Beiträge von Maylin85

    Warum? Er ist zutreffend. Die kirchlichen Schulen, an denen ich gearbeitet habe, mussten keine Kinder ohne Gymnasialempfehlung aufnehmen und haben auch keine zieldifferente Inklusion betrieben. Und wer dort nicht in der Spur lief, musste irgendwann auch gehen. Das ist Selektion.

    Haben wir aber nicht …

    … und den Indern ist auch nicht damit geholfen, normale Leitungen zu erwarten, sobald sie mal in der Schule auftauchen.

    Ei müssen dann Klassenarbeiten schreiben und werden normal bewertet, können diese Leitungen nicht bringen und können auch nichts aufholen.

    Dann sind sie frustriert oder beschämt und fehlen wieder.

    Das heißt, es soll lieber ein Haufen öffentlicher Gelder für eine Integrationshilfe rausgeschmissen werden, nur weil Eltern ihr Kind nicht regelmäßig in die Schule schicken? In welcher Welt ist das eine adäquate Lösung für die beschriebene Problematik?

    Wieso ist kein Zucker eine Essstörung? Ich finde eher gestört, dass alles gnadenlos überzuckert wird.

    Bei uns gabs nie Zucker im Haus, ich selbst besitze auch keinen. Aber ich filtere bei Fertigprodukten leider viel zu wenig, ob und wieviel irgendwo drin ist. Man täte sich selbst einen großen Gefallen, würde man das tun.

    Klare Antwort aufgrund jahrelanger Erfahrung: nichts.

    Abgesehen davon finden diese Leute immer einen Arzt, der großzügig Atteste ausstellt, sodass Jugendamt und Polizei sowieso nicht eingreifen.

    Das darf echt nicht sein. Wir brauchen dringend eine andere Gesetzgebung und Vollstreckung.

    Das Kind soll nach Wunsch beider Eltern auf jeden Fall in der Schule verbleiben.

    [...]

    Leider wird es ohne Mitarbeit der Eltern keine Änderung geben.

    Vielleicht sollte man da mal ansetzen? Was passiert, wenn man diese Vernachlässigung beim Jugendamt meldet? Oder die Polizei zwecks Zuführung vorbeischickt?

    Es stimmt natürlich, dass der Eigenanteil der Kirchen an vielen Einrichtungen sehr gering ist. Ich finde trotzdem wichtig, dass sie bestehen bleiben, denn sie leisten oft gute Arbeit (gerade WEIL sie eigene Befugnisse haben) und übernehmen wichtige Funktionen. Konkret im Bildungsbereich an vielen Schulen z.B.: Selektion, die der Staat ja längst aufgegeben hat. Auch im Bereich Pflege hat mich das katholische Pflegeheim meiner Oma von allen Einrichtungen, die ich bisher betreten habe, mit Abstand am meisten überzeugt. Ich hab auch meine Vorbehalte gegenüber kirchlichem Kerngeschäft, aber deswegen ist nicht alles, was an Geldern in die Kirchen und den Betrieb ihrer Einrichtungen fließt, schlecht und fehlinvestiert.

    Genau das. Da wir im Homeoffice auf ungesunde(!) Art und Weise die Arbeit extrem effizient erledigen, würde in der Präsenz in der Schule die Effizienz leiden. Zum Einen, weil dort die Arbeitsverdichtung von über-verdichtet auf normal verringert würde und zum Anderen, da im Büro all die Dinge wie das kurze Schwätzchen auf dem Gang, im Büro und all die Reibungsverluste, die in Behörden und Unternehmen (im Verwaltungsbereich) entstehen, dann die effektiv genutzte Arbeitszeit verringern.

