass sie so kurzfristig anfällt.", dann kann es noch schwerer sein, wieder ins Leherzimmer zurückzugehen und zu sagen: "Ha ha ha, was habe ich für einen Quatsch geredet. Natürlich können Sie buchen, was Sie wollen! Der Idiot war doch ich, weil ich die Konferenz so kurzfrisitg anberaumt habe."
    Hier kann dann ein Gespräch im Nachgang helfen, bei dem man in Ruhe darüber redet, wie in Zukunft mit solchen Problemen umgegangen wird. Dadurch kann der SL sein Gesicht wahren und die Kollegen bekommen Planungssicherheit.
    Und falls der SL sich bei so einem Gespräch uneinsichtig zeigt, kann man eben immer noch den Konflikt eskalieren lassen (s.o.).



    Für mich ist das auch etwas befremdlich, wenn das Kollegium die SL über die Rechtslage informieren soll.
    Normalerweise sollte doch eher umgekehrt die SL Anlaufstelle für solche Fragen sein.

    Ja, da habt ihr beide sicherlich recht. Klar ist es seine Aufgabe und dafür wird er auch bezahlt. Aber das ist wieder so eine Grundsatzfrage, wie bei der Beschafftung von Arbeitsmaterial (Laptops etc.). Ich kann mich hinsetzen und mich darüber aufregen, dass mein SL keine Ahnung vom Schulrecht hat. Oder ich kann mich selbst fit machen, wodurch ich ihm gegenüber auch einen gewissen Vorteil erlange, weil ich besser Einblick habe, was erlaubt ist und was nicht und die Vorschriften zur Not aus der Tasche ziehen kann.
    Ich sehe es übrigens durchaus auch als meine Aufgabe als PR, schulrechtlich fit zu sein. Auch wenn ich leider dafür nicht mit A16 vergütet werde. (Dass es eigentlich zu den Dienstpflichten jeder Lehrkraft gehört, das Schul- und Dienstrecht zu kennen, ist nochmal eine andere Geschichte.)



    Und diese Frage würde ich gerne erneut stellen. Wenn es um die Entscheidung, wie wir unsere Zeit investieren, sollte doch wohl die Unterrichtsqualität einen gewissen natürlichen Vorrang haben, weil es nunmal der Kern des geschäfts ist, oder?

    Wenn du die Frage ganz objektiv und ohne Kontext stellst, muss ich natürlich sagen, dass das Kerngeschäft wichtiger ist. Klar!
    Die Sache ist aber nicht so einfach. Denn, auch wenn das egozentrisch klingt: Ich bin mir beruflich selbst am wichtigsten. Das soll heißen, es mir wichtig, bei einer Tätigkeit, die 40 Stunden meiner Woche einnimmt, zufrieden (NICHT: glücklich) zu sein. Und für mich habe ich festgestellt, das funktioniert am besten, wenn ich Probleme aktiv angehe und mich nicht darauf beschränke, mich zu beschweren. Das zieht mich nämlich noch mehr runter. Es okay, wenn Kollegen das anders sehen. Wenn sie es nicht als ihre Aufgabe sehen, Laptops zu organsieren oder sich in schulrechtliche Regelungen einlesen, um aus einem Missstand das Beste zu machen. Es ist auch okay (und eigentlich auch völlig richtig), wenn Kollegen sich strikt weigern, eigenes Geld für ihre Arbeit zu investieren. Aber bei mir würde das die Stimmung nur noch weiter runterziehen. Auch Mikaels Argument, dass sich so ja nicht etwas ändern wird, lasse ich hier nicht gelten. Denn nur durch Jammern und Beschwerden wird sich auch nichts ändern, weil es einfach keinen interessiert, wie wir uns an der Basis fühlen. Da müsste man schon politisch und gewerkschaftlich aktiv werden. Dazu habe ich aber selbst nicht den Antrieb, deshalb bewirke ich dort etwas, wo ich selbst die Wirkung spüren kann und bin den Leuten dankbar, die das auf höherer Ebene versuchen - auch wenn sie oft ideologisch anders aufgestellt sind als ich. "Beggers can't be choosers."
    Ich bin übrigens auch der Meinung, dass ich mit meinen fast 20 Jahren Berufserfahrung und mit meinem Materialfundus durchaus auch guten Unterricht (im Sinne von: Die Schüler lernen die relevanten Inhalte und Fähigkeiten bei mir) halten kann, ohne den noch aufwendig vorzubereiten. Ich könnte die einzelnen Einheiten noch ein wenig kreativer gestalten oder methodisch aufwerten, aber im Kern ist mein Unterricht (zumindestens meiner Einschätzung nach) schon in Ordnung. Deshalb ist auch hier diese Schwarz-Weiß-Malerei, die wir beide in diesem Thread zum Teil betreiben (Unterricht vs. Schulentwicklung) in dieser Form auch eine Pauschalisierung.



