Beiträge von Landlehrer

    Fürs Studium gibt es Bafög mit Mietanteil und ich kann in einem gewissen Rahmen dazuverdienen.
    In der Ausbildung nicht und es ist zeitlich sehr eng/enger.
    Wie gesagt: vll kurzfristig gedacht aber es ist manchmal ein Kriterium. Ähnlich ist es mit FSJ, Praktika und so.

    Wenn die Eltern arm genug sind, um überhaupt BaföG zu bekommen. In der Praxis sieht es finanziell kurzfristig eher so aus: Studium < duale Ausbildung < duales Studium


    Und es waren fast 15000 Euro Bafög-Schulden.

    Die Rückzahlungshöchstsumme liegt bei 10k€. Oder war das damals anders?

    1000 Euro? Wer zahlt das? Außer der Deutschen Bank vielleicht, wenn man Mittlere Reife hat. Im Handwerk gibt’s viel weniger und dann wird man bei Holz z.B. hier nur per Zeitarbeitsfirma eingestellt.

    1000€ monatlich zahlen die großen Mittelständler in meiner Gegend.



    Das war doch früher nicht anders. Ich habe mein Studium auch nur mit Bafög (600 Euro) und nem Mini-Job packen können. Meine Eltern hatten nichts. Gestartet habe ich mein Berufsleben mit nem dicken Packen Bafög-Schulden.

    10k€ sind nicht einmal vier Monatsgehälter.


    Dass Azubis nicht viel können, auch. eine "gerechte" Lösung (im Sinne von "man kann vollständig von der Ausbildungsvergütung leben") gibt es nicht, aber man soll auch nicht so tun, als würden alle Azubis sich das selbst aussuchen, wenn sie kein Geld haben und sich manchmal ein Studium eher "lohnt". Natürlich ist es kurzfristig gedacht, falls man für das Studium nicht geeignet ist oder nicht in der Regelstudienzeit fertig wird, aber für einige Abiturienten ist eine Ausbildung finanziell keine Alternative.

    Unter welchen Bedingungen soll sich ein Studium kurzfristig finanziell eher lohnen? Die Rechnung geht nicht auf.


    Als Student mit Eltern, die zwar ein Mietshaus und ein Eigenheim (300 Jahre alter sanierungsbedürftiger Hof) gabs für mich zwar Bafög (rund 200 € im Monat, hat über die 4,5 Jahre Studium geschwankt), aber das hat weder für den Lebensunterhalt noch für die Wohnung gereicht (bzw. hätte ich nach Miete ganze 1,50€ noch gehabt vom Bafög). Zitat, das ich mir dann damals im Bafög-Amt anhören durfte: "Verklagen Sie doch ihre Eltern auf Unterhalt.". Wohngeld hätte ich zur damaligen Zeit im Umfang von 30 € bekommen.

    Deine Eltern werden mit einem Mietshaus nicht am Hungertuch genagt haben.

    Das ist hier wohl eine regionale Sache - wenn ich im benachbarten Thread lese, was @Landlehrer da aus Bayern schreibt, und nun auch du hier, sehe ich mich in der Vermutung bestärkt: In Bayern, Sachsen und weiteren ländlichen Regionen finden sich die weniger Begabten eben damit ab, einen Beruf zu machen, bei dem man eben gesellschaftlich kein Ansehen (oder das eines Deppen) hat - notfalls Aushilfe auf dem Bauernhof. Heißt, wenn wir mal Bayern als Beispiel nehmen, und du da nicht gerade in München, Nürnberg, Ingolstadt steckst... dann gibts da eben diese Alternative.

    Das hast du falsch verstanden. Die duale Ausbildung ist in Bayern noch gesellschaftlich hoch angesehen und man bekommt auch mit einem ordentlichen Haupt- oder Realschulabschluss gefragte Ausbildungsplätze.


    Warst du nicht diejenige, die berichtet hat, dass man in deiner Gegend Abitur für einen Job an der Kasse benötigt?

