Frau Löhrmann: Erhalten Sie die Förderschulen in NRW ! Elterninitiative reicht Petition ein

  • Ich kann nur bestätigen, wie wichtig Förderschulen sind.
    Zur Zeit habe ich eine vierte Klasse mit drei Kindern, die inklusiv beschult werden.
    Und ich habe in Absprache mit der Sonderpädagogin, die bei uns an der Schule arbeitet und zwei anderen Sonderpädagogen von zwei Förderschulen, die zur Beratung bei uns waren... als weiterführende Schule für alle drei Kinder die Förderschule empfohlen.
    Aus Gründen, die bei jedem Kind anders und sehr individuell sind.
    Aber jedes dieser Kinder braucht den Schonraum der Förderschule dringend.


    Ob die Eltern meiner Empfehlung folgen werden, ist noch nicht raus, denn die Förderschule in der Nähe läuft bereits aus, nimmt also keine neuen Schüler mehr auf.
    Und der Weg zu der nächsten Förderschule ist so weit, dass das die Eltern abschreckt, diese Schule zu wählen.
    Und da läuft meiner Meinung nach nicht alles so rund, wie es laufen könnte...

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

  • danke für die realistischen Worten. Das Thema wird im Moment so idealisiert, dass die betroffenen Eltern wirklich glauben, was die Politik ihnen verspricht. Sicherlich gibt es Kinder bei denen das gelingen könnte. Doch es gibt auch die anderen. Dafür müssen die Förderschulen erhalten bleiben. Sind sie erst einmal weg, dann werden die Kinder durch Netz fallen. Die Eltern sollten eine wirkliche Wahl haben.


    Schon abgestimmt?:
    https://www.openpetition.de/pe…lerzahl-an-foerderschulen

  • Und die Wahl hat man nur, wenn es wirklich mehrere realistische Möglichkeiten gibt, zwischen denen man wählen kann.
    Die inklusive Regelschule um die Ecke ist natürlich sehr verlockend, wenn die nächste Förderschule mit Bus und Bahn eine Stunde entfernt ist.
    So wie es bei uns jetzt ist...


    Ja, ich hab das schon unterzeichnet... denn ich möchte, dass Eltern eine wirkliche Wahl haben können.


    Und meiner Meinung nach ist es gerade bei den weiterführenden Schulen wichtig, noch einmal wählen zu können.
    Was auf der Grundschule als inklusive Beschulung noch gut geht, kann auf der weiterführenden Schule dann aber leider ganz anders laufen.

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

  • Genau so sehe ich das auch, weil ich es auch schon erlebt habe. Die großen Schulsysteme, die vielen involvierten Kollegen, erfordern so viele Absprachen für die keine Zeit bleibt. So bleiben viele Kinder auf der Strecke. :(

  • Und eigentlich frage ich mich, warum wir, die wir Inklusion täglich in der Praxis erleben, da keine Lobby haben und nicht gehört werden.
    Wir sind hier doch die Experten.
    Wir stehen Inklusion nicht negativ gegenüber, ich finde dass Inklusion eine sehr gute Sache ist... unter guten Bedingungen natürlich.
    Aber Inklusion ist nicht automatisch für jedes Kind ein Segen.
    Manchen Kindern tut eher eine Förderschule gut.
    Und der Punkt, der wird irgendwie nie erwähnt.


    Und ich finde außerdem, dass man auch wechseln können muss. Von der Förderschule in die Inklusionsbeschulung an einer Regelschule... oder eben umgekehrt.
    Ganz individuell, wie das Kind es braucht.
    Aber dafür braucht man eben beides... Regelschulen mit Inklusion UND Förderschulen, die in erreichbarer Nähe liegen... damit man als Eltern wirklich die Wahl hat und die optimale Schule für sein Kind finden kann.


    Und ich rede nicht nur vom Lernen und Fördern... ich rede auch von sozialen Kontakten, von Freundschaften von Lernpartnern von Geburtstagseinladungen....
    Je älter die Kinder werden, umso mehr Probleme haben die Förderkinder, die inklusiv beschult werden in diesen Bereichen.
    Und auch wenn das soziale Klima an der Schule gut ist, wenn die Mitschüler in Gruppenarbeit das Förderkind mitmachen lassen, wenn beim Sport Rücksicht auf die Einschränkungen des Mitschülers genommen wird... ich habe noch nie erlebt, dass es wirklcih Freundschaften zwischen Kindern mit Förderbedarf Lernen/geistige Entwicklung und den Regelschulkindern gegeben hätte, die länger als bis so zur 6. Klasse halten.
    Mir tut ja jetzt schon mein Viertklässler Leid, der immer alleine auf dem Schulhof steht. Die Mitschüler spielen ja mit ihm... aber er ist langsamer, kann sich nicht so schnell auf neue Situationen einstellen und die anderen machen dann schon mal weiter.... und er ist raus.
    Angeleitet klappt es immer, da sind die Regelschüler wirklich sehr lieb und kümmern sich,. Aber ohne Lehrer spielen sie wie immer und denken ohne böse Absicht einfach nicht daran, dass da jemand mehr Zeit braucht und Hilfe.
    Und je älter die Kinder werden... umso einsamer werden die inklusiven Schüler auf einer Regelschule.
    So meine Erfahrung.... als Lehrerin und auch als Mutter von Regelschulkindern auf einer inklusiven Schule.


