Note vergeben ohne es Schüler zu sagen

  • Hallo
    Darf ein Lehrer ein Schüler benoten und es dem Schüler nicht sagen.
    Also es wurde Unterrichtsmitarbeit bewertet, allerdings nur von dem einem Schüler, und der Lehrer hat es dem Schüler nicht gesagt. Auch nicht nach dem Unterricht.
    Darf der Lehrer das einfach? Kann man gegen die Note was machen?
    Vielen Dank

    • Offizieller Beitrag

    Aus welchem Grund sollte es verboten sein?


    Gute Lehrer machen sich permanent Notizen über die Mitarbeit ihrer Schüler und das kann auch in Notenform sein, das ist jedem Lehrer überlassen. Dass immer mal nur ein Schüler beurteilt bzw. benotet wird ist auch klar, denn man kann nicht jede Stunde 25 Kinder beobachten.


    Gruß leppy

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,
    bei einer Mitarbeitsnote sollte der Lehrer dem Schüler die Note "zeitnah" mitteilen.
    Wird allerdings schon mal im Eifer des Gefechts vergessen, deswegen bin ich auch nicht böse, wenn Schüler ab und zu selbst nachfragen.
    Bei einer Unterrichtsmitarbeitsnote kann man schon Einspruch einlegen bzw. erstmal beim Lehrer noch einmal nachfragen, wie und warum diese Note gegeben wurde.
    Grundsätzlich ist eine Unterrichtsmitarbeitsnote aber so leicht auszugleichen, dass sich m. E. der Aufwand, der hinter einer Beschwerde steckt, nicht lohnt.
    Lg, Hermine

  • Zitat

    Ampelfrau schrieb am 06.02.2006 22:30:
    Hallo
    Darf ein Lehrer ein Schüler benoten und es dem Schüler nicht sagen.
    Also es wurde Unterrichtsmitarbeit bewertet, allerdings nur von dem einem Schüler, und der Lehrer hat es dem Schüler nicht gesagt. Auch nicht nach dem Unterricht.
    Darf der Lehrer das einfach? Kann man gegen die Note was machen?


    Für NRW gilt nach §21(5) der ASchO:


    "Auf Wunsch ist die Schülerin oder der Schüler jederzeit über ihren oder seinen Leistungsstand zu unterrichten."


    Das heißt, ich bin jederzeit bereit, dem Schüler jederzeit über seinen Leistungsstand zu unterrichten, aber mache das nicht unbedingt von mir aus und ich lasse mich auch dabei auch nicht auf Rechenexempel ein (Nach §17 (2) der APO-WBK ist eine rechnerische Bildung der Kursabschlussnote unzulässig.) Ich habe für meine Kurse zur Mitte und zu Ende des Halbjahres feste Beratungstermine für alle. Noten für die sonstige Mitarbeit vergebe ich regelmäßig, aber ich sehe keinen Grund dafür, dem Schüler mitzuteilen, dass ich ihn jetzt gerade beobachtet habe. Die Note für "sonstige Mitarbeit" repräsentiert die konitunierliche Mitarbeit, wie ich sie erhebe, z.B. aus Stichproben interpoliere, unterliegt meinem Ermessensspielraum.


    Nele

  • Also ist der Schüler selber schuld weil er nicht jeden Monat gefragt wie stehe ich mit meinen Noten.


    Alle anderen Noten hat der Schüler sich ja aufgeschrieben und wegen dieser einen Note steht statt einer 3 eine 4 auf dem Zeugnis. Und das auf dem Halbjahreszeugnis der 10.Klasse.

  • Wenn wegen DIESER Note eine 4 statt eine 3 auf dem Zeugnis steht, war diese mündliche Note vermutlich eine 5?


    Da bleibt jetzt die Frage: Ist die 5 gerechtfertigt? Hat der Schüler sich am Unterricht beteiligt oder Blödsinn gemacht? Hat er die geforderten Leistungen gebracht?


    Es ist schade, dass du dein Bundesland nicht dazuschreibst. Hier in Hessen ist es z.B. so, dass das Mündliche in den Nebenfächern 70% zählt und da sollte ein Schüler dann doch mal nachfragen, was da denn Sache ist.

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

    • Offizieller Beitrag

    Jetzt wäre noch das Fach interessant
    Bei uns hier in Bayern zählt das Schriftliche in den Hauptfächern doppelt- und die mündliche Note setzt sich aus mindestens 3 Leistungen (Test, Abfrage, Mitarbeit) zusammen.
    Eine 4 im Mündlichen fällt hier also nicht so schwer ins Gewicht.
    Übrigens wird das Halbjahreszeugnis hier auch als "Zwischenstandsinformation" gesehen, dh. die Note auf dem Papier zeigt nur eine Tendenz an.
    Dein Bruder soll doch mal den Lehrer fragen, welche Möglichkeiten es gibt, die Note zu verbessern....


    Zitat

    Also ist der Schüler selber schuld weil er nicht jeden Monat gefragt wie stehe ich mit meinen Noten.