    Ich bevorzuge mich als inneren Emigranten zu sehen. Den Begriffe Immigration hatte ich etwas unbedacht übernommen. Und eigentlich macht "innere Immigration" nicht so richtig Sinn.

    Ja, meinetwegen. Stimmt vermutlich.



    Was, lieber WillG, ist denn deiner Ansicht nach, die Voraussetzung dafür, dass man sich beschweren darf?

    Beschweren darf sich jeder, klar. Die Frage muss anders lauten: Was sind die Voraussetzungen dafür, dass Beschwerden auch ernst genommen werden? Ich glaube, das wurde durch meine Ausführungen schon deutlich: Man sollte - meiner Meinung nach - zumindest ein Minimum an Bereitschaft aufbringen, auch etwas an der Situation zu ändern. Einen Kollegen, der vor dem Schrank mit dem Toner steht und sich darüber aufregt, dass schon wieder keinen den Toner ausgewechselt hat (- ich übertreibe hier ein wenig -) kann ich in seiner Beschwerde nicht ernst nehmen.
    Aus PR-Sicht machen es diejenigen, die sich immer laut beschweren auch schwierig, den Überblick über die wesentlichen Problembereiche zu behalten. Wenn ein Kollege sich nachhaltig über Dinge wie Toner etc. beschwert, kann das schon mal den ruhigen Kollegen überdecken, der stillschweigend im vierten Monat in Folge jede Menge Überstunden schiebt.

  • Oder ich kann mich selbst fit machen, wodurch ich ihm gegenüber auch einen gewissen Vorteil erlange, weil ich besser Einblick habe, was erlaubt ist und was nicht und die Vorschriften zur Not aus der Tasche ziehen kann.

    Was etwas deutlich anderes ist, als dem Nachhilfe zu geben.

    Wenn du die Frage ganz objektiv und ohne Kontext stellst, muss ich natürlich sagen, dass das Kerngeschäft wichtiger ist.

    OK.


    Die Sache ist aber nicht so einfach.

    Sowieso.



    Ich bin mir beruflich selbst am wichtigsten.

    Auch OK.



    uch Mikaels Argument, dass sich so ja nicht etwas ändern wird, lasse ich hier nicht gelten. Denn nur durch Jammern und Beschwerden wird sich auch nichts ändern, weil es einfach keinen interessiert, wie wir uns an der Basis fühlen.

    Letztendlich wird nichts, was wir tun, an den grundlegenden Problemen etwas ändern.

    Ich bin übrigens auch der Meinung, dass ich mit meinen fast 20 Jahren Berufserfahrung und mit meinem Materialfundus durchaus auch guten Unterricht (im Sinne von: Die Schüler lernen die relevanten Inhalte und Fähigkeiten bei mir) halten kann, ohne den noch aufwendig vorzubereiten.

    Da würde ich mal von ausgehen. Den Erfahrungsvorteil und die damit ersparte Zeit nutze ich doch lieber als Freizeit. Immerhin habe als Berufsanfänger erheblich Zeit auch in das Material investiert.

    Deshalb ist auch hier diese Schwarz-Weiß-Malerei, die wir beide in diesem Thread zum Teil betreiben (Unterricht vs. Schulentwicklung) in dieser Form auch eine Pauschalisierung.

    Ja, aber die Betrachtung der Extreme bringt manchmal Klarheit. Ich denke, man kann das einordnen.



    Was sind die Voraussetzungen dafür, dass Beschwerden auch ernst genommen werden? Ich glaube, das wurde durch meine Ausführungen schon deutlich: Man sollte - meiner Meinung nach - zumindest ein Minimum an Bereitschaft aufbringen, auch etwas an der Situation zu ändern.

    Man sollte die Beschwerden inhaltlich beurteilen, nicht danach wer sie vorbringt.



