Die Quantität des Infektionsgeschehens ist eigentlich weitgehend egal, so lange die Qualität so bleibt, wie wie aktuell ist. Das heißt:
Niedriges "Grundrauschen", dadurch dass es immer noch unentdeckte Infektionen gibt und überall hin und wieder sporadische Einzelfälle entdeckt werden und dazu einzelne größere Ausbrüche, deren Ursachen aber klar identifiziert werden können und die von den Gesundheitsämtern aktuell auch sehr gut eingedämmt werden können. Gleichzeitig haben wir eine nur noch sehr niedrige Mortalität von aktuell unter 1% und keine Überlastungstendenzen im Gesundheitswesen. So lange das so bleibt, wäre es auch kein Problem, wenn wir wieder 5000 Neuinfektionen pro Tag hätten, die Situation wäre trotzdem nicht mit März/April vergleichbar, weil jeder Ausbruch für sich genommen eingedämmt werden kann und wir insgesamt keine unkontrollierte Ausbreitung hätten.
Nebenbei gesagt fallen 90% (meine subjektive Einschätzung, offizielle Zahlen dazu gibt es nicht) der größeren Ausbrüche in eine der folgenden drei Kategorien:
1. Religiöse Feierlichkeiten von Freikirchen
2. Große Feiern von Familienclans
3. Arbeitsverhältnisse mit prekären Bedingungen
Das gemeinsame an allen drei Fällen ist, dass es sich um Gruppen oder Arbeitgeber handelt, deren Verhältnis zu unserem Staat nicht unproblematisch ist, weil sie dessen Autorität nicht akzeptieren, gesellschaftliche Werte nicht teilen oder Gewinnmaximierung als einzige Maxime kennen.
Hier mit Maßnahmen zu antworten, die in die Breite der Bevölkerung zielen, ist völliger Unsinn, da die Breite der Bevölkerung nicht das Problem ist. Sich gezielt mit den Problemgruppen auseinander zu setzen ist aber ein Mienenfeld, dazu fehlt wohl auch der politische Wille.