Beiträge von FLIXE

    Zu den Risikogruppen-Schülern: ich hab einen Schüler mit einem transplantierten Herz. Risikogruppe also. Die Schule öffnete und er blieb zu Hause. Nach 2 Wochen saß er dann doch im Unterricht, aber immer mit Maske. Noch 2 Wochen später nahm er sie im Klassenzimmer ab... Muss man nicht verstehen.


    Bei MSN statt MNS denke ich auch immer an die "Microsoft News" 😂

    Ja, man muss es nicht verstehen. Aber ich kann es schon nachvollziehen.


    Diese Kinder (und Erwachsenen) haben sich ebenfalls für eine lange Zeit sehr eingeschränkt. Nun geht für ihre gleichaltrigen Freunde das "normale" Leben weiter und sie sind ein weiteres Mal davon ausgeschlossen.

    Es sind junge Menschen, die auch einfach mal normal leben wollen. Sie haben in ihrem ganzen Leben schon mehr Einschränkungen gehabt als die meisten von uns sich vorstellen können. Vielleicht wird man dann auch mal unvernünftig.


    Und an diesem Punkt wünsche ich mir mehr gegenseitige Rücksichtnahme und Unterstützung aller Menschen in unserer Gesellschaft. Für die gesunden Menschen ist es leicht zu sagen, dass sich die Risikogruppen eben einschränken sollen, wenn sie nicht krank werden wollen. Na klar, mit dieser Haltung kann man selbst alle Vorteile genießen. Dass diese Gruppe dann faktisch vom gesellschaftlichen Leben komplett ausgeschlossen wird, ist eben ein Kollateralschaden.


    Wenn alle Schüler einen MNS zu seinem Schutz hätten tragen müssen, hätte er seine Maske wahrscheinlich nicht abgenommen.

    Ich trage meine Maske ja nun schon seit 8 Wochen in Geschäften und in der Schule. Den ÖPNV benutze ich aktuell nicht. Mein Kind (7) trägt seine Maske seit 6 Wochen.


    Am Anfang war es wirklich total komisch und auch unangenehm. Und für mich persönlich war es schlimm, mein Kind so zu sehen.


    Heute gehört die Maske so wie der Autoschlüssel oder der Geldbeutel zu unserem Alltag. Wir nehmen sie mit und ziehen sie da an, wo man muss. Im Freien tragen wir aber keine. Auch der Anblick von Menschen mit Maske hat seinen Schrecken verloren. Ich habe mich aber tatsächlich erst halbwegs normal mit meiner Maske gefühlt, als sie Pflicht wurde und immer mehr Menschen eine getragen haben. Am Anfang war es echt alienmäßig.


    Wir wissen, dass es irgendwann schon wieder ohne gehen wird.

    Man könnte jetzt ganz gehässig schreiben, dass Du ja auch nur anderen die Schuld zuschiebst. Den Eltern halt. Ob das das Problem löst?

    Das darfst du gerne so schreiben. Und du hast auch ein Stück weit recht damit.


    Ich kann aber nur von unserer privaten Situation während des Home-Schoolings berichten.


    Vor allem in den ersten zwei Wochen war es sehr schwierig. Da half es auch nur wenig, dass ich selbst Lehrerin bin. Wir hatten hier sehr viele Konflikte. Ich habe sie ausgehalten, auch wenn ich manchmal am liebsten alles hingeschmissen hätte.

    Aber das Problem war eben NICHT NUR der fehlende Kontakt zur Klassenlehrerin. Mein Sohn gehört ebenso zu den Kindern, die gerne Anstrengung vermeiden. Er hat oft versucht, um seine Aufgaben herum zu kommen (auch unterbewusst), indem er hier schreit und tobt.

    Mit jedem Home-Schooling-Tag und jedem Konflikt wurde die Arbeitshaltung besser.


