Die Aussage von Ärzten, dass bei einer Coronainfektion erhöhtes Risiko für Mutter und Kind besteht, empfinde ich jetzt nicht als "selbstgemachten Stress."
Auf Basis welcher Datenlage?
Das RKI sagt beispielsweise folgendes:
5. Schwangere, Kinder und Jugendliche
Schwangere
Zur Empfänglichkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion bei Schwangeren gibt es noch keine ausreichend aussagekräftigen Daten. Aufgrund der physiologischen Anpassung und immunologischen Änderungen während der Schwangerschaft kann eine erhöhte Empfänglichkeit für Infektionen durch SARS-CoV-2 jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Schwangere mit SARS-CoV-2-Infektion scheinen seltener Symptome zu entwickeln, mit einem entsprechend niedrigeren Manifestationsindex (53, 54).
Hinsichtlich des Krankheitsverlaufes liegen einige Studien und Fallserien sowie eine populationsbasierte Untersuchung vor (57-60).Diese geben keinen Hinweis für einen schwereren Verlauf von COVID-19 bei Schwangeren im Vergleich zu Nicht-Schwangeren. In zwei Studien mit kleineren Fallzahlen zeigte sich dagegen ein erhöhtes Risiko für schwangere COVID-19-Patientinnen (61, 62). Schwere Verläufe und vereinzelte Todesfälle werden zudem in mehreren kleineren Fallserien und in einer Studie aus den USA beschrieben (63-67).Eine Abschätzung des relativen Risikos wird durch teilweise kleine Fallzahlen und fehlende Bezugsgrößen bzw. mangels Kontrollgruppen erschwert.
Da COVID-19 mit einer Hyperkoagulabilität (pathologisch erhöhte Blutgerinnung) einhergehen kann und es auch in der Schwangerschaft physiologisch zu einer Hyperkoagulabilität kommt, sollte die Indikation zur Thromboseprophylaxe sorgfältig geprüft werden (68-70).
Ungeborene Kinder
Es gibt bisher nur wenige Follow-Up-Daten über Schwangere mit SARS-CoV-2-Infektion , daher können zur Zeit keine validen Aussagen über die Auswirkung einer Infektion auf das ungeborene Kind gemacht werden. Zum Übertragungsweg des Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind siehe Kapitel 1, vertikale Transmission. Grundsätzlich kann hohes Fieber während des ersten Trimenons der Schwangerschaft das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen.