Beiträge von DeadPoet

    Meikes Erlebnis ist leider kein Einzelfall ... vor zwei Wochen erlebte ich etwas Ähnliches. Ich hatte mit dem Englischseminarlehrer vereinbart, dass ein Referendar einen Unterrichtsversuch in meinem Q12 Kurs halten kann, aber noch keinen genauen Termin.
    Sonntag 19 Uhr erreichte mich dann eine Mail: "Hallo, ich soll morgen in Ihrem Kurs die Stunde halten. Bitte schreiben Sie mir, was Sie letzte Stunde gemacht haben ..."
    Am nächsten Tag dann folgendes (gekürztes) Gespräch:
    Ich: "Die Mail kam aber etwas spät ..."
    Sie: "Ach, so spät ist 19 Uhr auch nicht."

    Bei uns muss die Gesamtkonferenz das Fahrtenprogramm beschließen (also alle für das Schuljahr anfallenden absehbaren Fahrten - damit sind nicht kurzfristige Exkursionen gemeint, die aber dann auch nur einen, im Ausnahmefall maximal zwei Tage dauern) ... genehmigt sie eine Fahrt nicht, kann nicht gefahren werden (siehe die von Dir zitierten Verwaltungsvorschriften).
    Wenn z.B. unser Chef möchte, dass die 6. Klassen ins Schullandheim fahren, die Konferenz aber - da die finanziellen Mittel nicht für alles reichen - ein Skilager für die 8. Klassen beschließt, fährt die 6. Klasse eben nicht. Das hängt auch mit dem Budget für Fahrtkosten zusammen ... die Gesamtkonferenz beschließt die Fahrten, damit nicht mehr gefahren wird, als bezahlt werden kann bzw. nicht jeder macht, was er will. Dass die Schulleitung dann diese Fahrt auch noch genehmigen muss (wegen dienstlichen Gründen - Vertretungen, aber auch, weil der Konferenzbeschluss ja evtl. schon einige Monate her ist und das Budget nun anders ausschaut), ist natürlich auch richtig.

    Nachfrage: Ist das Erscheinen tatsächlich ein "Muss"? Wurde das so von der SL kommuniziert? Schlimm genug, dass die Kolleginnen und Kollegen, die für die Planung oder Durchführung direkt verantwortlich sind, wohl tatsächlich "teilnehmen" müssen ... aber alle?
    Bei uns gibt es auch hin und wieder eine Sportveranstaltung oder einen Basar am Wochenende, aber noch nie bekam jemand Probleme, weil er nicht hinging. Wer möchte, tut das, wer nicht, eben nicht ...

    Mehrarbeit ist wohl in verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt. In Bayern muss bei einer Vollzeitkraft bei mehr als 3 zusätzlichen Stunden Unterricht (! Prüfungsaufsichten oder Mittagsaufsichten zählen also nicht) Freizeitausgleich oder Bezahlung erfolgen (und zwar dann auch der 3 Stunden, für die es, wenn sie nicht überschritten werden, nichts gibt). Allerdings wird gegengerechnet: ist meine Klasse im Skilager und fallen mir deshalb 2 Stunde aus wird das mitverrechnet, ich müsste also über 5 zusätzliche Stunden Unterricht kommen.
    Bei Teilzeitkräften verringert sich die Zahl der Stunden, die man haben muss, bevor man etwas kriegt, entsprechend.


    Soweit ich informiert bin, besteht in Bayern kein Recht auf einen freien Tag (es heißt: "Teilzeitbeschäftigten SOLLEN freie Tage ermöglicht werden, sofern dies aus schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen vertretbar ist"). Dennoch ist es eigentlich "normal", dass man - je nach Teilzeithöhe - einen oder sogar zwei hat. Bei 70% hättest Du aber bei uns an der Schule vielleicht sogar keinen. Ebenso sind wohl Vertretungen an freien Tagen nicht "normal", aber möglich. Ich würde entweder kurz mit dem Stundenplaner reden und auch auf die Anfahrtszeit hinweisen ... oder auch kurz mal mit dem örtlichen Personalrat.

