Du wirst lachen: So abwegig ist das gar nicht.
Jetzt hast du mich neugierig gemacht.
Okay, I'll bite...
Du wirst lachen: So abwegig ist das gar nicht.
Jetzt hast du mich neugierig gemacht.
Okay, I'll bite...
weil das Schlafbedürfnis am nächsten Vormittag doch zu ausgeprägt wäre
Da bin ich ja froh, dass mein Netflix-Abo noch nicht aus diesem Grund untersagt wurde...
DAS, genau DAS ist fast schon die Defnition einer Überlastungsanzeige.
Nur dass du wohl bisher in der Formulierung bislang nicht stark genug warst. Du zeigst nicht nur an, dass du deine Gesundheits gefährdet siehst, du zeigst auch deutlich an, dass du keine Verantwortung übernehmen kannst.
Hier ist die einschlägige Rechtsgrundlage:
https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__15.html
Abgesehen davon kann man sich gerne nach mehrfachen Hinweis zur Gefährdung der eigenen Gesundheit auch mal den §45 BeamtStG, §Fürsorgepflicht des Dienstherrn" einbeziehen.
Und ja, unbedingt Kopie an die übergeordente Dienststelle und den dort tätigen PR (Gesamtpersonalrat; Bezirkspersonalrat etc.)
Vielleicht ist die Aussage in ihrer Formulierung ein wenig zugespitzt, aber in der Sache stehe ich tatsächlich dahinter.
Es gibt doch in der Regel - von einzelnen Sonderfällen abgesehen - nur zwei Varianten:
Ich schreibe von Oberstufenkursen, weil ich nur da überhaupt die Dringlichkeit im Ansatz bemerke. Bei unteren Klassen sehe ich das Problem kaum.
Dass es prüfungspsychologisch ein Problem für SchülerInnen sein kann, wenn der Prüfer kurzfristig ausfällt, kann ich nachvollziehen. In diesem Fall würde ich auch - sofern ich fit genug bin - vielleicht beruhigende Emails o.ä. schreiben. Generell halte ich es aber gerade in solchen Fällen für wichtig, dass ich mich dann gar nicht mehr in die Vorbereitung einmische. Es gibt einen Kollegen, der das übernimmt, der im Kontakt mit dem Prüfling steht und seine Erwartungen und Vorgehensweisen kommuniziert. Alles, was ich da von der Seite reinrufe, kann nur zu Chaos und Verwirrung führen.
Wenn ich zuhause vor Sorgen nicht ruhig werde, wie ich den Stoff durchkriege und mich deswegen zu früh wieder zur Schule quäle, [...]
... sollte ich vielleicht über eine professionelle Distanz zu meiner Arbeit und über eine vernünftige Work/Life-Balance nachdenken, sobald ich wieder gesund bin.
Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie er es hält, solange auf allen Ebenen klar ist, dass Aufgaben und Vorbereitungen keinesfalls eingefordert werden dürfen.
Dabei sollten aber meiner Meinung nach alle folgende Aspekte im Blick behalten:
1. Es kann eine Erwartungshaltung bei Schülerinnen/Schülern, Eltern und eben auch Dienstvorgesetzten erzeugen, wenn Kollegin*innen Aufgaben aus der Krankheit schicken - egal warum sie krankgeschrieben sind. Es gibt Kollegin*innen, die können solchen Druck schulterzuckend aushalten, andere aber vielleicht nicht und die handeln dann wider dem eigenen Wohlbefinden, wenn sie dem Druck nachgeben.
2. Die Sorge darum, wie es der Klasse gibt und ob die Klasse gut versorgt wird, obwohl man selbst krank ist, halte ich für befremdlich und letztendlich kann sich so etwas auch langfristig auf die eigene Gesundheit auswirken. Wir sind alle ersetzbar, langfristig wie kurzfristig und dass ich mich darauf verlassen kann, auch wenn ich krank bin, ist für mich eine große Erleichterung. Und wenn man lange krank ist und deswegen den "Stoff" nicht schafft? Dann ist das halt so.
Es kommt ja auch immer darauf an, welchen Zweck ich mit dem Zitat verfolge.
Wenn ich jetzt aus irgendeinem anonymen Forum die Aussagen des Users "SchoolSuxxxx" als Beleg für neuste fachdidaktische Erkenntnisse anbringen möchte, ist das vielleicht wenig wissenschaftlich.
