Beiträge von WillG

    Na ja, das Herantasten ist vielleicht kein schlechter Anfang. Du musst ja nicht gleich eine Abiklasse übernehmen, aber über die Mittestufe in immer höhere Jahrgangsstufen zu gehen, bis du schließlich in der Oberstufe ankommst, ist vielleicht nicht schlecht.

    Und es gibt Sprachreisen konkret für Erwachsene, zum Teil speziell für Englischlehrkräfte. Vielleicht schaust dir das mal an. Vom rezeptiven Sprachgebrauch (lesen; Serien schauen) entwickelst du halt deine Sprechkompetenz und deine Sicherheit in der Sprachverwendung nicht.

    Vor der Abordnung war ich SV-Lehrerin, Koordinatorin des Praxissemesters, hab Jugend forscht betreut und saß in der SchuKo. Ein paar Wochen bin ich sicher gut damit beschäftigt, mich in einem neuen System zu orientieren. Grundsätzlich wird mir aber immer schnell langweilig und dann brauche ich was Neues, das ich mir erarbeiten kann.

    Jetzt lass es doch erstmal auf dich zukommen. Vielleicht findest du ja schnell Aufgabenfelder.

    Ich meine, das gehört halt bei solchen beruflichen Veränderungen (Abordnungen etc.) dazu, dass man die aufgebauten Strukturen hinter sich lässt und dann wieder von vorne anfängt. Wenn du an deiner alten Schule gelandet wärst, wären die Aufgaben vermutlich auch besetzt.

    Wenn du wirklich so heiß darauf bist, dich vielfältig und umfassend einzubringen, dann such dir eine Schule im Aufbau. Da gibt es viel zu tun und man hat gute Chancen, sich seine persönliche Nische zu suchen und zu definieren.

    Wie lange war dein Aufenthalt im englischsprachigen Ausland während des Studiums?

    Wie sehr trägt die Antwort dazu bei, dass du der Kollegin hier einen inhaltlich relevanten Tipp für den Umgang mit ihrer Situation geben kannst?

    Ich meine, ja, Auslandsaufenthalte sind für Fremdsprachenlehrer natürlich ein wichtiger Teil der Ausbildung.

    Aber, falls sie keinen gemacht hat, ist das halt jetzt so. Da bringt das dann auch nicht viel, ihr das jetzt vorzuhalten.

    Falls sie einen gemacht hat, sagt das nicht notwendigerweise viel darüber aus, wie sicher sie in der Sprachverwendung ist. Je nachdem, wie man diesen Aufenthalt gestaltet hat, wie man Kontakte zu Einheimischen oder wenigstens anderen Internationals knüpfen konnte etc., kommt das auch vor, dass Kollegen trotzdem noch unsicher sind, oder sich fühlen.

    Übrigens kommen jetzt gerade auch die Kollegen an der Schule an, die während der Coronazeit studiert haben. Da waren Auslandsaufenthalte nicht immer möglich oder fanden dann in der Form statt, dass die Studenten im Lockdown in ihrer Wohnung saßen und an Online Veranstaltungen teilgenommen haben.

    Präferenzen sind natürlich okay, aber letztlich ist der Bedarf entscheidend. Die Stunden der Schüler müssen abgedeckt sein. Und wenn alle Kollegen die Oberstufe eher als Belastung empfinden, dann muss diese Belastung auch fair aufgeteilt werden.

    Wenn sich Präferenzen natürlich komplementär ergänzen, dann kann man diese natürlich für eine Weile ausleben. Heißt: Wenn es genug Kollegen gibt, die gerne in der Oberstufe Englisch unterrichten, lieber als ihr anderes Fach oder lieber als in den unteren Stufen, dann passt das. Wenn das halt nicht so ist, musst du letztlich über deinen Schatten springen. Du hast kein Anrecht darauf, deine Präferenzen umgesetzt zu bekommen.

    Die Frage ist also eher, woran genau liegt es, dass du Englisch dort nicht unterrichten willst? Nicht so "kommunikationsstark" zu sein, ist ja jetzt nichts, was spezifisch in der Oberstufe ein besonderes Problem ist, das muss man als Lehrer ja auch in der Unter- und Mittelstufe sein. Vielleicht sogar noch mehr.

