Beiträge von Maylin85

    Die Story, dass eine Sekretärin Schüler und Kollegen beklaut, war schon ein extrem absurder Aufhänger. Davon abgesehen fand ich die Unterrichtsszenen vom transportierten Grundgefühl her aber stellenweise unangenehm authentisch, war schon am Fernseher von diesem ganzen Klassenvibe massiv genervt (angefangen bei der Klatscherei in einer der ersten Szenen) und dachte zwischenzeitlich mehrfach "das ist einfach wirklich ein ätzender Job".

    Das Ende habe ich leider durch Arbeiten nebenbei verpasst, nehme aber an, bei dieser Art Film war es irgendwas offenes...


    Gefiel mir insgesamt jedenfalls nicht.

    Sissymaus

    Bei uns am BK läuft in der Hinsicht auch sehr viel, von Berufsberatung über Betriebe/Jobmesse im Haus bis zur aktiven Unterstützung bei der Praktikumssuche im Vollzeitbereich. Am BK finde ich das aber auch richtig verortet und angemessen, denn da liegt der komplette Fokus der Schule ja darauf, Schüler bestenfalls in Ausbildungen unterzubringen bzw. diese erfolgreich zu begleiten.

    Aus Sicht von jemandem, der 9 Jahre am Gymnasium war, verstehe ich aber auch, warum der Stellenwert dort ein anderer ist und die ganzen KAoA-Aktivitäten eher nebenbei laufen. Gerade in der Mittelstufe ist das Thema Berufswahl für die Schüler noch so weit weg, dass der tatsächliche Nutzen dieser Tage doch eher überschaubar ist. Bei der Potentialanalyse kamen auch oft Ergebnisse raus, die für die Schüler nicht so richtig nachvollziehbar und hilfreich waren. Meines Erachtens bräuchte es mehr Berufsorientierung in der Oberstufe, der Mittelstufenteil hat aber eher den Charakter von verordnetem Aktionismus.

    Ich bin jetzt die falsche Schulform, aber ich erwarte folgendes:

    • Ansage an die Schüler: Kein Beruf der Eltern/Verwandtschaft. Kein Praktikum in Schulen.
    • Hilfe bei der Erstellung einer seriösen/professionelle Bewerbung um ein Praktikum. Da muss man bei uns an der Realschule sicher mehr und aktiver unterstützen als am Gymnasium. Aber auch Gymnasiasten müssen zumindest wissen, wie der Mindeststandard aussehen soll.
    • Vermittlung von Praktikumsplätzen zumindest in der 2. Runde. Dh. wenn ein Schüler 2-3 Absagen kassiert hat, sollte die Schule helfen und einen Platz bei einem Partnerunternehmen vermitteln.

    Und aus welchem Zeitkontigent soll so ein Rundumservice abgezwackt werden? Dass das vielleicht wünschenswert wäre, verstehe ich, halte ich aber für völlig unrealistisch. Welches Gymnasium hat denn "Partnerunternehmen"? Wer pflegt diese Beziehungen? Und rechtfertigen drei Schnuppertage diesen ganzen Aufwand?


    Sissymaus

    Das mag sein, ja. Dennoch ist der Tag ja eher ein diffuses Investment, wenn man darauf hofften muss, dass der Achtklässler sich 5 Jahre später nach dem Abitur eventuell noch erinnert und für eine Ausbildung interessieren könnte.

    Okay, hagelnde Absagen sind natürlich ein Problem.

    Ansonsten bin ich mir recht sicher, dass die meisten unserer Schüler gar keine Lebensläufe geschrieben haben (was soll da bei 8./9.klässlern auch drinstehen), sondern mündliche Anfragen reichten.

    Wie habt ihr das denn früher gemacht? Ich hab mir ein Telefonbuch genommen und Firmen angerufen, keine Eltern haben da überhaupt gar nichts gemacht. Meine Freundin ist persönlich hingegangen und hat geklingelt und angefragt, ich hab um die Ecke gewartet.

    Das ist mit heutigen Informations- und Kommikationsmöglichkeiten doch alles 1000x einfacher.

    Keine Ahnung, ich habs damals nur zur Kenntnis genommen. Lernfortschritt ist egal, den gibts bei einer Suspendierung auch nicht. Wir hatten auch so lustige Maßnahmen wie "Schüler muss 2 Wochen mit der Klassenleitung durch alle Lerngruppen tingeln, Fachlehrer stellen Material, an dem währenddessen dann gearbeitet werden kann".

    (für die betroffene Klassenlehrkraft übrigens auch extrem "schön")

    Ist es rechtlich denn tatsächlich zulässig, den Tag dann zum Praktikumstag zu machen? Ich bin ziemlich sicher, dass unsere Schüler, die ein paar Tage die Woche im Praktikum sind, gestern auch frei hatten. Sagte Freitag jedenfalls jemand.

    So oder so, für die Schüler ist das echt unverschämt - würde ich auch nicht hingehen^

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