Frage an AZ-Tracker: Was pflegt ihr bei Klassenfahrten ein?

  • Du gibst die Theorie wieder, die Praxis sieht anders aus.

    Die Zahl (93%) habe ich mir nicht ausgedacht. Dann musst du mal mit Dezernent:innen oder Personalvertretungen sprechen.

    Also sind die offiziellen Zahlen falsch? Das kannst Du auch belegen? Das Land veröffentlicht diese Zahlen seit Jahren und bricht sie sogar auf Landkreisebene und teilweise auf Schulebene runter. Und diese Zahlen sind bei 98% bei Grundschulen.

    Wenn über 400 Stellen in NDS unbesetzt bleiben, davon auch mehrere an einer Schule, dann ist die Schule unterversorgt.

    Stand 23.01.2026 spricht das Ministerium vom 314 offenen Stellen. Landesweit an allen Schulformen. Dabei sind besonders Hauptschulen und Förderschulen schlecht versorgt. Danach kommen die Realschulen und Oberschulen. Lass die Hälfte der offenen Stellen an den Grundschulen sein. Dann sind das aber nicht automatisch fehlenden Stunden. Dann gibt es noch Feuerwehrverträge, Abordnungen etc.. Und bei 150 offenen Stellen wird es nicht zahlreiche Grundschulen mit mehreren offenen Stellen.
    Und trotzdem gibt es sie Grundschulen mit miserablen Versorgung. Vielleicht weil die Lage schlecht ist oder das Schülerklientel oder einfach Schulleitung oder Kollegium einen schlechten Job machen. Aber das sind wenige selbst bei deinen 300 Schulen wären das weniger als 20% alle Grundschulen. Alleine die öffentlichen Grundschulen sind über 1600. D.h. an der Mehrheit der Schulen sind die Zustände nicht so extrem. Es tut mir leid, wenn ihr dort über Jahre hinweg Probleme habt. Aber du tust jedes Mal so als, ob alle Schulen davon betroffen sind. Ich war auch oft genug auf der Schulleiter-DV zur Personalsituation. Wir hatten auch immer wieder kritische Schulen. Eigentlich gab es aber immer eine Lösung. Und auch wir haben Schulen, die immer wieder Probleme haben, weil sie einfach kein Personal finden. Das ist blöd. Aber das sind die Ausnahmen und nicht die Regel.

  • Das sind ja wahrscheinlich nur die offiziellen Planstellen. Jetzt kommen aber noch die Krankheitsausfälle und Ausfälle wegen Schwangerschaft, die reduzieren die offiziellen Zahlen noch mal deutlich.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Das sind ja wahrscheinlich nur die offiziellen Planstellen. Jetzt kommen aber noch die Krankheitsausfälle und Ausfälle wegen Schwangerschaft, die reduzieren die offiziellen Zahlen noch mal deutlich.

    Klar, insbesondere kurzfristige Krankheitsausfälle von wenigen Tagen werden gar nicht ausgeglichen. Dafür bekommen Grundschulen im Vorfeld eine Menge X an PM-Stunden. Das soll dann reichen. Ist das Kollegium jung und gesund, ist das super und man hat Stunden für andere Sachen über. Hat man aber viele angeschlagenen Kollegen und einen hohen Krankenstand, hat man Pech. Es gibt zwar die Möglichkeit die Vertretungsstunden zu erhöhen aber das muss auch erstmal genehmigt werden und dann muss man auch jemanden dafür haben.

    Muss allerdings auch beachten, dass die Statistik alles was nach dem ersten Schultag passiert nicht berücksichtigt. Einerseits ziehen Krankheiten und Schwangerschaften, die nach dem 1. Schultag kommen die Zahlen weiter runter, andererseits kommen aber auch Abordnungen, Feuerwehrstellen und Einstellungen nach dem 1. Schultag noch hinzu. Am Ende gleicht sich das wahrscheinlich wieder ein wenig aus.

  • Also sind die offiziellen Zahlen falsch? Das kannst Du auch belegen?

    Der LER bemängelt öffentlich:

    "Dabei wird leicht übersehen: Ausgeschrieben werden nicht die Stellen, die tatsächlich gebraucht werden, sondern nur so viele, wie auch Bewerber erwartet werden."

    Dazu kommt, dass seit etlichen Jahren nicht einmal die ausgeschriebenen Stellen besetzt werden können, sondern leer laufen, und zwar nicht allein bei Mangelfächern, sondern auch bei z.B. Deutsch-beliebig oder Mathe-beliebig in der GS, wobei D/Ma ein Pflichtfach ist, sich also quasi jede neu ausgebildete GS-LK auf diese Stellen bewerben könnte.

    Zum Beginn des 2. Schulhalbjahres 2025/2026 konnten von den aktuell 1.262 ausgeschriebenen Stellen bereits 948 erfolgreich besetzt werden. Das entspricht einer Quote von 75 Prozent (Stand: 22.01.2026).

    Derzeit sind über 400 Stellen nicht besetzt und das sind Planstellen, Neuausschreibungen für Jan 27 kommen erst noch. Befristete Vertretungsstellen stehen zurzeit kaum online, das bedeutet aber nicht, dass kein Bedarf bestünde. In den Planstellen sind ja die Fehlzeiten nach Ausschreibungsverfahren gar nicht enthalten - also alles ab etwa März. Das Genehmigungsverfahren für Vertretungen zieht sich, gearbeitet wird mit den zur Verfügung gestellten Listen der Bewerbenden, die online-Liste ist nicht aktuell.

    Dass an allen diesen Schulen dann alle Zusatzbedarfe gestrichen werden, dauerhaft für das Jahr, also Förderung im sozialen Brennpunkt, HBG, DaZ, und dass die PM auch längerfristig als Betreuung in den Unterricht gehen müssen, wenn man keine Vertretungskraft findet, ist dir ja sicher bekannt. Dass FöS-Stunden, die entfallen, nicht ersetzt werden, solltest du auch wissen, dass die Schulen in der Regel nicht einmal die Grundversorgung erhalten können, ist kein Geheimnis.

    Hinzu kommen Daten darüber, wie viele pensionierte Lehrkräfte unterrichten - das findet man in einer kleinen Anfrage im Landtag. Wenn die Schulen so gut versorgt wären, bräuchte es diese Maßnahmen nicht. Natürlich zählen diese LK voll in der Statistik, sie werden aber kaum außerunterrichtliche Aufgaben übernehmen - oder gar Klassenfahrten. Gleiches gilt für PM, studentische Vertretungen, andere Aushilfen.

    Dass es zudem weiterhin Stellen gibt, die eine Abordnung über 3 Jahre in einen anderen Ort beinhaltet, zeigt doch auch, wie schlecht versorgt manche Regionen und Schulen sind - diese Stellen sind in der Regel länger offen, obwohl im Anschluss eine beliebte Stammschule in einer Uni-Stadt locken soll, die Schule also nach 3 Jahren erneut Bedarf haben wird - und Bewerber:innen auch vorher schon in Mutterschutz/Elternzeit sein können: "Die Bereitschaft zur vollständigen Abordnung für drei Jahre an die Grundschule XY im Landkreis YZ ist erforderlich." Der Bedarf kann ja offensichtlich nicht über Abordnungen durch die Nachbarschulen gedeckt werden - von einem Ausgleich nach dem Statistik-Termin kann also gar keine Rede sein.

    Eine Erhebung über tatsächlich geleistete Vertretungen gibt es für NDS nicht.

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