    Ich habe als Mutter zu Hause die Verantwortung für das Lernen meines Kindes übernommen und ich habe ihm immer wieder klar gemacht, dass Schule sein Job ist und das Lernen wichtig ist. Ich habe ihm auch klar gemacht, dass ich verstehe, dass Lernen anstrengend und schwierig sein kann. Viele Kinder müssen den Berg erst einmal erklimmen um den Genuss des Erfolges zu kosten.


    Auch ich war mehr als einmal genervt von den Wochenplänen, Arbeitsblättern und Schulbuchseiten. Auch ich habe oft gedacht, was arbeitet die eigentlich. Aber letztendlich war die Lehrerin nicht für das Lern- und Arbeitsverhalten meines Sohnes während der Schulschließung verantwortlich. Das selbe gilt für die Hausaufgaben.


    ICH bin der Meinung, dass Eltern die Aufgabe haben, ihren Kindern klar zu machen, wie wichtig Bildung ist und sie aktiv in ihrem Lernen zu unterstützen. Das bedeutet nicht, dass man alles wissen und können muss. Aber es war während der Schulschließung meine Aufgabe als Mutter mein Kind morgens zu wecken, ihm einen strukturierten Tagesablauf zu bieten und dafür zu sorgen, dass er seine Aufgaben erledigt.

    Und wenn mein Kind nicht weiter kommt, muss ich es ermutigen, auch Kontakt zu Lehrern aufzunehmen und nicht nur darauf warten, dass die Lehrer täglich anrufen und nachfragen.

    Ich kenne aus meiner Schule sehr viele Familien, in denen das Lernen zu Hause aus den gleichen Gründen nicht geklappt hat und das war ganz unabhängig vom Alter.

    Übrigens konnte ich das gleiche bei meinem eigenen Kind beobachten und erlebe es gerade im Moment bei seinen Hausaufgaben.


    Die gestellten Aufgaben werden zum Teil oder auch ganz als unangenehm empfunden. Sie sind mit Anstrengung verbunden. Ich erlebe seit Jahren, dass sich Kinder immer weniger anstrengen wollen bzw. die Aufgaben gerne vermeiden. Auffällig wird das z.B. bei der Schreibschrift oder beim Vokabeln lernen. Sie erfahren zu selten, dass Anstrengung belohnt wird bzw. erfolgt die Belohnung zu langsam. Durch Medien wird das Belohnungszentrum eben schneller aktiviert.


    Kinder der Klassen 1-6 lassen sich meist noch zum Bearbeiten der Aufgaben überreden oder zwingen. Das geht aber meist mit viel Stress und Konflikten einher. Größere Kinder verweigern zum Teil die Arbeit zu Hause.


    Wenn diesen Eltern dann die Bildung ihrer Kinder nicht egal ist, geraten sie in Stress. Sie wollen, dass ihre Kinder gut und problemlos lernen, aber die Kinder wollen in ihren Augen nicht. Dann bekommen die Eltern Angst um die Zukunft ihrer Kinder. Ich kenne das selbst sehr gut. Es ist ein Teufelskreis.


    Viele Eltern haben sich auch nicht getraut, bei Fragen um Hilfe zu bitten oder ihre Kinder nicht dazu angehalten, Kontakt zu den Lehrern bei Problemen zu suchen. Ich hatte das Gefühl, dass die Eltern den Lehrern beweisen wollten, wie toll ihre Kinder das alles können. Was soll denn der Lehrer von uns denken, wenn wir das nicht hinbekommen. Die Angst vor schlechten Noten beim Nachwuchs kommt noch oben drauf.


    Und ich glaube eben doch, dass man dann schnell über die Schule und den schlechten Online-Unterricht flucht.


    Jetzt mal ehrlich. In unserer Zeit sind bei vielen Menschen immer andere Leute schuld, wenn etwas nicht klappt. Auch die Abiturienten sehen aktuell nicht ein, dass sie es zum Großteil selbst verbockt haben. Wenn diese Abiturienten eine Familie gründen und es bei den eigenen Kindern nicht reibungslos in der Schule klappt, sind dann eben auch wieder andere Schuld.


