Online-Umfrage zu Vornamen/Phantasienamen, sozialer Herkunft und den Bildungserfolg von Schülern/Schülerinnen

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  • Online-Umfrage zu Vornamen/Phantasienamen, sozialer Herkunft und den Bildungserfolg von Schülern/Schülerinnen

    Hallo liebe Lehrkräfte aus ganz Deutschland!

    Ich möchte euch gern für meine Studie gewinnen und würde mich freuen, wenn ihr an der Online-Umfrage teilnehmt.
    Bei dieser geht es um den Zusammenhang zwischen verschiedenen Vornamen (u.a. auch neueste Phantasienamen) und der sozialen Herkunft von Schülerinnen und Schülern in Bezug auf den Bildungserfolg.

    Es spielt keine Rolle, welcher Schulform Sie angehören, denn hier sind alle Lehrkräfte nach ihren Erfahrungen gefragt!

    Es dauert höchstens 10min. und bleibt selbstverständlich alles anonym.

    Hier der Link:

    soscisurvey.de/vornamensstudie2019/

    Vielen lieben Dank! :aufgepasst:
  • Cheyenne-Chantal und Kevin-Jayden sind genauso schlau wie Nofretete und Alexander, trotzdem werden sie von allen Lehrer*innen benachteiligt, die sich ihrer Vorurteile nicht bewusst sind. Sorry, dass ich das Studienergebnis vorwegnehme, du bist nicht die erste mit dieser Idee ;)
  • Ich glaube nicht, daß das mit Vorurteilen zu tun hat - ich denke eher, es hat damit zu tun, daß diese "kreativen" Namen primär von bildungsfernen Eltern vergeben werden. Wenn das Kind dann auch nicht bildungsaffin ist (woher denn auch, wenn die Eltern dem Kind nicht vorleben, daß Lesen, Interaktion mit der Umwelt von klein auf, Interesse an der Umwelt, kurz: Bildung im weiteren Sinne wichtig sind), dann wird sich dies wohl auch in den Noten niederschlagen.... Dazu braucht es dann keinerlei Vorurteile, die wir Lehrer angeblich allesamt haben...
  • "Wie hoch bemessen Sie die Anstrengungsbereitschaft/Gewissenhaftigkeit eines Schüler aus einem bildungsnahen/bildungsfernen Elternhaus" --> kein Fallbeispiel vorneweg, noch nicht einmal der Hinweis an einen bestimmten Schüler zu denken, faktisch geht es einfach pauschal um alle Schüler aus bildungsnahen oder bildungsfernen Elternhäusern. Bislang mein "Highlight" bei den Fragen. Werde den Fragebogen nicht abschließen, weil das derart oberflächlich konzipiert ist und so offensichtlich darauf abzielt möglichst viele "Lehrer-Stereotype" "feststellen" zu wollen, dass ich die Umfrage nicht für unterstützenswert halte. Tut mir leid liebe_r TE.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CDL () aus folgendem Grund: +h

  • +1
    Wie zur Hölle soll ich wissen, welcher Name die schlechtesten Bildungsaussichten hat? Ich kenn doch die Jungs/Mädels nicht.
    I can't help about the shape I'm in
    I can't sing, I ain't pretty and my legs are thin.
    Don't ask me what I think of you,
    I might not give the answer that you want me to.
  • DePaelzerBu schrieb:

    +1
    Wie zur Hölle soll ich wissen, welcher Name die schlechtesten Bildungsaussichten hat? Ich kenn doch die Jungs/Mädels nicht.
    Spoiler anzeigen
    (Sarkasmus)
    Wie, du meinst du geht nicht zu Schuljahresbeginn die Namenslisten durch und schreibst dir direkt mal pauschal bei Kevin, Justin, Chantal oder Jenni-Clarissa (nicht zu vergessen: Mohamed, Fatma, Luigi und Domenica) eine 5-6 (Tendenz 6) ins Nieten- äh Notenbuch ein, während Margarete, Luise, Maximilian direkt für das "sehr gut" vorabonniert werden?!?
    Spoiler anzeigen
    (/Sarkasmus)


