PS: Mathe umgehen?

  • Hallo,


    ich habe vergangenes Jahr mein Magisterstudium Deutsch/Englisch/Phonetik an der Uni Köln abgeschlossen.


    Ich überlege zur Zeit, ob ich noch ein Studium Primarstufe (bzw. die neue Bezeichnung) draufsattle. Einige Dinge werden mir sicher anerkannt - große Sorgen mache ich mir aber wegen des mathematischen Grundlagenstudiums. Da ich Deutsch als Fach nehme, müsste ich in Mathe doch dieses Grundstudium absolvieren.


    Nun meine Frage: Ist dies an allen Unis in NRW Pflicht oder gibt es da Unterschiede? ICh glaube nicht, dass ich diesem Zusatzstudium gewachsen wäre. In Köln ist es wohl sehr schwer, in Wuppertal dagegen nicht Pflicht. Stimmt das?


    Wäre dankbar über jede Erfahrung von Euch, da dies auch meine Entscheidung beieinflusst-


    VG Anja

  • in essen wird gemunckelt, das es abgeschaft wird, aber soweit ich weiß ist das grundlagen studium nicht sooo schwer und aufwenig, teilweise sitzscheine und so

  • In Essen ist das didaktische Grundlagenstudium sicher kein Sitzschein. Die Leute mit Grundlagenstudium müssen auch Tests schreiben und zwar auch im Fachwissenschaftlichen Bereich wie Arithmetik oder Geometrie. Ich muss sagen, in Essen ist es nicht ganz einfach, aber es ist auf jeden Fall zu schaffen.
    In Siegen soll es einfacher sein. Eine Freundin aus Siegen hat mir erzählt, dass viele Leute, die Mathe in Köln oder Essen nicht geschafft haben, den Schein in Siegen bekommen haben. Ob das aber immer noch so ist, weiß ich nicht.

  • Ich habe noch nie gehört, daß man in NRW irgendwo Mathe nicht für Primarstufe braucht...


    In Köln soll es schwer sein (studiere selbst in Köln, allerding mit Mathe als Hauptfach), viele weichen nach Wuppertal aus und haben dort keine Probleme. Aber auch dort muss man Mathe machen, soweit ich weiß. Einige meiner Kommilitoninnen sind nach Wuppertal gegangen, weil ihnen das DiGruLaSt in Köln zu schwer war, in Wuppertal hatten sie dann keine Probleme mehr damit.

    "I propose we leave math to the machines and go play outside."
    (Calvin and Hobbes, Bill Waterson)

  • Ich habe jetzt nur noch meine "alte" Studienordnung aus NRW im Kopf. Da war Mathe noch Pflicht und ließ sich nur umgehen wenn man z.B. Musik als Fach hatte. Schau mal nach einer aktuellen Studienordnung. Da sollte was zu finden sein.


    lg
    Melanie

  • ich kenn einige die von köln nach koblenz gewechselt sind um mathe zu entgehen. die ansprüche in koblenz sind nicht hoch und für jeden zu schaffen.


    natürlich bedeutet das für dich ne große pendel-belastung, aber machbar wäre es.


    vg

  • Der Wechsel nach Koblenz lohnt sich nur, wenn man nicht zu viele Semester in NRW gemacht hat. Ich wollte das damals auch, hätte aber so ziemlich alle Scheine neu machen müssen. Es wundert mich, dass Mathe immer noch so schwer ist, auch wenn man es nur als Didaktikfach hat. Wir haben uns damals ganz schön quälen müssen - auch in Wuppertal ...

    Ein Niederrheiner ist einer, der nix weiß und alles erklären kann.
    Hanns Dieter Hüsch

  • Hallo..


    vielen lieben Dank für die Einschätzungen- Also umgehen kann ich Mathe nicht - habe ich jetzt definitiv festgestellt.


    Also, laut Euren BEiträgen stehen, Essen, Koblenz, Siegen und Wuppertal zur Auswahl. Da ich vorheb wieder nach Köln zu ziehen und zu pendeln, wäre Wuppertal das nächste.


    Entchen - also die Kommilitonen von den Du sprichst, die gewechselt haben - machen die Mathe als HF oder Primarstufe?


    Hat einer von Euch denn tatsächlich an der UNi Wupp Primarstufe studiert?