    Oder liegt es daran, dass du das Gefühl hast, dein Englisch ist nicht gut genug? Dann musst du dir überlegen, wie du daran arbeiten kannst. Hier gibt es natürlich zwei Stellschrauben, je nachdem, woran es wirklich liegt:

    1. Ist es ein (unbegründetes) Gefühl der Unsicherheit? So eine Art Imposter Syndrome? Dann hilft es vielleicht, einfach nochmal in die höheren Klassen zu gehen, um zu sehen, dass die Ansprüche da gar nicht so hoch sind, wie du dir vielleicht einbildet, und dass dein Englisch vielleicht gar nicht so schlecht ist, wie du dir vielleicht einredest.

    2. Ist dein Englisch vielleicht wirklich nicht ausreichend für die Oberstufe? Dann müsstest du entsprechend versuchen, daran zu arbeiten, durch aktive Konversation (Tandem mit einem Native, der Deutsch reden will, VHS Konversationskurse; Sprachreisen in den Ferien etc.) oder entsprechende Arbeit an den Baustellen.

    Ich kann dir sagen, dass ich in meinen 20 Jahren als Englischlehrer nur sehr (!) vereinzelt mal Kollegen erlebt habe, die der Oberstufe wirklich sprachlich nicht zuzumuten waren.

    Ich kann das sogar verstehen. Ich empfinde es auch immer als irritierend, wenn es Fachinhalte in Popkultur so verfremdet und heruntergedummt werden, dass sie grundsätzlich falsch sind, aber durch Verwendung von Fachterminologie für Fachwissenschaft verkauft werden.
    Als Physiker muss es eine Qual sein, Star Trek zu schauen, wenn in jeder zweiten Folge die Ursache für das Problem eine "Verzerrrung im Subraum" ist, die durch "Inversion der Polarität im Tachyonenstrahl" behoben werden, kann.

    Oder die Viel-Welten-Theorie, die ja in der Fantasy-Literatur jeden Damm gebrochen hat.

    "Laden sie die Quanten-Torpedos Nummer 1, ich gehe so lange in die Kantine und esse einen Quanten-Jogurt."

    Ich glaube, hier hat sich auch jemand "ein Quantum Trost" erhofft.

    Ich persönlich fand die Anfrage ein wenig rätselhaft, weil zum Teil Sachverhalte angedeutet wurden, die sich dann doch wieder widersprochen haben. Also irgendwie zwei Faktenzustände enthalten haben, quasi Schrödingers Forumseintrag.

    Andererseits kann so eine Quantenkur natürlich über alle Heilvorgänge beschritten werden, nur die Heilungswahrscheinlichkeiten sind ähnlich, quasi so eine "sum over history" Ansatz zur Heilung.

    Bist du verbeamtet oder angestellt?

    Wenn du Beamter bist, würde ich selbstverständlich keine Entlassung aus dem Dienstverhältnis beantragen oder auch nur andenken, Vor allem, wenn du gesundheitlich so belastet bist, ist die Absicherung durch das Beamtenverhältnis (und die private Krankenversicherung) vielleicht die wichtigste formale Grundlage.

    Ich frage mich dann aber auch, warum du dich so krank und trotz der Behandlung an der Schule, so wie du sie wahrgenommen hast, weiterhin zur Arbeit gegangen bist, v.a. nachdem dir eine Kur versagt worden war. Ja, die befürchtete Isolation und das Urteil der Kollegen in deinem Ort, aber wenn der Leidensdruck so groß ist? Ich verstehe auch nicht ganz, wie es zu Kurabbrüchen gekommen ist, obwohl dir die Kur versagt wurde?

    Egal, lass dich krankschreiben, geh auf Kur (wenn diese doch helfen kann?) und dann versuche über eine BEM Maßnahme eine Versetzung zu erreichen, wenn du wieder dienstfähig bist.

    Außerdem kann dich keiner zwingen, im Krankenstand Materialien bereit zu stellen oder auch nur mit der Schule, Schulleitung oder Kollegen zu kommunizieren. Hol dir auch Unterstützung beim PR, ggfs. an der übergeordneten Stelle (Mittelschule klingt nach Bayern, dann wäre das der Hauptpersonalrat), wenn du das Gefühl hast, dass der öPR hier voreingenommen ist. Auch die Schwerbehindertenvertretung kann hier helfen.

    Es freut mich, dass es für dich so passt.

