Cisco Fortbildungen - Handhabungen in anderen Schulen?

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    • Cisco Fortbildungen - Handhabungen in anderen Schulen?

      Hallo zusammen,
      mich interessiert, wie bei euch Fortbildungen behandelt werden.
      Aktuell bin ich in einer Fortbildung, die mir auf der einen Seite Spaß macht, auf der anderen Seite auch extrem viel "Freizeit" kostet.

      Es geht um eine Cisco Instruktor Zertifizierung (CCNA), die extrem umfangreich ist. Die Fortbildung sieht so aus, dass der angehende Instruktor sich selbst online die Kenntnisse aus einem Onlinekurs (ca. 1300Seiten) aneignet. Anschließend gibt es eine 4 tägige praktische Laborübungsphase vor Ort (100km entfernte Hochschule) mit einer abschließenden Prüfung. Die Prüfung ist relativ anspruchsvoll und erfordert sehr detaillierte Kenntnisse aus den 1300 Seiten.

      Ich habe mich von meinen Fachkollegen im November freiwillig überreden lassen, an dem Kurs teilzunehmen und habe die Menge gewaltig unterschätzt. Seit Dezember verwende ich praktisch jede freie Minute zur Erarbeitung der Themen und das parallel zu meiner normalen Vollzeitstelle (in den Weihnachtsferien habe ich nichts anderes). Die Schulleitung weiß von nichts und der Arbeitsaufwand betrug bisher locker 120 Stunden (6 Wochen Arbeit).
      Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht in den Kurs eingestiegen und hätte dankend abgelehnt. Letztendlich könnte ich auch locker rangehen und nur die Übungen an der Hochschule ohne Prüfung mitnehmen, da bei mir nichts vom Bestehen der Prüfung abgehängt. Aber mein persönlicher Ehrgeiz lässt das nicht zu. Trotz der riesigen Vorbereitung ist ein Bestehen nicht sicher, da 80% verlangt werden.

      Wenn jemand den Kurs bestanden hat, darf dieser Inhalt mit den Cisco Kursunterlagen unterrichtet werden, was sich in der Außendarstellung der Schule sehr gut macht. Ich halte allerdings von der Didaktik der Cisco Kurse überhaupt nichts.

      Vor 15 Jahren haben die Kollegen den Kurs über die Dauer von einem Jahr mit einem Präsenztag pro Woche gemacht, so dass der Arbeitsaufwand pro Woche überschaubar war.

      Hat schon mal jemand von euch so eine "Fortbildung" gemacht und wie wurde das an eurer Schule gehandhabt? Gab es Ermäßigungsstunden dafür? Wie sah die Vorbereitung aus?
    • Also fassen wir einmal zusammen:

      Deine Kollegen habe dich zu einer Fortbildung überredet, die dir nichts einbringt außer einem Haufen zusätzliche Arbeit in deiner Freizeit. Ach ja, gut für die Außendarstellung der Schule ist sie, aber der SL weiß nichts davon? Und das didaktische Konzept der Kurse hälst du für fragwürdig, d.h. falls du das im Unterricht einsetzen wolltest, müsstest du das Ganze noch einmal überarbeiten...

      In der harten, "freien" Wirtschaft macht man solche Fortbildungen, die nicht Teil der regulären Arbeitszeit sind, aus drei Gründen
      - man bekommt anschließend mehr Gehalt
      - man wird anschließend befördert
      - man bereitet einen Wechsel auf eine Stelle bei einem anderen Arbeitgeber vor, bei dem es mehr Geld oder eine Beförderung gibt

      Welcher der Gründe trifft noch einmal auf dich zu?

      Oder haben dich deine Kollegen "überredet", weil sie selber keine Lust mehr auf das Zeug haben und einen (naiven) "Nachfolger" suchen?

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • lehrer70 schrieb:

      Hat schon mal jemand von euch so eine "Fortbildung" gemacht und wie wurde das an eurer Schule gehandhabt?
      Ja,
      ich habe den Kram gemacht, weil auch ich zuerst den Aufwand drastisch unterschätzt hatte. Die Fortbildung wird ja auch mit einer Abschlußprüfung garniert. Außerdem darf man die Fortbildung im Jahres- (oder 2-Jahres-) Rythmus wiederholen, weil sonst die Zertifizierung erlischt.

      Ergebnis: So schön die Inhalte auch sind, für den Schulbetrieb ist das nichts. Ich habe das entsprechend auch im Sande verlaufen lassen, als es um die Rezertifizierung ging.
    • Der Grund ist, dass der bisherige Amtsinhaber in Pension gegangen ist und ich als Nachfolger auserkoren würde. Allerdings innerhalb des Bigas. Wie gesagt, neben Abiprüfungserstellung, normalem Unterricht, Bigaarbeit kommt dies oben drauf bei einem Zeitfenster von 6 Wochen für den gesamten Kurs ohne große Vorkenntnisse.