    Zu dem ersten Aspekt: Ich vergleiche da mal damit, wie ich früher in der Industrie und auch mal in einer Behörde gearbeitet hatte: Jetzt muss ich jede Mail, jede neue Information, Verordnung etc. pp. innerhalb kürzester Zeit aufnehmen, weil ich Zeit für meine anderen Tätigkeiten brauche. In Präsenz würde ich all dies - auch im Hinblick auf meine eigene Gesunderhaltung - nicht(!) trödelnd, aber eben in angemessener Geschwindigkeit und sorgfältig erledigen. Die Korrektur einer einfachen kleinen HÜ, die ich jetzt unter Raubbau an meiner Gesundheit in möglichst kurzer Zeit erledige, würde bei Präsenzpflicht mind. 50% mehr Zeit brauchen, weil ich nicht hetzen muss, sondern endlich angemessen Zeit habe. KAs, Kontrolle von Lerntagebüchern etc. würden genauso mehr Zeit kosten. Ohne Trödeln, nur eben dann normales Tempo. Vorbereitung und Nachbereitung von Unterricht erfolgt zur Zeit auch immer in sehr verdichteten Phasen. Bei geistiger Arbeit mit hoher Konzentration braucht es auch geistige Regenerationsphasen! In diesen Phasen mache ich zur Zeit die Spülmaschine, gehe einkaufen etc., bevor ich dann wieder verdichtet weiter arbeite. Im Büro war die geistige Regeneration in der Arbeitszeit (mit dann reduziertem Arbeitstempo) immer drin und wäre es auch bei mir bei Präsenzpflicht in der Schule.

    Die Situation: "Eure MINT-Prüfungen setzen wir ans Ende der Prüfungsphase, weil ihr ja die Korrektur schnell über's lange Wochenende erledigen könnt und der Zweitprüfer das am Montag braucht." würde auch nicht mehr funktionieren, da ich dann ganz sicher nicht am Samstag und Sonntag im Homeoffice weiter korrigiere und da gibt es viele andere konkrete Beispiele im Schulalltag - nicht nur in Prüfungsphasen.

    Dazu kommt: Um die Schulen zu einem angemessenen Arbeitsplatz zu machen, müssten die Schulträger (in RLP: die verarmten Kommunen) investieren. Diese hätten daran aber kein Interesse, im Gegenteil. Das Land als Dienstherr hätte ein Interesse an Arbeitsplätzen in der Schule, wäre aber erfahrungsgemäß nicht bereit, diese zu finanzieren.

    Ehrlich gesagt wäre ich gar nicht abgeneigt 😊 Feste Arbeitszeiten, geregelter Feierabend, freie Wochenenden und es würde sehr schnell klar werden, dass in Korrekturphasen an Schulen quasi nichts anderes mehr stattfinden kann bzw. die Belastungsspitzen ggf. sogar neu geregelt werden müssen. Wäre bestimmt ein gesünderer Rythmus als der, den vielen von uns leben.


    Schließe mich aber an, dass man die Aussage nicht wirklich ernst nehmen kann.

    Bei Mittagsessen und Streetworker auf dem Spielplatze denke ich, man sollte besser mal endlich Eltern so sanktionieren, dass sie ihren Job gescheit machen. Das Geld für Verpflegung ist im Bürgergeld einkalkuliert, diese Aufgabe muss nicht die Allgemeinheit übernehmen. Wenn Eltern nichtmals solche Basics geschissen kriegen, sollten die Kinder bestenfalls direkt aus dieser verkommenen Lebensumgebung genommen werden - das wiederum sollte der Staat finanzieren; eine Armenspeisung braucht es bei unseren sozialen Sicherungssystemen eigentlich schlicht nicht.


    Davon unabhängig haben Kirchen imo durchaus eine relevante gesellschaftliche Funktion für Teile der Bevölkerung. Wer das unterschützen möchte, kann das doch tun 😊

    Bin ich die Einzige, die sowas überhaupt nicht juckt? Fällt für mich unter Kindergetue und ich käme gar nicht auf die Idee, mich da irgendwie intensiver mit zu beschäftigen. So sehr mich Verhalten im Unterricht oft nervt, so egal ist es mir außerhalb. Vor allem bei Schülern, mit denen ich nichtmals groß was zu tun habe.

    Ehrlich, an so Kleinkram würde ich mich nicht abarbeiten. Das ist imo nur eine Baustelle, wenn man zwanghaft eine daraus machen will.

    Die ganz normalen Besoldungstabellen. Ich hatte beim privaten Träger centgenau das gleiche raus, wie beim Land.

    Im Vertrag der Kirche, den ich nicht unterschrieben habe, wird auf die Festsetzung der Bezüge "nach Maßgabe der besoldungsrechtlichen Bestimmungen [...], die für vergleichbare Beamtinnen/Beamte des Landes NRW gelten" verwiesen. Plus Zuweisung in meine bestehende A-Besoldungsgruppe.

