Staatsprüfung Kunst HILFE

  • Hallo,
    ich habe in ca. 2,5 Wochen meine Staatsprüfung, u.a. in Kunst. Langsam bin ich am durchdrehen und hoffe, hier evtl. Hilfe zu finden! In meiner Einheit sollen die Kinder (3. Klasse) ihre Gesichter verfremden. Ich hatte meine Einheit bereits vor Wochen fertig gestellt, da es ein gängiges Thema ist. Als ich dann meine Seminarleiterin getroffen habe, hat sie gesagt, dass ich 1. einen Künstlerbezug haben MUSS (das ist nicht das Problem!) und 2. dass der Künstler sein Portrait selbst verfremdet haben muss! Und hier ist der Knackpunkt! In den letzten 2 Wochen habe ich meine Einheit bestimmt 10 Mal umgeworfen.


    Am Wochenende hatte ich mich wiefolgt entschieden: Diese Woche Stationsarbeit (Collage, Rollage, Gesichtshälften ergänzen), damit die Kinder experimentieren können. Die erste Stunde ist super gelaufen, die SuS waren hochmotiviert und ich finde es sehr schade, dass ich diese Stunde nicht in der Prüfung zeigen konnte (Problem: Die Künstler haben nicht ihre eigenen Bilder verfremdet!). Dann dachte ich, dass ich die Kinder nächste Woche ihre Bilder nach Warhol anmalen lasse und zur Prüfung sollen sie ihr Bild in geometriche Formen schneiden und zu einem kubistischen Bild umgestalten. Da würde Picassos Selbstportrait ins Spiel kommen (siehe Anhang).


    Heute habe ich dann aber überlegt, ob Warhol nicht doch einfacher sein könnte. Die Selbstportraits, die ich von ihm finde, sind aber nicht gerade unterrichtstauglich, da nur die eine Hälfte seines Gesichts gut erkennbar ist, die andere ist vom Schatten überzogen (siehe Anhang). Dann kam mir der Gedanke: Ich zeige parallel die Bilder von Marilyn Monroe und sie kriegen die Aufgabe, dass sie 1-2 Bilder von sich übermalen und 1-2 Bilder von einem Freund. Würde das Sinn machen?! Oder sind das zu viele Impulse? Nächstes Problem: Nach welchen Kriterien sollen die Kinder die Bilder überhaupt übermalen?? wenn ich die Bilder so am PC ändere, dass man nur noch schwarz und weiß sieht (kein grau mehr), dann verschwindet manchmal eine ganze Gesichtshälfte! Entweder wird es zu weiß oder zu schwarz! Mit solchen Bildern können sie nicht arbeiten! Wenn ich es in den Grautönen lasse, wird es wahrscheinlich schwieriger mit dem Übermalen?! Den EINEN Kopierer (mehr haben wir nicht) an der Schule kann man vergessen, der macht keine guten Kopien!
    So, wenn ich doch bei Picasso bleibe, dann weiß ich erst einmal gar nicht, unter welche Kategorie das kommt: Collage? Fotocollage? Fotomontage? Etwas ganz anderes?? Ist das denn tatsählich eine Zufallstechnik, auch wenn die Kinder mit ihrem eigenen Bild arbeiten und selbst entscheiden, wie sie die Teile anordnen?? Reicht da ein Bild für die "Collage" oder brauchen sie doch zwei? Ist das Bild von Picasso nicht zu verwirrend? Ist es überhaupt ein typisch kubistisches Bild?? Es gibt ein tolles, typisch kubistisch Bild, was aber A. Gris von ihm gemalt hat! Also wieder: KEIN Selbstportrait! :autsch:


    Dann denke ich wieder, dass es doch keine gerechtfertigte Erwartung meiner Seminarleiterin ist, dass ich Künstler finde, die einerseits ihre eigenen Portraits verfremdet haben und andererseits dass es Bilder sind, mit denen die Kinder auch etwas anfangen können! Im normalen Alltag hätte ich ohne größere Probleme einfach Monroe genommen und bei Picasso "Dora Maar" o.ä.!! Ich hatte zwischendurch auch an Magritte gedacht, aber, dass die Kinder einen Gegenstand vor ihr Gesicht malen ist eher verdecken als verfremden. Auch F. Kahlo kam mir in den Sinn, aber sie sagt selbst, dass sie nicht surrealistisch malt und außerdem sind ihre Bilder für eine 3. Klasse zu tiefgründig..


    Ich weiß echt nicht mehr weiter!! Und meine Mentorin an der Schule ist gar keine Hilfe!! Die hat mehr Angst vor der Prüfung als ich!! Egal, was ich sie frage, sie antwortet nur noch mit "Weiß ich nicht", "Das kann ich dir leider auch nicht sagen"! Heute kam sie mir tatsächlich mit dem Vorschlag an, dass es besser ist, sie würde gar nix zu meiner Einheit sagen!! Meine Seminarleiterin ist super kompetent, aber sie darf auch nicht mehr sagen, da sie mich je benoten wird..


    Lange Rede, kurzer Sinn: HABT IHR IDEEN, was ich machen kann oder wie ich meine Ideen optimieren kann??? ;(

  • Was passiert denn, wenn du die Bilder für die Warhol-Idee der Kinder mit möglichst viel Kontrast einstellst erstmal? Statt "nur" direkt gleich auf Schwarz-Weiss bzw Graustufen umzuwandeln?


    Und mal gefragt: welches Programm nutzt du, um die Schwarz-Weiss-Bilder zu erstellen und wie erstellst du diese?


    Hab es grade auf Corel Draw versucht, Bitmap>Mode>1-Bit, und dann als Line Art und mit dem Threshold (dem Slider) rumspielen bis es passt, das geht ganz gut. Bei einem Bild hatte ich Probleme, aber da hab ich dann vorher den Kontrast rausgezogen damit nicht zu viel Schwarz wird.

  • Vielleicht kennst du das ja schon, aber das wäre ein Beispiel von meiner Lieblings-Schulkunst-Seite wie das mit der Collage nach Picasso aussehen könnte:
    Pablo Picasso im Kunstunterricht - 136s Webseite!


    Meine erste Überlegung war auch, dass die Kinder dafür auf jeden Fall Fotos aus verschiedenen Perspektiven brauchen. Und wenn du kein geeignetes Selbstprotrait findest, könntest du doch vielleicht auch das ganze umdrehen: dann wird es halt kein Selbstprortrait, sondern ein Portrait eines Freundes oder (wie im Beispiel) der Lehrer...
    Auf jeden Fall (wie immer bei Kunst): vorher unbedingt einmal selbst ausprobieren!


    Weitere (ungeordnete) Gedanken:


    Das Beispiel mit Warhol finde ich durchaus geeignet (das mit der fehlenden Gesichtshälfte ist doch auch spannend: man sieht die Hälfte des Gesichts nicht, trotzdem erkennt man die Person...). Da bietet es sich natürlich an, das mit der Reihung auszunutzen. Da ist dann der Schwerpunkt die Farbgebung und diese immer wieder zu variieren und dabei verschiedene Wirkungen zu erzielen. Die Kinder würden mehrere Bilder herstellen und müssten danch auch noch ausprobieren, wie sie sie am besten ordnen.
    Da passt auch besser zu dem Begriff der "Verfremdung". Ich finde nicht das Picasso sein Portriat verfremdet hat, er hat es einfach von vorneherein anders angelegt (die Kinder würden ihr Portrait aber verfremden: sie nehmen etwas vorhandenes und verändern es so, dass es fremd wird).
    Bei dem Problem mit der Bearbeitung am Computer, würde ich mich der "kleinen Ameise" anschließen: den Kontrast nur soweit erhöhen, dass es noch erkennbar bleibt (wobei das ja auch der Fall sein kann, wenn man nur noch eine Gesichtshälfte sieht, du könntets da den Kindern auch eine Reihe von Bildern mit ansteigendem Kontrast zeigen, und gucken, wie viel wirklich noch sichtbar bleiben muss, um erkennbar zu bleiben.)


    Zuletzt noch: ein Zufallsverfahren ist das defintiv nicht (wieso sollte es das sein?)

  • So ich habe das jetzt auch nochmal mit GIMP ausprobiert und auch da ging es extrem simpel: erst entsättigen (dann ist es schonmal schwarz weiß) und dann einfach mittels "Helligkeit/Kontrast" weiter bearbeiten. (GIMP ist übrigends kostenlos...)

  • Ich sehe eigentlich kein Problem, zur Bildbetrachtung Warhols Selbstportrait und anschließend die Monroe zu zeigen. So habe ich es auch schon gemacht . ->

  • Ich danke euch für die schnellen Antworten! Ich war die letzten beiden Tage leider sehr eingebunden (Seminar, Hospitation usw..).


    Also ich habe über Picasa versucht, die Bilder zu verändern. GIMP habe ich zwar, aber irgendwie komme ich da nicht so klar damit..