    Danke. Ich glaube, das ist ja auch der Punkt, den ich die ganze Zeit machen möchte:

    Wenn es für den einzelnen passt, ist alles gut. Ob das jetzt die Freude am Eigenheim und Garten ist, die Freude am Heimwerken in den eigenen vier Wänden, die Freude an Lacoste Pullis oder eben die Freude, sich keine Gedanken machen zu müssen.

    Dass ich mich überhaupt in diesen Thread eingemischt habe, kam ja durch die sehr pauschale Aussage, dass Geld nur glücklich macht, wenn es für ein Eigenheim und Reisen ausgebene wird. Das stimmt halt so nicht.

    Ja aber was machst du, WillG mit deinem Gehalt? Gibst es restlos aus? Lässt es auf dem Girokonto verschimmeln? Ernst gemeinte Frage.

    Gute Frage, ja.

    Ich habe Anlagen (witzigerweise u.a. eine Bausparer), die ich sehr konsequent bespare. Wenn du mich jetzt fragst, wofür, kann ich das gar nicht so genau beantworten. Irgendwie halt so ein Sicherheitsgefühl, ein Polster zu haben, vielleicht auch später für Pflege im Alter (- noch so ein Thema, mit dem ich mich bislang eher vage beschäftigt habe). Vielleicht werden diese Ersparnisse irgendwann dann doch dazu führen, dass ich ein Eigenheim kaufe, wenn weiteres Kapital aus einer - hoffentlich weit in der Zukunft liegenden - Erbschaft kommt.

    Ein Bausparer ist es übrigens deshalb, weil ich halt als jüngerer Mensch noch geglaubt habe, ein Eigenheim "hat man halt einfach", also dass es irgendwie dazu gehört. Und, der wichtigere Grund, ich habe meinem Finanzmenschen damals gesagt, dass ich irgendwas möchte, was sicher ist und worum ich mich überhaupt nicht kümmern muss. Das war so vor ca. 20 Jahren. Er hat gemeint, unter diesen Bedingungen nehmen wir einen Bausparer, mit damals recht guter Verzinsung, auch wenn die Rendite bei anderen Modellen, die meine Vorgaben nicht erfüllt hätten, höher gewesen wären. Passt für mich.

    Ich habe auch eine private Altersvorsorge zusätzlich zur Pension. Auch sowas, um das ich mich nicht weiter kümmern muss.

    Das sind die beiden Anlagen, die einfach so nebenbei laufen.

    Dann hab ich noch ein klassisches Sparkonto, auf das jeden Monat ein bestimmter Betrag geht, ich glaube €500. Da gehe ich aber recht frei ran, wenn ich mal einen Monat über meine Verhältnisse gelebt habe, um das Girokonto auszugleichen. Trotzdem hat sich da ein mäßig 5-stelliger Betrag angespart, den ich wohl während eines Sabbatjahres in der mittleren Zukunft verbrauchen werde.

    Ich lege nicht viel Wert auf teure Kleidung, aber wenn mir mal etwas wirklich gut gefällt, dann kaufe ich es, ohne mir zu sehr Gedanken um den Preis zu machen (in einem gewissen Rahmen). Ich lege auch nicht viel Wert auf klassische Statussymbole (Autos, Uhren oder so etwas) und ich hab nicht viel Interesse an "Objekten", allerdings habe ich ein teures Hobby. Wenn ich da etwas möchte, dann überlege ich natürlich, ob ich es wirklich verwenden kann/werde, aber der Preis spielt (in einem gewissen Rahmen) dann eine eher untergeordnete Rolle. Wobei ich natürlich bei Ausgaben fürs Hobby um €50 schneller zu einer Entscheidung komme als bei €500. Ich kaufe und besitze (und lese) gerne Bücher, dafür gebe ich gern Geld aus, auch für schöne Ausgaben. Ein ganz aktuelles Beispiel: Ich habe gestern ein Sachbuch, das mit meinem Hobby zu tun hat, gefunden. Wunderschöne Ausgabe, kostet aber €150. Es behandelt eher ein Randthema. Ich wollte fast schon direkt bestellen, hab es dann aber erstmal noch gelassen, weil ich erstmal nochmal in mich gehen möchte, ob ich die 1300 Seiten zu diesem Thema wirklich lesen werde/möchte, zumindest einen großen Teil davon. Wenn ich zu dem Schluss komme, werden mich die €150 nicht weiter beschäftigen. Wenn das Buch jetzt €50 oder €60 gekostet hätte, hätte ich es wahrscheinlich direkt heute bei meinem Buchhändler bestellt.

