Rechtschreibung

  • Hi zusammen


    Vielleicht koennt ihr mir ja etwas helfen. Mir ist klar, dass Rechtschreibung in Deutsch und in Englisch anders ist. Ich kann nicht soo furchtbar oft sagen: "Das wird geschrieben wie gesprochen..." (vor allem, weil wir auch noch im tiefsten Somerset liegen). :D
    ABER, vielleicht habt ihr ja noch ein paar Ideen, wie ich meinen mit ihrer Rechtschreibung helfen kann.
    Ich hab ne 5. Klasse und mehrheitlich sollte Rechtschreibung inzwischen eigentlich abgeschlossen sein. Dennoch haben viele meiner Schueler ziemliche Probleme (besonders von einer bestimmten vorigen Schule ist der gesamte Jahrgang sehr schwach bei der Rechtschreibung). In vielen Faellen liegt das an fehlender Aufmerksamkeit und Konzentration. Sie koennten eigentlich richtig schreiben, machen es aber nicht, weil...da muss man ja mal nachdenken. :rolleyes:


    Derzeit haben wir eine Stunde Rechtschreibung pro Woche. Wir gehen Rechtschreiberegeln durch, machen Uebungen dazu, etc. und normalerweise ist das dann auch alles kein Problem. Daheim muessen sie die Regeln lernen, und darauf basieren dann auch moegliche Tests. Nur leider wird das nicht in ihre normalen Texte uebertragen. Lernwoerter mach ich nicht, weil sie relativ sinnlos sind. Meine Klasse lernt die Woerter fuer den Test und das war's dann auch.


    Was kann man mit Rechtschreibung noch machen bzw. wie bekomm ich sie dazu beim freien Schreiben auf die Rechtschreibung zu achten?


    Dejana

  • Hm, lese ich richtig heraus, dass nicht die Fähigkeit fehlt sondern nur der Wille/Anstrengungsbereitschaft?
    Wenn ja, dann könntest du versuchen "falsch schreiben" anstrengender als "vorher nachdenken" zu machen.
    Beispiel:
    Die falsch geschriebenen Wörter müssen korrigier werden: einmal mit Wörterbuch abschreiben, dann einen ganzen Satz mit diesem Wort schreiben lassen, dann Wörter aus der Wortfamilie finden (Adjektive steigern,Verben Grund- und Personalformen) und schlussendlich nocheinmal den ganzen Satz (Fehler im Ursprungssatz) abschreiben. Eventuell noch Regel benennen, mit der sie den Fehler hätten vermeiden können.


    Das würde ich aber nur machen, wenn du dir recht sicher bist, dass sie es eigentlich könnten - denn sonst flaut die "Lust am Schreben" ganz schnell ab.

  • Mache ihnen Angebote / Aufgabenstellungen, bei denen klar wird, Rechtscheibung ist wichtig, um (vom Leser) verstanden zu werden. Dies sollte in Situationen erfolgen, die den Kinder wichtig sind.


    Das könnten z.B. Briefe an Stadtpolitiker sein, weil der Spielplatz dringend eine neues Gerät bräuchte. Oder eine Nachricht auf der Homepage der coolen Girly-Band, der man schon immer mal sagen (in diesem Falle schreiben) wollte, wie toll sie sind. etc.


    Den Schülern muss es selbst ein Anliegen werden, richtig zu schreiben, um verstanden zu werden, dann werden sie automatisch ihre Aufmerksamkeit auf dieses Thema richten.
    Lernwörter, Rechtschreibregeln und co: Hier steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Meist können die Schüler die gelernten Regeln nämlich nicht in anderen Kontexten anwenden.

  • Hi ihr beiden,


    danke fuer die Antworten und Ideen. Schmeili, obwohl ich denn Sinn darin sehe, will ich das eigentlich nur ungern mit Strafen angehen. Sie "sehen" nicht immer, wenn ein Wort falsch ist. Ich muss es ihnen schon sagen, dass etwas nicht richtig geschrieben ist. DANN koennen sie es auch erkennen und sich auf die richtige Rechtschreibung konzentrieren. Zum Teil muessen sie sich beim Schreiben einfach auf zu viele Dinge gleichzeitig konzentrieren und sind dann etwas "blind" bei der Rechtschreibung.
    Andere koennen einfach nicht. Ich hab noch so viele Kinder, die lautgetreu schreiben. Es ist ziemlich erschreckend und eigentlich muesste ich mit einigen zurueck zum Arbeitsmaterial fuer die Vorschule und erste Klasse gehen.
    Hat jemand sowas schonmal gemacht? Lautlehre mit aelteren Schuelern? Ich unterrichte nicht gerne "Phonics", einfach weil ich nunmal keine Muttersprachlerin bin. Genau aus dem Grund will ich auch die Kleinen nicht haben.


    Das Problem ist auch, dass Rechtschreibung im Bezug auf Pruefungsleistungen nur einen sehr geringen Bestandteil ausmacht. Sie koennen auch mit schwacher Rechtschreibung sehr gute Ergebnisse erzielen.


    Zitat

    Original von lissis
    Mache ihnen Angebote / Aufgabenstellungen, bei denen klar wird, Rechtscheibung ist wichtig, um (vom Leser) verstanden zu werden. Dies sollte in Situationen erfolgen, die den Kinder wichtig sind.


    Das könnten z.B. Briefe an Stadtpolitiker sein, weil der Spielplatz dringend eine neues Gerät bräuchte. Oder eine Nachricht auf der Homepage der coolen Girly-Band, der man schon immer mal sagen (in diesem Falle schreiben) wollte, wie toll sie sind. etc.


    Sowas machen wir regelmaessig. Allerdings scheinen unsere Kids da wohl ein anderes Verstaendnis fuer zu haben. Sie sehen keinen dringenden Zwang darin fuer irgendwen "richtig" schreiben zu muessen. Sie schreiben, wie sie schreiben. Manche schreiben auch noch, wie sie sprechen (deswegen arbeiten wir gerade daran, dass es nicht "He should of..." heisst).
    Rechtschreiberegeln bringen zum Teil etwas, weil sie dadurch Muster erkennen koennen und sich manche auch merken. Diese muessen nur verinnerlicht werden. Denn wenn ich sie dann auf ein falsches Wort aufmerksam mache, wissen sie die Regel meist und koennen die unterschiedlichen Regeln auch anwenden, wenn wir Rechtschreibung als Fokus haben.
    Wuerde ich dem Rahmenplan fuer Rechtschreibung nicht folgen, muesste ich mich vor meiner Schulleitung und den Eltern rechtfertigen. Viele der Eltern meckern jetzt schon, weil ich keine Listen mit Lernwoertern nach Hause schicke.

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