Feedback/Erfahrungen: parallel zu Bewerbung Seiteneinstieg, Lehramtstudium beginnen

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    • Feedback/Erfahrungen: parallel zu Bewerbung Seiteneinstieg, Lehramtstudium beginnen

      Hallo Zusammen, ich bitte hier um ehrliches Feedback, da ich mich nicht in eine fixe Idee verrennen will.
      Ich habe mich als Seiteneinsteigerin in Leipzig beworben, habe jedoch noch keine Rückmeldung. Seit geraumer Zeit überlege ich Lehramt grundständig zu studieren und darauf hätte ich auch richtig Lust.
      Allerdings habe ich schon mal 9 Semester inkl. Magisterabschluss hinter mir.

      Die Rahmenbedingungen sind nicht gerade optimal: 37, noch in Elternzeit bis Oktober ( Rückkehr in alten job möglich), frisch alleinerziehend mit 20 Monate alter Tochter.

      Gibt es jemanden der Ähnliches erfolgreich geschafft hat?
      Lässt sich Lehramtsstudium mit Job kombinieren? Ich müsste Mind. 25 std. Arbeiten um die Fixkosten für uns 2 abzudecken.

      Danke schon mal für euer Feedback :rose:
    • Ich habe in meinem ersten Semester nebenbei noch 20 Stunden pro Woche gearbeitet und die vorgesehene Anzahl an Uni-Veranstaltungen gemacht. Das war noch zu der Zeit, als man noch mehr Wahlmöglichkeiten in Bezug auf VL und Seminare hatte. Insofern ging es organisatorisch. Heute ist das noch etwas schwieriger geworden.
      Im Laufe des Semesters habe ich aber gemerkt, dass ich das nicht das ganze Studium machen kann. Das Studium hätte auf jeden Fall drunter gelitten und ich selber war einfach dauermüde, und das ohne Kind. Zudem fehlte mir die Zeit, Inhalte wirklich zu vertiefen. Ich bin von der Uni zur Arbeit bzw. vice versa gefahren und auf dem Weg jeweils habe ich Fachliteratur gelesen, gelernt etc. Aber ich hatte keine Zeit für Arbeitsgruppen mit anderen Studenten, mich in Ruhe in die Bibliothek zu setzen usw. Ich wollte allerdings definitiv in der Regelstudienzeit fertig werden. Wenn man da Abstriche macht und davon ausgeht, dass das Studium entsprechend länger dauert, mag es gehen.
    • Was hast du denn als erstes studiert? Kannst du darauf ein Lehramtsstudium aufbauen? Also einiges anrechnen lassen? Das würde die Dauer ja auch verkürzen.

      Ich habe auch viel nebenher gearbeitet, habe aber viele Vorlesungen auch nicht besucht, weil ich alleine besser lernen konnte und Noten waren mir nicht wichtig.
    • Hallo Kiggie,
      ich habe Musikwissenschaft im HF mit Kunstgeschichte und Romanistik als NF studiert. Allerdings würde ich gerne Englisch mit Gemeinschaftskunde studieren.
      Da fällt Anrechnung weg.

      Hat man denn mit angefangenen Studium für Lehramt auch bessere Chancen als Seiteneinsteiger oder sollte ich dann eher nur entweder/oder machen?
    • Hi Glory,

      das Lehramtsstudium in Leipzig ist relativ straff durchgetaktet, da gibt es nicht so wahnsinnig viel Auswahl, was die Seminarzeiten angeht. Und dann gibt es noch diverse Praktika, wie ja schon geschrieben wurde, da ist man dann auch null flexibel. Wenn du dann noch nebenher 25 Stunden arbeiten willst und dazu noch an die Betreuungszeiten für dein Kind gebunden bist, sehe ich schwarz.

      Du hast doch Musikwissenschaft als Hauptfach, wird das nicht angerechnet als Musik? Da könntest du doch zumindest in der Oberschule Chancen als Seiteneinsteigerin haben. Wenn es unbedingt Grundschule sein soll, würde ich mir im Moment keine Hoffnungen machen, aber das kann ja in der nächsten Bewerbungsrunde schon wieder ganz anders aussehen... Mir wurde Musikwissenschaft als Nebenfach für die Grundschule jedenfalls angerechnet.

      Ich würde an deiner Stelle mal im Lasub anfragen, wie es für Musik aussieht. Dann weißt du mehr und kannst danach weiterüberlegen...
    • Danke Remaja,
      ich dachte auch, dass mit Musik doch eigentlich auch was gehen müsste. Zumindest ist mir das von allen Seiten vermittelt worden.
      Ich wollte auch gern überbrückend ab August als Vertretung arbeiten, aber dazu benötige ich eben aufgrund der neuen Situation schon eine Zusage, sonst kann ich meinen alten Job nicht absagen. Da ist mir das Risiko als alleinerziehende zu hoch. :(
    • Hallo Glory,

      ich kann Remaja nur zustimmen. Versuch' es mal an der Oberschule. Seitensteiger im Bereich Musik werden dringend gebraucht. Und man hat auch an der Oberschule in der Regel um 12:40 Uhr frei - auf jeden Fall in der Schule an der ich unterrichte. In Chemnitz werden drei Oberschule gebaut momentan. Und viele Kollegien sind stark überaltert.