      Daher die Frage, wie es bei euch gehandhabt wird.
      Wäre einfacher, erst den Kurs ein Jahr lang zu unterrichten und zusammen mit den Schülern fit zu werden, allerdings halte ich das Konzept zu schlecht für unsere Schüler.
      Die wollen mehr praktische Dinge, die aber z.T. auch im Kurs behandelt werden.
    • plattyplus schrieb:

      lehrer70 schrieb:

      Hat schon mal jemand von euch so eine "Fortbildung" gemacht und wie wurde das an eurer Schule gehandhabt?
      Ja,ich habe den Kram gemacht, weil auch ich zuerst den Aufwand drastisch unterschätzt hatte. Die Fortbildung wird ja auch mit einer Abschlußprüfung garniert. Außerdem darf man die Fortbildung im Jahres- (oder 2-Jahres-) Rythmus wiederholen, weil sonst die Zertifizierung erlischt.

      Ergebnis: So schön die Inhalte auch sind, für den Schulbetrieb ist das nichts. Ich habe das entsprechend auch im Sande verlaufen lassen, als es um die Rezertifizierung ging.
      Also die Erneuerung ist so nicht korrekt. Wenn du zusätzlich die Industriezertifizierung machst (extra Aufwand, extra Kosten, unnötig für die Schule), dann musst du diese alle zwei Jahre erneuern.
      In meinen IT-Klassen (FiSi, Fi-AE, IT-Kaufleute) werden die Inhalte sehr gut angenommen; in den praktischen Einheiten sind die Lernenden top motiviert.

      Der Lernaufwand ist relativ hoch, hält sich jedoch in Grenzen wenn man eine gewisses Vorwissen mitbringt. CCNA1 - 3 waren bis jetzt jedes Mal ca. 40h Onlinevorbereitung + die Präsenzveranstaltung. Die Hälfte der Zeit habe ich jedes Mal versucht mir in der Schule freizuschaufeln. Die andere Hälfte habe ich bereitwillig aus eigenem Interesse investiert.
    • kaQn4p schrieb:

      Der Lernaufwand ist relativ hoch, hält sich jedoch in Grenzen wenn man eine gewisses Vorwissen mitbringt.
      Der Lernaufwand ist nicht das Problem. Das ganze Theater drumherum (Hotel usw.) macht das so aufwendig.
      Es wohnen halt nicht alle Pauker in NRW im Rhein-Ruhr-Gebiet.

      Und ja, klar kann man das auch ohne Rezertifizierung machen. Aber wenn man den Schülern anschließend Urkunden in die Hand drücken will, dann mußt dich rezertifizieren lassen.
    • plattyplus schrieb:

      kaQn4p schrieb:

      Der Lernaufwand ist relativ hoch, hält sich jedoch in Grenzen wenn man eine gewisses Vorwissen mitbringt.
      Der Lernaufwand ist nicht das Problem. Das ganze Theater drumherum (Hotel usw.) macht das so aufwendig.Es wohnen halt nicht alle Pauker in NRW im Rhein-Ruhr-Gebiet.

      Und ja, klar kann man das auch ohne Rezertifizierung machen. Aber wenn man den Schülern anschließend Urkunden in die Hand drücken will, dann mußt dich rezertifizieren lassen.
      Da ich 85km Anfahrtsweg zu jedem CCNA habe, muss ich auch dort vor Ort übernachten.

      Habe heute mal in der Schule nachgefragt: Alle Instruktoren (CCNA1-4) waren sich einig, dass die Rezertifizierung nur beim CCENT relevant ist (Industriezertifikat). Die Instruktorenqualifizierung läuft wohl nicht und du verlierst auch nicht die Erlaubnis, den Lernenden Urkunden in die Hand zu drücken.
    • Hattet ihr eigentlich Ermäßigungsstunden für die Vorbereitung des Kurses?

      Ich finde die Lernmenge für einen Zeitraum von 6 Wochen gigantisch und das parallel zum normalen Unterricht. Unter einer Fortbildung verstehe ich eigentlich, dass man zum Lehrgang fährt, unterrichtet wird und Übungen macht, etwas zu Hause nachlernt und dann mit einem Zertifikat nach Hause geht.

