A14 nach Leistung? Oder nach Anwesenheitsdauer?

  • Zitat

    Original von Kiray
    Finde ich schon erstaunlich, wie das an einigen Schulen läuft, bei uns ist mit A14 primär ARBEIT verbunden, letztes Jahr wurde eine Stelle für die Organisation des Ganztags ausgeschrieben, die wollte aber keiner haben...


    Bei uns bekommen "altgediente" Kollegen und Kolleginnen A14 für das, was sie sowieso schon machen (inkl. Entlastung), egal ob sie es "gut" oder "schlecht" machen --> personengenaue Ausschreibung der Stelle. Für Innovationen oder Engagement gab es hier noch NIE A14, jedenfalls nicht in den Jahren (und das sind schon ein paar), in denen ich bisher an dieser Schule bin.


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Die Beförderung auf A14 ist in NRW primär eine Angelegenheit der Schulleitung - und das ist meiner persönlichen Meinung nach auch richtig so, denn das ist eine der ganz wenigen Möglichkeiten, die ein Schulleiter hier hat, um Leute für die Übernahme von Funktionsstellen aufzubauen und einen Mitarbeiterstamm für Führungsaufgaben zu entwickeln.


    Da es allerdings sehr schlechte und sehr gute Schulleiter gibt und eine ganze Bandbreite dazwischen, ist natürlich die Verteilungspraxis von Schule zu Schule verschieden...


    Nele

  • Angeblich will man in NRW nach "Leistung" bezahlen und befördern, aber das Ganze ist doch offensichtlich eine Farce, denn - so hört man aus "berufenem Munde" - man kann die Leistung eines Lehrers ja gar nicht messen. Also: wenn das Schulministerium schon nicht weiß, was LehrerInnen leisten, wie soll es dann die Schulleitung wissen? Und so läuft das Ganze darauf hinaus, dass die Schulleitung entscheidet, welche Nase ihr am besten passt.


    Insgesamt, denke ich, wirkt sich das Beförderungssystem für die Schulen eher negativ aus. Es gibt meist böses Blut, weil immer einige auf der Strecke bleiben: einen hebt man mit Titel und Gehaltserhöhung auf ein Podest, die übrigen fühlen sich gedemütigt und frustriert.


    Insgesamt ist das Problem mit der Messung der Lehrerarbeitszeit noch nicht gelöst, nicht in Ansätzen gelöst. Das ist im Schulministerium bekannt, lange bekannt, seit einem Jahrzehnt wissenschaftlich dokumentiert. Es operiert nach diesem einen Jahrzehnt mit "Empfehlungen", wie man die Last einzelner KollegInnen verringern kann. Wie er / sie das macht, das ist ihm /ihr selbst überlassen. Soll er / sie sich doch selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen! Und dann werden noch Beförderungen ausgesprochen, so als hätte sich in unserem Schulwesen nie etwas geändert.


    Übrigens: Es ist auch völlig unverständlich, dass KollegInnen an anderen Schulformen so gut wie keine Chance auf eine Beförderung haben. Vielleicht sollte die Regierung in NRW mal ihre Hausaufgaben machen, bevor sie sich im Mai zur Wiederwahl stellt?!

  • Zitat

    Finde ich schon erstaunlich, wie das an einigen Schulen läuft, bei uns ist mit A14 primär ARBEIT verbunden, letztes Jahr wurde eine Stelle für die Organisation des Ganztags ausgeschrieben, die wollte aber keiner haben...


    Entspricht auch meiner Beobachtung.
    Allein der zusätzliche Arbeitsaufwand für A14 ist meist recht hoch, von A15 ganz zu schweigen - von den Jobs möchte ich keinen einzigen machen.
    Allerdings kenne ich auch ein paar Fälle, wo man nach ca. 20 Jahren Leute auf A14 befördet hat, die über die Jahre keinen zeitintensiven Posten nachgegangen sind oder neben dem reinen Unterrichtsgeschäft gar nichts sonst gemacht haben. Nicht dass ich das geringsschätzen würde, ist eher positiv als abwertend gemeint: Denn ich finde ohnehin, dass die Öffnung von Schule, die seit den 90ern läuft, immer größere Ausmaße annimmt und zig außerunterrichtliche Aktivitäten mit sich bringt, inzwischen auch vielfach die Gefahr in sich birgt, dass das Kerngeschäft, d.h. Unterricht, vernachlässigt wird.