    Ich verwende auch recht viel Geld für, na ja, ich sag mal ganz allgemein "Veranstaltungen", also Events, Theater, Konzerte, Lesungen etc., jetzt nicht immer alles hoch kulturell, aber halt was mir Spaß macht. Ich gehe gerne aus und achte da nicht so aufs Geld, obwohl das natürlich mit höherem Alter etwas zurück gegangen ist. Ich bin jetzt kein Gourmet, aber gelegentlich habe ich Spaß daran, ich sehr edle Restaurants zu gehen, dann auch eher als Event. Das muss jetzt nicht ständig sein, aber dass ich mich dann nicht fragen muss, ob dieses Menü jetzt sein vieles Geld wert war, oder dass ich mir dann nicht überlege, ob ich mir jetzt noch ein Glas von dem teuren Wein leiste (obwohl ich eigentlich eher Biertrinker bin), finde ich angenehm.

    Und ich reise gerne und viel. Eigentlich in fast allen Ferien. Früher viele Fernreisen, seit Corona hatte ich aber jetzt keine mehr, ich weiß gar nicht so genau, warum. Vielleicht auch ökologische Überlegungen bei mir und im Freundeskreis, die dazu führen, dass man gar nicht mehr so sehr an Fernziele denkt bei der Reiseplanung. Mir gefällt es, dass ich nicht mehr nach den günstigsten Unterkünften suchen muss, auch wenn ich nur selten sehr viel Geld für luxuriöse Unterkünfte in die Hand nehme. Aber manchmal macht auch das Spaß.

    Beim Einkaufen von Lebensmitteln achte ich seit ein paar Jahren etwas mehr auf Qualität (Bio etc.), aber insgesamt kaufe ich halt das, worauf ich Lust habe, ohne lang Preise zu vergleichen oder Sonderangebote im Blick zu haben.

    Langer Rede kurzer Sinn: Eigentlich gebe ich mein Geld gar nicht so sehr für etwas Besonderes aus, eher dafür, dass ich mir Lebensqualität dadurch erkaufe, dass ich mir über Geld keine Gedanken mache / machen muss. Und für mich ist das Lebensqualität, andere haben aber sicherlich Spaß daran, hier zu optimieren und zu planen etc. Dann ist das ja auch ok.

    (EDIT: oben zwei Beispiele ergänzt: Buch und Restaurants)

    Ne, ich würde das umgekehrt sehen. Das planstellenneutralle Ländertauschverfahren vermittelt dem Bewerber das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Du hast alles getan, was tu konntest und damit deine Chancen gegenüber anderen Bewerbern deutlich erhöht. Das ist gut!

    Dass es keine Garantie gibt, ist leider eine absolute Wahrheit im ÖD, vielleicht auch im Leben. Viel Erfolg!

    An alle, die das ganze auch aus Sicht der Schulleitung sehen können:

    Macht es Sinn vor einer Rückkehr mittels Versetzung Initiativbewerbungen zu verschicken mit einer Liste an Zusatzqualifikationen, Fächern und Einsatzmöglichkeiten, auch im fachfremden Unterricht? Und dann die letzten, obwohl alten Beurteilungen aus der letzten Schule beizulegen? Ohne Uni-Arbeitszeugnis? Oder ist das im Moment auch zu viel, die Schulleitungen haben eh gar keinen Einfluss mehr und man meldet sich nur zum Gespräch nach der Zuteilung?

    Ich habe in meiner bisherigen Laufbahn mehrfach innerhalb des Schulsystems die beruflichen Zusammenhänge verändert (Versetzungen; Abordnungen; Bundeslandwechsel etc.) Ich bin bisher immer so verfahren, wie du es hier beschreibst und es hat sich eigentlich immer ausgezahlt.

    Wichtig fände ich, dass so eine Initivativbewerbung knapp und präzise ist, also sehr schnell auf den Punkt kommt, was du eigentlich willst und was du zu bieten hast, ohne lange Floskeln und leere Phrasen.

    Dazu auch frühzeitige Gespräche mit relevanten Dezernenten, Personalräten etc.