    Wenn das schon zu schlimm ist, frage ich mich aber was man zum Thema Coming of age überhaupt noch lesen darf. Aber Holes und Hunger Games können die Deutschlehrer von mir aus haben. Da gibt es doch bessere Alternativen.

    Hunger Games war halt ein gut machbarer Dystopia-Roman für sehr schwache Grundkurse.

    ...und ja, gibt es, aber wenn ich einmal Unterrichtsmaterial gekauft oder erstellt habe, soll sich das bitte auch durch Mehrfachnutzung auszahlen.

    Ist ja nicht so, als gäbe es keine Bücher deutscher Autoren.

    Wenn man SuS wählen lässt / Vorschläge machen lässt, ist es halt so.
    Die Kollegin hat es im Schuljahr 2009/2010 gelesen. Irgendwie habe ich Zweifel, dass ganze Englisch-Fachschaften das Buch da auf dem Schirm hatten.
    Wenn Jugendbücher mit dem Ziel der Leseförderung gelesen werden, dann soll man sich an die Interessen der SuS orientieren und nicht an die zufällig im Regal stehenden deutschen Bücher.

    "zarte Seelen": ICH hätte das Buch nicht mit der Klasse gelesen. Ich habe weder das Buch gelesen, noch die Serie geschaut, ist für mich zuviel. Aber passte wohl damals in der Klasse (ICH möchte aber nicht mehr das Risiko nehmen, dass es eben nicht passt, aber keine*r was sagt. Ich habe im Päda-Unterricht Napola geguckt und das würde ich jetzt nicht mehr in der Form machen (sondern den Unterricht so aufbauen, dass der Film nicht mehr "notwendig" ist.

    Es war ja nicht nur das, sondern auch Holes, Hunger Games, etc. pp. Hat man einen Kurs bekommen, in dem Schüler aus 3-4 Sek I Klassen zusammengemixt waren, war das teilweise schon sehr ätzend. Wir haben die Deutschkollegen als Fachschaft damals irgendwann offiziell aufgefordert, das für bestimmte Lektüren bitte zu unterlassen, klappte aber nur so semi.

    Ich habe es übrigens auch nur zweimal gelesen (2013 und 2015) und dann nicht mehr, weil ab da plötzlich nur noch Kurse mit psychisch angekacksten Schülern nachkamen und man ja bloooß nichts antriggern wollte. Mittlerweile frage ich allerdings, ob die Rücksichtnahme auf Befindlichkeiten nicht irgendwie auch Überhand genommen hat und übertrieben ist.

    Eine Kollegin von mir hat oft um Vorschläge von SuS gebeten und hat zum Beispiel noch laaaange vor der Serie "Tote Mädchen lügen nicht" gelesen, man kann auch SuS selbst suchen lassen.

    ...und wir haben uns in der Englischfachschaft immer sehr gefreut, wenn die Deutschleute uns die Lektüren verbrannt und nichts von deutschen Autoren gefunden haben 🙄

    Inwiefern gerade dieses Buch aber ggf. weniger triggernd für zarte Seelen ist, als Das Parfum, sehe ich nicht ganz.

    Ich bin der eine Mensch, der den Werther damals richtig richtig gut fand 😊 Neulich bin ich allerdings mal über das Hörbuch gestolpert und dachte, das sei vielleicht auffrischend mal ganz nett für eine lange Bahnfahrt -> gruselig. Trifft heute leider überhaupt nicht mehr meinen Nerv. Schon interessant, wie sich Wahrnehmung verändern kann. Elektra und Antigone habe ich als Schüler auch gerne lesen, würde ich heute auch nicht mehr unbedingt aus dem Regal ziehen. Dafür fand ich Berlin Alexanderplatz ätzend, was ich vor ein paar Jahren dann doch nochmal recht gerne gelesen habe. Schachnovelle und Physiker gefielen mir nicht so, dafür das Fräulein von Scuderi.

    Ich finde, es muss auch gar nicht alles, was gelesen wird, "gemocht" werden. Der Wert der ganzen Schullektüren lag für mich u.a. auch ganz schnöde in der Bandbreite der Literatur, die ich mir alleine in der örtlichen Stadtbücherei so vermutlich nicht erschlossen hätte. Abstriche finde ich schade.

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