Beiträge von Moebius

    Ich glaube, du hast primär keine Ahnung wovon du schreibst und behauptest einfach irgendwas.

    Ich bin der einzige, der hier überhaupt so etwas wie wissenschaftliche Belege gepostet hat, auch wenn dich das Ergebnis offenbar triggert.

    Eine reine Anzahl von Ländern ist überhaupt nicht relevant, wenn Homeschooling zwar theoretisch möglich ist, die Bedingungen aber offenbar so sind, dass es praktisch niemand wahrnehmen kann. Real exisiterendes Homeschooling in nennenswerter Stückzahl gibt es in GB und den USA. Die 4000 Fälle in der Schweiz kann man gerne Homeschooling nennen, faktisch gibt es die aber auch in Deutschland, auch hier gibt es besondere Umstände, unter denen SuS nicht in deutschen Schulen beschult werden, sondern andere Formen von Unterricht bekommen, weil es eben nicht anders möglich ist.

    Statistisch relevant ist überhaupt nur die Situation im angloamerikanischen Raum, selbst in Frankreich, das oft als Beispiel für liberalen Umgang mit Homeschooling genannt wird, sind gerade mal 20 000 SuS im Homeschooling, das ist statistisches Rauschen.

    Aktuellere Zahlen zu den Motiven, wo es eine ausreichend große Gruppe für eine Auswertung gibt:

    http://nces.ed.gov/programs/coe/i…gn=copied_url#4

    Die wesentlichen Gründe für das Homeschooling:

    - concern about school environment

    - desire for moral instruction

    - emphasis on family life

    - dissatisfaction with academic instruction at schools

    - desire to provide religious instruction

    Hier kann man schön theoretisieren über die wenigen Schüler, die von einer anderen Lernumgebung als de klassischen Schule profitieren (die gibt es sicher). Wie viele das sind, haben wir in einem Großversuch gerade gesehen - nach 2 mal 3 Monaten Homeschooling gelten in einigen Bundesländern drei Jahre später immer noch Abstriche bei den Curricula, um die "im homeschooling entstandenen Defizite aufzufangen".


    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass hier liberale Lehrkräfte aufgrund theoretischer Überlegungen für das Homeschooling argumentieren, während die real existierenden Kunden für das Homeschooling überwiegend religiös-konservative Eltern sind, deren Motiv hauptsächlich darin besteht, ihre Kinder vom Einfluss eben jeder liberaler Lehrkräfte fern zu halten.

    Ich bestreite nicht, dass es einzelne SuS gibt, die vom Homeschooling tatsächlich profitieren. Ich bin allerdings er Auffassung, dass die Möglichkeit in Summe mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

    Hast du dafür eine Quelle?

    In Europa gibt es wenige Möglichkeiten in der Schweiz geht es zB um wenige Tausend Schüler und dort ist das Homeschooling auch noch vergleichsweise stark reglementiert. Ich beziehe mich primär auf die USA, wo über 1 Millionen SuS im homeschooling unterrichtet werden, da gab es mal eine Befragung vom Economist, bei der über 80% der zugehörigen Eltern angegeben haben, dies aus religiös-moralischen Gründen zu tun.

    Die extremen Fälle mit stark abweichendem Unterricht gibt es auch dort, in Europa vermutlich eher nicht.

    Aber auch in Deutschland kommen die prominenten Fälle aus dem religiösen Bereich ("Zwölf Stämme").

    Ich ebenfalls. Ich hatte zu dieser Zeit einfach völlig andere Prioritäten.

    Warum? Warum ist das Homeschooling in D nahezu unmöglich? Ist mir doch Wurscht, wie die Kids an ihre Kenntnisse gekommen sind. Hauptsache, sie haben sie.

    In den meisten Ländern, in denen das möglich ist, sind der weit überwiegende Teil der homeschooler Kinder aus streng religiösen Elternhäusern und das homeschooling besteht dort aus 2 Stunden Bibel lesen, dann helfen die Mädchen der Mutter im Haushalt (was dann gerne Praxsunterricht genannt wird). Lesen und schreiben geht noch (aber nicht Harry Potter!), einfache Kopfrechenaufgaben können viele der Kinder im Teenageralter nicht lösen.

