Musik fachfremd unterrichten-kann absolut nicht singen!!!

  • Fachlich ist das eine gute Sache. Wie sieht es mit der Methodik aus? Alleine beim Literaturunterricht liegen ja Welten zwischen Gymnasium und Grundschule, was die Herangehensweise angeht. Das zieht sich ja in alle Bereiche durch, ob Behandlung von Lyrik (Nursery Rhyme vs. Gedichtsanalyse), Einführung Wortschatz oder Rituale/Classroom Phrases.

  • Gymnasiallehrer unterrichten auch 5.Klässler ohne Englischkenntnisse.

    Die Umstellung von Zehnjährigen auf Achtjährige sollte für ausgebildete Lehrer möglich sein.


    Edit: 8. Jähriger. Ganz kreativ heute.

  • ... Deswegen schrieb ich auch oben, dass zum Englischunterricht in der Grundschule auch gehört, selbst gesteigertes Interesse an der Sprache und an Land und Leuten zu haben und die geforderten Kompetenzen im Englischlehrplan ernst nehmen....


    Dabei wäre es so einfach. Wir haben ein bekanntes, gut ausgearbeitetes Englischbuch mit vielen Zusatzmaterialien (Sally), dem muss man nur folgen, höchstens etwas ergänzen und man deckt alles ziemlich ab.

    Eben genau das reicht aber m.M.n. nicht. Interesse, sich Mühe geben und ein gutes Lehrwerk. Klar geht es leidlich aber es ist eben nur Flickwerk. Und weder Interesse, noch gutes Lehrwerk kann man voraussetzen. Im Übrigen auch nicht die Zeit, wieso sollte hemand zusätzlich Zeit in Vorbereitung investieren? Einige machen das, andere nicht -zu Recht- weil es genug anderes zu tun gibt.

  • Zumal mit einem guten Lehrwerk. Anders herum wäre es schwieriger. Ich stelle mir vor, ich müsste plötzlich den Lernbereich "Finnisch" unterrichten.

    Menja sawut Bolzboldowa.

    Für Miriam: меня совут болцболдова

    Für MissJones: меня совут больцболдова

    Für Satzliebhaber: Меня совут больцболдова.

    Weitere Erwähnung findet hier natürlich auch MarieJ.

    내 이름은 토끼입니다

  • Die Umstellung von 10.Jährigen auf 8.Jährige sollte für ausgebildete Lehrer möglich sein.

    Ja, möglich, aber nicht ganz ohne.

    Wir hatten nun einige sehr engagierte Abordnungen vom Gym und es braucht schon seine Zeit, bis man die Niveaus und Herangehensweisen in der Planung berücksichtigen kann. Dabei war kein Unterricht in Klasse 1.


    Im Lehrerstudium der Grundschule sollten alle befähigt werden, ein möglichst großes Spektrum an Fächern abzudecken um als Klassenlehrkraft möglichst viel in der eigenen Klasse zu unterrichten. Die Kinder brauchen eine Bezugsperson, die sie oft sehen.

    Das sehe ich genauso.

    Leider geht Nds einen anderen Weg und fordert mehrere Lehrkräfte ab Klasse 1 und die Abgabe eines Hauptfaches (D, Ma, Su) ab Klasse 3.

    Die Vorgaben sollten zudem erst dann greifen, wenn man 110% ausgebildete Lehrkräfte zugeteilt bekommen hat.

    Durch die schlechte Versorgung und die ständigen Änderungen wird es immer schwieriger.

    Inzwischen fällt es auf und ich frage mich, wie man es ohne Corona hätte begründen wollen.

  • Gymnasiallehrer unterrichten auch 5.Klässler ohne Englischkenntnisse.

    Die Umstellung von 10.Jährigen auf 8.Jährige sollte für ausgebildete Lehrer möglich sein.

    Ich habe mal einen Vertretungslehrer aus dem Gym in Klasse 3 gesehen... Auweia.

    Am besten ist doch, jeder macht das was er gelernt hat und auch lernen wollte.

  • Am besten ist doch, jeder macht das was er gelernt hat und auch lernen wollte.

    Tatsächlich fand ich es im letzten Jahr einfacher oder angenehmer, der Fachkollegin vom Gym zu erklären, wie Grundschüler ticken, als zum x. Mal ein Fach fachfremden Vertretungsleuten zu erklären, die dann ein bisschen Freizeitgestaltung als Unterricht verstanden.

    Das lag aber auch daran, dass die Gym-Lehrkraft wirklich engagiert war und die Bedingungen für die Vertretungskräfte extrem schlecht sind.

  • @ Palim: So weit ich weiß, sind Vertretungsleute in NS keine ausgebildeten Lehrer.

    Das glaube ich dir dann gerne.


