Seiteneinstieg NRW Berufskolleg

  • Hallo zusammen!


    Ich lese hier schon länger fleißig mit und habe mich nun angemeldet, um mein Anliegen vorzubringen und hoffe sehr, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

    Ich habe einen Master in Germanistik und arbeite seit einigen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität und promoviere. Da ich mir mit zwei Kindern ein wenig mehr Sicherheit wünsche und diese an der Uni mit ständig befristeten Arbeitsverträgen einfach nicht gegeben ist, orientiere ich mich derzeit um. Leider habe ich mich damals nach dem Bachelor aus verschiedenen Gründen (Geburt des 1. Kindes, finanzielle Abhängigkeiten usw.) nicht für einen Lehramts-Master entschieden und bereue es nun sehr. Die Lehre macht mir großen Spaß und ich könnte mir sehr gut vorstellen, an der Schule zu unterrichten. Ich gehe nicht blauäugig an das Ganze ran und habe es mir gründlich überlegt. Leider kann ich mit zwei Kindern und Job nebenher kein vollständiges Zweitstudium mehr leisten (ich müsste zusätzlich ein vollständiges Zweitfach nachstudieren, da mein Zweitfach im Studium kein Unterrichtsfach war), weshalb ich mich nun schon länger mit dem Seiteneinstieg in NRW (OBAS) beschäftige. Ich habe mir die Verordnungen durchgelesen und mich durch alle erdenklichen Infoseiten gequält. Ich interessiere mich für den Seiteneinstieg am Berufskolleg. Aus meinem Studium ließe sich das Unterrichtsfach Deutsch ableiten und weiß natürlich, dass dieses Fach bestimmt nicht stark nachgefragt wird. Da aus meinem Studium kein Zweitfach abgeleitet werden kann, würde ich dieses gerne in einem Erweiterungsstudium (mindestens 33 CP) nachholen. Ich interessiere mich für das Fach Pädagogik und würde gerne wissen, ob ihr Erfahrungen habt, wie stark dieses Fach derzeit nachgefragt wird. Vielleicht kann ja jemand von seinen Erfahrungen aus dem Kollegium berichten? Online habe ich die Info gelesen, dass das Fach "Sozialpädagogik" derzeit stark in NRW am Berufskolleg nachgefragt wird. Würde eine Spezialisierung Richtung Sozialpädagogik ausreichen oder müsste man hier das Fach "Sozialpädagogik" z.B. an der FH studieren, um dieses als Unterrichtsfach anerkannt zu bekommen? Meine Fragen sind sehr speziell, das weiß ich. Ich erhoffe mir in diesem Forum vor allem eine Stoßrichtung, ob ein weiteres Studium der Pädagogik überhaupt sinnvoll wäre oder völlig vergebens, weil die Chance, mit dieser Kombi im Seiteneinstieg unterzukommen, gleich null ist.

    Selbstverständlich bringe ich auch die Bereitschaft mit, einen sog. "Zertifikatskurs Sozialpädagogik" zu absolvieren, wie es oft in Stellenausschreibungen formuliert ist. Kennt sich jemand mit den Voraussetzungen aus? Muss man ein affines Fach mitbringen oder könnte ich z.B. mit meinem Fach auch einen solchen Kurs für Mathe absolvieren?


    Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen und wünsche allen einen schönen Tag!

  • Hallo,


    da es für das BK das Unterrichtsfach Pädagogik gibt und das Fach Sozialpädagogik kann zumindest ich diese Frage nicht genau beantworten. Dazu müsstest du vielleicht mal in die unterschiedlichen Modulhandbücher gucken, wie stark sich die Inhalte unterscheiden.

    Einen Zertifikatskurs kannst du erst machen, wenn du ein 2. Staatsexamen hast und dann spielt es keine Rolle welche Unterrichtsfächer du so hast.

    Hast du dich schonmal informiert, was auf dich zukommen würde, wenn du dir Deutsch anerkennen lässt und noch auf Lehramt BK studieren würdest? Vielleicht wäre es ja doch machbar, auch wenn es sicherlich mehr als mind. 33 ECTS, aber es würde deine Chancen erhöhen und dir auch die Möglichkeit geben ein reguläres Referendariat zu machen. Ich weiß nicht wie alt deine Kinder sind, man kann OBAS auch mit Kindern schaffen, aber es ist ziemlich stressig und man muss mind. 14 Unterrichtsstunden +Seminar machen. Entspricht einer 80% Stelle auf dem Papier und in der Realität deutlich mehr.

    Ich möchte dir OBAS nicht ausreden, aber wie du schon selbst gesagt hast, ist Deutsch jetzt nicht so das Fach was so nachgefragt ist und in wie Weit Stellen für Pädagogik oder Sozialpädagogik für OBAS geöffnet sind habe ich aktuell nicht im Blick. Und heute heißt leider auch nicht, dass es in ein oder zwei Jahren immer noch so aussieht.

    Gibt es in deiner Nähe BKs die z.B. Erzieher ausbilden? Vielleicht dort einfach mal direkt nachfragen.


    Viel Erfolg.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn du auf Deutsch/Zweitfach Päda schielst, kannst du dich aber nur auf Deutsch bewerben. Wie oft BK Deutsch für Seiteneinsteiger*innen ausschreiben wird, kannst du dir ausdenken... :(

  • Pädagogik ist ein allgemeines Unterrichtsfach in NRW und Sozialpädagogik ist eine berufliche Fachrichtung. Durch eine Anerkennung des Faches Pädagogik erhält man keine Zulassung für Sozialpädagogik.


    Um eine Anerkennung für SP zu kriegen, braucht man einen Master oder ein Diplom in Sozialpädagogik oder Erz.wiss. und oft auch fundierte Berufserfahrung, da es viele Bewerber für den Quereinstieg in dieser Fachrichtung gibt.


    Die Berufsschule ist in meinen Augen der falsche Ort für dich - im Hinblick auf deine Qualifikation, da du weder eine berufliche Fachrichtung noch ein Mangelfach mitbringst. Zwar habe ich hier auch schon gelesen, dass ganz verzweifelte BKs (in Regionen, wo kaum jemand hin will) auch mal Leute mit Deutsch für den Seiteneinstieg nehmen; aber das dürften absolute Ausnahmefälle sein.

    Dass man mit Master in Germanistik an Haupt- und Realschulen (natürlich in bzw. an eher weniger gefragten Regionen bzw. Schulen) gute Chancen für den Seiteneinstieg hat, würde mich jedoch nicht wundern.


    Einen Quereinstieg (OBAS) in den Vorbereitungsdienst halte ich für äußerst schwierig mit diesem Fach und an dieser Schulform.

  • Ob das für NRW auch gilt weiß ich nicht, aber ich denke schon:


    Wenn du wirklich Sozialpädagogik als berufliche Fachrichtung anerkannt bekommen möchtest, dann muss das dein Studiengang gewesen sein. Das Unterrichtsfach wird dann aus diesem noch irgendwie abgeleitet. Ich denke für dich ist ein Lehramtmaster der einzig gangbare Weg ins Lehramt.

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