    Ich sehe die Verantwortung für schlechtes Lernen zu Hause viel mehr in der Erziehung als in der Ausgestaltung des digitalen Lernens.

    Ich glaube, dass viele Eltern am Anfang eigentlich gar nichts erwartet haben.


    Sie waren dann aber plötzlich sehr überrascht, dass das Lernen alleine zu Hause so gar nicht funktioniert. Sie mussten helfen und unterstützen. Wenn das Kind dann nicht so reagiert hat, wie man es sich rosarot vorstellte, gab es große Konflikte zu Hause. Wenn die Kinder still und leise und problemlos ihre Arbeitsblätter und Buchseiten bearbeitet hätten, hätte sich niemand über die Lehrer beschwert.


    Viele Eltern sind es heute nicht mehr gewohnt, die Konflikte mit ihren Kindern auszuhalten. Sie waren also sehr schnell genervt und somit sauer auf die Lehrer, die ihrer Meinung nach die Verantwortung für den ganzen Stress zu Hause tragen. Dazu kam noch der Stress durch Homeoffice, Kurzarbeit o.ä.


    Die Lösung war da für viele Eltern schnell gefunden. Die Lehrer sind an unserer Misere zu Hause schuld. Würden sie ordentlichen Online-Unterricht machen, hätten wir diese ganzen Probleme zu Hause nicht.


    Dann sehe ich einen Fernsehbeitrag. Eine Mutter sitzt mit ihren beiden Grundschulkindern am Esstisch und bearbeitet die Aufgaben. Der Erstklässler heult, weil er die ganze Zeit doofe Buchstaben schreiben muss während der Viertklässler bunte Rechenblätter ausmalen darf. Die Situation eskaliert und der Erstklässler schmeißt Stifte durch den Raum. Die Mutter ist völlig genervt und gibt der Schule die Schuld an der ganzen Situation, weil die Lehrer keinen gescheiten Online-Unterricht machen.

    Ich, als Zuschauer, frage mich, was ich da als Lehrer hätte machen sollen? Und ob es diese Situationen zu Hause nicht auch ohne Corona gibt. Aber wahrscheinlich gehen die Kinder in eine Hausaufgabenbetreuung.

    Die Mutter ist offensichtlich nicht in der Lage, die Konflikte ihrer Kinder zu begleiten und auszuhalten.


    Viele der Probleme hätte es auch mit häufigen Videokonferenzen gegeben. Die Kinder haben auch bei den Hausaufgaben Frust und Streit mit ihren Eltern. Und es sind immer weniger Eltern bereit, in Widerspruch mit ihren Kindern zu gehen. Das erleben wir als Lehrer doch täglich.


    Wir alle sind es heutzutage gewöhnt, dass jemand anderes schnell unsere Probleme zu unserer Zufriedenheit löst. Wenn dies nicht geschieht, können wir das nur ganz schwer aushalten. Ich nehme mich da nicht aus.

    Es ging mir gar nicht darum, dass meine Idee jetzt die Lösung der Glückseligen ist.


    Ich wollte nur aufzeigen, dass man bestimmt Lösungen finden könnte, die besser als der aktuelle Zustand in vielen Bundesländern ist.


    Aber wie immer nimmt man die billigste und einfachste Lösung. Und die ist eben, dass die Kinder derzeit einfach keinen oder kaum Unterricht haben oder man auf Hygieneregeln pfeift (siehe Grundschulen).


    Alle Lösungen kosten Geld (Personal, Räumlichkeiten, Testungen, etc.). Das will da oben aber niemand ausgeben. Dann lieber billige Tablets. Damit steht man wenigstens in der Presse gut da.

    Ich habe auch das mit dem Betreuungsauftrag geschrieben ;-). Eltern-Gruppen sind da eine sehr gute Quelle bei Facebook.