    In Bayern, Gymnasium, werden die SuS insofern schlechter, als ich das Material von vor zehn oder zwanzig Jahren nicht mehr benutzen kann, richtig. Das muss aber nicht schlecht sein - insgesamt werden die SuS wahrscheinlich besser, aber es gibt weniger Spitzen - und die kriegen nicht genug zu tun.

    Die Abschaffung der Leistungskurse war ein großer Fehler.


    Unbedingt sind die wichtig! Ob wichtiger, wird deren Zukunft zeigen.An der wir - die meisten von uns - übrigens nur noch so mittelviel mitbestimmen.


    Damals... tja. Damals ist halt vorbei.
    Schaun wir mal, ob unsere Kulturtechniken in der Zukunft noch was helfen, oder wir das nur glauben, weil es die Techniken sind, die wir am besten beherrschen.

    Meine Aufgabe ist es die Schüler zur Studierfähigkeit zu führen. Ohne die Kulturtechniken als Grundlage ist das Ziel nicht erreichbar.

    btw, @Landlehrer: Was die Bezahlung von Azubis angeht - es ist nun mal in der Gesellschaft nicht mehr mehrheitlich so, nicht-erwachsene Azubis zu haben, die noch zu Hause wohnen - vielmehr will die Mehrzahl der jungen Leute dringend "da raus" (weil sie es mit der Sippschaft nicht mehr aushalten) und ist eben doch volljährig. Von daher ist natürlich die "Ausbilduingsvergütung" mancher Berufsgruppen schlicht ein Witz, und von daher ist das Desinteresse daran verständlich, hier ist dringend entsprechendes Umdenken seitens der potentiellen Arbeitgeber erforderlich (die Gesellschaft wird sich da nicht in deren Wunschrichtung verändern, eher im Gegenteil).

    Sind monatlich 500-1000€ Ausbildungsvergütung nicht besser als nichts? Auf Kosten der Eltern Urlaub in Australien zu machen und danach einige Jahre herumzustudieren ist natürlich noch angenehmer. Die Tatsache, dass man mit einer ordentlichen Ausbildung oft besser verdient als mit einem mittelmässig abgeschlossenen (geisteswissenschaftlichen) Studium, hat sich leider noch nicht herumgesprochen.

    Solange Mittel-/Oberschulen als Abstellgleis gelten, weil man in Ausbildungsberufen oft schlecht verdient und schlechte Arbeitsbedingungen hat, wird der run auf die Gymnasien aber nicht abreissen. Vielleicht sollten Gymnasien so viel Mut haben, nach der Zehnten deutlich auszusieben, damit die Oberstufe denen vorbehalten bleibt, die ein Studium anstreben?

    Du verwechselst Ursache mit Wirkung. Die Entwertung des Hauptschul- und Realschulabschlusses ist das Resultat einer von ideologischen und wirtschaftlichen Gründen getrieben Bildungspolitik. Die Unternehmen passen ihre Anforderungen an die Bewerber nur daran an.


    Die Behauptung, dass in Ausbildungsberufen oft schlecht bezahlt wird und schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschen trifft zumindest in meiner Gegend zum Glück nicht zu, da die Leute früh in das Berufsleben starten, die Lebenshaltungskosten gering sind und händeringend Auszubildende gesucht werden.


    Vielleicht sollten Gymnasien so viel Mut haben, nach der Zehnten deutlich auszusieben, damit die Oberstufe denen vorbehalten bleibt, die ein Studium anstreben?

    Die Schüler mit einem schlechten Abschluss vor die Tür zu setzen kann nicht die Lösung sein. Die Selektion muss früher stattfinden.


    Trotz allem denke ich nämlich nicht, dass man im zweiten Halbjahr der dritten Klasse schon sicher absehen kann, wer das Abi schaffen wird und schon gar nicht, wer studieren wollen wird. Ich verstehe Eltern, die dafür sorgen, dass ihr Kind die besten Bildungsmöglichkeiten hat. Bildung hat ja auch einen Selbstzweck und ist nicht nur Abschlussbezogen...

