Beiträge von Moebius

    Vielleicht habe ich dich an dieser Stelle einfach nicht richtig verstanden. Kannst du das genauer ausführen?
    Wir sind - natürlich - immer skeptisch, wenn uns ein Mitbestimmungsverfahren auf Basis der potentiellen "Überwachung der Arbeitsleistung der Beschäftigten" vorgelegt wird bzw. fordern wir das auch aktiv ein, wenn wir so eine Möglichkeit der Überwachung wahrnehmen.
    Im konkreten Fall finde ich aber durchaus die Argumentation bzgl. vermisster Kinder, v.a. in GS und Unterstufe, und Feueralarm durchaus plausibel, so dass eine Ablehnung für mich zumindest hier kein Automatismus wäre.

    Ich befürworte (offensichtlich) das digitale Klassenbuch. Es ist keine Personalratszustimmung dazu nötig, ein digitales Klassenbuch für die Dinge zu nutzen, für die es vorgesehen ist. Im Backend des Klassenbuches sind Daten gespeichert, die es prinzipiell zulassen, dass der Schulleiter die Tätigkeit der Beschäftigten kontrolliert (wie es hier wohl im Raume steht). Für Kontrolle dieser Art (genauer: mittels digitaler Systeme) ist im Personalvertretungesgesetz die Zustimmung des PR vorgesehen.

    Einfache Lösung: der Schulleiter ist nicht Administrator der entsprechenden Systeme, dann hat er gar keinen Zugriff auf die entsprechenden Daten. (Genau das ist üblicherweise auch die dringende Empfehlung der Datenschutzbeauftragten.)
    Ist er doch Admin, ist er in der Verantwortung diese Daten nicht einzusehen.

    Wo ist ist das digitale Klassenbuch unzulässig, wenn der PR nicht zustimmt?

    Das habe ich nicht geschrieben.

    Warum wird er das nicht tun?

    Warum sollte er? Der PR wird keiner anlasslosen Überwachung der Beschäftigten zustimmen, wenn er kompetent ist. Er wird das vermutlich tun, wenn es um eine konkrete Person geht bei der es einen begründeten Anlass für die Annahme eines Fehlverhaltens gibt.

    Ich habe das Kollegium auch schon darauf hingewiesen. Es geht mir nicht um irgendeine Kontrolle oder Einschränkung der pädagogischen Freiheit.

    Die Alltagshelferin ruft bei den Eltern an und fragt nach, warum ist ihr Kind unentschuldigt fehlt. Das Kind sitzt aber schon längst im Unterricht, hat sich nur verspätet und wurde aber noch nicht als anwesend gemeldet. Daraufhin bekommen die Eltern Panik und suchen ihre Kinder.

    Ich weiß nicht, was das ganze hier soll, aber du schreibst Unsinn.

    Am Anfang des Schultages sind SuS als entschuldigt fehlend eingetragen, im digitalen Klassenbuch kontrolliere ich die Anwesenheit und markiere dann ggf. SuS, die abwesend sind, obwohl sie nicht entschuldigt sind. Das macht man nicht mit dem Klingeln, sondern in einem angemessenen zeitlichen Rahmen, aber am Anfang der Stunde und nicht eine Woche Später aus dem Gedächtnis.

    Kein SuS wird "anwesend gemeldet", sondern SuS werde abwesend gemeldet, wenn sie abwesend sind.

    Ich habe zunehmend den Eindruck, dass hier ist wieder einmal ein "Ich habe keinen Bock auf digitales Klassenbuch und erfinde jetzt Probleme, weil ich nicht möchte, dass irgendjemand überprüfen kann, ob ich meine Arbeit mache"-Thread.

    Ohne jetzt die ganze Diskussion, die wir schon vor ein paar Monaten gerührt haben, zu wiederholen:

    In Niedersachsen gibt es eine klare Dienstanweisung an Schulen, unmittelbar aktiv zu werden, wenn ein Schüler nicht im Unterricht erscheint.

    Dass am Anfang jeder Stunde die Anwesenheit kontrolliert wird, gehört zu den ganz normalen Alltagsaufgaben einer Lehrkraft.
    Man kann natürlich jeden Unwillen Teile seiner Kernaufgaben vernünftig zu erledigen mit "pädagogischer Freiheit" verklären. Das ändert aber nichts daran, dass der Schulleiter dies grundsätzlich verlangen kann und es prinzipiell auch auch ein dienstliches Versäumnis darstellt, wenn sich an solche Vorgaben vorsätzlich oder fortgesetzt nicht hält.

    Das grundsätzliche Anliegen der Schulleitung ist berechtigt und sinnvoll.