    In der Sekundarstufe kann ich bestimmt ganz gut per Videokonferenz unterrichten, wenn die technischen Voraussetzungen stimmen und das System vor Ort hätte eingeübt werden können.


    In der Grundschule geht es einfach zu Hause nicht ohne Elternhilfe. Es geht ja auch in der Schule nicht ohne Lehrerhilfe. In der Grundschule ist das Lernen oft noch geleitet von didaktischem Material. Kinder lernen durch Anfassen. Eine Lern-App ermöglicht kein vertieftes Erfassen, schon gar nicht für schwache Schüler. Fernunterricht funktioniert in der Grundschule nicht und wird es auch mit allen digitalen Hilfsmittelchen nicht tun.


    Ich kann doch auch kein Kind, was sonst 9 Stunden am Tag außer Haus betreut wird, 9 Stunden digital in einer Videokonferenz betreuen.


    Ich sehe es schon als Problem unserer Gesellschaft, dass Kinder "aufgeräumt" werden. Normalerweise wird da ja schon eine Erkältung zum Problem, wenn man arbeiten muss. Nicht umsonst werden viele Kinder krank in Kita und Schule geschickt.


    Es gäbe so viele Möglichkeiten, die Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten. Und es hätte auch während der Schulschließung Möglichkeiten gegeben, Familien zu unterstützen. Man hätte auch mal die Unternehmen in die Pflicht nehmen können oder betreuende Eltern niederschwellig finanziell entlasten können.


    Aber gerade Corona hat doch deutlich gezeigt, wie viel Familie und Kinder in unserem Land gegenüber dem Geld wert sind...

    Ich habe auf Facebook mal kommentiert, was ich als Lehrer glaubte, was man von uns erwartet:


    1. Die Schule (der Staat) stellt allen Schülern ein möglichst schickes Tablet (gerne Apple) mit kostenfreiem Internetstick zur Verfügung. In ländlichen Gegenden baut er schnell das Netzt aus.


    2. Die Schulen unterrichten nach klassischem Stundenplan ausschließlich per Videokonferenz, so dass die Kinder durchgängig beschäftigt sind und ihre Eltern nicht nerven. Fragen und Unklarheiten (technisch und inhaltlich) werden ausschließlich von Schulen gelöst, so dass Eltern nicht unnötig mit der Bildung ihrer Kinder belästigt werden.


    3. Hofpausen finden ebenfalls gemeinsam digital statt. Wie gesagt, dass Kind darf nicht im Home-Office stören.


    4. Zu Mittag wird Essen auf Rädern angeliefert. Gegessen wird gemeinsam im digitalen Speisesaal. Kochen ist für Eltern, die Ganztagsbetreuung gewöhnt sind, eine Zumutung und zusätzliche Belastung.


    5. Es findet ebenfalls eine digitale Hausaufgabenbetreuung und AG-Zeit statt. Eltern dürfen derweil nicht belastet werden.


    6. Wenn Eltern nicht genervt und belastet werden, ist es auch egal, ob nur mit Schulbüchern und Arbeitsblättern gearbeitet wird. Achtung, das Ausdrucken darf nicht von den Eltern verlangt werden. Das ist wieder eine Belastung.


    7. Sollte ein Schüler eigenwillig das Tablet ausschalten und somit das Klassenzimmer verlassen und doch wieder seine Eltern nerven... Hierfür wurde leider noch keine Lösung gefunden.


    *Ironie aus*

    Ein Beispiel:


    Eine Pizzeria mit großem Gastraum im ländlichen Bereich steht derzeit tagsüber leer und darf abends nur eine begrenzte Zahl von Personen bewirtschaften. Statt staatlicher Unterstützung für dieses Unternehmen könnten dort tagsüber Kinder mit Abstand beschult werden und das Land zahlt eine Miete.

    Ein örtliches Umzugsunternehmen sorgt dafür, dass die benötigten Dinge dort hingebracht werden.