      Was Gemeinschaftskunde betrifft, so wird es schwer werden: Das Studium hat einen hohen NC und Zweitstudierenden stehen eh nur 2% aller Studienplätze zu ... .

      Warte auch erst einmal ab, was sich in dieser Bewerberrunde ergibt. Ich habe zum Beispiel erst Anfang April meinen endgültigen Bescheid bekommen... . Da kann noch viel passieren. Es ist erst Mitte Juni.
    • Glory schrieb:

      ...
      Ich wollte auch gern überbrückend ab August als Vertretung arbeiten, ...
      ehrliche Meinung: alleinerziehend mit Kleinkind Vertretung und studieren ist für einen durchschnittlich Belastbaren ambitioniert bis extrem.

      Quereinstieg und nebenher studieren mit Kleinkind alleinerziehend halte ich für ausgeschlossen. Dann eher im alten Job weiterarbeiten, wenn der unkompliziert ist.

      Wieso willst du eigentlich 2 völlig andere Fächer auf Lehramt machen? Wenn der Quereinstieg mit Musik gelänge, müsstest du das auch perspektivisch unterrichten.

      Musik ist übrigens ein sehr undankbares Fach, vor allem an der Oberschule. Du hättest Einzelstunden, meist Randstunden und das in allen Klassen. Pubertierende Rotzlöffel sind nicht scharf auf Singen und Tanzen, die Noten kaum versetzungsrelevant. Stell dir das nicht zu erholsam vor, du wirst die ersten Monate völlig ausgelaugt sein.

      Schläft dein Kind gut? Schlaf ist lebenswichtig, vor allem, wenn man keine 20 mehr ist. Ist es schon in einer Kita? Wenn nicht, wird es erstmal laufend krank werden. Hast du Omas/Opas, die einspringen können? Wenn nicht, pass auf dich auf, überlaste dich nicht.
    • @ Krabappel,

      danke für deinen Input.
      Natürlich hätte für mich der Seiteneinstieg Vorrang. Aber ich weiß auch um den schlechten Ruf der Seiteneinsteiger und der Schwierigkeiten beim Einstieg ins Kollegium.

      2 andere Fächer als Studium hatte ich mir ausgesucht, da:
      1. ich die komplette Aufnahmeprüfung für Ersties an der HMT machen müsste und diese erst nächstes Jahr wieder zum Wintersemester geht ( Verlust ganzes Studienjahr)
      2. weil mich genau diese Fächer selbst stark interessieren und bzgl. Englisch Vorkenntnisse durch längere Auslandsaufenthalte vorliegen.

      Was den Unterricht an der Oberschule angeht, ich stelle mir das nicht erholsam vor. Ich weiss auch, dass ich all meine Erfahrungen mit Krisen, Konflikten und deren Management benötigen werde 8)

      Ich sag nur Opernsänger will während Akt und kurz vor seinem nächsten Einsatz nicht mehr auftreten, weil ihm ein Chormitglied vorher im Weg stand. :autsch:

      Bezüglich meiner Tochter, sie schläft von 18/19 Uhr bis 5/6 morgens. Geht aktuell zur Tagesmutter und ab Dez. In die kita. Der papa lebt in Leipzig und wird sich auch weiterhin mit kümmern. Großeltern sind zwar weiter weg, aber können notfalls ein springen, da selbstständig oder berentet.

      Ist es nicht die Aufgabe von Dozenten/Lehrern den Schülern das Wissen möglichst sO mitzugeben, dass sie es auch behalten? Dann gehört natürlich auch dazu sie zu erreichen.

      PS: Alter Job ist plan C, da Leitungsfunktion mit viel Außendienst und WE Arbeit.
    • Das was du über die Seiteneinsteiger sagst, kann ich so nicht bestätigen. Ich habe durchweg gute Erfahrungen gemacht (außer hier im Forum, wo hin und wieder von immer wieder den selben Personen gegen die Seiteneinsteiger geschossen wird). Im Lehrerzimmer allerdings noch nie.
    • Glory schrieb:



      Ich sag nur Opernsänger will während Akt und kurz vor seinem nächsten Einsatz nicht mehr auftreten, weil ihm ein Chormitglied vorher im Weg stand.
      :rotfl: das ist ja mal geil und was macht man dann? Ich sehe, du bist mit allen Wassern bzw. Verhaltensauffälligkeiten gewaschen...


