Beiträge von Mia

    Hm, sagen wir mal so: Ich mag es eigentlich sehr gerne, wenn Arbeitsblätter möglichst perfekt sind. Ästhetisch ansprechendes Arbeitsmaterial motiviert halt eben auch einfach mehr zum Arbeiten. Und das danken einem die Schüler indirekt dann irgendwie schon, denke ich.


    Aber: Mir fehlt leider die Zeit, um das auch so umzusetzen. Ist natürlich letztlich eine Frage der Prioritätensetzung, aber da fallen bei mir die Arbeitsblätter meist dann doch eher hinten runter.


    Sehr ärgerlich finde ich es übrigens, wenn ich es dann doch mal gelegentlich schaffe, das perfekte Arbeitsblatt zu kreieren und dann vermurkst es der Schulkopierer, indem er Flecken oder Streifen produziert oder einfach mit 'nem fast leeren Toner nur schlechte Ergebnisse bringt. X(


    Gruß
    Mia

    Zitat

    Original von funke
    Wie handhabt ihr das, wenn ihr oft wechselnde Farben verwendet?


    Einfach dann entsprechend den Stift wechseln. Ich hab ja auch in aller Regel verschiedene Stifte in petto. Über Glitzerstifte freuen sich übrigens sogar noch 9. Klässler. :D


    Ansonsten seh ich nicht ein, warum ich als Lehrer immer Rotstifte im 10er Pack kaufen soll. Ich kauf immer Packungen mit verschiedenen Farben und schmeiß die restlichen Stifte doch nicht weg. ?(


    Lediglich bei Grün bin ich bei offiziellen Arbeiten vorsichtig, da das eigentlich die Farbe der Schulleitung ist. Aber Wochenpläne, Arbeitsblätter oder sonstwas werden auch mal in Grün korrigiert.


    edit: Ach ja, das Wesentliche, was ich sagen wollte, ging vergessen. :D
    Also in Sachen Korrekturen versuche ich einen Mittelweg zu gehen und versuche Prinzipienreitereien zu vermeiden. Bei Arbeiten muss ich natürlich alles anstreichen, das ist klar. Aber bei Hausaufgaben, Texten mit bestimmten Schwerpunkten oder ähnlichem mache ich es auch durchaus hin und wieder so, dass ich mir einen Korrekturschwerpunkt suche. Die restlichen Fehler streiche ich dann nicht an.
    Das kann aus pädagogischen Gründen tatsächlich manchmal sinnvoller sein, als stur den Rotstift zu schwingen. Aber logischerweise ist es pädagogisch gesehen genauso wenig sinnvoll, bestimmte Fehler grundsätzlich nie anzustreichen.


    Ich denke, du machst es schon richtig, funke, wenn du dein pädagogisches Handeln überprüfst, nachdem du von einer Mutter auf etwas angesprochen wurdest. Aber das heißt nicht unbedingt, dass man dann zu dem Schluss kommen muss, dass man es nun genauso machen sollte, wie es sich manche Elternteile nun wünschen.


    Gruß
    Mia

    Singen bringt aber auch nur was, wenn man einen guten Chorleiter (oder Gesangslehrer oder wen auch immer) hat. Ansonsten kann man auch beim Singen leider falsche Gewohnheiten noch weiter ausbauen und sich die Stimme komplett ruinieren.


    Stimmtraining ist sehr wichtig für die Angehörige von Sprechberufen und leider wird das nicht nur in der Lehrerausbildung komplett vernachlässigt.
    Wir hatten zwar immerhin auch mal ein Seminar zum Thema Sprecherziehung, aber das war ein echter Witz (was mir allerdings auch erst aufgefallen ist, nachdem ich meine Examensarbeit zum Thema Stimmstörungen geschrieben habe).


    Ich würde empfehlen eine richtige Fortbildung zu dem Thema zu machen, auch wenn's Geld kostet. Aber das ist es wert, denn eine richtig eingesetzte Stimme ist eigentlich die wichtigste Grundlage in unserem Job. Wenn die nicht stimmt, nutzen die besten pädagogischen Konzepte eigentlich nix, denn nichts ist schlimmer als ein Sprecher, bei dessen Stimme man eine Gänsehaut bekommt. Diese Erfahrung musste ich unlängst mal wieder selbst während einer Fortbildung machen. Diese Frau hatte so eine gruslige Stimme, es war für mich unmöglich ihr zuzuhören. Sehr fatal bei Lehrern, aber leider gar nicht mal so selten.