    In vielen Fällen ist homeschooling hart an der Grenze zum Kindesmissbrauch und meiner Meinung nach Gott sei Dank in Deutschland keine legale Option.

    (Ich würde auch erwarten, dass auch hier diejenigen, die jetzt schon versuchen ihre Kinder vom Schwimm-, Sport- und Biologieunterricht ab zu melden, die ersten sind, die homeschooling nutzen.)

    Das mag sein. Allerdings weiß ich auch nicht, wie das zu korrigieren wäre. Teilweise gibt es in den hintersten Winkeln mancher Länder noch nicht mal eine Meldepflicht. Erst wenn man ausreisen möchte stellt sich das Problem und da fragt die einheimische Behörde auch nur "Wann ist er denn geboren?" und trägt das in den Perso ein. So lauten die Geburtsdaten dann vielfach auf den 01.01., da das mit der Zeit aufgefallen ist, nimmt man jetzt auch den 01.04. :). (Sorry kenne jemanden vom Bamf, ist wirklich so.)

    Ein paar Tage oder Monat sind mir egal. Es gibt, etwa durch das Röntgen der Hand Methoden, durch die man extreme Fälle des Missbrauchs falscher Altersangaben sehr zuverlässig nachweisen kann. Mir geht es dabei auch nicht um die Frage, ob jemand ein Jahr früher oder später eingeschult wird oder um ein Jahr mehr oder weniger Kindergeld bezieht, sondern eher um schwere Straftaten, selbst da war das lange Zeit sehr schwierig, eine offensichtlich falsche Altersangabe per Gutachten klären zu lassen.

    War das Sozialbetrug? Eher nein, die Eltern wollten doch nur, dass er mit der ersten Klasse anfängt.

    Dass bei Migranten Kinder oft jünger gemacht werden, als sie sind, hat nichts mit dem Schulbesuch zu tun.

    Gründe, die außerhalb des schulischen Bereiches liegen, sind mir als Lehrkraft in meiner dienstlichen Tätigkeit erst mal egal, allerdings resultiert diese Praxis manchmal in innerschulischen Problemen. Man tut einem Schüler in der Regel keinen Gefallen damit, dass man ihn in eine Klasse setzt, in der alle andern augenscheinlich 3 Jahre jünger sind, als er. Dort kann er kaum Anschluss finden und integriert werden.

    Aus schulischer Sicht müssten diese SuS einigermaßen altersgemäß eingeschult und dann gezielt gefördert werden, aber das kostet Geld.

    Als Privatperson bin ich durchaus der Meinung, dass das gewollte Wegschauen des Staates bei offensichtlich falschen Altersangaben von Menschen, die neu in dieses Land gekommen sind, einer der wesentlichen Fehler der Migrationspolitik der letzten 10 Jahre war.

    Die Glaubwürdigkeit der Geschichte endet für mich schon an dem Punkt, bei dem ein berechnender und stundenweise fehlender Schüler und das Klassenbuch über ein komplettes Schuljahr in der zweiten Nachkommastelle auf die gleiche Fehlquote kommen

    Das würde in der Praxis bedeuten: Die unterrichtenden KuK haben über das gesamte Schuljahr jede einzelne Fehlstunde komplett und exakt erfasst. Das kann doch niemand ernsthaft glauben, der mal für die Vollständigkeit eines Klassenbuches verantwortlich war und den KuK noch am letzten Schultag nach den Zeugnissen hinterherlaufen musste, damit zumindest überall eine Unterschrift stand.

    Hier hier findet Aufregung statt aufgrund einer Geschichte, die offensichtlich so nicht passiert ist, sondern ganz bewusst vom Autor so sinnentstellend verkürzt wurde, dass sie Aufregung produzieren soll.

    So funktioniert Internet.

    Also, das mit dem Nachrücken ist in Niedersachsen möglich, wird immer einen Monat vor dem eigentlichen Termin der Einstellung bekanntgegeben. Dieser ist am 29.07.2024. Das Problem hätte man demnach früher erkennen und lösen können/müssen.