Wenn ich aber eine linguistische Arbeit für die Sprache in Internetforen oder Blogs schreibe, kann/muss ich natürlich auch solche Quellen berücksichtigen.
Ich habe den Eindruck, dass die Schule des TE dieses Thema mal bei "Verschiedenes" ansprechen sollte. Scheint mir nämlich auch sehr unausgegoren.
Oder eben nicht unter "Verschiedenes", sondern einen eigenen TOP dafür beantragen. In vielen BL liegt es im Entscheidungsbefügnis der GeKo "Grundsätze für die Verteilung von Aufsichten" festzulegen.
Wenn das bei euch auch so ist, kann man einen entsprechenden Antrag formulieren, dass Aufsichten XY Tage vorher bekannt sein müssen, dass man an unterrichtsfreien Tagen nicht zur Aufsicht herangezogen werden kann oder eben andere Grundsätze. Dann braucht man halt noch eine Mehrheit im Kollegium, aber wenn der Antrag durchgeht, muss sich die SL daran halten.
Sofern dies bei euch eben auch in den Aufgabenbereich der GeKo fällt. Ein Blick ins Schulgesetz oder die Konferenzordnung kann da aufklären.
Also, ohne jetzt auf alle Punkte einzugehen:
Ich verstehe schon, dass das nicht jedermanns Sache ist und dass es in anderen BLs unüblich ist. Uns es gibt sicherlich auch Gründe, die dagegen sprechen. Und darüber kann man natürlich reden. Aber viele der Gründe, die hier vorgebracht werden, sind einfach albern. Also ob sonst alles, was wir so im Unterricht hätten, völlig und zu 100% perfekte Methoden wären, die keine Nachteile hätten.
Mir persönlich ist das egal, ob sie sich das alles direkt so merken können oder zu Hause wiederholen müssen. Es muss halt am Anfang der nächsten Stunde sitzen, wenn ich sie abfrage. Und meistens zeigt sich halt, dass es im Detail nicht so gut sitzt, wenn sie es nicht wiederholt haben.
Im gleichen Maß wie sie das halt in anderen Formen der Leistungsabnahme auch wissen. Sie wissen, dass sie ca. 50% erreichen müssen, um auf eine ausreichende Leistung zu kommen. Sie wissen, dass ihre Darstellung kohärent und strukturiert sein muss und dass sie Fachterminologie verwenden müssen.
Wissen deine Schüler in Kunst immer ganz genau, was sie für eine 1, 2, 3 etc. leisten müssen, wenn sie praktische Arbeiten anfertigen?
Kann ich so nicht beantworten. Ich hab halt immer nur am Gym unterrichtet und da sind dann natürlich nur die leistungsstärkeren Schüler*innen angekommen. Und die waren schon leistungsmäßiger meistens schlechter aufgestellt als ich das aus Bayern so kenne. Aber vom Verhalten her insgesamt einfach besser sozialisiert.
Ich zitier mich mal selber:
Allerdings ist das natürlich ein völlig anderes Menschenbild als es in anderen Bundesländern vorherrscht, wo nach Möglichkeite gefördert wird und immer wieder neue Chancen eröffnet werden.
Was am Ende des Tages besser ist, ist vermutlich eher eine ideologische Fragen; in Hinblick auf so standardisierte Tests ist der bayerische Weg sicherlich der erfolgsversprechendere.
Natürlich muss keiner das bayerische System gut finden. Dass die Bayern in dieser Form des Tests in der Regel besser abschneiden, muss ja auch nicht unbedingt heißen, dass sie insgesamt "besser" sind. Dazu müsste man eben erstmal genauer definieren, was das Schulsystem eigentlich erreichen will.
Aus meiner Erfahrung in anderen Bundesländern kann ich (anekdotisch) sagen, dass die Schüler*innen, die durch ein Gesamtschulsystem gegangen sind, in der Regel weniger "leistungsstark" waren als es Schüler*innen am bayerischen Gymnasium waren. Dafür waren sie sozial deutlich besser aufgestellt und insgesamt freundlikcher, höflicher und umgänglicher. Wie gesagt, alles anekdotisch und pauschalisiert.
Wenn ich jetzt will, dass ein Abiturient auch nach 30 Jahren noch Stilmittel in einem Gedicht findet, eine Funktion ableiten kann oder eine grobe Vorstellung vom Zitronensäurezyklus hat, dann ist vielleicht das bayerische System besser. Wenn es darum geht, dass Schüler*innen mit entsprechenden Soft Skills abgehen, dass vielleicht mehr Schüler*innen das Abitur bestehen etc., sind andere Systeme vielleicht geeigneter. Aber dann frage ich mich, warum man so viel Wert auf diese standardisierten Tests legt, die eben genau das nicht abbilden können.
Nachdem wir vorhin schon bei der anekdotischen Evidenz waren:
Als ich zwischendurch in anderen Bundesländern unterrichtet habe und dort die regelmäßige Vokabelabfrage eingeführt habe (- sehr zum Entsetzen der Schüler*innen -), habe ich durchaus eine Vergrößerung des Wortschatzes erleben können.
Vereinzelt (!) habe ich dies auch nach dem Abi von Oberstufenschüler*innen als Feedback bekommen, dass sie die Abfragen zwar gehasst haben, dass sie aber selbst gemerkt haben, dass es etwas gebracht hat.
Noch (!) vereinzelter haben sich schwache Schüler bedankt, dass sie so eine Möglichkeit hatten, ihre Noten zu verbessern. Aber ich will diese Rückmeldungen nicht verallgemeinern, das waren wirklich Einzelfälle.
Ich hab's 9 Jahre lang an einem bayrischen Gymnasium so erlebt.
Ich auch. Aber das war eben auch nicht immer nur Frage-Antwort. Außerdem ist das halt auch inzwischen 30 Jahre her... sogar in Bayern verändert sich manchmal etwas, man möchte es kaum glauben.
WEr "dran" war, hat doch erst mal Ruhe, oder?
Nö, normalerweise spielt variiert man hier durch, so dass jeder immer drankommen kann.
Und nein, im mündlichen Abitur läuft das anders. Das ist alles andere als ein Frage-und -Antwort-Spiel, und um Auswendig Gelerntes geht es lediglich im AF 1
Sag ich doch. Abfragen sind eben auch kein Frage-Antwort-Spiel, bei dem es um auswendig Gelerntes geht. Hier kann man auch über Zusammenhänge reden, oder Wissen anwenden. Ich verstehe nicht, woher diese Idee des Frage-Antwort-Spiels kommt.
Wir wurden natürlich auch in fast allen Fächern ständig abgefragt. Das fand ich nicht so wild, auch wenn ich mal nicht gelernt hatte.
Das normalisiert sich alles, es erwischt jeden Mal kalt, so wie Schüler halt auch im Unterricht nicht immer eine Frage beantworten können. Das wird nicht so hoch gehängt, also auch nicht von den Mitschülern, wenn es halt zum Alltag gehört.
Was ich hingegen immer schrecklich fand war, vor der Klasse etwas an der Tafel vorrechnen zu müssen. Obwohl ich gut in Mathe war.
Selbstverständlich kann man auch Zusammenhänge abfragen. Ähnlich ist es ja auch in mündlichen Abiturprüfungen, da wird ja auch nicht nur
Auswendig Gelerntes wie das 1x1, die Quadratzahlen oder [...] Vokabeln
abgeprüft
Ich habe in drei verschiedenen Bundesländern unterrichtet, eben auch in Bayern.
Es ist meine Erfahrung, dass der größte Unterschied die Selektion ist. In Bayern wird sehr stark selektiert, durch das streng dreigliedrige Schulsystem und durch die konsequente Umsetzung. So etwas wie Förderpläne etc. gibt es hier kaum, dafür ist es in Zeugniskonferenzen sofort ein Thema, ob ein Schüler vielleicht doch auf die nächst niedrige Stufe abgehen sollte, wenn er das Klassenziel nicht erreicht hat.
So kommen insgesamt homogenere Lerngruppen heraus, die natürlich einfacher zu unterrichten und fördern sind. Zumindest jetzt aus Sicht eines Gymnasiallehrers, der ich ja nun mal bin.
Allerdings ist das natürlich ein völlig anderes Menschenbild als es in anderen Bundesländern vorherrscht, wo nach Möglichkeite gefördert wird und immer wieder neue Chancen eröffnet werden.
Was am Ende des Tages besser ist, ist vermutlich eher eine ideologische Fragen; in Hinblick auf so standardisierte Tests ist der bayerische Weg sicherlich der erfolgsversprechendere.
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