    Ganz davon abgesehen, dass man bei einer untrainierten, falsch eingesetzten Stimme früher oder später auch einfach Stimmbeschwerden bekommt.


    Für konkrete Tipps nutze ansonsten einfach mal die Suchfunktion hier im Forum. Die Frage nach Stimmtraining taucht regelmäßig auf und da wurden schon viele gute, unkomplizierte Übungen für die Stimme beschrieben.


    LG
    Mia

    Ich habe den Eindruck, dass die Nachfrage in Sachen Fachrichtung von Bundesland von Bundesland doch sehr verschieden ist. Hier in Hessen kannst du mit L-Absolventen die Straße pflastern, dagegen werden EH-Absolventen schon eher gesucht bzw. es wurde sogar mal drüber nachgedacht, an den hessischen Unis EH als Pflichtfachrichtung zu nehmen (keine Ahnung, ob das wirklich umgesetzt wurde).


    SH ist eine sehr spannende Fachrichtung! (Ok, ich bin extrem subjektiv, da Sprachheillehrerin. :D ) Sprachbehinderungen sind soziale Behinderungen, d.h. du hast in aller Regel die Sprachauffälligkeiten gepaart mit Lern- und/oder Verhaltensaufälligkeiten. Daher ergänzen sich SH + LH oder EH sehr gut. (Alle drei Fachrichtungen braucht's wiederum auch nicht, LH/EH überschneidet sich in vielen Bereichen).
    Tatsächlich ist aber der Nachteil, dass es nur sehr wenige Sprachheilschulen gibt und man's als Sprachheillehrer in manchen Regionen nicht ganz leicht hat, in den Schuldienst reinzukommen.
    Bislang war aber der Vorteil von Sprachheillehrern, dass sie auch außerschulisch im Bereich Sprachtherapie arbeiten konnten. Ein super Vorteil gegenüber anderen Fachrichtungen, wo es deutlich schwieriger ist, außerschulisch Jobs zu finden.
    Ich habe aber keine Ahnung, ob das mit den neuen Master-Studiengängen dann noch möglich ist. Es war immer in der Diskussion, dass Sprachheillehrer evtl. keine Zulassungen für Sprachtherapie-Praxen bekommen sollten, kann gut sein, dass sie im Zuge der Reformierung des Studiengangs gleich diese Option mit abgeschafft haben. Wenn du da Genaueres wissen willst, empfiehlt sich eine Anfrage bei der dgs (Eine Mitgliedschaft in diesem Verband ist übrigens schon im Studium zu empfehlen, da ist der Mitgliedsbeitrag sehr günstig und man bekommt als Mitglied kostenfrei die sehr gute Fachzeitschrift "Die Sprachheilarbeit").


    Dann noch zu deiner Frage in Sachen Fächerwahl: Deutsch ist als Sprachheillehrer rein fachlich auf jeden Fall zu empfehlen, da sich die Inhalte im Bereich Linguistik/Sprachwissenschaften optimal ergänzen. Ich weiß von vielen Studenten mit anderen Wahlfächern, die sich mit der Sprachheilpädagogik sehr schwer getan haben, weil sie gewisse linguistische Grundlagen einfach nicht hatten. Außerdem ist natürlich das Fach Deutsch später das Fach, in welchem die Sprachtherapie unterrichtsimmanent am stärksten zum Tragen kommt. Wenn einem da dann wichtige didaktische Grundlagen fehlen, wird das sehr schwierig. Zudem kommt hinzu, dass an vielen Sprachheilschulen Deutsch für jeden Klassenlehrer verpflichtend ist.
    Allerdings, wie ja auch schon festgestellt wurde: Deutsch haben sehr viele als Wahlfach und entsprechend größer ist dann die Konkurrenz bei der Einstellung. Dennoch würde ich empfehlen, das Risiko einzugehen, denn der Stellenmarkt für Förderschullehrer ist in der Regel recht gut - im schlimmsten Fall wartet man 1-2 Jahre auf eine Planstelle (hier in Frankfurt zumindest). BAT-Verträge kriegt man eigentlich so gut wie immer. (Mir ist aus meinem eigenen Jahrgang und aus den letzten Referendarsjahrgängen kein Fall von einem arbeitslosen Förderschullehrer bekannt...)