    Eine Lösung für evtl. nötige Schülertransport würde sich gegen Geld sicher auch finden lassen. Für Aufsichten und Betreuungszeiten ließen sich Lehramtsstudenten einsetzen.


    Bei dieser Lösung bräuchte es weniger passive Staatshilfen, da der Staat für Leistung bezahlt und das Recht auf Bildung wäre gesichert.


    Wer will (die Entscheider!) findet Lösungen, wer nicht will schließt die Schulen. Das ist billiger, einfacher und geht schneller.

    Ich bin zudem der Meinung, dass man durchaus einen geregelten Schulbetrieb mit Einhaltung der Regeln hinbekommen würde, wenn man es denn wollte.


    Aber das würde Geld kosten, was niemand ausgeben will.


    Was spricht denn dagegen, dass die Hälfte einer Schule ausgelagert wird? Hotels mit großen Konferenzräumen stehen leer. Es gibt Gemeindesäle, Turnhallen usw. Das wäre ein enorm großer Kraftakt, der viele Zugeständnisse von allen Seiten erfordern würde (Politik, Schulen, Lehrer, Kinder und Eltern) und Geld kostet. Auch Lehramtsstudenten wären da eine Möglichkeit. Sie sind auf jeden Fall besser als ausfallender Unterricht. Medizinstudenten wurden ja im PJ auch teilweise zwangsverpflichtet in Krankenhäusern zu helfen.


    ABER es wäre machbar, dass alle Kinder einen geregelten und umfassenden Unterricht erhalten könnten. Vielleicht wäre es nicht perfekt und auf dem Land schwieriger. Aber es wäre machbar.

    Mir ist das schon klar und ich habe auch vieles nachgelesen.


    Mir ist auch klar, dass viele 7-jährigen Grundschulkinder nicht auf Sauf-Partys gehen. Die, die dorthin gehen, haben in der Regel noch keine Familie.


    Ich selbst arbeite auch schon seit dem 18. Mai wieder vor Ort in der Schule. Meine Schüler sind 14 Jahre alt und halten sich recht gut an die Regeln, zumindest innerhalb der Schule. Angst habe ich persönlich in der Schule momentan nicht, auch weil die Zahlen in meinem Landkreis recht klein sind.


    Nun ist es aber auch so, dass in den Sommerferien sehr viele Familien im In- und Ausland in Urlaub fahren werden. Einige von diesen Menschen werden sich infizieren. Das lässt sich trotz aller Maßnahmen nicht verhindern. Dazu kommen die Partygänger (im Urlaub und zu Hause).


    An genau diesem Punkt sehe ich das Problem auch für Schulen. Wenn die Zahlen deutlich ansteigen, werden sich wohl auch Schüler in Schulen gegenseitig infizieren. Wie viele das sind, wird die Zeit und werden die Maßnahmen zeigen.


    In einem Punkt aber gebe ich Wollsocken völlig recht. Die Prioritäten in unserem Land werden völlig falsch gesetzt. Wäre ein Jahr ohne Urlaub im Ausland nicht vielleicht zu verschmerzen gewesen? Müssen Clubs, Bars und Kneipen geöffnet werden?


    Mit Kindern und Familien kann man in unserem Land keine Wahlen gewinnen und keine Gelder erwirtschaften. In einem Großteil unserer Gesellschaft sind die eigenen Bedürfnisse weit größer als das Wohl der Allgemeinheit. Da ist das Recht auf Urlaub und Saufen halt ganz schnell viel wichtiger als das Recht auf Bildung. Und mit Wirtschaftskriese und Arbeitslosigkeit lässt sich ganz viel rechtfertigen.

    Es ist auch logisch, dass es im Moment kaum ein Infektionsgeschehen in Schulen gibt, da es überhaupt nur noch sehr wenige Infizierte in Deutschland und wahrscheinlich auch in der Schweiz gibt. Es gibt also extrem wenige infizierte Kinder, die in eine Kita oder in eine Schule gehen.