    Die beiden Links, die ihr mir geschickt habt, kenne ich bereits.. ich glaube, mittlerweile kenne ich alle Kunstseiten, vor allem bezogen auf Warhol und Picasso :D Ich finde diese Ideen bzw. Stunden wirklich super! Nur habe ich Angst, dass es den Erwartungen meiner Seminarleiterin nicht entspricht... Auf meine Frage hin, ob ich sie richtig verstanden habe, dass der Künstler tatsächlich sein Selbstportrait verfremdet haben muss, hat sie nur geantwortet, dass ich das mit meiner Mentorin besprechen soll... die aber hat noch mehr Angst als ich..-.-'


    ja, mit dem Picasso-Bild bin ich seit einigen Tagen auch nicht mehr zufrieden, weil es eben keine wirkliche Verfremdung ist.. btw kennt ihr zufällig gute Literatur, wo der Begriff der Verfremdung definiert ist? Für die Sachanalyse bräuchte ich das.. Ich habe bestimmt 100 Kunst-Bücher zu Hause und auch ausgeliehen, aber ich finde rein gar nichts zu dem Thema! :(

  • GIMP habe ich zwar, aber irgendwie komme ich da nicht so klar damit..

    Würde dir das denn so reichen?

    Das war wirklich extrem simpel. Problematisch fände ich bei dem Beispiel jetzt nur, dass sich rechts der Gesichtsumriss nicht gut abhebt, aber das ließe sich ja umgehen, wenn du schon beim Fotografieren dafür sorgst, dass du einen dunkleren Hintergrund hast.


    Ansonsten dürfte das Wichtigste jetzt sein: keine Panik! Entscheide dich für eine Aufgabe (Picasso oder Warhol) und bleibe dann dabei (für mich klingt es bei dir jetzt ja mehr nach Warhol), sonst springst du gedanklich ständig hin und her und verfranzt dich.
    Wenn es bei Warhol bleibt, sehe ich es genauso wie pepe. Was spricht dagegen erst Warhols Selbstprortrait zu zeigen und ergänzend Monroe, wenn du daran bestimmte Merkmale besser zeigen kannst? Wenn du das gut begründest ist doch alles schön. Klar versucht man es den Prüfern recht zu machen, aber ab einem bestimmten Punkt sollte man sich darauf konzentrieren, was einem selbst sinnvoll erscheint. Denn nur das kannst du am Ende überzeugend rüberbringen und im Anschlussgespräch auch vertreten.

  • Mich hat meine Seminarleiterin total verunsichert.. wie gesagt, im normalen Alltag würde ich auch einfach nur Monroe zeigen und die Kinder anhand dessen ihre Portraits übermalen lassen.. Am liebsten würde ich ja auch Wachsmaler oder Öl-Pastellkreide benutzen, aber sie meinte, ich soll bei Wasserfarben bleiben, wenn der Künstler auch so gemalt hat... Wenn ich sie wortwörtlich nehmen würde, müsste ich Ölfarbe besorgen oder den Siebdruck einsetzen....


    Würde dir das denn so reichen?

    Ich dachte immer, dass bei Warhol gar keine Grautöne mehr vorhanden sein dürften?? Ansonsten würde es mir persönlich so ausreichen... DIe Fotos habe ich bereits vor einigen Wochen gemacht, aber auf die Lichtverhältnisse habe ich nicht besonders geachtet, da ich mich damit nicht auskenne..



    Ich finde nicht das Picasso sein Portriat verfremdet hat, er hat es einfach von vorneherein anders angelegt

    So, wie ich es jetzt einschätze, würde ich wohl tatsächlich Warhol nehmen, da es für die Kinder greifbarer ist und Picassos Bild nicht der typischen Verfremdung entspricht! Danke für die Anregung!


    Vielleicht findest du hier etwas passendes für deine Sachanalyse:

    Danke dafür! Die sehen wirklich vielversprechend aus :)




    Ich hab vor ein paar Wochen meine Prüfung hinter mich gebracht. Am Ende war alles echt nicht so wild und man bekommt zur Zeit eh mit jeder Note eine unbefristete Stelle. Viel Glück!

    Danke schön!! Um die Stelle mache ich mir gar keine Sorgen, da habe ich schon einige, die mir eine Zusage gemacht haben! Ich habe nur Angst durchzufallen... Meine beiden Seminarleiter sind sehr pingelig und gleichzeitig mega kompetent! Meine Mentorinnen hingegen beraten mich nicht den Ansprüchen der Seminarleiter entsprechend!



    Ein weiteres kleines Problem wäre dann aber, was mache ich
    in den nächsten drei Stunden, bevor die Prüfung ist? Die Einheit habe
    ich ja bereits begonnen.. vergangene Woche haben sie eine Stationsarbeit
    angefangen. Daran könnte ich sie noch eine Stunde weiterarbeiten
    lassen, aber dann habe ich immer noch 2 Stunden zur Einheit zu füllen..
    So planlos war ich noch nie bei einer Einheit!!

  • Hiii ich bin jetzt über ganz andere Bilder gestopert! Was haltet ihr davon (Bilder als Impuls sind im Anhang):
    1. Eine Gesichtshälfte mit Kohle übermalen und wie ein Tier aussehen lassen
    2. die Kubismus-Idee von Picasso, aber mit Severinis Bild: eigenes, farbiges Portrait in geometrische Formen schneiden und neu zusammenlegen.