    Einen Kollegen, der vor dem Schrank mit dem Toner steht und sich darüber aufregt, dass schon wieder keinen den Toner ausgewechselt hat (- ich übertreibe hier ein wenig -) kann ich in seiner Beschwerde nicht ernst nehmen.

    Das ist auch kein gutes Beispiel für eine Beschwerde. Es ging ja zunächst um Arbeitszeiten. Das ist schon ein großes Thema. Wie soll ich z.B. in Vorleistung gehen, wenn ich feststelle, dass ich über Gebühr zu Vertretungen herangezogen werden? Was muss ich da zur Lösung des Problems, dass der Vertretungsplaner den Überblick verloren hat, beitragen, bevor ich mich darüber beschweren darf?



    Aus PR-Sicht machen es diejenigen, die sich immer laut beschweren auch schwierig, den Überblick über die wesentlichen Problembereiche zu behalten. Wenn ein Kollege sich nachhaltig über Dinge wie Toner etc. beschwert,

    Toner ist ein Thema zum Ignorieren, aber sicher keines, um zum Personalrat zu rennen.


    Und sonst, ja, sehe ich durchaus, dass es Kollegen gibt, die lauter meckern könnten. Wenn ich so etwas mitbekomme, schaue ich, wie ich denen helfen kann. Übrigens in meiner Freizeit, ich sehe das nicht als Dienstgeschäft sondern als zwischenmenschliche Verpflichtung. Aber auch da kann man sich nicht um alles kümmern und man bekommt auch nicht alles aufs Radar.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    2 Mal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Na ja, ganz so schwarz-weiß ist es ja nicht. Man kann den SL auf Probleme/Implikationen hinweisen, die er vielleicht nicht auf dem Schirm gehabt hat. Und man kann gemeinsam eine Lösung finden, wie die Kollegen Planungssicherheit bekommen, der SL aber trotzdem zur Not auch mal kurzfristige Konferenzen ansetzen kann, wenn das denn unbedingt notwendig sein sollte. Da kann man schon Lösungen finden, die zwischen "SL akzeptiert" und "SL akzeptiert nicht" liegen. Und sei es auch nur, dass man dem betroffenen Kollegen (in diesem Fall Stan) nach so einem Gespräch rückmelden kann, dass er die Aussage des SL nicht so ernst nehmen soll und ruhig weiterhin Wochenendtrips buchen kann.

    Wo ist da die Absprache?
    Was wäre "gemeinsam eine Lösung, wie die Kollegen Planungssicherheit bekommen"?


    Das von Dir beschriebene heißt für mich, dass die SL es akzeptiert.



    Randnotiz
    kurz zum Seelenleben der SL: Ich will doch nicht extra Zeit vergeuden mit Gesprächen mit einer SL, die sich unter vier Augen entschuldigt und "sich erklärt", nachdem sie meinte vor dem Kollegium "Stärke zeigen" zu müssen. Von solchen SLen habe ich schon häufiger gehört: erst groß auf den Tisch hauen, dann das Echo nicht vertragen und versuchen alles wieder gut zu "kommunizieren". Es sei ja alles nicht so gemeint gewesen, nicht richtig "kommuniziert" usw.

  • Wir drehen uns seit mehreren Seiten im Kreis, deshalb werde ich mich so langsam zurückziehen. Wir kommen ja doch auf keinen gemeinsamen Nenner. Ich will aber nicht einfach wegbleiben und Fragen, die an mich gerichtet sind, ignorieren.


    Wo ist da die Absprache?
    Was wäre "gemeinsam eine Lösung, wie die Kollegen Planungssicherheit bekommen"?