      Glory schrieb:

      ... Aber ich weiß auch um den schlechten Ruf der Seiteneinsteiger und der Schwierigkeiten beim Einstieg ins Kollegium...
      Es kommt immer darauf an, wie man in den Wald reinruft, Seiteneinsteiger haben nicht per se einen schlechten Ruf. Es gibt halt drei wesentliche Probleme: 1. dass die Kollegen viel Zusatzarbeit bekommen durch das Einarbeiten der Quereinsteiger, was für viele Kollegien eine echte Zerreißprobe bedeutet v.a. wenn die Klassen am Rad drehen und/oder die Leute wieder abbrechen 2. dass, z.B. hier im Forum, das Konzept des Lückenstopfens generell angezweifelt wird und die Frage brennend ist, warum es die Länder nicht gebacken bekommen, für genug Nachwuchs und attraktive Jobs zu sorgen und 3. haben eben einige die persönliche Erfahrung gemacht, dass Quereinsteiger mit der Haltung am Arbeitsplatz Schule erscheinen "ihr habt nur auf mich gewartet und ich zeig euch gleich noch, wie es richtig geht". Da bekommen einige sicher erst mal die kalte Schulter gezeigt. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Quereinstieg kollegial gesehen automatisch und immer ein Desaster wird.

      Aber was ich eigentlich sagen wollte: deine spezielle Situation ist wirklich sehr belastend, unterschätze das nicht. Und schaffe dir unbedingt Netzwerke. Was z.B. "ohne Großeltern durchs Referendariat" oder "Kind kotzt die halbe Nacht durch und die Masterarbeit muss morgen fertig sein aber der Computer ist abgestürzt" bedeutet, weiß man erst, wenn's soweit ist... Viel Erfolg, meld dich mal, wenn du mehr weißt :wink2:
    • 4. Seiteneinsteiger machen nur 10% mehr als die Referendare, bekommen aber die dreifache Kohle. Und sie haben schon ihre Stelle sicher, auch wenn sie durchfallen. Und sie sind in der freien Wirtschaft gescheitert!!eins!elf

      PS: Der obige Beitrag enthält Überhöhungen.
    • In meinem ET-Seminar sind wir super mit den OBAS (Seiteneinsteigern) zurecht gekommen. Aber es gab andere Fachseminare, wo die sehr überheblich waren. Wer an die Uni zurück denkt, darf überlegen, welches dazu gehören könnte. Die haben raushängen lassen, dass sie ja so viel mehr Erfahrung haben etc.
      Aber das betraf wirklich nur wenige.

      Bei uns im Kollegium komme ich super mit denen klar und man ist einfach dankbar, dass sie da sind. Viele machen es auch im ET Bereich, weil sie Bock auf Familie haben und sonst im Außendienst unterwegs waren. Familie ist mehr wert als jegliches Geld.

      Also man kann nicht alle über einen Kamm scheren, aber es ist wie so häufig, der eine Negative bleibt mehr im Gedächtnis, als die restlichen neun Positive.
    • Hallo Zusammen, danke nochmal für euer Feedback.

      @Krabappel: Man entschuldigt sich höflich und beschwört, dass so eine Unverschämtheit natürlich nie wieder vorkommt und dass es ohne ihn natürlich nicht geht und er sowieso der Beste ist! :victory: ( kommt vielleicht zwecks Elternsprechtag bekannt vor ?!)

      Zum anderen "Kind kotz" hatte ich die letzte Woche! :uebel:
      Und tatsächlich ist mir die komplette Einleitung meiner Magisterarbeit, auf die ich so stolz war, wegen meiner damaligen Katze ( tanzen auf der Tastatur) :autsch: Flöten gegangen.

      Krisen getestet bin ich.

      Was deinen Punkt 3 angeht, so habe ich diese Erfahrung nur mit Wissenschaftlern gemacht, die sehr erfolgreich in ihrem Labor-elfenbeinturm saßen und dann plötzlich mit Pädagogik und sozialer Kompetenz glänzen sollten. 8)
    • SwinginPhone schrieb:

      4. Seiteneinsteiger machen nur 10% mehr als die Referendare, bekommen aber die dreifache Kohle. Und sie haben schon ihre Stelle sicher, auch wenn sie durchfallen. Und sie sind in der freien Wirtschaft gescheitert!!eins!elf

      PS: Der obige Beitrag enthält Überhöhungen.
      Das mit der Stelle sicher stimmt so nicht. Ich bekomme an der Schule (staatlich anerkannte Ersatzschule) nun einen Vertrag für die Laufzeit des OBAS, die Schule möchte mich danach zwar gerne behalten (sonst lohnt sich für die ja der ganze Aufriss auch nicht), aber sicher habe ich da erstmal noch gar nichts.

      Nur 10% mehr? Volle OBAS Stelle bedeutet 18 Stunden Bedarfsdeckenden Unterricht.

      Mag auch sein, dass manche in der freien Wirtschaft gescheitert sind. Es gibt aber auch Menschen, die durch persönliche Entwicklung erst später zu dem Entschluss gekommen sind Lehrer werden zu wollen und sich damit durchaus stark beschäftigt haben und das für und wieder mehr als einmal durchdacht haben.

      P.S.: Für die manchmal verpeilten Leser, wie mich ;)

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