    @ Conni: Man kann natürlich nur mit einem umfangreichen Lehrwerk unterrichten, wenn man den fachwissenschaftlichen Hintergrund kennt, in dem Fall die Sprache.

    Vielleicht zur Verdeutlichung: Das Lehrwerk, mit dem ich jetzt schon seit der Einführung vom Grundschulenglisch und Einführung des Lehrwerks arbeite, deckt alle Bereiche des Grundschulenglisch mit vielfältigen Methoden und didaktischen Anleitungen (denen man folgen kann oder nicht) ab. Da ein Mangel an ausgebildeten Grundschulenglischlehrern herrscht, muss ein solches Lehrwerk auch so konzipiert sein.


    An diese Genauigkeit der Vorschläge kommen sämtliche Musikbücher der Grundschule, die ich kenne, nicht heran. Da wird noch einiges didaktisches Wissen zwischen den Zeilen gefordert.

  • @ Conni: Man kann natürlich nur mit einem umfangreichen Lehrwerk unterrichten, wenn man den fachwissenschaftlichen Hintergrund kennt, in dem Fall die Sprache.

    ...


    An diese Genauigkeit der Vorschläge kommen sämtliche Musikbücher der Grundschule, die ich kenne, nicht heran. Da wird noch einiges didaktisches Wissen zwischen den Zeilen gefordert.

    Genau so meinte ich das. Besser so herum als eine Grundschullehrerin, die die Sprache nicht / schlecht kann und schon im ersten Lern(viertel)jahr von den Schülern überholt wird.


    Mit den Musikwerken hast du aus meiner Sicht Recht. Ich habe am Anfang gesucht, weil ich meine Didaktikausbildung jetzt auch nicht so überragend fand - und fand nichts wirklich überzeugend.

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    Weitere Erwähnung findet hier natürlich auch MarieJ.

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  • Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Bundesländern ist, aber in BW findet der Englischunterricht ausschließlich mündlich statt. Geschrieben wird höchstens ab, also was irgendwo steht. Es werden auch keine Vokabelhefte geführt. Bei der Kooperation mit den weiterführenden Schulen sind diese jedes mal sehr überrascht, denn sie setzen das Führen eines Vokabelheftes in Klasse 5 voraus. Das ist nicht konform mit unserem Bildungsplan. Hier geht es v.a. darum, keine Angst vor einer anderen Sprache zu haben und sich zu trauen zu sprechen.

    Wenn man nicht immer alles weiß, nervt man sich unter Umständen weniger (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun).

    Man spielt nicht mit Gefühlen, die man nicht erwidern kann.


  • @ Palim: So weit ich weiß, sind Vertretungsleute in NS keine ausgebildeten Lehrer.

    Das glaube ich dir dann gerne.

    Das ist sehr unterschiedlich. Für adhoc-Vertretungen gibt es pädagogische MitarbeiterInnen unterschiedlicher Qualifizierung, die den fertig ausgearbeiteten, hingelegten Unterricht (offiziell:) beaufsichtigen. Durch den Lehrkräftemangel kann es aber dazu kommen, dass sie über längere Zeit Unterricht übernehmen müssen, der dann immer von einer anderen Lehrkraft vorzubereiten ist.

    Bei längerem Ausfall gibt es andere Kräfte, die man umständlich anfordern oder selbst schnitzen oder backen kann, darunter Studierende (in Uni-Nähe), pensionierte KollegInnen oder Menschen mit Uni- oder FH-Abschluss in schulrelevanten Fächern. Das ändert sich auch häufiger mal, wer dann was in welcher Schulformen unterrichten dürfte.

    Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Bundesländern ist, aber in BW findet der Englischunterricht ausschließlich mündlich statt. Geschrieben wird höchstens ab, also was irgendwo steht.

    Das ist in Niedersachsen auch so ...

    Bei der Kooperation mit den weiterführenden Schulen sind diese jedes mal sehr überrascht, denn sie setzen das Führen eines Vokabelheftes in Klasse 5 voraus.

    ... und das auch.

    Unsere Abordnungen vom Gym fanden es gut, einen Einblick zu bekommen und sagen selbst, dass sie nun 5. und 6. Klässler anders einschätzen als vorher.

  • In Bayern spielt das Mündliche und das Hörverstehen eine große Rolle. Aber wir haben einen Grundwortschatz, der auch schriftlich angewendet werden soll. Bestimmte Flsokeln sollen auch eingeübt und angewandt werden. Außerdem werden in Bayern auch englische Texte gelesen. Auswendig schreiben muss man die Wörter nicht, aber man sollte sie richtig abschreiben können und auch wissen worum es geht. In den Tests ist es oft so, dass eine schriftliche Auswahl an Antwortmöglichkeiten gegeben wird. Ebenso steht da einmal etwas sinngemäß auf Deutsch, das man dann mit Hilfe einer Tabelle, wo verschiedene Sätze stehen bearbeiten muss. Z.B.: Antworte, dass dein Hobby Schwimmen und Radfahren ist. Frage, ob du helfen kannst... usw...