    Die Absprache besteht darin, dass man sich über die verschiedenen Sichtweisen austauscht und eben auch Aspekte anspricht, die die SL vielleicht so nicht auf dem Schirm hatte.
    Eine mögliche Lösung wäre, dass man sich auf einen anderen Wochentag einigt, wo die Konferenzen dafür auch später liegen können. Oder dass die SL auf den Freitag beharrt, man aber eine Zeit vereinbart, ab der garantiert keine Termine liegen können, z.B. 15 Uhr. Oder dass man vereinbart, dass Kollegen, die Wochenendtrips planen, diese bei der SL anmelden und dafür dann - sollte es eine kurzfristige Konferenz geben - automatisch entschuldigt sind. Wie auch immer. Hängt davon ab, was das Kollegium auch wirklich möchte. Wenn es viele Kollegen gibt, die unter der Wochenende auf keinen Fall länger können (z.B. wg Kinderbetreuung oder so), dann ist das sicherlich keine Lösung. Wenn es viele Kollegen gibt, die sich dagegen sperren, ihre Freitagstermine langfristig zu kommunizieren, ist das wiederum keine gute Lösung. Hängt halt immer von der konkreten Situation im Kollegium ab. So theoretisch kann man das sicher nicht fassen. Definitv ist es keine gute Lösung, einfach stillschweigend so weiterzumachen und dann im konkreten Fall ungehalten zu reagieren. Oder, was noch schlimmer ist, sich wie im Falle des TE gar nicht mehr zu trauen, etwas zu planen, weil man sich noch angreifbar fühlt.



    Ich will doch nicht extra Zeit vergeuden mit Gesprächen mit einer SL, die sich unter vier Augen entschuldigt und "sich erklärt", nachdem sie meinte vor dem Kollegium "Stärke zeigen" zu müssen. Von solchen SLen habe ich schon häufiger gehört: erst groß auf den Tisch hauen, dann das Echo nicht vertragen und versuchen alles wieder gut zu "kommunizieren". Es sei ja alles nicht so gemeint gewesen, nicht richtig "kommuniziert" usw.

    Ich weiß ja nicht, wie du im Unterricht bist, aber es ist mir in meiner Laufbahn durchaus schon passiert, dass ich in der konkreten Situation, mit den Augen der gesamten Klasse auf mich gerichtet, falsche Entscheidungen getroffen habe. Je nach Situation, Erfahrungstand und Tagesform war ich dann vielleicht auch nicht immer souverän genug, das direkt zuzugeben und schon befindet man sich selbst in der Situation. Also, ich kenne das. Und ich bin gerne bereit, das auch meinen Kollegen (oder den Schülern) zuzugestehen. Auch der Schulleitung. Dann kann man schon mal in Ruhe ein Gespräch führen, das nicht coram publico stattfindet. Finde ich nicht schlimm, hat auch nicht notwendigerweise mit einem "Typ" von SL zu tun oder mit "auf den Tisch hauen" und "das Echo nicht vertragen". Ich halte das für menschlich,


    Wie gesagt, wir sehen die Dinge hier offenbar sehr unterschiedlich. Ich persönlich habe in den letzten 20 Jahren gelernt, dass ich damit fahre zu kommunizieren und auch mal selbst Hand anzulegen, auch wenn es eigentlich nicht meine Aufgabe ist. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt bzw. es euch damit besser geht, dann ist das für mich kein Problem. Hab ich aber auch schon ein paar mal gesagt.

  • Wir drehen uns seit mehreren Seiten im Kreis, deshalb werde ich mich so langsam zurückziehen. Wir kommen ja doch auf keinen gemeinsamen Nenner. Ich will aber nicht einfach wegbleiben und Fragen, die an mich gerichtet sind, ignorieren.


    Die Absprache besteht darin, dass man sich über die verschiedenen Sichtweisen austauscht und eben auch Aspekte anspricht, die die SL vielleicht so nicht auf dem Schirm hatte. Eine mögliche Lösung wäre, dass man sich auf einen anderen Wochentag einigt, wo die Konferenzen dafür auch später liegen können. Oder dass die SL auf den Freitag beharrt, man aber eine Zeit vereinbart, ab der garantiert keine Termine liegen können, z.B. 15 Uhr.

    Ok - einverstanden! :)



    Ich weiß ja nicht, wie du im Unterricht bist, aber es ist mir in meiner Laufbahn durchaus schon passiert, dass ich in der konkreten Situation, mit den Augen der gesamten Klasse auf mich gerichtet, falsche Entscheidungen getroffen habe. Je nach Situation, Erfahrungstand und Tagesform war ich dann vielleicht auch nicht immer souverän genug, das direkt zuzugeben und schon befindet man sich selbst in der Situation. Also, ich kenne das. Und ich bin gerne bereit, das auch meinen Kollegen (oder den Schülern) zuzugestehen. Auch der Schulleitung. Dann kann man schon mal in Ruhe ein Gespräch führen, das nicht coram publico stattfindet. Finde ich nicht schlimm, hat auch nicht notwendigerweise mit einem "Typ" von SL zu tun oder mit "auf den Tisch hauen" und "das Echo nicht vertragen". Ich halte das für menschlich,
    Wie gesagt, wir sehen die Dinge hier offenbar sehr unterschiedlich. Ich persönlich habe in den letzten 20 Jahren gelernt, dass ich damit fahre zu kommunizieren und auch mal selbst Hand anzulegen, auch wenn es eigentlich nicht meine Aufgabe ist. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt bzw. es euch damit besser geht, dann ist das für mich kein Problem. Hab ich aber auch schon ein paar mal gesagt.