    Mathe wird als Klassenlehrer natürlich auch gern gesehen (wird aber an meiner Schule auch sehr häufig als Fachunterricht abgedeckt, ist also nicht so zwingend wie Deutsch). Aber meiner Erfahrung nach kann man sich in Mathe sehr gut selbst einarbeiten, auch ohne es studiert zu haben. Ich unterrichte sehr gerne Mathe, auch bis Klasse 10. (Muss aber zugeben, dass ich Mathe als LK hatte und demnach nicht gerade auf Kriegsfuß mit dem Fach stehe. ;) )
    An der Uni, an der ich studiert habe, bot das Mathestudium für die Lehramtsstudenten auch wenig im Bereich Didaktik. Die Kommilitonen mit Mathe, die ich hatte, haben sich zusammen mit den Diplom-Leuten 'nen Wolf gerechnet, aber es handelte sich dabei ausschließlich um höhere Mathematik. Wie man 6.Klässlern gut Bruchrechnung vermitteln kann, haben sie aber leider auch nicht gelernt. (Das merke ich auch immer wieder, wenn ich mit studierten Mathekollegen zusammenarbeite. Von Mathedidaktik haben die nicht mehr Ahnung als ich. :-( )
    An der Uni hatten wir zwar auch Mathedidaktik für alle, aber das bezog sich ausschließlich auf den Eingangsunterricht in Mathematik (obwohl wir auch alle für die Sek.I ausgebildet worden sind!)
    Da kann's aber gut sein, dass es da auch Unis gibt, die das Lehramtsstudium etwas besser gestalten (hoffen wir's mal...).


    Ansonsten finde ich persönlich das Fach Arbeitslehre an Förderschulen sehr sinnvoll und da gibt es auch sehr sehr wenige Absolventen, aber viel Bedarf!


    Dann zahlt es sich auch ganz bestimmt aus eine fundierte didaktische Ausbildung im Fach Englisch zu haben, denn wie man sich denken kann, liegen hier für Sprachheilschüler große Hürden (aber auch große Chancen!). Du kannst Englisch an Sprachheilschulen unterrichten auch ohne es studiert zu haben, aber allein gute Englischkenntnisse bringen einen hier nicht weiter. Ich hab's mal versucht, auch viele Forbildungen dazu gemacht, aber war permant didaktisch an meinen Grenzen. Inzwischen überlasse ich es doch lieber den ausgebildeten Englisch-Kollegen.


    So, dann gibt's natürlich noch die vielen anderen Fächer - da halte ich es für eine rein persönliche Entscheidung, ob man's nimmt oder nicht. Je nach Fach erhöht es immens die Einstellungschancen (allen voran die naturwissenschaftlichen Fächer - das nimmt kaum ein Förderschullehrer), aber man hat eben dann auch später gewissen Nachteile. Wie erwähnt einmal die didaktischen Lücken in anderen Fächern und zum anderen kann's leicht passieren, dass man dann als Fachlehrer endet. An meiner Schule wird Physik, Chemie, Musik, Kunst und Sport fast ausschließlich über die jeweiligen Fachllehrer abgedeckt und dazu muss man geboren sein. Du hast keine Bezugsklasse, die Fächer sind meistens nur einstündig und du hast entsprechend jede Stunde eine andere Klasse vor dir sitzen. Bei Schülern mit Auffälligkeiten im Lernverhalten kann das äußerst anstrengend sein. (Ich persönlich würde als Fachlehrer wohl durchdrehen.) Aber der Vorteil wiederum ist, dass der ganze Rattenschwanz an Arbeit, den du als Klassenlehrer hast, wegfällt...


    Gemeinschaftskunde wird natürlich auch in der Sprachheilschule unterrichtet (ist ja zielgleich, d.h. es gibt genau die gleichen Fächer wie an der Regelschule), aber bei uns wird das Fach fast ausschließlich durch die Klassenlehrer abgedeckt und dementsprechend in aller Regel fachfremd unterrichtet. Geht eigentlich ziemlich gut. Um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht mal, wer bei uns im Kollegium das Fach studiert hat - scheint also im Endeffekt kein allzu großer Unterschied zu sein. Aber viele haben's definitiv nicht studiert, wer weiß, vielleicht hat man dadurch größere Einstellungschancen.


    Also alles hat so seine Vor- und Nachteile, du merkst es wahrscheinlich schon. :D


    Nimm dir wirklich gut Zeit für deine Entscheidung, entscheide dich aber am besten dann für das, wofür du dich persönlich am meisten interessierst. Wenn dich etwas interessiert und du dich entsprechend gerne engagierst, dann wirst du auch entsprechend gut sein. Einstellungschancen können sich eh immer wieder verändern, wer weiß wie's aussieht bis du fertig bist. ;)


    Zudem arbeitet jede Schule konzeptionell ein wenig anders. So wie's bei uns ist, muss es nicht an anderen Schulen sein - also weiß du letztlich sowieso nie 100%ig, worauf es hinausläuft.