    Die Nutzung und Auswertung digitaler Systeme zur Evaluation oder Kontrolle der Arbeit einzelner Personen ist mitbestimmungspflichtig, spätestens wenn die Schulleitung einzelne KuK anspricht (eigentlich eher vorher), weil die die Anweisung der Schulleitung weiter nicht so umsetzten, wie gewünscht, benötigt sie also vorher die Zustimmung des Personalrates. (Benehmen reicht nicht, Zustimmung ist explizit erforderlich.)

    Kommerzielle Batteriespeicher dienen dem Abfedern von kurzfristigen Netzschwankungen, sie sind um Dimensionen davon entfernt, längere Dunkelflauten überbrücken zu können.

    Ich habe hier schon oft genug geschrieben, dass ich es grundsätzlich für richtig halt, unsere Energieversorgung in Richtung erneuerbare umzubauen, aber man darf auch keine unrealisitschen Erwartungen erwecken. Dass aktuell viele Gaskraftwerke als Backup für Zeiten mit wenig erneuerbaren gebaut werden, hat schon seinen Sinn.

    Update:
    Ich habe am 1. Mai mit der Arbeitszeiterfassung begonnen und erfasse auch den Juni noch.
    In keiner Woche lag meine Arbeitszeit unter 45 Stunden.

    Eigentlich müsste ich dies nun der Schulleitung mitteilen. Die zuständige Beraterin der Gewerkschaft konnte mir bislang dazu jedoch keinen konkreten Hinweis geben.
    Wie wird so etwas üblicherweise kommuniziert? Hat jemand damit Erfahrung?

    Ich würde empfehlen deine individuelle Arbeitzeiterfassung zu nutzen, um Dinge individuell zu ändern. Am "System" kannst du dich als Einzelperson lange abarbeiten, das wird erfolglos bleiben. Tatsächlich liegt es auch erst mal in deiner persönlichen Verantwortung mit deiner normalen Arbeitszeit auszukommen, also erst, wenn du wirklich nachweisen kannst, dass ein Einhalten deiner Arbeitszeit gar nicht möglich ist, ist der Arbeitgeber in der Verantwortung und das ist noch mal eine ganz andere Nummer, als seine Arbeitszeit einfach nur zu erfassen.

    Also schau, wie du deine Arbeit zukünftig verändern kannst um deine Wochenarbeitszeit im Mittel bei Berücksichtigung normaler Urlaubszeiten einzuhalten, da ist bei dir der Weg auch nicht all zu weit, wenn du in den Schulferien deutlich reduziert arbeitest, musst du in der Schulzeit im Schnitt vielleicht auf 42 Stunden kommen, damit deine Arbeit insgesamt passt.

    Im psychologischen Sinne (und nach den Definitionen von entsprechenden Verbänden, wie zB Mensa) ist man ab einem IQ von 130 hochbegabt, das trifft auf ziemlich genau 2,5% der Menschen zu. Man kann berechtigt annehmen, dass der überwiegende Teil von denen auch auf dem Gymnasium landet (was nicht heißt, dass es nicht auch andere Fälle gibt). bei 40-50% Gymnasialquote sind also etwa 5% aller SuS an dieser Schulform hochbegabt, pro Klasse also 1-2.
    Es ist kein Exoten-Phänomen, ich könnte in meinen Klassen sicher eine gute Handvoll an hochbegabten SuS benennen ohne dass diese getestet worden wären, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in den meisten Fällen richtig liegen würde.

    Meine Güte, vielleicht geht es auch einfach mal etwas weniger fatalistisch.
    Uns geht es nicht so schlecht und es ist auch nicht so, dass Deutschland und der Rest der Welt unwiederbringlich auf den Abgrund zusteuern. Leider ist es auch in der gesellschaftlichen Mitte Mode geworden, sofort den Weltuntergang herbei zu reden, sobald sich Dinge in eine Richtung entwickeln, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen.

    Letztlich ist "jedes Kind soll bestmöglich unterstützt werden" auch ein Allgmeinplatz, den wohl so ziemlich jeder unterschreiben wird. Auseinander gehen die Meinungen in der Frage, in welchem System das am besten funktioniert.

    Schade.
    Ist nämlich so.

    Der gemessene IQ ist das Kriterium, dass am höchsten mit dem voraussichtlichen Schulerfolg korreliert. Das Bild vom missverstandenen oder verhaltensauffälligen Hochbegabten, der aufgrund seiner Begabung fehleingeschätzt wird und dem dadurch Bildungschancen verwehrt bleiben ist in dieser Pauschalität ein Klischee, dass auf ein Buch von Lange-Eichbaum aus 1927 zurückgeht ("Genie, Irrsinn und Ruhm") und das längst widerlegt ist (der Autor selber hat seine Aussagen später deutlich relativiert).

    Es gibt unterschätzte Hochbegabte, die auf der falschen Schulform landen, aber es gibt kein generelles Problem, dass Hochbagabung ein erhöhtes Risiko für ein Scheitern im Bildungssystem ist, im Gegenteil, der weit überwiegende Teil der Hochbegabten ist in unserem Bildungssystem außerordentlich erfolgreich.

