Einzelkämpfertum - keinerlei Absprachen möglich/erwünscht

  • Hallo Ihr Lieben, ich bin neu hier.

    Grundschullehrerin, seit 25 Jahren, selbst Mutter daher nur 80% Stelle. Seit 18 Jahren an der derzeitigen Schule, bisher einzügig und hier derzeit Klasse 3/4, also schon einiges an Erfahrung gesammelt.

    Seit nun mehr als einem Jahr habe ich eine Parallelkollegin, die von einer anderen Schule sich wegen Differenzen mit der dortigen Schulleitung versetzen ließ/abgeordnet wurde (?) und erstmals in Klasse 3/4 unterrichtet.

    Ich habe ziemlich viel Mühe und Engagement in eine gute Beziehung mit der Kollegin investiert. Es war mir wichtig, sich abzusprechen was Klassenarbeiten, deren Termine sowie deren Niveau anbelangt, Die Bestellung von Schulbüchern (Arbeitsheft ja oder nein, wenn ja welches usw.)… man kennt das ja.


    Bedauerlicherweise musste ich nun feststellen, dass es offenbar keinerlei Interesse vonseiten der Kollegin gibt sich mit mir abzusprechen, abzustimmen geschweige denn auszutauschen. Vieles wird bis zum letzten Moment geheim gehalten oder verschwiegen. Seltsames Vorgehen.

    So hatte sie bereits im letzten Schuljahr ein vollkommen anderes Arbeitsheft bestellt (ohne mich zu informieren), plante ohne Abstimmung mit mir Ausflüge oder gar das Schullandheim sowie Termin und Inhalt ihrer Abschlusfeier für Klasse 4. Letzteren erfuhr ich von meiner Elternvertreterinin auf meinem eigenen Elternabend. Wie peinlich.


    Ich persönlich finde das befremdlich aber offensichtlich ist meine Schulleitung mit dem Vorgehen einverstanden.


    Wie läuft das bei euch an den Schulen?


    Danke im voraus für eure Meinungen oder Berichte.

  • Grundschullehrerin, seit 25 Jahren, selbst Mutter daher nur 80% Stelle. Seit 18 Jahren an der derzeitigen Schule, bisher einzügig und hier derzeit Klasse 3/4, also schon einiges an Erfahrung gesammelt.

    Die Schule war bislang einzügig - du hast also noch nicht mit einer Kollegin parallel gearbeitet?

    Seit nun mehr als einem Jahr habe ich eine Parallelkollegin, die von einer anderen Schule sich wegen Differenzen mit der dortigen Schulleitung versetzen ließ/abgeordnet wurde (?) und erstmals in Klasse 3/4 unterrichtet.

    Erstmals seid ihr zweizügig. Kann es sein, das die Kollegin deswegen abgeordnet wurde - weil schlicht Bedarf vorhanden ist?

    Bedauerlicherweise musste ich nun feststellen, dass es offenbar keinerlei Interesse vonseiten der Kollegin gibt sich mit mir abzusprechen, abzustimmen geschweige denn auszutauschen. Vieles wird bis zum letzten Moment geheim gehalten oder verschwiegen. Seltsames Vorgehen.

    Vielleicht hat deine Kollegin bislang auch ohne Parallellehrkraft unterrichtet und ist es gewohnt, sich selbst zu organisieren.

    So hatte sie bereits im letzten Schuljahr ein vollkommen anderes Arbeitsheft bestellt (ohne mich zu informieren), plante ohne Abstimmung mit mir Ausflüge oder gar das Schullandheim sowie Termin und Inhalt ihrer Abschlusfeier für Klasse 4. Letzteren erfuhr ich von meiner Elternvertreterinin auf meinem eigenen Elternabend. Wie peinlich.

    Wenn ihr bislang einzügig ward, ist es keine tradition, eine gemeinsame, große Abschlussfeier zu veranstalten. Hast du der Kollegin angeregt, das gemeinsam zu tun?

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  • Wenn die Schulleitung das so toleriert, kannst du nichts machen. Ich kam meistens an Schulen, wo es eine klare Ansage der Schulleitung gab in welcher Form man zusammenarbeiten sollte oder es gab gewisse Traditionen.

    Das einzige, was zum Schutz wirklich abgesprochen werden soll, ist das Niveau der Arbeiten. In Bayern muss die Schulleitung in der Grundschule so oder so die Proben auf das Niveau überprüfen.