    Natürlich ist das formal nicht notwending, aber ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ich habe vielleicht nicht immer genau das bekommen, was ich haben wollte, aber ich hatte durch diesen Einsatz immer mehrere Optionen und konnte mitbestimmen, wohin mein Weg geht. Das hilft auch dabei, dass man sich dem System gegenüber nicht so ausgeliefert fühlt, was der Fall ist, wenn man einfach nur ein Formular ausfüllt und darauf hofft, dass "the powers that be" schon eine Entscheidung in meinem Sinne treffen werden.

    Wobei ich den Thread jetzt auch nicht komplett kapern will.

    Angesichts der Tatsache, dass dieser Teilthread aus einem Thread zum Thema "Teilzeit" entstanden ist, gibt es da nichts mehr zu kapern ;)

    Oder anders gesagt:

    Wir sind eh meilenweit im OT


    Ich sehe mich durch den späteren Verlauf dieses Teilthreads in meiner persönlichen Meinung bestätigt, dass ich - für mich - alles richtig gemacht habe. Die Diskussion über die Frage, ob Immobilienkauf sich jetzt wirklich lohnt oder eher doch nicht, die Argumentation mit Literaturhinweisen und Blogs und die Überlegungen über alternative Anlageformen spricht genau all die Dinge an, mit denen ich mich gar nicht erst beschäftigen will, auch wenn es natürlich sinnvolle und wichtige Themen sind und ich vermutlich finanziell besser dastehen würde, wenn ich hierfür mehr Zeit investieren würde. Ich bin aber froh, dass es halt für meine finanzielle Lage nicht unbedingt notwendig ist.

    Auch die Überlegungen zu Umbaumaßnahmen im Eigenheim. Absolut richtig und wenn jemand daran Freude hat, dann ist das natürlich im Eigenheim so viel einfacher als im Mietobjekt. Aber auch solche Dinge interesieren mich persönlich weniger.

    Es ist halt wirklich so, jeder hat seine eigenen Prioritäten und solange man das tut, was sich richtig anfühlt und womit man zufrieden ist; das ist ja alles gut und richtig so.

    Eine umgekehrtes Beispiel wäre vielleicht für mich die Beschäftigung mit Schul- und Dienstrecht. Ich finde das tatsächlich interessant, ziehe daraus auch viel Sicherheit für mein schulisches Handeln und finde Gestaltungsspielraum in meinem beruflichen Umfeld, was sich in Berufszufriedenheit und einem Gefühl von Selbstwirksamkeit niederschlägt. Es ist ein wichtiger Bereich unseres Jobs, aber ich verstehe jeden, der das überhaupt nicht spannend findet, und ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn viele Kollegen sich damit nicht beschäftigen (wollen). So ist das Leben eben.

    Ja, da stimme ich dir ja - in Teilen zu. Vor allem, weil du jetzt halt von dir sprichst und nicht so verallgemeinerst, wie in manchen von deinen vorherigen Aussagen.

    DIR - und vielen anderen - bietet es Lebensqualität in deine eigene Sauna zu gehen. MIR - und vielen anderen - liegen Saunagänge gar nicht.

    DIR - und vielen anderen - ist es wichtig, dass es dein eigener Garten ist, in dem du im Sommer sitzt. MIR - und vielen anderen - reicht der große Balkon meiner Mietwohnung völlig aus, denn...

    ... DIR - und vielen anderen - macht Gartenarbeit Freude. MIR - und vielen anderen - wäre Gartenarbeit nur noch mehr zusätzliche Arbeit, die man sich aufhalst, weswegen es...

    ... DIR - und vielen anderen - ein besonderer Genuss ist, die selbst angebauten Tomaten und Zucchini zu essen. MIR - und vielen anderen - ist es lieber, das Gemüse kaufen zu können, statt es selbst anzubauen.

    DIR - und vielen anderen - ist es wichtig, deinen Kindern Vermögenswerten und Vermögen zu hinterlassen. MIR - und vielen anderen - muss das nicht wichtig sein, weil wir bewusst und mit Absicht gar keine Kinder haben.

    Das ist doch der Punkt, nichts anderes. Ich freue mich für dich - ganz ehrlich und ohne jede Ironie -, dass du glücklich über dein Eigenheim bist und Freude an deinem Garten hast. Aber du kannst diesen Lebensentwurf halt nicht so verallgemeinern, dass du pauschal sagst, Geld mache nur glücklich, wenn man es in ein Eigenheim und Reisen investiert. Viele sind glücklich, wenn sie sich ständig neue Kleidung kaufen können, oder teure Autos, oder teure Uhre, oder sie haben teure Hobbies, die ihnen Freude bereiten, oder sie haben Spaß daran, am Aktienmarkt zu spekulieren, oder sie empfinden Freude daran, hohe Beträge im Casino zu setzen. Es gibt so viele Formen der Freude und Möglichkeiten, glücklich zu sein, nicht nur diesen einen, deinen, Lebensentwurf. Das ist okay und gut so.

