Der damalige R-Wert von 117 lag bei 1,3 - 1,4. Wenn wir mal großzügig einen Jahreszeiteffekt von 20% veranschlagen, einen Impfeffekt von meinetwegen 10% und dann die Schulschließungen über die Osterferien, ist das durchaus plausibel, dass es stagniert oder sogar leicht schrumpft, weil wir dann knapp unter 1,0 landen. Deswegen war es ja so dämlich, nicht den kleinen zusätzlichen Schritt zu gehen und den R-Wert permanent wie ein Idiot bei R 1,0 - 1,2 zu halten, weil eine minimal größere Intervention die dritte Welle prophylaktisch gebrochen hätte und den Halblockdown mal beendet hätte.
- Inhaltlich habe ich genau das gleiche gesagt, nämlich dass die Zahlen mehr oder weniger konstant bleiben, der Witz ist halt, dass es trotzdem erst mal Empörung und Vorwürfe der Relativierung produziert, weil meine Formulierung nicht fatalistisch genug klingt und - Gott bewahre - ja Leute dadurch beruhigt werden könnten.
- Ein "exponentielles Wachstum mit einem R Wert von 1" ist nichts als einen unnötig komplizierte Umschreibung von "konstant".
- Die "kleinen Schritte" gehen wir ja permanent - mehr Impfung, mehr Tests, fortschreitender Jahreszeitlicher Effekt, wenn man die Theorie des zuverlässig berechenbaren Einflusses ernst nimmt, müsste man eigentlich zu dem Ergebnis kommen, dass wir aktuell und ziemlich sicher unter 1 rutschen. Ich habe daran meine Zweifel.