    Liebe Grüße
    Mia

    Na ja, in Sachen Musik ist sehr viel absolut Geschmackssache. Qualitativ ist das durchprodzierte Zeug jedenfalls nicht zwangsläufig schlechter als irgendwelche alternativen 70er-Songs.
    Die 70er waren cool, keine Frage und ich mag das Zeug aus der Zeit teilweise auch sehr gerne. (Hab mich allerdings zugegebenermaßen an einigem satt gehört. Meine ganzen Led-Zeppelin-CDs z.B. hör ich schon seit Jahre nicht mehr.) Jedenfalls seh ich das alles aber auch nicht durch die rosarote Brille. Kommerz gab's auch zu dieser Zeit schon und mehr als man sowohl damals als auch heute rückblickend gerne sehen mag.^^


    Und damals waren die Leute in unserer Generation auch schon der Meinung, dass alles Neue Bullshit ist. :D


    @frosch: Wie du kennst Gracia nicht? :D
    Das war auch eine Kandidatin aus der 1.DSDS-Staffel, die zwar nicht gewonnen hat, aber später beim Grand Prix antrat. Damit sie in diesem Rahmen eine hohe Chartplatzierung hat, hat ihr Freund und Manager ihre Singles komplett selbst aufgekauft. Hat zwar geklappt, aber ist nur leider ziemlich schnell aufgeflogen. :D


    Möchte nicht wissen, in wievielen Fällen das Gleiche, nur geschickter gemacht wurde.

    Na ja, ist bestimmt nicht mehr Bullshit als früher auch schon, aber inzwischen gibt es einfach deutlich mehr Alternativen, um günstig und einfach an Musik zu kommen.^^


    Ich kauf mir inzwischen eh kaum noch was, eigentlich nur Sachen, von denen ich weiß, dass ich sie längere Zeit noch hören werde. Irgendwelche Ohrwürmer, die ich mir früher gekauft hätte, hör ich inzwischen oft über YouTube ein paar Tage lang exzessiv rauf und runter und damit isses dann eh gut.


    Na ja, dass man Sänger in die Charts reinpusht, wissen wir doch spätestens seit Gracia oder? ;)

    Hallo Blue,


    wenn die Schüler sich wünschen, das Buch zu lesen, würde ich es auf jeden Fall machen! Angesichts der immer mehr schwindenden Lesemotivation ist das doch eine perfekte Grundlage für eine Lektüreeinheit!
    Natürlich sieht die Unterrichtseinheit in einer 5. Klasse anders aus als in einer 7. Klasse, aber ich denke, dass das Buch an sich die Schüler zunächst mal nicht unbedingt überfordert. Vorsichtig wäre ich auch bei eher sensiblen Schülern - wie Nele ja schon angedeutet hat, kann es in emtionaler Hinsicht vielleicht schon heftig sein. Das wäre für mich der einzige Grund evtl. doch auf diese Lektüre zu verzichten. Aber angesichts des Wunsches in der Klasse, vermute ich mal, dass das nicht der Fall ist.
    Aber auch das kann man durch die Umsetzung im Unterricht entschärfen, wenn du bei einzelnen Schülern Bedenken hättest. So wie Lektüren in der Regel innerhalb von Unterrichtseinheiten "verhackstückt" werden, haben die Schüler in aller Regel genug Zeit, um auch heftigere Passagen zu verdauen.


    Ansonsten würde ich bei Krabat weder in einer 5. noch in einer 7. Klasse zu ausführlich auf dem Problemgehalt rumhacken. Das Buch bietet doch viel viel mehr als das und ich habe das Gefühl, die Schüler arbeiten dann auch viel lieber textnah.


    Gruß
    Mia

    Hallo Hasi007,


    ich würde empfehlen, sich professionell zu verhalten und nicht übermäßig aufgeregt zu reagieren.


    Ich würde das Gespräch mit dem Schüler suchen, ganz einfach. Je nachdem wie mein Verhältnis zu dem Schüler ist, würde ich es unter vier Augen oder an einem runden Tisch mit anderen pädagogisch involvierten Personen machen. Wichtig ist, dass die Voraussetzungen für ein konstruktives Gespräch gegeben sind, um die Gründe für das Verhalten des Schülers herauszufinden und die zugrundeliegenden Konflikte lösen zu können.


