Studentin aus Köln - Examensarbeit: Lehrerumfrage

  • Liebe Lehrerinnen und Lehrer,


    im Rahmen meiner Examensarbeit für das Studienfach Germanistik beschäftige ich mich mit dem Thema Sprachliche Variation und Schulerfolg.


    Eine Lehrerumfrage zu diesem Thema soll unter anderem Gegenstand meiner Examensarbeit sein. Ich habe eine Online-Umfrage gestartet, um möglichst viele Ergebnisse zu erhalten. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich 10 Minuten Zeit nehmen, um zehn Fragen zu beantworten. Ich bedanke mich schon mal im Voraus bei allen, die sich die Zeit gefunden haben, den Fragebogen auszufüllen.


    Zum Fragebogen kommen Sie über den folgenden Link: http://new.malereimedizinmusik.de/index.php/lehrerumfrage


    P.S. Ich bedanke mich nochmals bei Stefan und bei den Moderatoren für die Erlaubnis :-)


    Ich habe die Fragen mit meiner Professorin besprochen und überarbeitet.


    Liebe Grüße

    Güni

  • Es sollte Volksschule heißen ;-)


    Zitat

    Und ich frage mich beim Lesen der einzelnen Fragen gerade, ob das wirklich eine UNI-Umfrage ist.

    Ich weiß nicht genau, was Sie damit meinen...

  • Zitat

    Original von Güni
    Es sollte Volksschule heißen ;-)


    Ich weiß nicht genau, was Sie damit meinen...


    Referendarin meint damit, dass diese Erhebung kaum den Anforderungen gerecht wird, die man an eine methodologisch korrekt konzipierte Untersuchung anlegen können muss. Ich persönlich bin gelinde gesagt entsetzt und wundere mich ganz erheblich über das Niveau der wissenschaftstheoretischen und -methodologischen Ausbildung an der der Universität Wuppertal...


    Nele

  • Ich muss sagen, dass ich ebenfalls sprachlos bin, weil die Fragen von einem deutschen germanistischen Linguisten stammen. Er hat selber mit diesen Fragen eine Erhebung durchgeführt. Darf ich dann also davon ausgehen, dass das Niveau von diesem Linguisten umstritten ist?


    Danke für die konstruktive Kritik.

  • Hallo!
    Erstens bezieht sich Referendarins Frage nicht auf einen vermeintlichen Rechtschreib/Tippfehler, sondern darauf, dass es die Schulform der Volksschule nicht (mehr) gibt. Was im Fragebogen gemeint ist, ist die Hauptschule. (Ist der deutsche germanistische Linguist, vom dem du/Sie die Fragen haben, eventuell schon etwas älter?)
    Zweitens muss ich mich meinen Vorrednern anschließen- die gestellten Fragen würde ich von einem meiner Schüler erwarten, der eine Facharbeit über dieses durchaus interessante Thema schreibt.
    Drittes wird in der Anleitung zum Fragebogen angekündigt, dass die Fragen so gestellt wurden, dass man offen antworten kann. Tatsächlich sind aber Fragen darunter, die man entweder mit Ja oder Nein beantworten kann oder mit Ein-Wort-Antworten. Daraus eine aussagekräftige Erhebung zu machen, stelle ich mir sehr schwierig vor.
    Sprachbarrieren sind im Übrigen keine neue Erkenntnis, darüber wird schon länger debattiert (beispielsweise immer wieder vorkommende Diskussionen über den Dialekterhalt in Bayern- darüber wurde schon zu meiner Grundschulzeit diskutiert und die ist schon ca. 20 Jahre her)- und ich denke, jeder Lehrer weiß, was Sprachbarrieren sind, insofern ist die Frage, was man sich denn darunter vorstelle, vollkommen überflüssig.
    Ich würde dazu raten, keine bereits vorgefertigten Fragen zu übernehmen (und wenn doch, diese wirklich kritisch zu hinterfragen), sondern sich selbst Fragen auszudenken, die eventuell auch nicht nur Dialekt als sprachliche Variation zum Thema haben, sondern auch die sprachliche Vielfalt durch Schüler mit Migrationshintergrund- das wäre dann auch aktueller.
    Liebe Grüße
    Hermine

    "Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan."
    Sir Robert Baden-Powell, Earl of Gilwell

    Einmal editiert, zuletzt von Hermine ()

  • Als Niedersächsin fand ich es schwer - wenn nicht gar unmöglich-, die Fragen zum Thema "dialektsprechende Kinder" zu beantworten.

  • Man merkt jedenfalls sehr genau, dass der Urheber dieser Fragen absolut keine Ahnung von der Situation z.B. hier in Bayern hat - der Dialekt hat hier den Status einer durchaus erstrebenswerten Alternativsprache und die zu führende Diskussion läuft manchmal eher unter "Ist es wirklich nötig, auch Hochdeutsch sprechen zu lernen?" (leicht überspitzt formuliert, aber nicht so sehr, wie die meisten von Euch denken werden).


    Einige Formulierungen, auch z.B. den Ausdruck "breiter" Dialekt oder das ständige Betonen der "Nicht-Korrektheit" des Dialektes (der ja durchaus seine eigenen, aber halt anderen Regeln hat), halte ich für absolut unsachlich wertend und nur lokal beschreibend, sogar überheblich und diskriminierend.
    Keine geeignete Umfrage für eine bundesweite Umfrage mMn, auch Akademiker können irren.
    Im Prinzip wäre das Thema ja interessant, aber dann vielleicht in Zusammenarbeit mit der "Zweitsprache".