    Zu enge Zusammenarbeit ist oft auch ein Korsett, da wird man dann der eigenen Klasse nicht gerecht. An meiner letzten Schule, die 6 Parallelklassen hatte, hat es sich zuletzt so ergeben, dass immer zwei Kolleginnen enger zusammenarbeiteten. Es konnte auch sein, dass innerhalb einer Jahrgangsstufe unterschiedliche Arbeitshefte benutzt wurden, denn - es gibt ja unterschiedliche Konzepte, unterschiedliche Klassenzusammensetzungen und viele Wege führen nach Rom. Wir hatten aber auch schon eine Schulleitung, die wollte, dass alle 6 Parallelklassen zusammenarbeiteten. Das war in Bezug auf die Besprechungen, das Unterrichtstempo und die Proben (Arbeiten) extrem schwierig. Ich habe auch schon allein gearbeitet, als die Zusammenarbeit zu mühsam war bzw. ich keinen gefunden habe, der ähnlich wie ich arbeitete.

    Bei Ausflügen usw. hat man sich jemanden gesucht bzw. dem angeschlossen, schon alleine wegen der Busbestellung. Unterrichtsgänge waren besser, wenn man sie alleine machte. In Schullandheim war ich entweder mit Kolleginnen, wo es sich ergeben hat oder auch alleine in einem Schullandheim, wo man so oder so nur als einzige Klasse hingehen konnte.

    Eine Klassenfeier hat niemand mit den Kollegen abgesprochen, eine offizielle Entlassung der Vierklässler war bei eine größere Schulfeier, ist aber auch sinnvoll bei so vielen Parallelklassen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Caro07 (10. Juli 2026 14:30) aus folgendem Grund: Ergänzungen

  • Ich verstehe den Frust, ich finde Zusammenarbeit grundsätzlich schwierig, eben aus all den genannten Gründen. Menschen sind verschieden, arbeiten verschieden, haben unterschiedliche Vorlieben. Deswegen sei dir bewusst: es kann auch ein Fluch sein, alles abzusprechen, dann musst du im Zweifelsfall das Arbeitsheft nehmen, was du schlecht findest und dich damit ein Jahr lang rumärgern. Feiern, Ausflüge... alles wird zum Kompromiss, wenn man nicht zufällig befreundet ist und total ähnlich tickt, was sicher nur alle Jubeljahre vorkommt.

    Vielleicht hilft es, sie zu fragen, welche Zusammenarbeit sie sich vorstellen kann? Im Moment investierst du viel, auf Grundlage deiner Erwartungen. Sie hat aber offenbar andere Erwartungen. Frag sie doch, ob sie Lust hätte, Ausflüge/Feste/Arbeitsmaterialien gemeinsam zu planen oder auch abwechselnd, damit man weniger Arbeit hat oder ob sie ganz bewusst alleine arbeiten möchte.

    Und zum Elternabend: überhaupt nicht peinlich. Ich weiß, dass Eltern permanent vergleichen. Es hilft nur, zu sagen, dass ihr Dinge unterschiedlich macht, das nächste Mal bist du nicht überrascht und sagst einfach "ah ja, okay, diese Klasse macht es anders". So wie man Kindern sagt, dass Frau Müller es anders gehandhabt hat und man selbst Frau Meyer ist und es so macht.

  • Früher war ich an einer einzügigen Schule, da habe ich es schon genossen, keine Absprachen treffen zu müssen.

    An der jetzigen Schule (dreizügig) ist die Intensität der Zusammenarbeit unterschiedlich. Meine beiden Parallelkolleginnen und ich sprechen uns bzgl. Materialliste, Arbeitshefte, Unterrichtsinhalte und Unterrichtsgänge grob ab, arbeiten sonst aber individuell nach eigenen Vorstellungen. Die Kolleginnen der 4. Jgst. arbeiten z. B. komplett parallel und verteilen die Vorbereitungen auch untereinander. Mir wäre das zu eng, aber die drei kommen sehr gut damit zurecht.

    Der Abschied der Viertklässler ist eine gemeinsame Veranstaltung in der Schule am letzten Schultag. Wenn die Eltern dann noch eine "private" Feier organisieren, passiert das unabhängig voneinander.

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