    LG
    Mia

    Nee, ich bin zwar jetzt auch nicht gerade ein einfleischter DSDS-Fan, aber diese Protestaktion finde ich eher unschön. Gegen was wird denn da protestiert? So wie ich das sehe, steht da lediglich die Missgunst dahinter, dass der Gewinner einer Castingshow eben auch mal 'nen Nummer 1-Hit haben darf.


    Bei einer vernünftigen Protestaktion gegen die Medienindustrie, in der es wahrhaftig genug gäbe, gegen das man protestieren könnte, wäre ich sofort dabei. Aber einfach nur aus Prinzip irgendein Lied kaufen, damit ein anderes einen Nachteil hat, ist mir zu bescheuert und bringt mir auch so gar keinen Spaß.


    Gruß
    Mia

    Zitat

    Original von Marigor!
    Hallo,
    ich hatte noch einen Denkfehler!
    Wenn du nach 8 Wochen zurück an deine Schule willst, verzichtest du auf deine Elternzeit und damit auch komplett auf das Elterngeld!


    Sorry, aber das ist komplett falsch!


    Erstens wird das Elterngeld unabhängig davon gezahlt, ob man in Elternzeit ist oder nicht. Allerdings wird Gehalt, welches man u.U. verdient, auf das Elterngeld angerechnet.


    Zweitens kann man selbstverständlich direkt nach dem Mutterschutz in Elternzeit gehen und trotzdem arbeiten. Dann arbeitet man eben Teilzeit in Elternzeit. Diese Variante ist hinsichtlich der Pensionsansprüche auch sowieso deutlich sinnvoller!
    Schwierig wird's nur, wenn du mehr als 30 Stunden (entspricht ca. 20 Unterrichtsstunden) arbeiten willst, denn das ist die maximal mögliche Arbeitszeit während der Elternzeit.
    Hier in Hessen ist so eine geringe Stundenzahl wie 5-8 Stunden auch nur mit Teilzeit in Elternzeit möglich, bei normaler Teilzeit liegt die niedrigste Stundenanzahl drüber (ich glaub 12 Stunden war das Minimum, bin aber nicht sicher).


    Also wenn dein Plan ist, dir mit ein paar wenigen Stunden die Stelle zu sichern, dann reiche auf jeden Fall Elternzeit ein.
    Und ich denke, das muss nicht unbedingt nur nervig sein, im Gegenteil.
    Ich habe eine Kollegin, die das auch so gehandhabt hat und die mit dieser Variante sehr glücklich war. Es gibt ja durchaus nicht gerade wenige (Erstlings-)Mütter, denen zu Hause schnell die Decke auf den Kopf fällt und die auch froh sind, sich für ein paar Stündchen in der Woche mal nicht mit Windeln und Spucktüchern auseinander setzen zu müssen.


    Informiere dich am besten dann auch nochmal über Stillzeiten, die dir zustehen. Ich habe so ganz dunkel in Erinnerung, dass man da eine Art "Deputatsstunde" bekommt.


    LG
    Mia

    Zitat

    Original von katrin34327
    Mein SL teilte mir auch schon mit, dass ich 8 Wochen nach der Geburt wieder mit einigen Stunden in der Schule einsteigen MUSS, da ich ansonsten keinen Anspruch mehr auf meine Stelle in der Schule hätte.


    Also du hast auf jeden Fall auch noch nach den vollen 3 Jahren Elternzeit Anspruch auf eine Stelle, allein dafür musst du nicht direkt nach dem Mutterschutz wieder loslegen! Allerdings - soweit hat deine SL Recht - kann diese Stelle dann auch an einer anderen Schule sein.
    Das nur als Ergänzung, falls das für deine Entscheidung irgendwie wichtig sein könnte. ;)


    LG
    Mia

    Zitat

    Original von Hawkeye
    brüllen ist ok, aber nur, wenn es kontrolliert geschieht. Ein ausbilder von mir nannte das mal den "Theaterdonner". Sehr wirkungsvoll, wenn man normalerweise ruhig ist.


    Ich frag mich, ob das wirklich Zufall ist, dass das von einem männlichen Kollegen kommt. Ich glaube fast ausnahmslos alle meine männlichen Kollegen sehen das ähnlich wie du und dein Ausbilder.
    Ich selber dagegen würde sagen, dass Brüllen pädagogisch gesehen überhaupt nie ok ist und es definitiv immer andere (in meinen Augen bessere) Alternativen gibt.


    Klar ist es nach der Schrecksekunde ruhig, aber letztlich vermitteln wir den Schülern ja dann auch wieder nur, dass man sich mit Rumbrüllen Aufmerksamkeit verschafft. Eigentlich nicht unbedingt das, was ich möchte.