    Wenn Eltern behaupten, dass das Kind in anderen Fächern besser ist, und es nur am Fach X liegen würde, ich aber durch Gespräche mit Kollegen/Kolleginnen weiß, dass das nicht so ist, sage ich das ganz direkt.
    Zum Thema "Zu Hause kann er das, er hat so viel geübt" (neben den anderen Ideen) ... vielleicht Prüfungsangst / Prüfungsdruck? Wenn er unbedingt auf das Gymnasium soll (will?), verkrampft er evtl. in der Prüfungssituation?

    Ich denke, da hat sich in den letzten paar Jahren etwas getan. Wie gesagt - die "Übergangsklassen" sind verstärkt im Kommen (Realschüler KÖNNEN - nicht müssen - die 10. Klasse wiederholen um dann ohne Probleme in die Q-Stufe einzusteigen) ... in meiner 10. Klasse sind von 28 SuS über die Hälfte Real- oder Wirtschaftschüler(innen). Die Möglichkeit, von der 10. Klasse Realschule bei entsprechend guten Noten direkt in die Q11 zu wechseln und dann nach zwei Jahren sein Abitur zu haben, gibt es auch. Das ist aber gerade wegen den Problemen, die Du ansprichst, sehr, sehr selten. Andere Hürden als das Stoffniveau und andere Lehrpläne an Realschule / Gymnasium in manchen Fächern gibt es nicht (die reichen aber, um dem Großteil der Realschüler ein solches Unterfangen als zu schwierig / zu anstrengend erscheinen zu lassen) ...


    Der "traditionellere" Weg von der Realschule zum Abitur ist aber die FOS/BOS (und von daher würde ich auch zugeben, dass von der Realschule aufs Gymnasium nicht so weit verbreitet ist) ... und da hat es auch vor 15 Jahren schon nicht schlecht ausgeschaut (wie gesagt, ich habe 3 Jahre an dieser Schulform unterrichtet).

    Ganz "privat": Mein Tochter wurde - auf eigenem Wunsch - frühzeitig eingeschult (jetzt ist es ganz normal, in dem Alter mit der Schule anzufangen). Sie hatte nie Probleme in der Grundschule und geht jetzt recht erfolgreich auf ein Gymnasium.
    Mein Sohn ist einfach (im Moment) noch nicht der Schüler, der konzentriert lernt, sich mit "Schule beschäftigen" will ... er hätte den Übertritt ans Gymnasium rein von den Noten her geschafft, wir haben uns aber ganz bewusst für die Realschule entschieden. Nach zwei Jahren dort denken wir, dass es die richtige Entscheidung war. Sollte es uns sinnvoll erscheinen (oder dann auch ihm), kann er immer noch auf die FOS (oder Übergangsklasse Gymnasium).


    Ich selbst bin Gymnasiallehrer, habe aber 3 Jahre an der FOS/BOS unterrichtet und gerade in diesem Schuljahr sitzen in meiner 10. Klasse Englisch fast 20 Schülerinnen und SChüler, die von der Realschule kommen (Übergangsklasse).

    Warum wird eigentlich bei Diskussionen über Hauptschule, Realschule oder Gymnasium so häufig vergessen, dass das System (in Bayern) ja nicht undurchlässig ist. Man ist mitnichten festgelegt, wenn das Kind in der 4. Klasse die gymnasiale Eignung nicht schafft. Dann geht es halt auf die Realschule ... wenn sich dann nach 5 Jahren rausstellt, dass es doch Abitur machen könnte, kann es in eine Übergangsklasse ans Gymnasium oder macht das (Fach)Abitur an der FOS. Ja sogar nach der Hauptschule geht die Übergangsklasse (dürfte aber schwer sein) oder die BOS nach abgeschlossener Berufsausbildung ...

    Verständnisfrage: die betreffenden Schüler müssen in Englisch schriftlich Abitur machen? Oder könnten sie auch in eine mündliche Prüfung gehen?