    Wir wissen auch, dass nicht jeder Infizierte gleich ganz viele andere Menschen infiziert. Wir wissen aber eben nicht, wie man zu einem Superspreader wird.


    Es dürfte also wesentlich interessanter sein, was passiert, wenn viele Familien aus dem Sommerurlaub zurückkommen und darunter prozentual gesehen auch mehr infizierte Kinder sein könnten. Da es dann aber keine Schulschließung sondern eine komplette Schulöffnung geben wird, wird es eben in Schulen auch zu Infektionen kommen. Großstädte werden wohl eher betroffen sein.


    Es muss auch einen Unterschied zwischen schwedischen und israelischen Schulen geben. Hier sollte man ansetzen und vor allem das Infektionsgeschehen in israelischen Schulen viel genauer untersuchen und beschreiben.

    Natürlich haben sich Kinder während der Schulschließung weniger infiziert. Das lässt sich aber eher durch die Alltagsgestaltung als wissenschaftlich erklären.


    Mein Kind hatte ab dem Zeitpunkt der Schulschließung fast keine sozialen Kontakte mehr. Schule und Hobbies fielen komplett aus und Spielplätze waren geschlossen. Da wir uns an die Regeln gehalten haben, hat er auch lange keine Freunde getroffen. Ich war ebenfalls im Home-Office und nur zum Einkaufen unterwegs.


    Wo hätte er sich denn infizieren sollen?


    Jetzt geht er wieder zur Schule und seine Hobbies sind auch wieder gestartet. Zum Einkaufen nehme ich ihn auch hin und wieder mit und Freunde trifft er auch wieder.


    Natürlich steigt die Wahrscheinlichkeit jetzt deutlich an, sich zu infizieren. Und genau zu diesem Ergebnis werden wohl auch viele Studien kommen,

    Gestern habe ich mein persönliches Highlight der Coronazeit in einer Eltern-Gruppe bei Facebook gelesen. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.


    Zitat: "Schulen haben ja nicht nur ein Bildungsauftrag, sondern auch einen Betreuungsauftrag! Dem sollen sie jetzt endlich mal wieder nachkommen!"


    Die schreibende Mutter war absolut davon überzeugt, dass die Betreuung ihrer Kinder im Schulgesetz aller Länder verankert ist und war empört darüber, dass die Schulen vor allem diesem Betreuungsauftrag seit Monaten nicht mehr nachkommen. Die Bildung schien ihr nicht so wichtig zu sein...

    Ja mei, es konnten früher schon nur die Kinder in die Schule gehen, die nicht auf dem Feld helfen mussten. Zum Feld kommen jetzt halt die Fleischfabriken dazu.

    Wenn man gewusst hätte, wie einfach das mit den Kindern ist, wäre es vielleicht auch mit der Erdbeer- und Spargelernte einfacher geworden. Kinder sind ja allein schon wegen ihrer Größe viel näher am Boden dran.

    Heute durfte mein Sohn zum ersten Mal wieder zu seinem Hobby gehen. Alle Kinder (5-7 Jahre) sind freudestrahlend mit etwas knappem Abstand in das Gebäude, habe sich am Eingang selbstverständlich die Hände desinfiziert und ihre Maske bis zum Übungsraum aufgesetzt.


    Alle Kinder waren glücklich und haben sich an den Einschränkungen (Maske, Händedesinfektion, Bewegung in festem Quadrat ;-)) null gestört.


    Wer hat gemeckert? Die Eltern! Die Kinder sahen nicht so unglücklich aus, wie die Eltern erzählt haben... Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit scheinen auch die bunten Masken keine größere Einschränkung zu sein.


    Vielleicht denken die Kinder auch einfach nicht den ganzen Tag nur an sich selbst.

    1. Ich erwarte, dass die Kostendämpfungspauschale in diesem Fall nicht gilt! Ja ja, ist Wunschdenken, ich weiß.


    2. Interessant wäre in diesem Fall, ob man mich zur Testteilnahme außerhalb zwangsverpflichten kann.

Werbung