    Allerdings wie schon mehrfach erwähnt: Als Lehrer sind wir auch nun Menschen und gerade Schüler an den "niederen" Schulformen können einen manchmal echt zur Weißglut bringen, weil eben oftmals schlimmere Dinge passieren als nur mal mit dem Nachbarn zu quatschen. Deswegen ist mir auch schon das ein oder andere Mal der Kragen geplatzt, klar.
    Wobei es da unterschiedliche Abstufungen gibt: So ein richtiges "HB-Männchen" habe ich bislang nur einmal gemacht, aber einfach mal lauter werde ich durchaus hin und wieder mal.
    Gut finde ich es wie gesagt eigentlich selber nicht, aber andererseits bekommt man tatsächlich in der Ausbildung viel zu wenig Handlungsalternativen vermittelt. Und vor allem muss man sich natürlich deutlich mehr in Geduld üben, wenn man darauf verzichten möchte, laut zu werden. Eine Sache, die mir selbst unendlich schwer fällt....


    LG
    Mia

    Zitat

    Original von monster
    Das würde mich auch interessieren, allerdings für Hessen...


    lg, monster


    Ich habe ihn Marburg studiert und da waren etliche Aufbau-/Zusatzstudenten unter uns. Konkreteres weiß ich zwar auch nicht, aber wenn du dich mal telefonisch beim Institut für Sonderpädagogik der Uni MR erkundigst, kann dir bestimmt gut weitergeholfen werden.


    Gruß
    Mia

    Ich definitiv auch. Aber wie du auch schon schreibst, FrauBounty, darum geht es gar nicht. Es geht eben darum, ob man etwas machen muss oder etwas machen möchte.


    Ich habe auch noch eine Woche vor dem Mutterschutz eine Wanderwoche mit meiner Klasse gemacht. Aber weil ich das unbedingt wollte. Wenn ich das hätte tun müssen, hätte ich das nicht in Ordnung gefunden.


    Am Ende dieser Wanderwoche hatte ich übrigens vorzeitige Wehen und musste zwei Wochen liegen. (Konnte mich daher leider auch nicht mehr vernünftig von meiner Klasse verabschieden - das hat mich ziemlich geärgert.)
    Zelten (allerdings privat mit Freunden) war ich ein paar Wochen vorher auch, aber das hat bei mir keinerlei vorzeitige Wehen verursacht - scheint also wohl doch irgendwo ein kleiner Unterschied gewesen zu sein.
    Bei meiner zweiten Schwangerschaft habe ich mir solche Aktionen wie Wanderwoche jedenfalls verkniffen. Man lernt dazu.
    Und ihr werdet es nicht glauben, aber ich war tatsächlich so vermessen von meinem zweijährigen Sohn während meiner nächsten Schwangerschaft ein wenig Rücksicht zu verlangen. Scheint hochbegabt zu sein, mein Kleiner, der hat das doch tatsächlich kapiert. :D
    Für Tragen und Toben war halt der Papa zuständig, als ich mich erneut mit vorzeitigen Wehen rumplagen musste. Ich hatte sogar das Glück, dass ich einen Mann habe, der von ganz allein auf die Idee kam mich während meiner Schwangerschaften im Alltag zu entlasten und sich nicht hingestellt hat und getan hat, als wäre ja alles wie immer.


    Ansonsten ist es doch klasse, Scooby, wenn es deiner Frau während der Schwangerschaft so super ging und sie ohne Einschränkungen alles bis zur Geburt durchziehen konnte. Es muss ja nicht jede Frau Schwangerschaftsbeschwerden haben. Wäre mir auch lieber so gewesen.
    Und das Problem bei Aufsichten hätte für mich nicht allein darin gelegen, dass ich Angst vor Bällen im Bauch gehabt hätte (ja, auch ein Softball im Bauch ist während einer Schwangerschaft nicht das Gelbe vom Ei - das muss nicht mal ein herumfliegender Stuhl sein), sondern einfach das lange Stehen ohne Sitzgelegenheit.
    Und da nun mal nicht jede Schwangere so ein Glück wie Scoobys Frau hat, muss es nun mal vernünftige Mutterschutzregelungen geben.