    Wie auch immer... ich bin absolut dafür die Förderschulen zu erhalten, damit Eltern wirklich die Wahl haben können.

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

  • Gerade unterschrieben. Ich denke aber, dass man um die Gegenpetition genauso einen Wind machen müsste wie die Mutter von Henri. Das ist schon fast peinlich. Wenn man Bedenken äußerst, dann gilt man gleich als Behindertenfeindlich. Hier geht die Diskussion schon fast unter die Gürtellinie:


    http://www.rehakids.de/phpBB2/ftopic108670.html


    Liebe rotherstein, bitte sei doch so nett, und grenze die Beiträge, die du meinst, etwas ein, bzw. teile uns mit, auf welche "Startseite" du dich beziehst. Der genannte Thread hat 98 Seiten und beginnt seitenweise vergleichsweise unspektakulär...


    Ansonsten bin ich natürlich ganz bei dir: Der "Fall Henri" bekommt deshalb solch einen Medienhype, weil dessen Mutter ihre Connections nutzt. Laut Medien ist sie "Juristin, Hörfunkmoderatorin und "ausgewiesene Spezialistin in Sachen Inklusion" "(habe ich im Rahmen der gefühlt tausend Medienberichte so gelesen).


    Morgen befasst sich RTL mit dem Fall in SternTV. Zu Gast ist - natürlich - Frau Erhardt. Bleibt wachsam...

    Carpe noctem!

    2 Mal editiert, zuletzt von Lea ()

  • Unter der Titelstory: "Geistig behinderter Henri will aufs Gymnasium" wird heute medienwirksam der "Fall Henri" auf RTL ausgetragen.


    Mei, was tut mir das Kind Leid....

  • Unter der Titelstory: "Geistig behinderter Henri will aufs Gymnasium" wird heute medienwirksam der "Fall Henri" auf RTL ausgetragen.


    Mei, was tut mir das Kind Leid....

    Ei wieso das denn, das ist doch Inklusion pur,wollen wir das nicht alle?... *Vorsicht Ironie* Ich seh es mir nicht an, ich reg mich nur wieder auf :daumenrunter:


    Gruß Jenny

  • Zitat Lea :

    Zitat

    Unter der Titelstory: "Geistig behinderter Henri will aufs Gymnasium" wird heute medienwirksam der "Fall Henri" auf RTL ausgetragen.

    Sehr bewusst habe ich diesen Film nicht angesehen ! An mir selbst nehme ich wahr, dass mir das Thema mittlerweile Banane ist. Ich schalte jeden (eigenen) Gedanken aus und mache DnF (Dienst nach Forschrift), und dann sollen sie alle machen, was sie wollen.


    Und sowieso gehe ich nächsten Montag erstmal zum Doktor ! 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Ich fand den Beitrag und die anschließende Diskussion gut, auch da dort kritische Argumente vorgebracht wurden (Lehrer auf dem Gymnasium nicht ausgebildet, Fortbildungen wären notwendig, eine aufgezwungene Inklusion kann nicht gut gehen, etc)

  • Zitat Flipper79 :

    Zitat

    Fortbildungen wären notwendig

    Die aber dann zusätzlich (!) aufgedrückt werden ! In NRW ist man da sehr kreativ, wenn es um die Mehrbelastung der Lehrer geht. 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Zitat Flipper79 :

    Die aber dann zusätzlich (!) aufgedrückt werden ! In NRW ist man da sehr kreativ, wenn es um die Mehrbelastung der Lehrer geht. 8_o_)


    Freilich ... und weißt du auch wann? In den Ferien, da wir Lehrer ja im Gegensatz zu einem normalen Arbeitnehmer "viel zu viel" Urlaub haben. Dass viele Kollegen aber auch an Wochenenden & in den Ferien arbeiten, wird gerne verschwiegen.
    Oder wie wurde es in Stern TV gesagt (und das fand ich wieder Käse): Ein Psychotherapeut muss sich in seinem Fachgebiet regelmäßig fortbilden, ansonsten verliert er seine Zulassung. Ein Lehrer verliert aber seine Zulassung nicht, wenn er sich nicht fortbildet. :essen:

  • Zitat Flipper79 :

    Zitat

    Oder wie wurde es in Stern TV gesagt (und das fand ich wieder Käse): Ein Psychotherapeut muss sich in seinem Fachgebiet regelmäßig fortbilden, ansonsten verliert er seine Zulassung. Ein Lehrer verliert aber seine Zulassung nicht, wenn er sich nicht fortbildet.

    Da muss man halt auf Durchzug schalten, wenn mal wieder so ein Quatsch geäußert wird, geehrter Flipper79 !


    Alle selbsternannten Schul-Experten (Jeder war mal in der Schule !) dürfen in unserem Land in puncto Schule ungestraft den größten Blödsinn dahersabbeln wie sie wollen. Hauptsache, es gefällt dem manipulierbaren Volk. Dafür werden nicht ein mal Bußgelder verhängt. 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    Einmal editiert, zuletzt von Elternschreck ()

  • Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang dir Frage, wie es sein kann, dass Kinder mit eingeschränkter Gymnasialempfehlung abgelehnt werden dürfen, Kinder mit sonderpäd. Förderbedarf aber nicht???

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