    Die Entscheidung muss von Fachkräften getroffen werden und nicht von Eltern die verständlicherweise nur das Beste für ihr Kind wollen. Außerdem gibt es heutzutage genug Möglichkeiten für Spätentwickler, um das Abitur nachzuholen oder ein Studium zu beginnen.

    Was hat das mit der Trennung zwischen allgemeinem und beruflichen Schulwesen zu tun? In Bayern wurde für das Fach Wirtschaft & Recht der Studiengang Lehramt Gymnasium Wirtschaftswissenschaften geschaffen.

    Winfried Kretschmann besuchte nach der Volksschule in Zwiefalten-Sonderbuch ein katholisches Internat in Riedlingen, danach bis zum Abitur 1968 ein Gymnasium in Sigmaringen. In seiner Jugend war er Oberministrant. Während seiner Internatszeit gab er den Wunsch auf, Priester zu werden.
    Nach dem Grundwehrdienst studierte er an der Universität Hohenheim von 1970 bis 1975 Biologie und Chemie (später noch Ethik) für das Lehramt an Gymnasien und legte 1977 das zweite Staatsexamen ab. Wegen zweier Kandidaturen zum Studentenkonvent, 1972 für die „Kommunistische Studentengruppe / Marxisten-Leninisten“ und 1973 auf der Plattform des „Sozialistischen Zentrums“ und der „Kommunistischen Hochschulgruppe“ (KHG), drohte ihm jedoch aufgrund des so genannten Radikalenerlasses ein Berufsverbot. Die Kandidaturen hatte der Verfassungsschutz dem Oberschulamt gemeldet.

    Abgesehen davon darf ALkohol nur dann durch Minderjährige verkauft werden, wenn sie rechtlich den Alkohol selbst konsumieren dürfen. Glühwein mit Schuss ging dann bei unter 18 Jährigen z.B. nicht.

    Ich würde Schüler nicht mit hartem Alkohol auf einer Schulveranstaltung herumpanschen lassen. Glühwein ohne Schuss gibt es auf unserem Weihnachtsbasar schon seit mehr als 20 Jahren.


    ich kenne zwar @Friesins Abiturienten nicht, aber wenn du das so pauschal ausschließt, lebst du offenbar in einer sehr anderen Welt (oder so weit hinterm Wald oder Mond...) - bekommst du auch irgendwo die (mehrheitliche) Realität mit?Sowas unter "das tun die doch nicht" zu verbuchen, ist in etwa so realistisch, wie die Mutter, die ihrer 14jährigen Tochter den Frauenarzt/die Pille verweigert mit Aussagen wie "in deinem Alter hat man noch keinen Sex". 9 Monate später war sie Oma.

    Ich lebe in meiner eigenen heilen Welt. Bis jetzt haben sich noch keine meiner Schüler gegenseitig umgelegt. Selbst ich als verhasster Pauker wurde noch nicht von meinen Nachbarn zusammengeschlagen und erfreue mich bester Gesundheit. ;)

    ich komme noch mal auf das Alkohol Thema zurück:


    mein SL hat in einsamer Mission beschlossen, dass auf einer Weihnachtsbegegnung (Eltern, Schüler, Lehrer, im Schulhaus) Glühwein ausgeschenkt wird. Keinerlei Kontrollmöglichkeiten, wer davon trinkt. Ausschank liegt in der Hand der Abiturienten.


    Klasse, oder?!

    Hast du kein Vertrauen in eure Abiturienten? Die werden wohl kaum Unterstufenschüler auf einer Schulveranstaltung mit Glühwein abfüllen.

    Kann man es übertreiben, wenn ein Kassierer seinem Job nicht nachkommt und bei augenscheinlich Minderjährigen NICHT nach dem Ausweis fragt?Wie gesagt: Ich habe kein Problem damit, wenn Jugendliche meinen, sich Alkohol besorgen zu müssen (egal auf welche Weise). Ich habe aber ein Problem damit, wenn ganz klar gegen ein Gesetz verstoßen wird, das dem Schutz der Jugendlichen dienen soll. Nicht umsonst gibts sowas wie Jugendschutz. Und wenn da ne Horde Kids mit Hochprozentigem kommt ist das nu mal der Job eines Kassierers, sich die Ausweise zeigen zu lassen.