    Hier geht es um berufsbildende Schulen, 1.5. und 1.11.

    In seiner Fantasiegeschichte darf TE zum 5.8. als Nachrücker in die laufende Ausbildung einsteigen.

    gut, aber da der Schulstart an einem Montag ist, _könnte_ es noch eine unsaubere Formulierung sein, weil es schon in der Woche davor ist, aber keine volle Woche.

    TE hat am vergangenen Freitag von der angeblichen Konferenz mit fröhlichem Beisammensein berichtet, also 10 Tage vor dem 1. Schultag.

    (Und 10 Tage vor seinem angeblichen 1. Tag im Dienst.)

    Es wurde schon auf mehrere Dinge hingewiesen, die an der Story der TE offensichtlich nicht stimmen können.

    Auch wenn es die imaginäre Sondereinstellung extra für die TE außerhalb der normalen Anfangstermine an Berufsbildenden Schulen tatsächlich geben würde, wäre der Einstellungstermin im Übrigen nicht der 1. Unterrichtstag nach den Ferien, Referendare in Niedersachsen werden immer so eingestellt, dass sie an den drei letzten Ferientagen im Dienst sind, weil dort eben schulische Veranstaltungen stattfinden.

    Es ist nicht meine Aufgabe zu bewerten, ob jemand zu recht dienstunfähig ist. Der Dienstherr hat die Möglichkeiten hier entsprechende Nachweise oder auch eigene Untersuchungen einzufordern, zum Teil tut er das, in Einzelfällen hatte ich aber auch schon den Eindruck, dass KuK, die im System einfach nicht mehr richtig "funktioniert" haben, in die DU gedrückt wurden, weil das der einzige Weg war, dass die Verantwortlichen in der Behörde sich nicht mehr ständig mit ihnen beschäftigen müssen.

    Als erstes wäre es aber mal die Pflicht des Arbeitgebers, Rahmenbedingungen so zu schaffen, das DU vermieden werden und dazu gehören Möglichkeiten, Belastungsfaktoren zu reduzieren, wenn der Betroffene merkt, dass er das Pensum nicht mehr gehen kann und er bereit ist, Abstriche bei seinen Bezügen zu machen. So lange man solchen KuK Steine in den weg legt, muss man sich nicht darüber wundern, dass das zu Ausfällen führt.

    Mal eine andere Sichtweise: Ich arbeite gerne und wenn ich gesund bleibe, möchte ich das auch bis 67 machen. Das sind jetzt noch bummelige 13 Jahre. Schreckt mich nicht. Damit bin ich aber anscheinend eine große Ausnahme.

    Das sind sicher auch viele, nur will dir das ja auch keiner verbieten.

    Es geht darum, dass ein früherer Ausstieg oder in einigen Bundesländern auch eine Stundenreduzierung selbst dann unmöglich gemacht werden, wenn man bereit ist, sehr erhebliche Abschläge in Kauf zu nehmen.

    Dass Menschen dann in die Dienstunfähigkeit gehen, ist oft gar keine Trickserei, sondern schlicht und einfach die reelle Folge. Der Lehrerberuf kann krank machen, vor allem wenn einem in einer belastenden Situation alle Möglichkeiten genommen werden, selbstbestimmt etwas an dieser Situation zu ändern.

    Ich finde die niedersächsische Regelung (verpflichtend alle 3 Jahre) im Prinzip ok, allerdings wird es etwas repetitiv, wenn man die Fortbildung zum 5. Mal macht. Ich würde es vorziehen, wenn die Abstände nach der 3. Wiederholung etwas angehoben würden. Außerdem hängt es stark vom jeweils EH-Beauftragten ab, wie ernst die Abstände genommen werden, es gibt auch Schulen, bei denen man nach drei Jahren die KuK mal vorsichtig daran erinnert ohne die Umsetzung wirklich nachzuhalten.

    Dass man vor dem ersten eigenverantwortlichen Unterricht einen Kurs gemacht haben sollte, ist in meinen Augen aber absolut sinnvoll.

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