    Wenn eine schwangere Frau dann mehr machen kann und möchte, wird es ihr wohl keiner verwehren. ;)


    Aber andererseits überschätzt man sich während der Schwangerschaft auch gerne mal: Ich stimme da Knödelfee zu. Ich wollte auch lieber zu den schwangere Frauen gehören, die alles ganz tough mitmachen und so tun als gäbe es die Schwangerschaft gar nicht. Es wird von einem auch ein Stück weit erwartet, sonst landet man schnell in der Kategorie "schwangeres Mimöschen". Aber mein Körper hat mir in beiden Schwangerschaften glücklicherweise immer ganz schnell eindeutige Signale gesendet. Und im Nachhinein bin ich froh darüber, denn ich hätte sonst auch viele Dinge sehr leichtsinnig mitgemacht und es macht mir immer wieder Angst, wenn ich immer wieder von Frauen höre, die ihre Kinder verloren haben. Das ist leider häufiger der Fall als man mitkriegt und es geht leider auch schneller als man denkt.


    Gruß
    Mia

    Prusseliese, diese Aussagen finde ich aber sehr grenzwertig.


    Ich habe während meiner Schwangerschaften dank unserer sehr weitsichtigen Konrektorin (selbst Mutter von 3 Kindern) sofort nach Bekanntwerden meiner Schwangerschaft keine Aufsichten mehr machen müssen (das ist an meiner Schule glücklicherweise Usus) und trotzdem mit meinem größerem Sohn und/oder anderen Kindern rumgetobt! Das ist nämlich ein himmelweiter Unterschied!
    Und selbstverständlich habe ich viele Dinge in der Schwangerschaft nach 20 Uhr unternommen, habe aber dennoch versucht, späte berufliche Termine während meiner Schwangerschaft einzuschränken und dieselbige auch ohne jegliches schlechtes Gewissen als Grund angegeben. Und das sogar, obwohl ich nicht einmal eine Risikoschwangerschaft wie die Threaderstellerin hatte.


    Ich halte es für absolut notwendig, beruflich größere Vorsicht walten zu lassen, aber - wenn es denn geht - privat ganz normal weiterzuleben (was ohnehin kaum eine Schwangere macht). Natürlich ist man nicht krank, wenn man schwanger ist, aber der Körper leistet nun mal eine Riesenarbeit während der Schwangerschaft und ob sie nun wollen oder nicht, sind die meisten Schwangeren nicht mehr ganz so leistungsfähig wie vorher. Da ist es aus Gründen des Mutterschutzes wichtig, dass auf diesen Umstand Rücksicht genommen wird und das hat nicht annähernd etwas damit zu tun, dass ein Elternabend nun mal lästig ist oder nicht. Und es hat auch nicht annähernd etwas damit zu tun, ob ich es vielleicht auch mal genieße, etwas nicht machen zu müssen, was ich als "Gesunde" ungern tue.


    Ich weiß, dass das, was du schreibst, sicherlich nicht böse meintest, aber du unterstützt damit leider die unterschwellige Unterstellung vieler Menschen, dass man als Schwangere seinen Umstand gerne mal ausnutzt, um sich vor unangenehmen Dingen zu drücken. Es gibt definitiv Schwangere, bei denen dies der Fall ist, aber es gibt auch definitiv viel zu viele Schwangere, die ihr ungeborenes Kind unnötig gefähren, weil sie glauben, sich dem Gesellschaftsdruck unterwerfen zu müssen und so weitermachen wie bisher, aus Angst, dass man über sie eine Meinung hat, die du hier in den Raum stellst.
    Und kaum einer kriegt mit, wieviel Fehlgeburten es gibt. Schon gar nicht kriegt man mit, wieviele Fehlgeburten dadurch zustande kamen, dass die schwangeren Frauen nicht auf ihren Körper hören und äußerliche Belastungen versuchen durchzustehen.


    Es gibt nun mal so etwas mit das Mutterschutzgesetz und statt es einfach mal lapidar damit abzutun, dass ja Schwangere wohl privat auch nicht die ganze Zeit nur auf dem Sofa liegen und jeden Tag um 20 Uhr ins Bett fallen, sollte wohl eher mal überlegt werden, ob es nicht sinnvoller wäre, die ganzen schwammigen Kann-Bestimmungen in Muss-Bestimmungen umzuwandeln.


    Gruß
    Mia

    Hm, ich würde vermuten, dass es nicht geht. Einer unserer Stufenleiter ist studierter Gymnasiallehrer, um aber die Funktionsstelle übernehmen zu können, musste er zusätzlich ein viersemestriges Aufbaustudium für das Lehramt an Förderschulen mit der benötigten Fachrichtung machen.


    Kann aber gut sein, dass das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt wird. Die sicherste Auskunft bekommt man sicher beim Schulamt (oder Bezirksregierung oder was auch immer bei euch zuständig ist).