    Ich selbst bin aber so frei und lasse die Kids in den Tests auch einmal leichte englische Wörter auswendig aufschreiben, meistens zu Bildern.

  • Ich selbst bin aber so frei und lasse die Kids in den Tests auch einmal leichte englische Wörter auswendig aufschreiben, meistens zu Bildern.

    Wir dürfen es nicht, die Schulleitung achtet sehr darauf.

    Wenn man nicht immer alles weiß, nervt man sich unter Umständen weniger (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun).

    Man spielt nicht mit Gefühlen, die man nicht erwidern kann.


  • Ich selbst bin aber so frei und lasse die Kids in den Tests auch einmal leichte englische Wörter auswendig aufschreiben, meistens zu Bildern.

    Bei uns ist es im Erlass bzw. Curriculum auch ausdrücklich ausgeschlossen, in der Neubearbeitung noch deutlicher.


    Außerdem gab es jahrelang Debatten mit den Lehrkräften der Gymnasien, gerade weil darüber die Erwartungshaltung, dass Kinder Vokabeltests kennen und Wörter auswendig aufschreiben können, unterstützt wird.

    Gleichzeitig hatten Lehrkräfte von anderen Schulformen andere Wünsche.


    Sicher wird es Kinder geben, die dennoch das Wortbildung gleich mit erfassen.

    Dass es nach 2 Jahren Unterricht sehr unterschiedliche Kenntnisse gibt, finde ich tatsächlich normal.

  • Es hängt wohl von dem zugrunde liegenden Curriculum ab. Wenn ich mich richtig erinnere, heißt es bei uns, dass "nach Vorlage" abgeschrieben werden soll. Bedeutet: Wenn ich Körperteile durchnehme und Bilder zu beschriften sind, ist es legitim, die Wörter oberhalb in falscher Reihenfolge anzugeben.

    So oder so, die Schriftlichkeit im Fremdsprachunterricht ist ein Streitthema und ich kann @Caro07s Position als Vorbereitung auf die Anforderungen der Sek I nachvollziehen. Die Hardcore-nur-mündlich-Fraktion nur bedingt, da die Kinder es bis auf Kunst und Sport so kennen, dass in jedem Fach geschrieben wird. In der Sek I wird in Englisch geschrieben, warum also (noch) nicht in der Grundschule?

  • Na ja, das sind keine Vokabeltests, sondern Tests, die vom Buch aus so vorgeschlagen sind, die verschiedene Aufgabenformate enthalten. Zusätzlich schreiben sie in diesen Tests von 2 Kapiteln ca. 6 - 8 Wörter zu Bildern noch auswendig auf, die sie so oder so in ihrem Englischheft haben. Ich könnte die Wörter auch vorgeben und aus einem Pool abschreiben lassen, doch das ist mir etwas zu wenig für sehr gute Schüler. Das ist eine differenzierende Aufgabe von vielen.

    Die Gymnasiallehrer erwarten bei uns sicher kein Vokabelwissen im Sinn von schriftlicher deutsch- englischer Übersetzung oder umgekehrt.

  • Dennoch erwarten sie mehr nach 4 Jahren Englisch. Seit 2016 beginnt aber der Englischunterricht hier erst ab Klasse 3.

    Wenn man nicht immer alles weiß, nervt man sich unter Umständen weniger (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun).

    Man spielt nicht mit Gefühlen, die man nicht erwidern kann.


  • Die Erwartung ist häufiger mal höher, weil man von anderen Lernvoraussetzungen ausgeht.

    4 Jahre z.B. Englisch laufen ja nicht nur wegen der Curricularen Vorgaben anders ab.

    Es braucht viel Zeit, bis die SuS überhaupt im Unterricht ankommen, sich an das, was Schule ausmacht, gewöhnen, die simpelsten Sachen erlernen.

    Mein Maßstab für den Beginn in Klasse 1: Das Abheften eines AB dauert 15 min.

    Außerdem dauert ja z.B. Das Erlesen auch in Klasse 2 bei vielen Kindern noch sehr lang, bei etlichen leider auch in 3 und 4.


    Es war sehr schön über das Jahr von den GymnasialkollegInnen zu erfahren, an welchen Stellen sie ganz andere Einschätzungen hatten und diese revidieren mussten.

    Inhaltlich wollten sie viel schneller und weit abstrakter und kognitiv ausgerichtet voran gehen.

    Gleichzeitig waren sie bei den deutlichen Ansagen zunächst vorsichtiger, weil die Kinder ja so klein und niedlich sind.

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