    Jeder, der die Freizeitgestaltung seiner Oberstufenschüler kennt, sollte erkannt haben, dass das Jugendschutzgesetz nicht der gesellschaftlichen Realität entspricht.


    Kein Pardon = Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen ansetzen und durchaus auch überlegen, ob ein temporärer Ausschluss von der Schule stattfinden könnte, da der Ruf der Schule durch ein mögliches Bekanntwerden des Vorfalls geschädigt werden würde (ist zwar überzogen, aber so ist die SL drauf).

    Die Ordnungsmaßnahmen werden bei Schülern, die bereits in einigen Monaten die Schule verlassen, nicht mehr fruchten.

    Nachdem der Kurs uns dann am Abend alles gebeichtet hatte, sind wir am nächsten Tag (als die Eltern dann auch ankamen) mit den Schülern zum entsprechenden Supermarkt vorbei um mal ein wenig über Jugendschutz und rechtliche Pflichten aufzuklären, immerhin sind die meisten Schüler, die den Alkohol gekauft haben noch Minderjährige. Der entsprechende Kassierer, der das verkauft hat, war wenig einsichtig, daher gings dann zur Fialleitung und es kam zur Anzeige.

    Man kann auch über das Ziel hinausschießen.


    Ende vom Lied ist, das wir uns derzeit mit der Schulleitung und dem Kurs rumschlagen müssen und da, aufgrund der rigorosen Schulleitung, auch kein Pardon zu erwarten ist.

    Was darf ich mir unter kein Pardon vorstellen?


    DIe besagten Pullen haben meine Kollegin und ich übrigens eingesammelt und der Schulleitung übergeben, die soll gucken wie sie das jetzt unter die ELtern kriegt :)

    Die Flaschen wurden vermutlich sachgemäß vernichtet. ;)

    Moin,


    vielleicht kennt Ihr das Problem der Nachschreibtermine auch. Es kommen die Schüler dann alle einzeln, weil von den 5 Nachschreibern natürlich an dem Tag wieder welche Krank sind. Ergebnis ist, daß man zieg Nachschreibtermine braucht und natürlich eine große Anzahl an Klausuren "verbrennt". Wie löst Ihr das Problem?

    Ich setze den Nachschreibtermin erst an, wenn alle Schüler wieder gesund sind. Wer mehrfach krank macht bekommt eine Attestpflicht und eine Feststellungsprüfung über das komplette Schuljahr angedroht. Die Klausur mit Angabe gibt es erst zurück, wenn die Nachschreibtermin durch ist.


    Ich frag nur, weil ich letztens unseren Referendar (ist gerade erst ein paar Monate dabei) in der Klasse stehen hatte in meinem Unterricht. Bin zwar da nicht der Klassenlehrer, die beiden Kandidaten kenne ich aber, weil ich sie im vorherigen Jahr als Klassenlehrer hatte und sie eine Ehrenrunde gedreht haben. Er wollte zwei Schülern zum Nachschreiben seiner Klausur holen. Blöd allerdings, daß nur einer da war. Ich habe daraufhin im Klassenbuch nachgesehen, ob die beiden wirklich nachschreiben dürfen und bin mit dem Ref. dann mal kurz im Nebenraum verschwunden, weil bei dem Kandidaten, der nicht da war, für den Klausurtag kein Attest vermerkt war. Der Schüler war einfach 60 Minuten zu spät gekommen und unser Reffi im BDU hat ihm die Deutsch-Klausur nicht mehr gegeben, weil er die in der verbleibenden Zeit ja nicht schaffen könne und das auch vor der ganzen Klasse so begründet.

    Wer unentschuldigt fehlt bekommt eine 6.

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