  • "... der Prozentsatz der Kinder aus Ihrer Klasse, die von Haus aus ein Dialekt sprechen?"


    Einem "deutschen germanistischen Linguisten" sollte der Unterschied zwischen Nominativ und Akkusativ bekannt sein.


    Für mich haben die Fragen allenfalls Baumschulniveau. Schon vor 40 Jahren haben wir an der Uni das Thema Sprachbarrieren diskutiert und Modelle für kompensatorische Spracherziehung entwickelt.


    (Die weitgehende Freigabe der deutschen Rechtschreibung und die immer geringer werdende Gewichtung der Rechtschreibung im Fremdsprachenunterricht können durchaus als Spätfolgen dieser Diskussionen der 68 er bis 70er Jahre gesehen werden.)

  • Zitat

    Original von Güni


    Darf ich dann also davon ausgehen, dass das Niveau von diesem Linguisten umstritten ist?


    Da wir gerade bei Grammatik waren: Ich hätte in dem hier zitierten Satz für ein Genitivattribut plädiert.

  • Muss ich mich jetzt rechtfertigen?


    Bei aller Nachsicht für allfällige Fehler und Schwächen: Güni sagt von sich, dass sie Germanistik an der Universität studiert habe. Und von jemandem, der sich mit deutscher Sprache und Literatur in einem wissenschaftlichen Studium beschäftigt hat, erwarte ich - jedenfalls im schriftlichen Sprachgebrauch - ein entsprechendes sprachliches Kompetenzniveau.

  • Magister


    Du hast in der Sache sicherlich Recht.
    Es stellt sich aber die Frage, ob wir angesichts der ursprünglich höflichen Anfrage gleich mit der Keule kommen müssen.


    Letztlich wird sich Güni damit vor anderen Stellen verantworten müssen.


    Hören wir also jetzt mit dem Rumgehacke auf Rechtschreibung und Grammatik auf und befassen uns, sofern noch gewünscht oder erforderlich, wieder mit dem Fragebogen.


    Gruß
    Bolzbold

  • Na, ärgerlich, nach der letzten Frage sagt die Umfrage "Fehler auf der Seite".... Ich habe wie üblich auch bei Nr. 22 auf "Nächste Frage" geklickt, da es keinen Button "Ende" o.ä. gab und jetzt hängt es da fest....

  • Der Fehler wurde behoben. Danke, dass Sie es mitgeteilt haben. Ich bitte um Entschuldigung. Ich habe mich auch schon gewundert, warum ich keine Antworten mehr bekommen habe. Ich würde mich freuen, wenn Sie es noch einmal versuchen würden...

  • Habe versucht, an der Umfrage teilzunehmen, war aber etwas vorschnell.
    Es wäre schön, wenn Dialekte gefördert und nicht diskriminiert werden. Außerdem ware es wünschenswert, wenn solche Dialekte gefördert werden, die auszusterben drohen, wie das Ostpreußische.
    Das wird es nur noch wenige Jahre geben. Denn die, die es noch beherrschen, werden bald gestorben sein.
    Eine Dialektdidaktik oder auch- forschung sollte dies besonders berücksichtigen, denn Dialekte sind Kulturgut!
    Übrigens, ein Bayer würde mit dieser Fragestellung ganz anders umgehen, als ein Hochsprachler, da der Dialekt dort integriert ist und nicht verpönt ist!

  • HalloTiffi,
    ich denke, darauf wollte Blau mit seinerAntwort auch hinaus. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die Themenstarterin einfach einen recht alten (in meiner Schulzeit war Dialekt tatsächlich an Schulen sozusagen verboten) Fragenkatalog sehr unkritisch übernommen hat.

    "Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan."
    Sir Robert Baden-Powell, Earl of Gilwell

  • Eins vorweg - die Rechtsschreibung und Endredaktion ist nicht sorgfältig genug, aber das ist für mich hier nicht relevant.


    Zitat

    Original von Tiffi
    Übrigens, ein Bayer würde mit dieser Fragestellung ganz anders umgehen, als ein Hochsprachler, da der Dialekt dort integriert ist und nicht verpönt ist!


    Das ist einer der Knackpunkte, die diese Erhebung mehr oder weniger untauglich machen (auch wenn die Fragen aus einer anderen Untersuchung abgeschrieben sein mögen) - hier werden auf Zufallsbasis Antworten erhoben, die je nach Befragtem oder nach Kontext völlig unterschiedlich zu verstehen sind. Z.B. könnte ein Bewohner einer Ruhrgebietsmetropole darunter auch die Sprachfärbung eines türkischen, arabischer oder russischen Nichtmuttersprachlers verstehen, ein Bayer oder ein ostfriesischer Landschullehrer etwas ganz anderes. Trotz des ziemlich patronisierenden Tonfalls der Fragen, wird keinerlei Begriffseingrenzung vorgenommen und nichts eingegrenzt.


    Die Fragen werden zu Zufallsantworten führen, die dann bestenfalls - da ja keinerlei Informationen vorliegen, in was für einem Kontext der Befragte genau steht - frei aus dem Bauch heraus interpretiert werden. Dass mag ja leider Gottes durchaus der Praxis vieler diaktisch-pädagogischer Untersuchungen entsprechen, hat aber mit Wissenschaft nix zu tun. :(


    Nele

    2 Mal editiert, zuletzt von neleabels ()

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