    Wenn es nicht ernst gemeint wäre als Umfrage könnte man drüber lachen, so ist es echt tragisch, wie sehr man von seinen künftigen KuK unterschätzt wird, die teilweise davon auszugehen scheinen, dass wir samt und sonders zu doof wären (oder als berufliche Folgeschäden nach Studienabschluss ausreichend verdummt wären), um zu durchschauen, worauf derartige Umfragen abzielen und wie hanebüchen sie teilweise konzipiert sind. :autsch:
  • Kürzlich unterhielten wir uns in fröhlichster Grilllaune über Vornamen und ich sagte, dass aus Kühnerts Kevin ja auch was geworden sei. Als jemand anders in etwas sarkastisch mitschwingendem Ton erwiderte, dass man das ja auch anders sehen könne :P

    Aber Kevin heißt eh kaum noch ein Schüler. Jason heißt man, überhaupt nicht dicht gefolgt von z.B. Sisko-Taylor. Die armen Kinder.
  • Hallo an alle!

    Vielen Dank erstmal, dass Sie sich die Zeit genommen haben sich den Fragebogen anzuschauen.
    Aus diesem Anlass möchte ich mich auch für die eher kritischen Beiträge bedanken!

    Deshalb hier ein paar mehr Infos zur Studie:

    Natürlich würde ich gern Vorurteile widerlegen, denen Lehrkräfte immer wieder aus den verschiedensten Gründen zugeschrieben werden.
    Allerdings stehe ich dem Ganzen etwas positiver als angenommen gegenüber. Hier eine persönliche Erfahrung:
    Mein Auslandsjahr in den USA habe ich bei einer Gastfamilie verbracht, dessen Vater den Namen Kevin trug (und bis heute trägt).
    Er ist der intelligenteste Mann, dem ich bisher in meinem Leben begegnet bin (bester Schüler, bester Student, Führungsposition in einer großen Firma). Demnach habe ich bis heute keinerlei Vorurteile gegenüber diesem Namen. Warum sollte ich auch?
    Zur Erinnerung: Kevin war in den 90ern einmal der beliebteste Vorname für ein Neugeborenes!

    Die Studie soll primär Vornamen im Zusammenhang mit der sozialen Herkunft untersuchen. Viele Vornamen(gruppen) werden bestimmten Bevölkerungsgruppen, oder -schichten oder auch Milieus zugeordnet.

    Zusammen mit den Einblicken aus dem schulischen Alltag der Lehrkräfte kann man zudem versuchen zu erklären, bei welchen Vornamen welche Erfahrungen gemacht wurden und welche Auswirkungen das auf den schulischen Werdegang aller Schüler haben mag (auch im Hinblick auf zukünftige Schülerinnen und Schüler).

    Weiteren Diskussionsrunden stehe ich sehr offen gegenüber!
    Man lernt ja nie aus :)
  • gida95 schrieb:




    Die Studie soll primär Vornamen im Zusammenhang mit der sozialen Herkunft untersuchen.
    Das tut sie aber nicht. Sie untersucht, was wir darüber DENKEN. Eine Studie mit diesem Ziel müsste bspw. auswerten, wie viele Kinder mit dem und dem Namen aus sozial schwachen Vierteln stammen.

    Für den Rest der Fragestellung müsste man Namen und Abschlüsse ins Verhältnis setzen.

    Für beide Anliegen ist es der völlig falsche Weg, irgendwelche Dritten zu befragen.
    I can't help about the shape I'm in
    I can't sing, I ain't pretty and my legs are thin.
    Don't ask me what I think of you,
    I might not give the answer that you want me to.
  • gida95 schrieb:


    Man lernt ja nie aus :)
    So ein Satz mitten im Studium liest sich reichlich vermessen und arrogant. Sowohl im Bereich der sprachlichen Eloquenz, als auch im Gestalten wissenschaftlich fundierter, zielführender Evaluationen sehe ich da ja noch ganz gewaltigen Lernbedarf und finde es eher peinlich zu lesen, dass du angehender Gemeinschaftskundelehrer_in zu sein scheinst.
  • Mich regt so langsam auf, dass man Lehrern in solchen Studien ständig unterstellt, sie wären gefühls- und vorurteilsgeleitet in ihrer Notengebung und würden sich von Namen in der Notengebung beeinflussen lassen. Damit spricht man Lehrern die Professionalität ab. Wir haben alle studiert und wissen um das Thema.
    Das Beispiel "Kevin" der TE zeigt die Denkweise. Die Namen Lukas und Marco hatte ich schon von angepasst bis auffällig, von bildungsfern bis bildungsnah, Maximilian von sonderpäd. Förderbedarf bis hochbegabt, Ahmad von gut und sehr bildungsinteressiert bis schwach, aber bemüht. Und jetzt?
  • Caro07 schrieb:

    Mich regt so langsam auf, dass man Lehrern in solchen Studien ständig unterstellt, sie wären gefühls- und vorurteilsgeleitet in ihrer Notengebung und würden sich von Namen in der Notengebung beeinflussen lassen. Damit spricht man Lehrern die Professionalität ab. Wir haben alle studiert und wissen um das Thema.
    Das Beispiel "Kevin" der TE zeigt die Denkweise. Die Namen Lukas und Marco hatte ich schon von angepasst bis auffällig, von bildungsfern bis bildungsnah, Maximilian von sonderpäd. Förderbedarf bis hochbegabt, Ahmad von gut und sehr bildungsinteressiert bis schwach, aber bemüht. Und jetzt?
    ... bist du zu reflektiert und differenziert für den Dumm-wie-Knäckebrot-Lehrer, den der TE gerne abbilden wollte. Setzen sechs.
  • So behältst du natürlich recht.
    Und ich verstehe durchaus, dass es sich hier um ein offenbar sensibles Thema handelt. Das haben vor allem die vergangenen Jahre gezeigt.
    Genau deshalb ist es so wichtig, darüber zu sprechen. Denn nur können Missverständnisse beiseite gelegt werden.

    Die Studie soll einerseits bereits gesagtes untersuchen, andererseits aber auch, wie diese Fakten im Einklang mit schulischen Erfahrungen von Lehrkräften liegen, und sich eventuell schlussendlich auf den Werdegang eines Schülers oder einer Schülerin auswirken.

    Erwartungsbilder prägen alle Schüler, ob positiv oder negativ.
  • Falls meine Wortwahl arrogant rüberkam, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen!

    Überhaupt nicht meine Absicht. Ich meinte damit zu sagen, dass ich kritikfähig und willig bin, stetig dazuzulernen. Vor allem, wenn sich Gespräche mit bereits erfahrenen Lehrkräften ergeben!
  • gida95 schrieb:


    Die Studie soll einerseits bereits gesagtes untersuchen, andererseits aber auch, wie diese Fakten im Einklang mit schulischen Erfahrungen von Lehrkräften liegen, und sich eventuell schlussendlich auf den Werdegang eines Schülers oder einer Schülerin auswirken.
    Dafür sind die gestellten Fragen nicht einmal annähernd differenziert bzw.differenzierend genug. Vielleicht wolltest du das tatsächlich abbilden, dein Umfragedesign gibt das aber schlichtweg nicht her, dafür sind das letztlich viel zu pauschale, undifferenzierte Kategorien, die du abfragst, mit lediglich einer kurzen Freitext-Option am Ende, um darauf aufmerksam zu machen, dass man seine Schüler nicht anhand von Namen oder sozialer Herkunft pauschal vorveruteilt, sondern seine Noten kriterial vergibt. Dabei gibt es je nach Schule am Ende eben bei 70% SuS mit Migrationshintergrund, im Brennpunkt wo zusätzlich rund die Hälfte der Familien Transferleistungen bezieht mehr als genug Beispiele von SuS, die Mohamed, Kevin, Chantal, Gianluca, Maximilian, Konstantin, Magda usw. heißen und ungeachtet ihrer sozialen Herkunft (und vor allem ihrer Namen) absolut leistungswillig und leistungsfähig sind und ihr Bestes geben. Als Lehrer vergeben wir unsere Noten nicht für Namen und soziale Herkunft, sondern vor dem Hintergrund tatsächlich erbrachter Leistungen (=kriteriale Norm ggf.ergänzt um die individuelle Norm). Viel relevanter, als die Frage, nach unseren angeblichen diesbezüglichen Vorurteilen (der Drops ist nun wirklich gelutscht..) ist die Frage, inwieweit es Schulen gelingt SuS verschiedenester Bildungshintergründe dabei zu unterstützen ihr Potential auszuschöpfen obwohl Elternhäuser bereits im Bereich der frühkindlichen Bildung fatale Bildungslücken verursachen, die sich in späteren Jahren kaum noch ausgleichen lassen bzw. eben nur teilweise durch längere Lernzeiten (und entsprechend andere Bildungsbiographien) kompensiert werden können.
  • In meiner Jugend hießen die Kinder von Leuten, die Dialekt sprachen, Hans oder Lisa. Ich weiß natürlich, dass sich Moden ändern. Trotzdem hat mich das folgende Erlebnis einigermaßen erschüttert:

    Im Playmobil Funpark schwimmt ein großes Seeräuberschiff. Ein kleines Mädchen beugt sich weit aus einer der Luken. Da dröhnt von hinten die Stimme seiner Mutter in breitestem Fränkisch: "Fall fei ned naus, Cheyenne!"
  • Mal ehrlich, liebe Leute...
    fragt euch mal selber, ob ihr wirklich nie "labelt".
    Ich behaupte, ich versuche, nicht nach irgendwelchen Faktoren zu sortieren, nicht in Schubladen zu denken...
    ...es passiert trotzdem. Klischees kommen schließlich nicht aus dem Nirvana. Jeder macht Erfahrungen, die Frage ist, welche wie oft, und welche wiederholen sich.
    Und irgendwann sind es so viele Wiederholungen, dann ziehst du daraus eben Schlüsse.
    Wobei "Namen" da wirklich eher die Ausnahmen sind, was die "Schubladenfaktoren" angeht. Ich kann da nur für unsere Schule sprechen:
    - die Bildungsaffinität hat einen Einfluss auf die Leistungsbereitschaft und auch auf die konzentrierte Teilnahme am Unterricht. Allerdings vllt nicht ganz so wie erwartet - bei weniger bildungsaffinen SuS erlebe ich durchaus mehr Leistungsbereitschaft (da haben manche bildungsnahe Spezis so eine Erwartungshaktug a la "wieso soll ich mich überhaupt anstrengen"), allerdings lassen sie sich im Schnitt leichter ablenken und "stören" auffälliger/häufiger.
    - sowohl ethnische Zugehörigkeit als auch Geschlecht können Faktoren sein, die auf einen bestimmten Schülertypp bzw dessen Leistungsvermögen hindeuten, ja sicher, aber eben nicht generalisieren lassen. Beispiel "Abgänge nach der Erprobungsphase" am Ende der 6. Klasse: Die Schule verlassen dann mehrheitlich männliche Kinder mit Migrationshintergrund, und letztere vermehrt aus den Bereichen Maghreb, Levante, Kleinasien, Balkan, Osteuropa. Warum das so ist, da sollen sich meinetwegen Ethnologen drüber die Köpfe zerbrechen.
    - wie diese dann heißen - oder wie die heißen, die als besonders "gut" auffallen - nun, das hängt sicher an vielen Faktoren. Die Namen in der Umfrage wären bei uns absolut nicht repräsentativ - den letzten Simon hatte ich als meinen eigenen Klassenkameraden beim Abi '93, wo sind dafür die Shirins, die Zeyneps, die Lidijas, Yuris, Sergejs, Wadims, Nataschas, ... hatte ich schon alle. Einen Paul? In 17 Dienstjahren noch keinen. Wobei wir sicher mal einen an der Schule hatten, ich hatte nur noch nie einen im Unterricht.

    Ergo... ein seltsames Thema. Und garantiert viel umfassender als auf den ersten Blick ersichtlich.
    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
  • @ Miss Jones
    Für mich sind das zwei paar Stiefel. Natürlich gibt es die Erfahrungswerte, dass man in bestimmten Gruppen gehäuft gewisse Verhaltensweisen beobachten kann.
    Aber kann man daraus Vorurteile ableiten? Jedem Lehrer sollte klar sein, dass man Schüler nicht gleich in Schubladen stecken kann und vor allem daraus keine festgezurrte Meinung ableiten kann.
    Fatal wäre, wenn man solchen Schülern vermitteln würde, du kommst eh aus dieser Gruppe, um dich bemühe ich mich nicht, du kannst das so oder so nicht. Das macht hoffentlich kein Lehrer! Aber auf genau diese Denkweise zielen solche Studien ab.
    Ich habe schon genug Ergebnisse solcher Studien gelesen, die dann genau DAS behaupten, dass nämlich Lehrer vorurteilsbehaftet handeln und Schüler dadurch weniger Chancen haben.

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