Lange Schlangen am Pult!

  • Ich glaube, bei der Methode mit dem "In die Hand drücken" würde es mich stören, dass die Kinder hinter mir her laufen und mir wahrscheinlich auch zu äußert unpassenden Zeitpunkten die Karten mit Nachdruck in die Hand "klatschen".


    Und ich sehe schon bildlich vor mir, wie die Kinder ständig ihre Karten nicht wiederfinden und das ein großes Gesuche und "Gequengele" gibt.

  • Um nicth ganz so oft zur "Warteschlange" zurücklaufen zu müssen, habe ich mir angewohnt, immer schon die Klammer vom nächsten Kind an mein T-Shirt zu klammern (könnte man natürlich auch noch mehr dranklammern aber ich glaube, da käme ich durcheinander). Ich warte allerdings auf den Tag wo ich mal mit Klammer am T-shirt in der S-Bahn stehe...

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • In meiner 2. Klasse ist der Ablauf seit ca. 3 Wochen ähnlich: zuerst nochmal lesen, dann 2 Kinder fragen (ich frage auch nach, wen sie gefragt haben) und am Schluss auf die "Meldeliste" setzen. Dafür steht an einer Tafelseite "Meldeliste" und die Kinder schreiben ihre Namen an (das 1. Kind oben, das 2. dann untendrunter etc.). Bei wem ich war, dessen Namen wische ich weg, braucht ein Kind meine Hilfe nicht mehr, wischt es seinen Namen selber weg.
    Klappt eigentlich ganz gut, nur das Fragen wird ab und zu noch vergessen... Dann wische ich den Namen weg und das Kind muss zuerst 2 Kinder fragen, bis es sich wieder anschreiben darf.

  • Mal eine Frage von einer nicht-Grundschullehrerin...


    Muss das "ans Pult kommen" der Schüler überhaupt sein? Ich bin im Moment Klassenlehrerin einer 5. Klasse und habe alle Mühe, meinen Schülern das wieder abzugewöhnen. Wer eine Frage hat, meldet sich. dann wird die Frage - je nach Situation - entweder für alle geklärt (die meisten Fragen sind doch welche, die die ganze Klasse betreffen) oder ich komme zu dem Schüler hin (z.B. in Arbeitsphasen) und erkläre das einzeln.


    Ich finde es besonders ärgerlich, wenn ich in die Klasse komme und mich dann schon 10 Kinder am Pult erwarten, die alle Fragen haben, die eigentlich alle betreffen ("Wann schreiben wir die nächste Klassenarbeit", "Wann kommen wir vom Wandertag zurück"...). Wenn ich mich darauf einlassen würde, müsste ich die Fragen jeweils 5 mal beantworten und es wüssten doch noch nicht alle, was Sache ist.
    Auch anstrengend ist im Moment eine Schülerin, die sich konsequent nicht meldet, sondern _immer nach vorne kommt, auch wenn wir gerade eine "Fragerunde" machen, wo sich alle melden und ich alle Fragen für alle beantworte...


    Welche Vorteile seht ihr darin, dass die Kinder nach vorne kommen? Ich persönlich finde es eher störend...

    "I propose we leave math to the machines and go play outside."
    (Calvin and Hobbes, Bill Waterson)

  • Ich denke um diese Art Fragen geht es hier auch gar nicht.
    Die Wäscheklammer-Warteschlange kommt bei mir in den Wochenplan-Arbeitsphasen zum Einsatz und da haben die Kinder eben ganz individuelle Fragen und Probleme (arbeiten ja auch an unterschiedlichen Aufgaben). Wenn ich merke, dass mich ganz viele Kinder dasselbe fragen, unterbreche ich aber in der Tat auch nochmal und erkläre es für alle (wobei es bei den Kleinen ewig dauer bis wirklich alle ihren Stift aus der Hand gelegt haben und zuhören). Bevor wir die Klammern eingeführt haben, habe ich auch beides ausprobiert: Schlange am Pult und sich melden und ich gehe rum. Beides hat mich in den Wahnsinn getrieben: Schlange am Pult war nur schubsen, drängeln, quatschen und raufen. Sich melden und warten bis ich komme endete immer in: mir hinterherrennen und mir Arbeitsblätter vors Gesicht schieben oder: zwar sitzenbleiben aber laut "Frau ...., Frau ...." rufen.
    Das Blöde beim Melden ist auch, dass ich eben nicht weiß, in welcher Reihenfolge sich wer gemeldet hat und dass man bei den Kleinen auch immer mal länger bei einem Kind bleiben muss und man schlecht verlangen kann, dass die anderen, dann die ganze Zeit mit ehobenem Arm da sitzen. Ich denke aber es ist wirklich ein Unterschied ob man mit den ganz Kleinen arbeitet oder mit älteren Schülern. Die Kleinen brauchen einfach noch viel mehr Hilfestellung (vor allem wenn sie noch nicht lesen können) und sie haben meist noch nicht gelernt sich zurückzunehmen und zu warten, wenn sie in die Schule kommen. Ganz am Anfang haben sie auch noch keinen Überblick, wann sie zu einem kommen können und wann es nicht passt. Da passiert es immer wieder, dass Kinder auch in frontalen Phasen, während ich etwas erkläre nach vorne kommen um ich irgendetwas zu fragen oder mir was zu erzählen. Natürlich schicke ich sie dann zurück aber bis sie das gelernt haben braucht es viel viel Geduld.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Entchen, meine Schüler kommen im Rahmen der Werkstattarbeit/des Stationenlernens nach vorn. Wir klären offene Fragestellungen, ich schaue fertige Aufgaben durch und hinterfrage auch mal den Lösungsweg. Würden sie sich melden und die Frage laut stellen, würde das ja die anderen Kinder aus der Arbeit reißen.
    Stelle ich fest, dass das 3. oder 4. Kind mit der gleichen Frage kommt, unterbreche ich die Arbeit für einen Moment und erkläre es noch einmal kurz für alle gemeinsam. In der Regel sind die Fragen aber sehr unterschiedlich.


    LG
    Sunny

  • Ich lege für jede Aufgabe der Freiarbeit "Experten" fest. Dafür suche ich mir die leistungsstärksten Schüler aus. Jeder Experte hat eine Ampel. Wenn er Zeit für Fragen hat, dreht er sein Kärtchen auf grün. Wenn der Experte gerade keine Zeit hat, bin ich als Ansprechpartner da.Das klappt eigentlich ganz gut.


  • Um Deine erste Frage zu beantworten: Nein, es muss nicht sein! Mich stört es genauso wie Dich! Deshalb läuft bei mir auch keiner durch die Klasse - ich sitze eh nie am Pult - sondern meldet sich und WARTET (s. Seite 1). Ich finde, das ist auch auf jeden fall eine Eigenschaft, die trainiert werden muss: Geduld.

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