    Wüsste aber nicht, welches ich für die Prüfung ehmen sollte..

  • Hey. Ein genereller Hinweis zu deiner Unterrichtsstunde: Achte unbedingt darauf, dass es nicht ein rein technisches "Irgendwie verändern" ist. Es soll zielgerichtet(!) und nicht banal sein. Ihr müsst euch unbedingt die Frage nach dem "WARUM wurde das Portrait auf DIESE ART verfremdet?" stellen.

  • Am liebsten würde ich ja auch Wachsmaler oder Öl-Pastellkreide benutzen, aber sie meinte, ich soll bei Wasserfarben bleiben, wenn der Künstler auch so gemalt hat...

    Warhol hat ja nun auch nicht mit Wasserfarben gemalt... merkwürdiger Einwand. Und wenn du die Collage aus den Gesichtsteilen macht ist es doch erst recht eine komplett andere Technik. Ich sehe nicht wo dabei das Problem ist. Du sollst die Kinder ja nicht zu Kunst-Fälschern ausbilden, die Bilder kopieren. Sie sollen bestimmte bildnerische Aspekt von Kunswerken erfassen udn diese als Anregung für die eigene künstlerische Praxis nutzen (da kommt dann der sehr berechtigte Einwand von stoppesocke ins Spiel: es geht gar nicht so sehr um die Technik, sondern um die Wirkung und die Intention dabei). Natürlich musst du überlegen, was für die Altersgruppe machbar ist. Wie gesagt: probier es vorher aus und guck was geht und was vom Ergebnis her am überzeugensten ist. Ich habe in meiner Ausbildung oft andere Techniken als der Künstler angewendet und das war nie ein Problem. Auch ob die zugrundeliegenden Portraits noch Graustufen aufweisen oder nicht halte ich persönlich für irrelevant. Klar sollte man die Kinder darauf hinweisen, dass der Künstler das anders gemacht hat, aber das sollte dann auch reichen.


    Zu deinen neuen Bildbeispielen: das "Tier-Portrait" fände ich für ältere Schüler spannend, für Drittklässler finde ich die Aufgabenstellung, so wie du sie gedacht hast noch ganz schön anspruchsvoll. Wenn, dann würde ich nicht eine Hälfte ergänzen lassen, sondern das Portrait durch überzeichnen komplett in ein Tier verwandeln (auch hier wäre das Bild nur ein erster Impuls...) . Da kommt dann der Aspekt mit rein, welches Tier das Kind gerne sein würde und warum (welche Eigenschaften hat es, was hat das mit dem eigenen Charakter und der Persönlichkeit zu tun... da könnte man sie auch nochmal kurz zu schreiben lassen... ) . Könnte ich mir gut vorstellen, da dabei sehr schön deutlich wird, dass es bei einem Selbstportrait nicht unbedingt um Ähnlichkeit gehen muss, sondern darum etwas über sich selbst zum Ausdruck zu bringen.
    Wenn du bei der Collage-Idee bleibst finde ich das Severini-Bild in der Tat besser geeignet als den Picasso. Man erkennt doch deutlich besser, die "zersplitterten" Gesichtsteile. Ist auf jeden Fall zugänglicher.

  • Hallo,
    leider kann ich euch nichts von meiner Prüfung erzählen, da es nicht mehr dazu kam.. Nach meiner ersten Stunde wurde die Prüfung abgebrochen, weil sie mir eine 6 gegeben haben. Die Schüler hatten sich komischerweise gestern plötzlich alle gegen mich verschworen, haben sich vor den Prüfern ständig über meine Vorbereitungen lustig gemacht, sich über die vergangenen Stunden beschwert, haben angeblich nichts verstanden und waren schlichtweg respektlos. Komischerweise haben sie kurz vor meiner Prüfung mit meiner "tollen" Deutschmentorin die Hausaufgaben kontrolliert, wobei dafür eine Woche Zeit war. Als ich rein kam, sagte sie nur zu mir: "Die verstehen das ja gar nicht, nä?!" Meinen Entwurf hätte man höchstens mit einer 5 bewerten können..?! Im Endeffekt tut es mir leid, dass ich hier eure Zeit in Anspruch genommen habe, der ganze Stress war umsonst, die 1,5 Jahre waren umsonst...

  • Mein Tipp:
    1. Dampf ablassen / jammern / schreien / schimpfen.
    2. Akzeptieren, was passiert ist. Du kannst es eh nicht ändern.
    3. Antworten finden, was genau schief gelaufen ist.
    4. Kopf hoch.
    5. Nächster Versuch!

  • Danke für den Tipp, aber das war bereits mein 2. Versuch.. deshab suche ich nach Wegen um dagegen angehen zu können.. DIE Tipps nehme ich viel lieber an..

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