    Gruß
    Mia



    edit: Falsch, mir fällt gerade ein, wie das richtig war: Er musste das Aufbaustudium nicht mal wegen der Funktionsstelle machen, sondern um überhaupt eine Planstelle an unserer Förderschule zu bekommen. Ein anderer Gymnasialkollege hat das nämlich nicht gemacht und blieb daher auch jahrelang als BAT-Kraft bei uns.
    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist es aber möglich auch mit BAT-Vertrag eine Funktionsstelle zu übernehmen. Ob man das will, steht natürlich auf einem anderen Blatt und ob man für die Stelle überhaupt ausgewählt wird, wenn besser qualifzierte Mitbewerber da sind, ist auch die Frage.
    Kannst du nicht evtl. auch einfach bei dem Rektor der entsprechenden Schule nachfragen? Ist ja in den meisten Fällen sowieso sinnvoll, den Rektor schon vor Abgabe der Bewerbungsunterlagen über den geplanten Schritt zu informieren.

    Danke für die Erläuterungen und Ergänzungen Bolzbold! Jetzt kann ich dein Posting einordnen. Ich glaube wir haben einfach teilweise aneinander vorbeigeredet. Habe jetzt leider gerade nicht genügend Zeit, um noch was dazu zu sagen, aber ich denke, wir sind im Grunde genommen der gleichen Meinung. ;)

    Ich verstehe jetzt ehrlich gesagt nicht, worauf du hinaus willst und finde auch gerade nicht so recht den roten Faden in deinem Posting, Bolzbold.


    Ist es denn wichtig, ob meine Mutter das Gefühl hat, dass man ihr etwas verbaut hat? Ist es wichtig, ob sie wirklich einen alternativen Weg gegangen wäre, wenn sie die Wahl gehabt hätte?
    (Davon abgesehen: Ja natürlich weiß sie, dass ihr familärer Hintergrund ihr vieles verbaut hat. Auch wenn sie keine gute Schulausbildung genossen hat, ist sie ja längst nicht dumm. Und auch ich weiß, dass mir ihr und damit mein familiärer Hintergrund das Leben teilweise sehr schwer gemacht hat. Aber der springende Punkte ist ja nun auch nicht, dass man seine Familiengeschichte reflektiert und versteht, warum manche Dinge so sind, wie sie sind.)


    Findest du es denn erfreulich, wenn jemand einem Kind nur diesen Lebensweg bieten kann? Ist es erfreulich, wenn man nicht die Wahl hat, wie man seinem Kind die Kindheit gestaltet? Ist es erfreulich, wenn man weiß, dass es schlimmer hätte sein können?
    Ich bin ehrlich überrascht, dass dich das nachdenklich stimmt, dass mich sowas traurig macht. Und glaubst du denn, meine Großmutter war froh darüber?


    Davon abgesehen geht es hier nun gar nicht um meine persönliche Familiengeschichte, die ich hier in diesem Forum nun wirklich nicht noch ausführlicher und differenzierter darstellen möchte. Es ging mir nur darum aufzuzeigen, wie es wohl in den meisten Fällen ausgesehen haben mag, wenn Frauen ohne jegliche staatliche und familiäre Unterstützung Beruf und Familie unter einen Hut kriegen mussten. Und mein Posting bezog sich selbstverständlich auf das Beispiel von rittersport, der ja die Frauen der Nachkriegszeit als Paradebeispiel anführte, wie man problemlos Kinder und Karriere vereinbaren kann. Es mag die ein oder andere Superfrau gegeben haben, der das besser gelungen sein mag als meiner Großmutter. Aber es ist naiv zu denken, dass es eine ganze Generation besser hinbekommen hat als wir jetzt. Und nicht nur deswegen halte ich es für mehr als vermessen zu behaupten, dass Frauen, die vom Staat Unterstützung einfordern, damit lediglich den Wunsch äußern ihre eigenen Unzulänglichkeiten kompensiert zu bekommen.


    Glücklicherweise haben sich die gesellschaftlichen Bedingungen heute verbessert, aber gerade deswegen sollte man nicht behaupten, dass es früher doch auch gegangen wäre und dass frau ja mal bitteschön zufrieden damit sein solle, wie es jetzt ist!
    Und natürlich ging es früher und geht es auch heute immer irgendwie. Das streitet sicher keiner ab. Aber es geht ja nun nicht darum, dass es "irgendwie" geht oder? Es ist ja wohl völlig klar, dass dies immer auf Kosten der Kinder geht und auch wenn sich frau dann zwangsläufig mit der Situation arrangiert, heißt das nicht, dass diese zufriedenstellend ist.

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