    Aber bis dahin hat man da besser drin gelebt als in einer Mietswohnung

    Warum hat man automatisch im Eigenheim besser gelebt?


    man kann das Haus ja auch wieder später verkaufen [...] und kann sich vom Erlös dann eine Wohnung kaufen oder zwei und eine noch zusätzlich vermieten.

    Diese Art von Profitdenken und von Priorität von Geld ist mir tatsächlich sehr fremd. Das soll keine Kritik sein, aber das ist halt nicht die Art und Weise, wie ich denke und wie ich mein Leben lebe. Ich habe einen Job, bei dem ich genug verdiene, um mir im Prinzip alles leisten zu können, was ich möchte. Das genieße ich sehr, und ich genieße es dabei auch, mir nicht Gedanken darüber machen zu müssen, wie ich ein Vermögen oder Vermögenswerte anhäufen kann oder wo ich ein paar Euro sparen kann. So ist halt jeder anders.

    Okay, also nochmal von vorne.

    Ja, es ist ein Privileg, ein Haus zu besitzen. Ja, die Wohnung, die ich irgendwann mal erbe, kann ich behalten, vermieten, verkaufen etc.

    Das ist aber ja gar nicht der Punkt, um den es mir geht.

    Mir geht es darum, dass Haubsi1975 sehr pauschal gesagt, hat, dass es Geld nur dann glücklich macht, wenn man es für Reisen und Immobilien verwendet. Ich habe das in dieser Pauschalität angezweifelt. Das mag für sie gelten, das kann natürlich gut sein, aber es ist halt nicht allgemein gültig. Ich habe dabei mich als mögliches Gegenbeispiel gebracht. Ich brauche keine Immobilie, um glücklich zu sein. Ich habe mein Geld für andere Dinge ausgegeben und bin damit sehr zufrieden. (vgl. Beitrag #367)

    Natürlich kann es sein, dass es andere glücklich macht, ein Haus zu besitzen. Vielleicht macht es sie glücklicher als sie durch andere Umstände sein könnten. Ist ja auch okay. Aber das ist halt nicht pauschal so. Nur darum ging es mir.

    Und dass ich sage, dass ich kein Haus brauche, um glücklich zu sein, heißt nicht, dass ich ein Eigenheim ablehnen würde, wenn es denn plötzlich da wäre. Aber es hat halt null Priorität in meinem Leben. Wirklich null. (vgl. Beiträge #373 und #375)

    Das mit den Kindern mag sein. Wie gesagt, da will ich über die Handlungsmotivationen von Eltern nicht spekulieren oder gar urteilen. Grundsätzlich mache ich mir als Kinderloser mit gutem Gehalt und später guter Pension wenig Sorgen darüber, zu wenig Geld zu haben, auch ohne Immobilie. Wie gesagt, wenn mir jetzt eine in den Schoß fallen würde, wäre ich nicht traurig, aber es war mir nie wichtig genug, mich auch nur ernsthaft zu informieren. Ich bin gerne flexibel geblieben, habe Stadt, Bundesland, Land gewechselt und mein Geld für andere Dinge ausgegeben, so dass eine Immobilie nie Thema war. Und war und bin glücklich so. Dass du mit deinem Eigenheim glücklich bist glaube ich dir und ich gönne es dir. Aber man sollte hier nicht pauschalisieren.

    Ganz abgesehen davon, dass die auch später vom Eigenheim mit profitieren.

    Ein Freund (mit Kindern) hat dazu mal gesagt, dass er solche Aussagen nicht nachvollziehen kann. Er meinte, er hat vor, so lange zu leben, dass seine Kinder hoffentlich eigene Häuser besitzen, wenn es mal zum Erbe kommt. Das erschien mir logisch. Das Eigenheim von meinen Eltern hat mir bis jetzt (ich bin fast 50) nicht viel gebracht und ich bin froh darüber, dass sie es noch selbst nutzen können.

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