    Ich weiß ehrlich nicht, ob einem Schüler, der nach 100 Übungen immer noch keinen comment strukturieren kann, zu helfen ist ... wenn er sich nicht selbst hilft. Denn so richtig schwer ist da nicht. Fehlt da nicht vielleicht auch der Wille auf Seiten der Schüler? In der Oberstufe erwarte ich umso mehr, dass die SuS auch ihren Beitrag zum Erfolg leisten.


    Wie steht es mit Wortschatz? Das ist eher meine Erfahrung, dass der bei schriftlichen Prüfungen (Textverständnis, selbst etwas schreiben bis hin zum comment) häufig das größte Problem ist.
    Gibt es für Dein Bundesland Sammlungen alter Abituraufgaben (z.T. mit Lösungen)? Dann würde ich daraus auch einiges nehmen.


    Ich bin (allerdings in einer 10. Klasse) in einer ähnlichen Situation ... in dieser 10. sitzen SuS, die von der Realschule ans Gymnasium gewechselt sind. Die bekommen zwei Stunden in der Woche ein "Extra" an Übung, um evtl. etwas nachzuholen, was am Gymnasium schon bekannt sein sollte. Ich muss ziemlich aufpassen, denn die "alteingesessenen" Gymnasiasten in der Klasse sind ganz schnell dabei, es als unfair zu betrachten, wenn ich mit den ehemaligen Realschülern etwas übe, was die Gymnasiasten zwar eigentlich können sollten, es aber häufig nicht tun.

    Vülleicht in denen deines Bundeslandes? Wo liegt eigentlich "keine Angabe"?


    * Kopfschüttel *


    aha ... Lehramt: Ja ... Bundesland: Deutschland (interessant, wusste nicht, dass es das gibt) ... Fächer: Lesen und Schreiben ... Glashaus und Stein?

    Ich habe noch nie erlebt, dass der Eindruck entsteht, man wolle sich vom Unterricht drücken. Wohl aber wurden mir nicht immer alle Fortbildungen genehmigt, weil dann eben (wichtiger?) Unterricht ausfallen würde (und nein, ich beantrage nicht pro Woche eine Fortbildung ... eher eine im Halbjahr). Ich habe diese Absagen gut abgeheftet, sollte jemals der Vorwurf aufkommen, ich hätte nicht genug Fortbildungen besucht.


    Und: Für Bayern gibt es eine "vorgeschriebene" Zahl: Ich glaube, es sind 12 Tage in vier Jahren.

    Klar ist: Es besteht ein Alkoholverbot für Schulveranstaltungen, dazu zählen Klassenfahrten.
    Klar ist für mich auch: Es ist kaum möglich, auf einer mehrtägigen Fahrt mit fast erwachsenen Schülern (Abschlussfahrt) ein solches Verbot auch wirklich durchzusetzen, selbst wenn man sich bis zur Grenze des Zumutbaren bemüht (man muss mal schlafen, kann die Schüler auch tagsüber nicht alle non-stop im Blick haben - das würde auch die Ziele mancher Fahrt unmöglich machen).


    Was folgt daraus? Dass ich mich gar nicht mehr bemühe? Dass ich mich bemühe, aber immer schon weiß, dass ich scheitern werde? Es geht mir jetzt weniger um die juristische und dienstliche Seite. Da ist mir klar, dass ich mit "Alkoholverbot aussprechen und sich nach besten Kräften um die Durchsetzung bemühen" schon richtig liege.


    Aber für mich persönlich ... will ich etwas organisieren / an etwas teilnehmen (als "Betreuer" / Lehrer) bei dem ich von Anfang an weiß, dass ich die Regeln trotz aller Mühe nicht durchsetzen kann?


    Meine Konsequenz nach mehreren Fahrten war, dass ich (freiwillig) für solche Fahrten nicht mehr zur Verfügung stehe.

    Leider sind wir eine sehr große Schule (1500 SuS) und das führt auch zu großen Klassen. Schnitt in den letzten Jahren war wohl um die 30. Es gibt auch Klassen mit 26, aber auch mit 33-34.
    Kurse in der Oberstufe sind meist um die 24.

    Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass eine Woche Abschlussfahrt für Lehrer auch nicht nur Vergnügen ist, sondern durchaus eine enorme Belastung sein kann. Und genau diese Belastung kann eben leicht eingespart werden, wenn neue, andere Belastungen dazu kommen. Irgendwann ist einfach mal die Spitze der Fahnenstange erreicht.


    Unser Kollegium hat auch mal versucht, alle Fahrten zu kippen (als Reaktion auf Arbeitszeiterhöhung) ... leider ist die Mehrheit dann angesichts der "flehentlichen" Bitten der SuS wieder umgefallen.

    Susannea: Das kommt in Bayern auf den Umfang der Teilzeit an. Wenn ich weniger als die Hälfte der Unterichtspflichtzeit unterrichte, dann wird auch ab der 1. Stunde Mehrarbeit gezahlt.
    Interessant wäre für mich jetzt, was in anderen Bundesländern als Mehrarbeit gilt - wie gesagt, in Bayern nur zusätzlicher Unterricht.

    Zumindest für Bayern (und wohl auch für andere Bundesländer) gilt die verlinkte Definition von "Mehrarbeit" nicht. Mehrarbeit bei uns sind allein Unterrichtsstunden, die über die normale Unterrichtsverpflichtung hinaus gehen (dabei beginnt Mehrarbeit bei Vollzeitlern erst, wenn sie in einem Monat mehr als 3 zusätzliche Unterrichtsstunden halten müssen). Entfallen einem Stunden (weil die Klasse z.B. auf Exkursion ist) wird das gegen gerechnet. Korrekturen, Aufsichten, Klassleitungen etc sind keine Mehrarbeit, sondern "normaler" Bestandteil des Berufs.


    http://www.bpv.de/downloads/ha…-mehrarbeit-dez-2012.pdf:


    "1Mehrarbeit im Schuldienst liegt vor, wenn Lehrkräfte aus zwingenden dienstlichen Verhältnissen über die regelmäßige wöchentliche Unterrichtspflichtzeit hinaus Unterricht erteilen. 2Eine Ausgleichspflicht der geleisteten Mehrarbeit besteht dann, wenn mehr als drei Unterrichtsstunden im Kalendermonat über die individuelle Pflichtstundenzahl hinaus im Rahmen der Lehrbefähigung an der eigenen oder an einer anderen Schule der gleichen Schulart oder im Rahmen des Hausunterrichts Unterricht erteilt wird; dabei gelten die beruflichen Schulen als eine Schulart. 3Bei Lehrkräften, deren Unterrichtspflichtzeit ermäßigt wurde oder die Anrechnungsstunden erhalten, liegt ausgleichspflichtige Mehrarbeit vor, wenn die herabgesetzte Unterrichtszeit (individuelle
    Pflichtstundenzahl) um mehr als drei Unterrichtsstunden im Kalendermonat überschritten wird. 4Bei Teilzeitbeschäftigten ist die Grenze von drei Unterrichtsstunden entsprechend dem Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Unterrichtspflichtzeit herabzusetzen."

    Die Note an sich ist - wie andere schon sagten - nicht gut und liegt (auch unabhängig von der Uni) unter dem Durchschnitt. Die Gesamtnote Geschichte errechnet sich auch nicht aus einer Prüfung - wo man evtl. mal Pech hatte - sondern aus (zumindest war das bei mir damals so) mehreren mündlichen Examensprüfungen (bei mir in alter, mittelalterlicher, neuer/neuester Geschichte und hist. Hilfswissenschaften) und mehreren schriftlichen (ich glaube, ich habe damals in mittelalterlicher und neuester Geschichte geschrieben). Da waren bei mir auch manche Ergebnisse nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte (weil ich z.B. auf bestimmte Fragen gar nicht gefasst war) - aber in der Summe kommt schon ungefähr etwas raus, das dem Fachwissen entspricht.
    Bei "guten Leuten" (im Sinne von wissenschaftlich gut bzw. gut gelernt auf die Prüfungen) kommt diese Note mMn eher nicht vor - aber "gute Leute" (im Sinne von gute Lehrer) definieren sich ja nicht nur durch die Note des wissenschaftlichen Examens.


    Von daher - je nachdem für was die Kollegin sich bewirbt - nicht überbewerten.

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