    Zitat

    Insgesamt, denke ich, wirkt sich das Beförderungssystem für die Schulen eher negativ aus. Es gibt meist böses Blut, weil immer einige auf der Strecke bleiben: einen hebt man mit Titel und Gehaltserhöhung auf ein Podest, die übrigen fühlen sich gedemütigt und frustriert.


    Das sehe ich weitgehend auch so. Beförderungen richten sich vielfach danach, dass von der Schulleitung aus geguckt wird, wer noch am besten am meisten nebenher machen kann.... Dass das nicht die zweifachen KF-Lehrer sind, ergibt sich daraus. Ich bespreche sowas gern in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, der zu weiten Teilen aus Sek. II-Lehrern besteht. In 6 mir bekannten Gymnasial-Kollegien gibt´s keinen, der´s mit E/D zu A15 gebracht hat. Tja, woran das wohl wieder liegt...sicherlich allesamt so unmotivierte Nasen ;)
    Na, im Ernst - irgendwas stimmt da doch nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe bislang die Erfahrung gemacht, dass die A14-Stellen alle auf eine entsprechende Person zugeschnitten sind. Entsprechend bewirbt sich dann in der Regel auch intern nur diese Person, weil jeder im Kollegium weiß, wem die Stelle quasi "gehört".


    Andererseits gibt es unter uns jungen Kollegen auch kein Hauen und Stechen, weil wir wissen, dass bei uns in den nächsten fünf Jahren etliche A14er und A15er in Ruhestand gehen und es dann reichlich Stellen geben wird. Die Beförderungssituation dürfte aktuell so gut wie seit Jahren nicht mehr sein. Dasselbe sagte auch der Philologenverband.


    Die Dauer im Schuldienst war bei uns unerheblich - es gab einige, die erst nach 15 oder 20 Jahren A14 wurden, unser Shooting-Star hat es anderthalb Jahre nach der Lebenszeitverbeamtung geschafft (und er konnte durch 1er Examen und besonders bewährt auch noch verkürzen) - und der ist zwei Jahre jünger als ich...


    Das Beförderungssystem ist in der Tat mitunter frustrierend und ein ziemlicher Hemmschuh für eine Mitarbeitermotivation oder gar seriöse Karriereabsichten. Wobei, wenn ich mir das so überlege, hat man Letztere ja schon bei Eintritt in den Schuldienst quasi ad acta gelegt...


    Gruß
    Bolzbold

  • Ich habe vor kurzem gehört, dass es an so mancher Schule interne Beförderungsrichtlinien gibt. Das funktioniert wohl meist so, dass jeder einmal im Jahr (an den Personalrat) zurückmeldet, was er zusätzlich für Aufgaben übernommen hat. Diese werden bepunktet - und wenn wieder eine Stelle zu vergeben ist, wird geschaut, wer die meisten Punkte angesammelt hat.


    Hört sich zumindest nach einem System an, dass für mehr Transparenz, vielleicht auch für mehr Gerechtigkeit sorgt.

  • Wenn ich den ganzen Thread so lese, gruselt es mich. Willkür hoch drei oder mehr? Wieso ist die Zusatzarbeit, die an ein Pöstchen gebunden ist, beförderungswürdig? Warum ist ein/e Kollege / Kollegin ohne jegliche Zusatzarbeit beförderungswürdig? Warum ist ein Kollege / eine Kollegin mit zwei Korrekturfächern (ja, ja, ich weiß, ihr könnt es nicht mehr hören!) überhaupt nicht beförderungswürdig. Mir scheint, "die da oben" wissen auch nicht so richtig und außerdem: Wer sagt, dass der, der vernünftige Arbeit einfordert, selbst für solche zu sorgen hat?

    • Offizieller Beitrag

    Vaila


    Wir könnten noch einen Schritt weiter gehen.


    Die unterrichtliche oder pädagogische Qualität des Bewerbers auf eine Beförderungsstelle ist nur bei den ein oder zwei Revisionsstunden von Belang - wenn überhaupt.


    Ich wage zu behaupten, dass die Qualität als Lehrer - und das ist ja unser Kerngeschäft - nicht mit der Gewährung einer Beförderung zusammenhängt.


    Da sind Talente wie Verwaltungs- und Organisationsgeschick dann doch stärker von Vorteil als Schüler zu motivieren, zu begeistern oder - zusammengefasst - erfolgreich zu unterrichten.


    Gruß
    Bolzbold

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