    Naja, in gewisser Weise schon, schließlich hat der Lehrer nicht nur eine Bringpflicht-sondern der Schüler auch eine Holpflicht.
    Abgesehen davon gehe ich als Lehrer davon aus, dass meine Schüler sich für ihren Leistungsstand interessieren (tun sie in der Regel auch) und nicht erst ankommen, wenn die Note quasi schon im Zeugnis steht.

  • Ich bewerte ja praktisch permanent die Mitarbeit meiner Schüler im Unterricht, aber gebe auch nicht permanent Rückmeldung über meine Notizen.
    Einmal im Halbjahr mindestens gibt es bei mir eine Rückmeldung über den Zwischenstand. Dafür brauche ich in der Regel eine ganze Unterrichtsstunde.
    Wenn Schüler nachfragen (und einige tun das sehr häufig, andere aber auch gar nicht), bekommen sie allerdings jederzeit ihren aktuellen Leistungsstand mitgeteilt. Dies findet dann im allgemeinen in den Pausen oder nach dem Unterricht statt.


    Die mündl. Note muss der Lehrer vergeben und wie ja auch bereits gesagt wurde, fließt diese Note zu einem großen Teil in die Endnote ein. Dies ist den Schülern im allgemeinen bekannt und daher kann man wohl eher nicht davon sprechen, dass der Schüler nicht wusste, dass er benotet wird.


    Gegen die Note kann man jetzt wohl nichts mehr machen, schließlich hat der Schüler die erforderliche Leistung nicht erbracht. Aber er kann was draus lernen und sich im nächsten Halbjahr mehr beteiligen und öfter nachfragen, wenn er sich selbst nicht einschätzen kann.


    Gruß
    Mia

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

  • Das Problem ist das er sich mit diesem Zeugnis bewerben will/ muss.
    Die Note hat er in Gemeinschaftskunde/ Gesellschaftskunde bekommen.

  • Zitat

    Mia schrieb am 07.02.2006 15:52:Die mündl. Note muss der Lehrer vergeben und wie ja auch bereits gesagt wurde, fließt diese Note zu einem großen Teil in die Endnote ein. Dies ist den Schülern im allgemeinen bekannt und daher kann man wohl eher nicht davon sprechen, dass der Schüler nicht wusste, dass er benotet wird.


    das problem ist, das er als einzigster so eine Note bekommen hat.
    Wir sind 4 Geschwister und sind alle auf die selbe Mittelschule gegangen und diese eine Lehrerin hat einfach was gegen uns. Wir anderen 3 durften auch schon bei Ihr Spießrouten laufen.

  • Dann verstehe ich ja nicht, wieso er sich nicht mal früher um seine Noten Gedanken gemacht hat.
    Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wie in diesem Fall, ist es wohl leider zu spät.


    Aber wenn die anderen Noten soweit okay sind, sollte eine 4 in Gemeinschaftskunde allein wohl kein so großes Problem in einem Bewerbungszeugnis darstellen. Der Schüler sollte sich vielleicht dann entsprechend auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten und etwas Vernünftiges zu dieser Note sagen können, wenn sie derartig aus dem Rahmen fällt.
    Wenn sie allerdings nicht aus dem Rahmen fällt, ist wohl weniger dieses Nebenfach das Problem.


    edit zu deinem 2. Post: Es ist schwer, etwas hier dazu zu sagen, da wir die Situation nicht kennen. Zunächst mal ist es jedenfalls völlig normal, die mündl. Mitarbeit zu bewerten. Ob die Note gerechtfertigt ist oder nicht, können wir hier nicht beurteilen.
    Wenn ihr das Gefühl habt, ungerecht behandelt zu werden, solltet ihr einmal das Gespräch mit dieser Lehrerin suchen. Habt ihr einen Vertrauenslehrer an der Schule, an den ihr euch wenden könnt? Manchmal ist es besser, noch eine unparteiische Person zu solch einem Gespräch dazu zu bitten.


    Gruß
    Mia

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

    Einmal editiert, zuletzt von Mia ()

  • danke erstmal für eure Hilfe. Mein Bruder will das versuchen selber zu klären, also mit Klassenlehrerin und Direktor und dann sehen wir weiter.


    Ich hab mich oben vielleicht auch verkehrt ausgedrückt, deswegen hier kurz die Geschichte dazu:
    Lehrer sagt Halbjahresnoten an und bei meinem Bruder "du hast ne 4"
    mein Bruder: "Kann nicht sein, laut meinen Noten die ich mir aufgeschrieben habe, stehe ich auf 3."
    Lehrer: "ich hab dir eine 4 auf mündliche Mitarbeit gegeben und deswegen hast du jetzt eine 4 auf dem Halbjahr."
    Bruder: "und warum haben sie mir das nicht gesagt?"
    Lehrer: "das muss ich nicht."


    Hätte mein Bruder das nämlich eher gewusst, dass er die mündliche 4 bekommen hat, hätte er ja noch versuchen können sich auf die 3 zu verbessern.

  • Zitat

    Ampelfrau schrieb am 07.02.2006 08:28:
    Also ist der Schüler selber schuld weil er nicht jeden Monat gefragt wie stehe ich mit meinen Noten.