    Es wird nichts, weil es vollständig an den Problemen dieses Landes vorbeigeht. Seine Wirtschafts- und Migrationspolitik ist ein völliger Witz...

    Ich empfehle die Analysen von Maurice Höfgen, die das ganz gut auseinandernehmen

    Die Migrationspolitik entspricht den, was eine deutliche Mehrheit in diesem Land möchte und bisher ist nichts von den befürchteten Konflikten mit Nachbarländern oder "das wird sowieso von Gerichten" gestoppt eingetreten, vor allem auch weil es überhaupt keine dramatischen Veränderungen gegeben hat, sondern begrenzte Änderungen an Verfahren und geplanten Gesetzen. In der Wirtschaftspolitik ist nicht viel passiert, weil die Prozesse da länger dauern, aber die angekündigten Sachen (Netzentgelte aus dem Strompreis, bessere Abschreibungsregeln für Investitionen, etc.) sind vernünftig.

    Tragisch ist ja, dass eigentlich jeder, dem irgendetwas an dieser Demokratie liegt, hoffen müsste, dass diese Regierung erfolgreich ist, denn sonst wird es nicht mehr ohne die AfD gehen. Trotzdem scheint es vielen wichtiger zu sein, irgendwie mit ihren Befürchtungen recht zu behalten.

    Anregung:

    Können wir den Biden oben entnehmen und vielleicht ersetzen durch "gegen den Rest der Welt" o.ä.?

    Biden ist ein zentraler Part dessen, wie es dazu gekommen ist:

    https://www.n-tv.de/politik/Bidens…le25791067.html

    Der innere Zirkel um Biden muss sich inzwischen glaubhaft vorwerfen lassen, dass sie jemanden als Strohmann wieder in das Präsidentenamt befördern wollten, der ersichtlich nicht mehr in der Lage war, das Amt auszufüllen. (Die Autoren des Buches kommen nicht aus dem rechten Spektrum, Jake Tapper ist Chefnachrichtensprecher von CNN. ) Der Aufstieg von Leuten wie Trump (oder auch der AfD) findet nicht im luftleeren Raum statt, er wird ermöglicht vom Versagen in der politischen Mitte.

    Man kann ja in solchen Fragen im Zweifelsfall schülerfreundlich sein, aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn man hier seine scheinbare Schülerfreundlichkeit mit offensichtlich falschen rechtlichen Argumentationen untermauert, während man an anderer Stelle ganz offenkundig auf die Rechte von Schülern pfeift. (Ich erinnere an den "Wir durchsuchen die Handys von Schülern"-Thread)

    Danke! Also wenn die Schule zum Beispiel eine neue Ausstattung xy braucht, die 25.000€ kostet. Kann man dann die Sparkasse fragen, ob sie was "dazu gibt"? Auch wenn die Ausstattung von der Stadt/Kommune kommen müsste, da aber kein Geld ist?

    Die meisten Stiftungen und anderweitigen Förderer haben die interne Vorgabe, dass die Mittel für zusätzliche Projekte verwendet werden sollten, deren Finanzierung nicht zu den Pflichten des eigentlich verantwortlichen Kostenträgers gehört.

    Für die sächliche Ausstattung der Schulen ist der Träger verantwortlich, meiner Erfahrung nach sind möglich Sponsoren da sehr reserviert. Man wird keine neuen digitalen Tafel von der Sparkasse bekommen, die wird sagen, so etwas zu finanzieren, ist Kernaufgabe der Stadt und man möchte nicht dazu beitragen, dass diese sich hier einen schlanken Fuß macht.

    Am ehesten bekommt man Geld für Dinge wie Anschaffung besonderer Dinge für den Schulhof oder Anschaffung von Robotern / technischen Dingen, mit denen eine freiwillige AG eingerichtet werden soll, die sonst nicht stattfinden kann.

    Ob ein Täuschungsversuch vorliegt entscheidet der Lehrer.

    Die korrekte Formulierung wäre "Das zu entscheiden, liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Lehrers" und das ist eben nicht ganz so einfach, denn zu beurteilen, ob diese Entscheidung tragfähig ist, liegt dann wiederum im pflichtgemäßen Ermessen des Schulleiters.

    Ich hätte bei einer ersten Auffälligkeit der Schülerin genau so entschieden, wie Miss Miller, eine nachträgliche Wertung als Täuschungsversuch ist rechtlich möglich, aber die Hürden sind da. Auch wenn ich bei dem beschriebenen Sachverhalt keine ernsthaften Zweifel daran habe, dass die Schülerin hier getäuscht hat, aber man hat es halt nicht bemerkt und für die Zukunft sorgt man dafür, dass so etwas dann nur einmal klappt.

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