Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Richtig fair wäre ein gemeinsamer Punkteschlüssel nämlich wirklich nur, wenn alle dieselbe Arbeit/denselben Test mit exakt derselben Punktevergabe schreiben.

    Nicht nur das. Die KuK müssten auch auf dieselbe Art und Weise die Lösungen der Schüler analysieren und die "Fehlerquellen" bewerten.
    FunFact: Ein Schüler hatte in einer Aufgabe der HS-Abschlussprüfung einen Lösungsweg - mit völlig anderem Ergebnis - gewählt, als offiziell vorgegeben. Als Mathematiker musste ich feststellen: Schlecht gelaufen - für die Aufgabenersteller. Die Aufgabe war nicht klar genug formuliert. Die Lösung logisch und schlüssig. Damit gültig. Obwohl der Schüler keinen Pythagoras benötigt hatte, der eigentlich Kern der Aufgabenstellung war.
    Aber um solche Dinge zu erkennen, muss man sich schon auf die Lösung des Schülers einlassen - und vom vorgeschriebenen Pfad abweichen.

    Wer nur richtig/falsch abhakt, scheitert dabei.

    Nachtrag:
    Manchmal hilft auch ein Blick "Behind the scene".
    In der 8.Klasse hatte ich eine Schülerin, die immer wieder durch Fehlzeiten auffiel. Mit gegenüber - als männlichem Klassenlehrer - und gegenüber den Mitschülern der Klasse gab sie sich tough und renitent. Über den freundschaftlich-kollegialen Kontakt zu unserer Schulsozialarbeiterin konnte schließlich eine Familienhilfe installiert werden. Das Mädchen war "Ersatzmutter" für ihre drei Geschwister und versorgte die depressive und alkoholkranke Mutter.
    Der Schwabe sagt: "Mr sieht blos dranah" - Man sieht nur die Oberfläche.
    Über die Entlastung durch die Familienhilfe hat das Mädchen einen passablen HS_Abschluss geschafft.

    Falls Schüler Absentismus "pflegen", hat das Ursachen. Da ist eine 6 nicht das Mittel der Wahl.

    Am Berufskolleg musst Du zwischen den Vollzeitbildungsgängen und den (Teilzeit-) Azubis unterscheiden. In den Vollzeitbildungsgängen läuft es wie in den anderen Schulen auch. Bei den Azubis ist es jedoch etwas anders. Dort gibt es keine Versetzung, also auch ein Zeugnis voller 6er ist kein Problem. Auch für das Bestehen der Lehre sind die Schulnoten uninteressant. Es zählt ausschließlich die IHK- bzw. Handwerkskammer-Prüfung. Fehlzeiten interessieren die Azubis entsprechend auch nicht so lange es keine Konsequenzen im Betrieb gibt. Bei den Azubis ist der Dreh- und Angelpunkt der Ausbilder im Betrieb. Er entscheidet in welchem Lehrjahr bei uns in der Schule der Azubi einsortiert wird. Er entscheidet auch darüber, ob die Lehre verkürzt werden kann oder verlängert werden muss. Da die Unterrichtszeit Arbeitszeit ist, ist er es auch, der unentschuldigte Fehlzeiten entsprechend arbeitsrechtlich abmahnen kann und bei Wiederholung auch eine Kündigung aussprechen kann.

    Das stimmt - nun ja - bedingt. Vielleicht sollte man den Schülern vermitteln, dass es eben 3 Zeugnisse beim Abschluss der Gesellenprüfung gibt:

    - Das IHK- bzw. HK-Zeugnis
    - Das Zeugnis des Arbeitgebers
    - Das Zeugnis der Berufsschule

    Entscheidend ist das Kammerzeugnis.
    Aaaaaber: Es ist durchaus möglich, dass der neue Arbeitgeber bei einer Bewerbung alle drei Zeugnisse sehen möchte. Und dann sind die Noten der Berufsschule plötzlich relevant, weil sie zeigen, dass man/frau gerne blau macht - oder fehlt.

    Andererseits: In meinem Berufsschulzeugnis wären sicher auch unentschuldigte Fehltage aufgetaucht. Nicht, weil ich "blau" gemacht habe, sondern weil in der Firma wegen der Auftragslage und dem Termindruck "Feuer unterm Dach" war. Ich war einer von zwei Kollegen, die am damals neuen elektronischen Bildverarbeitungssystem ausgebildet waren und habe bereits nach kurzer Zeit und im 2.Lehrjahr voll produktiv gearbeitet. Wenn der Chef gesagt hat, dass der Kunde und die Kollegen an der Druckmaschine auf die Druckplatten und den Andruck warten, habe ich mich darauf verlassen, dass der Chef mich an der BS freistellt.

    Anmerkung: Ich habe meinen Gesellenbrief nach dem 1.Stex und vor dem Ref erworben. Es war eine interessante Erfahrung, als Lehrer in die Schülerrolle der BS zu schlüpfen - auch für die Kollegen, die vorne standen. ;)

    Ich hab' immer gebrauchte Profigeräte gekauft.
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    Falls es ein PC sein soll, kannst du mal hier stöbern. Die Preisspanne beginnt bei 6.999 € - und das ist kein Tippfehler.
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    Auf meinen letzten Dell, den ich dort gekauft hatte, hab' ich Ubuntu-Linux aufgespielt. Die Kiste läuft seit Jahren stabil und flott.
    Hier schreibe ich gerade auf einem Lenovo X201-Convertible mit Tastatur und Stifteingabe - ebenfalls unter Linux.
    Unkaputtbar.

