Kann ich verweigern, ökumenischen Religionsunterricht zu erteilen?

  • Ich messe niemanden an seiner Gottesvorstellung (wo liest du das denn schon wieder heraus?) und ich verlange im Rahmen des privaten Glaubens auch keine Definition.Wenn man aber von Schülern verlangt, dass sie vor etwas Ehrfurcht haben und daran glauben sollen, dann sollte schon klar sein, was das überhaupt ist.


    Siehst du den Widerspruch nicht?
    Es gibt aus religiöser Sicht übrigens keinen "privaten Glauben".


    Und nein: Ich muss meine persönliche Wertung nicht näher begründen; das habe ich - siehe mein obiges Beispiel - hinreichend getan. Dir fällt es schwer, dieses Werturteil zu akzeptieren und es mag sein, dass das selbst herablassend wirkt auf dich oder andere. Damit muss ich dann leben.

  • Edit, kann man nicht lieber das Unterrichtsfach Glück einführen? Achtsamkeit, Meditation, Konfliktlösung, gutes Gesprächsklima und sowas, da gibts doch genug erforschte Techniken, die Menschen gut tun.

    Das fände ich gut als Alternative. Wenn es ein Fach gäbe, wo ein achtsamer Umgang miteinander nachhaltig bewusst gemacht werden würde, dann würde das den Religionsunterricht ersetzen, der sich u.a. auch intensiv Gedanken macht, wie man tolerant und mitmenschlich lebt.
    Religionsunterricht gehört in die Glaubensgemeinschaften, wir brauchen eine Trennung von Staat und Kirche mit allen Konsequenzen (Kirchensteuern usw.). Irgendwann wird es auch so weit kommen, da immer mehr Menschen aus den großen Kirchengemeinschaften austreten.

  • Das fände ich gut als Alternative. Wenn es ein Fach gäbe, wo ein achtsamer Umgang miteinander nachhaltig bewusst gemacht werden würde, dann würde das den Religionsunterricht ersetzen, der sich u.a. auch intensiv Gedanken macht, wie man tolerant und mitmenschlich lebt.Religionsunterricht gehört in die Glaubensgemeinschaften, wir brauchen eine Trennung von Staat und Kirche mit allen Konsequenzen (Kirchensteuern usw.). Irgendwann wird es auch so weit kommen, da immer mehr Menschen aus den großen Kirchengemeinschaften austreten.


    Sehe ich auch so. Die Tendenz ist - zumindest hierzulande - recht klar, Ethik wird vermehrt eingeführt und damit wäre bzw. ist das erwünschte Fach ja im Grunde bereits vorhanden.


    samu: Glück ist ein Thema im Ethikunterricht.

  • Siehst du den Widerspruch nicht?
    Es gibt aus religiöser Sicht übrigens keinen "privaten Glauben".


    Und nein: Ich muss meine persönliche Wertung nicht näher begründen; das habe ich - siehe mein obiges Beispiel - hinreichend getan. Dir fällt es schwer, dieses Werturteil zu akzeptieren und es mag sein, dass das selbst herablassend wirkt auf dich oder andere. Damit muss ich dann leben.

    Da gibt es keinen Widerspruch. Wenn jemand sagt, er glaube an Gott, dann ist das eben so. Ich verlange dann nicht, dass sich derjenige mir gegenüber rechtfertigt und mir erklärt, was dieses "Gott" überhaupt ist. Der Glaube anderer Menschen betrifft mich soweit nicht. Wenn mich (oder noch schlimmer Schüler) jemand aber dazu bringen will, Ehrfurcht vor Gott zu haben, mir erzählt, dass mich Gott erschaffen hat und ich nur deshalb als Mensch einen Wert habe, das als Lernziele formuliert und mich dafür auch noch benotet, dann muss ich aber ganz genau wissen, was dieses "Gott" ist, vor dem ich Ehrfurcht haben soll und das mich angeblich erschaffen hat.


    Na du bist aber hochnäsig. Dass du wirklich meinst, für alle Gläubigen sprechen zu können. Dass Glauben Privatsache ist sehen auch viele Gläubige so. :D


    Wo steht, dass du deine Meinung begründen musst? Langsam glaube ich, du liest absichtlich nur das, was du lesen willst. Ich habe doch explizit geschrieben, dass es dein gutes Recht ist, deine Meinung nicht begründen zu wollen. Welches Beispiel meinst du?
    Inwiefern fällt es mir schwer, deine Meinung zu akzeptieren? Wenn du der Meinung wärst, dass alle Häuser blau sind, dann würde mich auch interessieren, wie du zu dieser Meinung kommst, die du gerne vertreten kannst, die aber keinen Ursprung in der Realität haben kann. Entschuldige, dass ich mich dafür interessiere, wie Menschen zu ihren Meinungen kommen. Mein Fehler. ;)

    Ich habe nachgedacht. Aber ich denke, dass da einfach unterschiedliche Standpunkte aufeinanderprallen, und ich möchte nicht, dass sich die Diskussion in eine Sackgasse bewegt. Rechtzuhaben ist mir auch an der Stelle nicht wichtig, von daher denke ich, dass meinerseits zu dem Thema alles gesagt wurde ;) .

    Deine Ansichten sind: "nur konfessioneller Religionsunterricht kann verhindern, dass private Anbieter Kinder indoktrinieren" und
    "nur konfessioneller Religionsunterricht kann leisten, dass Kinder religiöse Hintergründe des Alltags verstehen". Das ist beides offensichtlich falsch. Das hat nichts mit Standpunkten zu tun. Genausowenig, wie die Meinung, dass Menschen in der Regel vier Beine und fünf Arme haben oder, dass 1 + 1 = 4 (mit der bekannten Definition von '+') ist.

  • Es gibt aus religiöser Sicht übrigens keinen "privaten Glauben".

    Das kannst du mit Sicherheit für alle Religionen sagen? Ist aber nicht wichtig, weil das die releigiöse Innensicht ist. Die braucht mich nicht zu interessieren. Und wenn sie mich interessierte hätte ich keinen Zugriff darauf, wie wir daren sehen, dass grundsätzliche Fragen zur Religion systematisch unbeantwortet bleiben. Wer seine religiöse Innensicht nicht vermitteln kann, kann ich auch nicht darauf berufen.


    Relevant ist die Realität. Es macht einen Unterschied, ob jemand real seinen Glauben für sich hat hat oder ob er versucht, diesen Glauben real Einfluss auf die Gesellschaft nehmen zu lassen. Hier im Beispiel geht es um die Frage, ob jemand real für konfessionellen Religionsunterricht ist. Dann muss er real dazu Stellung nehmen, was denn sein Glaube nun beinhaltet und warum er jungen Menschen dergestalte Inhalte vermitteln möchte.


    Dass diese Fragen allesamt unbeantwortet bleiben, ist allerdings nicht der Hochnäsigkeit der Fragenden anzulasten.