Alles anzeigenLiebe Kollegen,
ohne etwas zu den Karrierechancen des Threaderstellers sagen zu können, wirft es IMHO ein bezeichnendes Licht auf unseren Berufsstand, wenn einer zugibt, AUCH Ambitionen auf Leitungsaufgaben zu haben und dann von allen Seiten fast nichts anderes zu hören bekommt, als dass das doch ganz "pfui" sei und man doch deswegen nicht Lehrer werde... Leute, überlasst es doch bitte jedem Einzelnen, warum er Lehrer wird. Und die ohnehin mageren Karrierechancen nutzen zu wollen, die einem der Beruf bietet, ist überhaupt nicht verwerflich. Da kann die "Wir-sind-doch-alle-Lehrer-wir-machen-doch-alle-das-gleiche"-Fraktion noch so laut meckern.
Davon abgesehen finde ich es durchaus begrüßenswert, wenn die Leute auf Funktionsstellen kommen, die das auch wollen. Und nicht die, die nicht schnell genug "nein" sagen konnten.
Just my two cents!
Viele Grüße
Fossi
Ja ... nur ... bis man dann mal Schulleiter ist vergehen einige Jahre, in denen man unterrichten wird (muss). Wenn man jetzt aber hauptsächlich wegen den ach so tollen Aufstiegschancen Lehrer geworden ist, tut man sich und den Kindern nix Gutes. Darüber hinaus würde ich auch keinen Chef wollen (und manche haben ihn evtl.), der überwiegend aus diesen Gründen heraus Lehrer und dann Schulleiter geworden ist. Das von dir genannte "AUCH" würde ich nämlich nicht als "AUCH" sondern als "hauptsächlich" lesen. Einen Teil der scharfen Reaktion (mit Sicherheit meiner) hat auch die Aussage des OP hervorgerufen, die man so interpretieren kann (muss), dass jemand, der "nur" unterrichtet nicht besonders leistungsorientiert ist ... (was dann auch zu meiner Aussage führte, dass die wahre Leistung im guten Unterricht besteht und man erst auf dieser Basis an weitere Karriere denken sollte).
Für mich sollte der Ablauf nämlich schon so sein: Ich bin Lehrer, weil ich unterrichten will. Ich erledige diese Aufgabe auch gut und dann möchte ich vielleicht etwas mehr "am Ruder" sein, mehr Einfluss haben, Verantwortung übernehmen etc (aber irgendwie doch erst, wenn ich überhaupt den ganzen Betrieb an einer Schule kenne und verstanden habe) ... dann kann ich auf eine Funktionsstelle wollen. Aber schon vor Beginn der Ausübung des Berufs davon ausgehen, dass die eigentliche Hauptaufgabe des Lehrers nur ein lästiger Zwischenschritt sein soll ... ja, sorry, aber das halte ich für den falschen Beweggrund und da wird man nicht glücklich werden. Davon abgesehen ist so ein Aufstieg (Einstiegsalter hin oder her) ja auch nicht garantiert.
Und auch wenn das jetzt nicht gut ankommt: Als Kollege interessiert es mich schon irgendwann und irgendwie, warum jemand Lehrer geworden ist. Denn ich soll und muss mit diesen Leuten zusammen arbeiten, sie ggf. vertreten, pädagogische Arbeit leisten ... das wird nicht ganz so einfach, wenn es dem Kollegen nur / hauptsächlich auf die Karriere und nicht auf die Kinder ankommt.