    Vielen Dank schonmal vorab

  • Ich habe in Wuppertal Mathe studiert. Und leider habe ich mich dort SEHR gequält... Trotz Mathe im Abi. Da liefen `ne Menge Kölner rum... Trotzdem frage ich mich bis heute, was genau in Köln schwerer hätte sein sollen ?(. Ich jedenfalls habe es nur mit massiver Hilfe meines damaligen Freundes (Mathematiker) geschafft... dann aber auch gut.
    Fazit: Es ist zu schaffen, aber woher der "laue Mathe-Ruf" Wuppertals rührt, ist mir schleierhaft (zumal dort - zumindest zu meiner Zeit - noch einige Koriphäen der Primarstufenmathematik lehrten, die sicherlich ihren Ruf wahren wollten)...


    LG, steffi

  • Also ich 'durfte' Köln und Wuppertal genießen und kann für die Jahre 1990-95 sagen, dass der Uniwechsel nach Wuppertal zumindest damals der Flucht aus der Hölle gleich kam. Leider gehörte ich nicht zu den ersten 'Flüchtlingen' und so hatten die Wuppertaler Zeit, ihre Ansprüche anzupassen. Trotzdem war es durch die Rahmenbedingungen ungleich angenehmer als in Köln mit ca. 500 Leuten in einer Pflichtvorlesung zu sitzen und sich mit ca. 50 Leuten in der passenden Übung von einem völlig überforderten Tutorenteam durch Aufgaben zu quälen, die dann doch wieder der Professor persönlich mit herablassenden Bemerkungen versah.
    Ich fand die Betreuung in Wuppertal wesentlich persönlicher und netter. Wir bekamen konkrete Literatur an die Hand, mit der sich gut üben ließ. Die Klausuren waren zu schaffen und hatte man erstmal die Scheine des Grundstudiums in der Tasche, fiel es auch leichter. Für die Prüfung habe ich intensiv mit einer Freundin zusammen gelernt - viel mehr als für die anderen Fächer, aber das dürfte sich ja nach der neuen Studienordnung in Grenzen halten. Was mich ab und zu noch ärgert: mir fehlten für den zweiten Matheschein, der gleichzeitig Zwischenprüfung war, nur zwei Punkte. Da ich das Risiko einer verpatzen Wiederholung nicht eingehen wollte (man wurde sonst für den Studiengang gesperrt), bin ich nach Wuppertal gewechselt. Diese Uni kann ich nur jedem empfehlen!

    Ein Niederrheiner ist einer, der nix weiß und alles erklären kann.
    Hanns Dieter Hüsch

  • Zitat

    Original von smileya


    Entchen - also die Kommilitonen von den Du sprichst, die gewechselt haben - machen die Mathe als HF oder Primarstufe?


    Die machen Mathe als "Nebenfach" für Primarstufe und kommen in Wuppertal sehr gut zurecht. In Köln hätten sie es wahrscheinlich nicht geschafft.

    "I propose we leave math to the machines and go play outside."
    (Calvin and Hobbes, Bill Waterson)

  • Zitat

    Original von Talida
    ...Trotzdem war es durch die Rahmenbedingungen ungleich angenehmer als in Köln mit ca. 500 Leuten in einer Pflichtvorlesung zu sitzen und sich mit ca. 50 Leuten in der passenden Übung von einem völlig überforderten Tutorenteam durch Aufgaben zu quälen, die dann doch wieder der Professor persönlich mit herablassenden Bemerkungen versah.
    Ich fand die Betreuung in Wuppertal wesentlich persönlicher und netter. Wir bekamen konkrete Literatur an die Hand, mit der sich gut üben ließ. Die Klausuren waren zu schaffen ...


    Das kann ich so bestätigen! Wenn man ein bisschen Einsatz zeigt, ist die Betreuung in Wuppertal (vom Tutor bis zum Prof) super!


    LG, steffi

  • Vielen lieben Dank für Eure regen Anregungen! Die persönlichen Erfahrungen helfen doch sehr weiter!


    Ich war bisher schon immer eine fleißige Studentin - also am Einsatz für Mathe solls nicht mangeln. Aber verstehen muss ich es ja auch! Aber gut, Ihr habt mir jedenfalls Mut gemacht. Vielen Dank dafür.


    Einige von Euch scheinen ja auch jetzt zu lehren - wie sind denn Eure Erfahrungen? Seid ihr im großen und ganzen glücklich mit Eurer Berufswahl? VG

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