      Hier heißt es: Bereite dich von 0 auf 100 zu Hause komplett alleine vor, sowohl in Theorie und Praxis, komme zu einer kurzen Präsenzphase die inkl. Hin- und Rückfahrt (100km einfache Strecke) pro Präsenztag 12 Stunden und mehr dauert und mache anschließend eine Prüfung, die sehr ins Detail geht. Wenn du dabei weniger als 80% erreichst, fährst du ohne Schein nach Hause.
      Irgendwie kommt mir das komisch vor. Bereue zumindest heftig, da zugesagt zu haben, ziehe das aber durch.
    • Ist schon komisch, aber vielleicht Ehrgeiz, nicht als Feigling dazustehen oder einfach, weil schon so viele Stunden investiert sind. Weiß es selber nicht.
      Mich interessiert ja auch, wie es den anderen dabei ergangen ist und warum sich jemand so etwas freiwillig antut, ohne nur eine Stunde gutgeschrieben zu bekommen.
    • lehrer70 schrieb:

      Ist schon komisch, aber vielleicht Ehrgeiz, nicht als Feigling dazustehen oder einfach, weil schon so viele Stunden investiert sind. Weiß es selber nicht.
      Der klassische Fall: du weißt nicht warum, kannst nichts klar entscheiden...daher wirst du entschieden!

      Erwachsene sollte es null Komma gar nicht interessieren, wie sie bei anderen dastehen.

      Menschen, die selbstbestimmt ihr Leben gestalten, können jede Sache zu jedem Zeitpunkt abbrechen. Wenn sie früh merken, dass es nichts ist, dann früh. Wenn sie es spät merken, dann eben spät.

      Aber etwas durchzuziehen, nur weil man es angefangen hat, ist völlig absurd.



      Dann dürfte es keine Ehescheidungen geben.
    • lehrer70 schrieb:

      Mich interessiert ja auch, wie es den anderen dabei ergangen ist und warum sich jemand so etwas freiwillig antut, ohne nur eine Stunde gutgeschrieben zu bekommen.
      Was nützt es dir in der derzeitigen Situation, wenn du weißt wie es anderen geht? Wenn es jetzt darum ginge, z.B. mit der Schulleitung zu verhandeln, unter welchen Bedingungen man an der Fortbildung teilnimmt, könnte ein paar Erfahrungswerte hilfreich sein. Aber den Punkt hast du ja übersprungen. Und auch weiterhin beziehst du deine Schule nicht ein. Obwohl du deinen Beschluss bereust und ziemlich offensichtlich merkst, dass du dich verhoben hast und dir eigentlich jemand den Rücken frei halten müsste, weißt du schon, ohne nachzufragen, was es dafür gibt, dass du weiter machst.

      Wozu brauchst du dann Erfahrungswerte von anderen?
    • Ich finde den Aufwand auch recht hoch, profitiere aber idR sehr von den praktischen Einheiten vor Ort. Hier findet bei mir immer ein sehr detaillierter Austausch mit den anderen KursteilnehmerInnen statt.
      Jedoch muss ich dazu sagen, dass ich vom Fach bin und viele Dinge schon gehört habe und mir somit ableiten kann.
      Neu ist hierbei dann nur der CISCO eigene Kram.
      Zumindest erleichtert ein Hotel vor Ort den Stress während des Lehrgangs mMn.

      Entlastung kriege ich für die FoBi keine. Die Entlastung habe ich später im Unterricht durch die praktische Arbeit mit den Geräten.
    • Unser Dozent schaltet die Unterlagen auf Nachfrage direkt nach dem nächsten Kurs frei. Dadurch hatten wir jetzt z.B. einen Zeitraum von ca. 5 Monaten zum lernen.
      Falls du weitermachen willst: einfach mal drauf ansprechen.
    • lehrer70 schrieb:

      Hier heißt es: Bereite dich von 0 auf 100 zu Hause komplett alleine vor, sowohl in Theorie und Praxis, komme zu einer kurzen Präsenzphase die inkl. Hin- und Rückfahrt (100km einfache Strecke) pro Präsenztag 12 Stunden und mehr dauert und mache anschließend eine Prüfung, die sehr ins Detail geht. Wenn du dabei weniger als 80% erreichst, fährst du ohne Schein nach Hause.
      Irgendwie kommt mir das komisch vor. Bereue zumindest heftig, da zugesagt zu haben, ziehe das aber durch.
      Ich habe den Mist auch mitgemacht, weil mir erst im Verlauf dieser Fortbildung klar wurde, wie es da so läuft. Meine Anmelduing erfolgte erst 2 Wochen vor Beginn der Präsenzphase. Entsprechend habe ich mir dann den ganzen Kram in der Präsenzphase reingekloppt. Aber auf Bulimie-Lernen (sich kurzfristig alles reinkloppen, in der Klausur alles auskotzen und danach nichts mehr können) wurde ich ja in der Uni schon vorbereitet. ;)
      Allerdings habe ich gleich am 2. Tag der Präsenzphase ein Hotelzimmer vor Ort genommen, hatte aber auch ca. 250km Anfahrt (einfache Strecke).
    • Danke für die Info. Hast du den Kurs auch freiwillig ohne Ermäßigung oder ähnliches mitgemacht?
      Die Unterlagen und Übungen sind meiner Meinung für Schüler zu detailliert und langweilig, aber der Packet Tracer ist ein fantastisches Programm für das Fach.