    Wieso "schuld"? Schuld ist keiner. Die Situation ist doch die, dass der Kollege dem Schüler eine Note gegeben hat, die dieser nicht nachvollziehen kann. Das naheliegende ist, dass sich der Schüler die Note vom Lehrer erklären lässt.


    Zitat

    Alle anderen Noten hat der Schüler sich ja aufgeschrieben und wegen dieser einen Note steht statt einer 3 eine 4 auf dem Zeugnis. Und das auf dem Halbjahreszeugnis der 10.Klasse.


    Das kann ja durchaus sein, dass sich der Schüler Bewertungen aufgeschrieben hat - sind die vollständig? Wie schon gesagt - Notengebung in der Schule sind kein Rechenexempel sondern eine Überlegung, in die diagnostische, prognostische und pädagogische Faktoren einbezogen werden müssen. Mit einem geeichten Maß kann ich Größe und Gewicht von Schülern messen und auf dem Rechenweg kann ich den BMI bestimmen. Aber ich kann so keine Noten finden.


    Und das ist auch gut so.


    Nele

  • Was sollte ein Lehrer denn tun, wenn ein Schüler den Eindruck(!) vermittelt, dass er sich mit minimalem Aufwand an eine Notengrenze herantasten will?
    Meines Erachtens ist es nicht die schlechteste Strategie, diesen Schüler zumindest beim Halbjahreszeugnis mal platt auflaufen lassen.



    - Martin

    Acht Semester mitlesen ersetzt das Lehramtsstudium. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von oh-ein-papa ()

  • Hallo Martin,


    das ist eine ziemlich weit verbreitete Methode. Ob es Sinn macht, ist eine andere Frage. Auf die wenigsten Schüler wirkt es motivierend, wenn sie sich unfair behandelt fühlen.


    Ganz besonders macht das keinen Sinn bei Zeugnissen, die man für bestimmt Zwecke braucht. Etwa für die Umschulung oder später für Bewerbungen.


    Die mündlichen Noten sind ein beständiger Zankapfel, obwohl es auch Lehrer gibt, die die beanstandungsfrei vergeben. Mit dem Feststellen dieser Noten ist es auch nicht so einfach, wenn der Lehrer mauert. Und was der nachher in seinem Buch stehen hat, steht da eben. Da kann man wenig machen.


    Ich habe mal vorgeschlagen, in Fällen, wo schriftliche und mündliche Noten stark voneinander abweichen, Arbeitsbedarf zu vermuten. Irgendetwas läuft dann ungut. Das könnte man auf den pädagogischen Konferenzen in diesen Fällen thematisieren und dann spätestens um diese Zeit den Kindern auch vermitteln.


    Wenn der Lehrer sagt: "Ich muss gar nichts," ist das durchaus erhellend.


    Grüße Enja

  • Das Problem was ich vermute ist:
    Sie hat sich die Noten angeguggt und gesehen der steht auf 3,3 oder 3,4 (angenommen). Sie hat aber keine Lust ihm einen 3 auf dem Zeugnis zu geben (weil bis ,4 nach dem komma muss ma ja aufrunden :) ). also schreibe ich da noch ne mündliche mitarbeits 4 rein. Somit steht er auf 3,5 bekommt somit eine 4 auf dem Halbjahreszeugnis.
    Sie hätte bestimmt auch ne 4 bei nem durchschnitt von 3,3 oder 3,4 geben können (hab mir sagen lassen, das man das kann, also im Halbjahr die schlechtere Note und dafür im Endjahr die bessere Note.) Aber ich nehme an, dass sie dann mit Protest (auch von der elterlichen Seite) gerechnet hat.


    Natürlich sind das alles vermutungen. Ich möchte der Lehrerin nichts unterstellen.


    @oh ein papa: oder dem Schüler eine 4 mehr rein zu drehen, weil Lehrer weis Schüler muss sich mit dem Zeugnis bewerben.


    Ich persönlich finde es einfach unfair was sie gemacht hat.

  • Zitat

    Ampelfrau schrieb am 08.02.2006 11:10:
    Sie hat aber keine Lust ihm einen 3 auf dem Zeugnis zu geben (weil bis ,4 nach dem komma muss ma ja aufrunden.


    Abrunden :P

  • Zitat

    Ampelfrau schrieb am 08.02.2006 11:10:
    Das Problem was ich vermute ist:
    [...]
    Natürlich sind das alles vermutungen. Ich möchte der Lehrerin nichts unterstellen.
    [...]
    Ich persönlich finde es einfach unfair was sie gemacht hat.



    Mhm. Du kennst die Fakten also nicht, bildest dir aber trotzdem schon mal eine Meinung?


    Nele


  • Weil ich bei der Lehrerin auch 4 Jahre Geschichte und Gesellschaftskunde hatte und meine beiden Schwestern auch. Und weil da immer die gleichen Probleme aufgetreten sind. Bei uns zwar weniger mit den Noten, aber sie hat immer was gefunden um uns fertig zu machen.


    Zitat

    das_kaddl schrieb am 08.02.2006 11:28:


    Abrunden :P


    8o ähm ja ich meinte natürlich abrunden und nicht aufrunden

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