    Ich denke wir sehen die Dinge gar nicht so sehr unterschiedlich, aber aus etwas unterschiedlicheren Blickwinkeln. Ich find's gut, dass Du hier eine Gegenposition formulierst und nun (siehe oben) hast Du ja auch etwas genannt, womit auch ich einverstanden wäre.


    Noch kurz wg. "menschlich":
    Mit Gesprächen in Ruhe ist das so eine Sache, wenn zwischen den Teilnehmern eine Hierarchie besteht. Ein Chef kann Arbeiter zu sich rufen und "ganz offen" reden. Aber welcher Arbeiter kann das schon mit seinem Chef? (Gibt's auch - klar - aber Du weißt was ich meine.) Ich glaube viele SL unterschätzen diese Hierarchie, wenn sie - pointiert gesagt - heute mal good cop anstatt bad cop sind und "ganz offen" reden wollen und sind dann auch verletzt, wenn sie als "böser Chef" und nicht als Mensch oder Kollege wahrgenommen werden. Aber das ist jetzt wahrscheinlich wirklich ein anderes Thema...

  • Die Absprache besteht darin, dass man sich über die verschiedenen Sichtweisen austauscht und eben auch Aspekte anspricht, die die SL vielleicht so nicht auf dem Schirm hatte.
    Eine mögliche Lösung wäre, dass man sich auf einen anderen Wochentag einigt, wo die Konferenzen dafür auch später liegen können. Oder dass die SL auf den Freitag beharrt, man aber eine Zeit vereinbart, ab der garantiert keine Termine liegen können, z.B. 15 Uhr. Oder dass man vereinbart, dass Kollegen, die Wochenendtrips planen, diese bei der SL anmelden und dafür dann - sollte es eine kurzfristige Konferenz geben - automatisch entschuldigt sind.

    Ziemlich viel Brimborium für einen seltenen Fall. Wie oft kommt es denn vor, dass eine Gesamtkonferenz vergessen wird? Wenn denn der SL einfach nicht souverän genug ist ist das zwar peinlich, aber doch kein Thema für ellenlange Gespräche, in denen man mal alle Seiten beleuchtet, Hauptsache man halt mal darüber geredet. Das wirkt auf mich nach vielen Worten mit wenig Inhalt.

  • ..., Hauptsache man halt mal darüber geredet. Das wirkt auf mich nach vielen Worten mit wenig Inhalt.

    Das kommt ganz lustig auf Seite 11 ;)
    Es ist doch nicht so kompliziert: entweder ich kläre mit meinem Chef Sachverhalte ein für alle mal oder ich mache, was mir passt und hoffe, keiner merkts.

  • Doch hast du. Du hast Teilnahmepflicht an Konferenzen.

    Das ist dieser Pauschalität sicher falsch. Den Umstand, dass andere (Rechts)-Güter schwerer wiegen können als eine (fiktive) Konferenzordnung, habe ich schon erläutert. Ebenso, wer so etwas rechtsverbindlich klären kann oder wird. Sonst noch was?

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Vielleicht kann das für NRW die ADO §10 Absatz 1 klären:

    Zitat

    Zu den Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer gehören auch die üblichen mit Unterricht und Erziehung zusammenhängenden Arbeiten. Sie überwachen z.B. die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am Unterricht,beaufsichtigen und korrigieren Schülerarbeiten, achten auf die Erledigung der Hausaufgaben, erteilen Noten, fertigen Zeugnisse aus und führen Unterrichtsnachweise in Klassenbüchern bzw. Kursheften. Sie wirken mit bei der Vorbereitung und Durchführung von schulischen Prüfungen,Konferenzen und Schulveranstaltungen außerhalb des Unterrichts (z.B.außerunterrichtlicher Schulsport, Schulwanderungen, Schulfahrten,Schulfeste)

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

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