Beiträge von Sommertraum

    Dass man dich alles auf einmal unterrichten lässt, finde ich ein starkes Stück.

    Das ist Standard an bayerischen Mittelschulen. Als Klassenlehrer unterrichtet man so viele Fächer wie möglich in seiner Klasse, unabhängig davon, welche man studiert hat.

    Ähm, was sind GPG, WiB?

    NuT: Naturwissenschaften und Technik?

    GPG = Geschichte / Politik / Geographie

    WiB = Wirtschaft und Beruf

    NuT = Natur und Technik

    Zum Thema:

    Du hast das Pech, dass für die 9. Jahrgangsstufe viele Verlage noch nicht liefern können. Sei froh, dass du schon in jedem Fach ein Schulbuch hast. Wenn sich die Verantwortlichen deiner Schule nicht überzeugen lassen, dass du bestimmtes Lehrerbegleitmaterial brauchst, würde ich in den sauren Apfel beißen und zu den eingeführten Schulbüchern die digitalen Lehrermaterialien kaufen (sofern schon vorhanden). Das würde dir die Vorbereitung stark erleichtern, vor allem, weil sie oft editierbar zur Verfügung gestellt werden. Als Anfänger ist man an unserer Schulart sowieso schnell mit der Fülle an Fächern überfordert, v.a. mit denen, die man fachfremd (und evtl. unbegabt wie z.B oft in Kunst, Musik oder Informatik) unterrichten muss.

    Außerdem haben wir ja erst seit 4 Tagen Schule. Gib deinen Kollegen ein bisschen Zeit, denn die ersten Tage sind für alle stressig. Ich hätte die letzten Tage nicht den Nerv gehabt, auch noch einen Kollegen mit Material zu versorgen. Die Zusammenarbeit spielt sich in den nächsten Wochen bestimmt noch ein!

    Ich hatte ja auch geschrieben, dass es eine Typfrage ist. Wem die pädagogische Arbeit leichtfällt, der ist an der MS gut aufgehoben (und der braucht auch die faktisch ja nicht stattfindende Nachqualifikation nicht wirklich).

    Das typische Deutsch-Reli-Gym-Mäuschen wird an der MS untergehen, das habe ich gar nicht in Frage gestellt.

    Hast du da zufällig Zahlen?

    Ja gut, da braucht es dann halt einen Schulrat, der die cojones hat, dann eben auch mal ein "nicht geeignet" auszusprechen.

    Leider habe ich keine Zahlen (die würden mich auch interessieren), sondern nur Erfahrungswerte. Nachdem das Entgegenkommen für MS-Nachqualifikanten im Gegensatz zu denen für GS immer größer wird, vermute ich, dass tatsächlich zu wenige dauerhaft an der MS bleiben. Viele gehen auch lieber als Angestellte an Privatschulen oder nehmen Aushilfsverträge an ihrer ursprünglichen Schulart an statt als Beamte mit A12 an der MS zu bleiben.

    Da der Lehrkräftemangel an der MS so eklatant hoch ist, sagen Schulräte den Zweitqualifikanten zwar öfter mal sehr deutlich ihre Meinung, ein "nicht geeignet" sprechen sie aber nicht aus.

    Nachqualifikanten für die MS werden seit einem Jahr direkt bei der Einstellung verbeamtet und erhalten schon während der Weiterbildung A12. Warum sollten sie mehr verdienen als ausgebildete MS-Lehrer?

    Abgesehen davon machen viele diese Zusatzausbildung nur, um die Wartezeit zu überbrücken, bis sie an ihrer ursprünglichen Schulart eine Planstelle bekommen. Entsprechend gering ist die Zahl derer, die dauerhaft an der MS bleiben.

    Interessant finde ich auch immer Fossis Argument, dass die Nachqualifikanten die geringere Arbeitsbelastung schätzen würden. Bei den zahlreichen Leuten, die ich kenne, ist das Gegenteil der Fall. Am Anfang meinen das die meisten tatsächlich, bis zum Ende der Maßnahme, also nach dem 1. Jahr Klassleitung, sind sie schockiert, wie fordernd die Arbeit an der MS ist.

    Besonders problematisch finde ich, dass die Nachqualifikanten nahezu keine Ausbildung erhalten, das müssen die Kollegen nebenbei erledigen. MS unterscheidet sich aber deutlich von RS und noch viel mehr von Gy. Zusätzlich sind leider viele der Meinung, dass sie nach Studium und Ref ausreichend ausgebildet sind, lassen sich zu wenig auf die besondere Arbeitsweise dieser Schulart ein und zeigen sich nicht selten als recht beratungsresistent (besonders die Gy-Leute).

    Alles zusammen führt dazu, dass der dauerhafte Erfolg der Nachqualifikation für MS ausbleibt. Inzwischen empfinde ich wie viele meiner Kollegen auch die Sondermaßnahme nur noch als Belastung.

    Läuft es an den GS besser? Vielleicht mögen ja GS-Lehrkräfte von ihren Erfahrungen berichten.

    Es fehlte die Kontrolle durch viele Lehrkräfte. Und der Austausch fehlte ebenfalls. [..] Also auch hier: wenn die Bedingungen stimmen, kann das funktionieren. Wenn.

    Genau meine Erfahrung. Je nach Engagement der Lehrkraft lief es gut, die Kinder kamen im Stoff gut mit und profitierten sogar vom Distanzunterricht.

    Leider zeigte kaum die Hälfte ausreichend Engagement, sodass sich trotz meiner Unterstützung in einigen Fächern Lücken aufgetan haben. Zurück in der Schule konnten gerade diese Lehrkräfte überhaupt nicht verstehen, warum die Kinder so schlecht sind und es gab wochenlang Anschiss in Dauerschleife.

    Generell würde ich Niemanden in Bayern zu Lehramt an Grund- oder Hauptschulen raten, außer Derjenige wohnt in München bzw. Oberbayern. Lieber gleich Lehramt an Sonderschulen mit GS oder HS Didaktik. Die kriegen auch A13 mit der Möglichkeit bis A16 bzw. B4? - bei denen gibt es bestimmt auch Ministerialbeauftragte oder wie das nochmal heißt dieses Ltd. OStD glaub ich? - hochzugehen, anstatt die armen Grund- und Hauptschullehrer die mit A12-A13 verarscht werwerden.

    Früher habe ich diesen Beruf mit all seinen Facetten geliebt, vor allem das Klassleiterprinzip gefiel mir besonders gut. Heute würde ich niemandem mehr raten, in Bayern Mittelschullehrer zu werden.

    Der Lehrkräftemangel ist an dieser Schulart besonders extrem, gleichzeitig werden die Aufgaben immer mehr. Die Vorgesetzten in den Schulämter stehen nicht hinter uns und tun alles dafür, dass die zahlreichen Probleme nicht an die Öffentlichkeit dringen.

    Eine solche Bepunktung kann durchaus angemessen sein, es kommt auf den Aufgabentyp an. Zum Beispiel bei Ankreuz- oder Zuordnungsaufgaben kann es sonst passieren, dass jemand, der keine Ahnung hat und einfach rät, sonst viel zu viele Punkte erhält. Daher muss man hier im Vorfeld sehr gut überlegen, wie viele Punkte (ich meine damit: Bewertungseinheiten) die Aufgabe geben soll und in welchen Fällen abgezogen oder addiert wird, um eine sinnvolle Bewertung zu erhalten.

    Am Gymnasium meiner Kinder wird dieses Bewertungssystem für alle Aufgabentypen verwendet. Grammatik wird z. B. fast ausschließlich in oft richtig schwierigen "mixed bag"- Aufgaben abgefragt. Da gibt dann z. B. der 1,5 Seiten lange Text mit 50 Lücken 40 Punkte und pro Fehler wird 1 Punkt abgezogen. Dieser wird auch abgezogen, wenn z. B. Ein RS-Fehler gemacht, die Grammatik aber richtig umgesetzt wurde. Richtig, richtig heftig!

    Abgesehen davon kann man den Schwierigkeitsgrad einer Lernzielkontrolle nur dann einschätzen, wenn man den dazugehörigen Unterricht /Übungen mitgemacht hat. Besonders deutlich sieht man das momentan an den Lernstandserhebungen. Manche Lehrer üben sie vorher mit ihren Schülern ein, ändern nur Kleinigkeiten des verwendeten Übungsblattes, andere schreiben richtig schwierige, umfangreiche Tests zum Jahresstoff.

    Außerdem hatte ich ein grundsätzliches Problem mit dem Bewertungssystem z.B. in Englisch: Man hatte ein Punktekontigent pro Aufgabe, die gar nicht den erforderlichen Antworten entsprach und bekam entsprechend Minuspunkte. So konnte es sein, dass man noch Teile der Aufgabe richtig hatte, aber null Punkte hatte.

    Diese Art der Bepunktung kann ich auch nicht nachvollziehen!

    Zu den Noten: beim 3er und 4er sehe ich es ähnlich, hier wird am Gymnasium eher strenger benotet, dafür sind 1 und 2 viel großzügiger bemessen als in der GS.

    Insgesamt finde ich schon, dass am Gymnasium viel verlangt wird. Dadurch, dass gerade in höheren Jahrgangsstufen nur wenige Schulaufgaben und Exen geschrieben werden, hat jede Note viel Gewicht. Außerdem sind die Lehrer sehr erfinderisch bzgl. arbeitsintensiver Aufgabenformate wie Referate, Portfolios, Lesetagebücher, ... Das kann sich durchaus häufen, vor allem, weil sich die Lehrer untereinander wohl nur wenig absprechen.

    Gleichzeitig stellt man aber fest, dass Schüler, die die Leistung eigentlich nicht bringen, für Referate dauernd Ausreden haben, Aufgaben nicht abgeben, ... nie Konsequenzen spüren und durchgezogen werden. Das hebt nicht gerade die Motivation der Pflichtbewussten!

    Zum Ersten mal eine Frage: Davon las/hörte ich schon öfter, aber was bedeutet das dann für den 2. Termin? Ich stelle mir das organisatorisch schwierig vor, wenn man die erste Dosis durch "Glück" erhält, aber dadurch automatisch Anspruch auf die zweite Dosis erhält, oder?

    In Bayern bestellen die Ärzte ihre Impfdosen unterteilt in "Erstimpfung" und "Zweitimpfung". Die für die Zweitimpfung werden garantiert geliefert, was an Impfstoff übrig bleibt, wird anschließend für Erstimpfungen verteilt.

    Auch meine Kinder hätten ein Impfangebot erhalten, leider für Donnerstag, da sind wir nicht mehr in Deutschland, aber es wird sicher ein weiteres kommen (nicht, dass ich vorher angesagt hatte, dass sie erst ab 20.7. können bzw. mein Mann nicht vorher will)

    Gestern hast du noch vehement behauptet, dass in ganz Deutschland kein Arzt Jugendliche unter 16, die nicht vorerkrankt sind, impft.

    Dann ist doch die Mutter sicher. Warum ist für die Gesundheit der Mutter noch wichtig, dass besagte Schülerin geimpft wird?

    Es gibt z.B. Medikamente, die die Wirksamkeit der Impfung reduzieren. Leute, die diese einnehmen, sind darauf angewiesen, dass auch ihr Umfeld geimpft ist. Deshalb sind ja Kontaktpersonen gefährdeter Personengruppen höher priorisiert.

    Ich stehe eben beim Arzt und die Sprechstundenhilfe telefoniert die Liste ab, weil 4 Portionen übrig sind, aber mein Asthmakind nehmen sie nicht, weil noch keine 16:wacko:

    Nun denn, ich vermittle mal weiter, wer dran kommt, ist letztlich egal. Nur der Satz "zu schade zum Wegschmeißen, ist ja so teuer" ist schon irgendwie...

    Das tut mir sehr leid für euch. Erst heute hat mir eine 15jährige Schülerin erzählt, dass sie morgen geimpft wird. Grund ist ihre kranke Mutter, selbst hat sie keine Vorerkrankung.

    ... fachgebundener Hochschulreife (vorsicht, das ist nicht das Selbe wie Fachhochschulreife) ...

    Peinlich - ich kannte den Unterschied gar nicht. Erreicht man die fachgebundene Hochschulreife über die BOS und die Fachhochschulreife über die FOS? Ich weiß zwar, dass sich im Bereich von FOS / BOS viel getan hat, habe mich aber nie näher damit beschäftigt. FOS führte für mich immer zum "Fachabitur", das ein Studium an der FH erlaubt, BOS mit 2. Fremdsprache zum Allg. Abitur, das ein Studium an der Uni ermöglicht.

    @Berufsschule93

    Vielen Dank für deine ausführliche, informative Antwort. Ich wusste das tatsächlich nicht!

    da ich keine zweite Fremdsprache gewählt habe (ich weiß keine gute Entscheidung ^^), werde ich nur die Fachgebundene Hochschulreife erwerben. Damit kann man nur bestimmte Kombinationen an Fächern für das Lehramt studieren (zumindest in Bayern!).

    Ich kann dir nicht weiterhelfen, weil ich bisher gar nicht wusste, dass man ohne Allgemeines Abitur in Bayern Lehramt studieren kann. Für welche Lehrämter und Fächer gilt das denn? Gibt es bestimmte Voraussetzungen bzgl. der Fächer / Zweige an der FOS?

    Nein, ich glaube, du begreifst einfach, dass es eben Kinder gibt, die laut Stiko geimpft werden sollen und dementsprechend vor jedem x-beliebigem Jugendlichen drankommen sollten, weil sie andere Leute gefährden.

    Und diese Gruppe, die findet scheinbar bei euch einfach keine Beachtung, was mich nicht wundert, weil ja auch so Leute wie Samu behaupten, es gäbe sie nicht!

    Und deshalb bleibt es auch dabei, dass ich eine Impfung nach Alter nicht gut finden kann!

    Ich geb's auf ... Liest du eigentlich, was andere schreiben?!?

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