    Alter Wein in neuen Schläuchen... Ich war mal in Stuggi bei einem Informationsnachmittag für angehende "Evaluatoren" - als die Schulevaluationen durch die Landschaft rauschten. DAS war ein Markt der Eitelkeiten...
    Aber wenn du das ins Auge fasst, kannst du aus dieser Geschichte von damals Informationen saugen.
    https://www.autenrieths.de/schulplattform.html#evaluation

    Ein wichtiges "Schlagwort" zu diesem Thema lautet "Kompetenzberichte".
    Das ist für KuK zwar aufwändiger zu erstellen, gibt jedoch den Eltern eine bessere Auskunft darüber, was das Kind bisher gelernt hat - sofern es nicht in "Geschwurbel" ausartet. Berichtszeugnisse sind in der GS in Ba-Wü bereits seit vielen Jahren Standard.
    Wie Kompetenzraster auch in der SEK I und II aussehen können, wird an Gemeinschaftsschulen gezeigt.
    https://www.autenrieths.de/notengebung.html#kompetenzraster

    Und wieder geht ein Jahr. Und jedes Jahr dieselben Fragen in den Foren.
    Die Antworten hab' ich über die Jahre gesammelt und notiert.

    Basteln von Adventskalendern / Online-Adventskalender
    https://www.autenrieths.de/adventskalender.html

    Sankt Martin und Laternenbastelei
    https://www.autenrieths.de/herbst.html#martin

    Gedichte und Weihnachtslieder / Winterlieder

    https://www.autenrieths.de/lieder_zum_advent.html

    Weihnachtsbasteleien / Krippenspiele / Sketche / Kla(u)senzimmerdeko ;)

    https://www.autenrieths.de/advent.html

    Ideen für Verkaufsaktionen auf dem Weihnachtsmarkt
    https://www.autenrieths.de/schuelerfirma.html

    Bei der IHK gibt's Multiple/Single Choice Fragen? Kann ich nicht bestätigen.

    Die Zwischenprüfung (Physikum) im Medizinstudium besteht ausschließlich aus Multiple Choice-Fragen. Und da rasseln viele durch.
    Nicht die Darstellung der Aufgabe ist entscheidend, sondern der Inhalt.

    Nebenbei: In den meisten Tests, die ich entworfen habe, sind auch Multiple Choice-Aufgaben enthalten, die meist am Anfang stehen.
    Diese dienen auch als "Lockerungsübung" und helfen beim Stressabbau gegen Prüfungsangst. Wenn ein Schüler das Gefühl hat, bereits eine Aufgabe gelöst zu haben, steigert das die Erfolgszuversicht - mit Wirkung bei schwierigeren Aufgaben.

    Problematisch wird die "parallele Leistungsabfrage", wenn die Klasse bereits nach dem Kindergarten in einen "A"- und einen "B"-Kurs sortiert wird, so wie das manche Schulen handhaben. Hier ist ein gleichgetakteter Unterricht gar nicht möglich, weil viel stärker differenziert und mit zusätzlichem Fördermaterial gearbeitet werden muss. Die "B"-Klasse würde dadurch ein weiteres Mal benachteiligt. Man kann ja auch nicht denselben Test in derselben Klassenstufe des Gymnasiums und der Förderschule schreiben und verlangen, dass in beiden Klassen derselbe Lernstoff vermittelt wird. ;)

    Werden denn Tests bei unentschuldigtem Fehlen nachgeschrieben? Bzw. könnte man den Schüler, sobald er wieder auftaucht, den Test unangekündigt schreiben lassen?

    Klar doch. An meiner ehemaligen Schule existieren mehrere kleine "Besprechungszimmer". Wenn ein Schüler wieder aufgetaucht ist, wurde er (nachdem das Handy abgenommen war) dahin gesetzt und durfte nachschreiben. Da es manchmal mehrere Schüler*innen betraf, habe ich bei der Konzeption des Tests sowieso immer zwei - oder sogar drei Testvarianten erstellt - damit Banknachbarn erst gar nicht auf die Idee kamen, abschreiben zu wollen. Dazu genügt es, die Aufgabenreihenfolge umzustellen und einige Zahlen bzw. Formulierungen abzuändern. Auf diese Weise bleibt das Anforderungsniveau für alle gleich.

    Es gibt keine Regelung. Du siehst doch schon beim Ausgangsbeitrag, wie genau Eltern in der Grundschule im Bilde sind, was die Parallelklasse macht und alles vergleichen. Das ist bei uns reiner Selbstschutz. Gleiche Arbeit, gleiche Bewertung.

    Das kenne ich durchaus. Ich war auch in der GS tätig. Dabei habe ich jedoch - auch aus arbeitsökonomischen Gründen - nie darauf geschielt, was gerade in der Paralellklasse vor sich geht. Die KuK waren sogar froh, dass sie sich nicht auch noch mit einem vierten Kollegen abstimmen mussten. Ich hab' meinen (lehrplankonformen) Unterricht erteilt, die KuK ihren. Bei manchen Themen und Zeitpunkten gab es Überschneidungen und gemeinsame Veranstaltungen, im weiteren Verlauf nicht. Das Ganze ging für alle (trotz Abschlussklasse 4) harmonisch und konfliktfrei über die Bühne. Als Klassenarbeit gab es (in Mathe) immer (die leicht modifizierte) Musterklassenarbeit aus dem LHB.
    Vielleicht lag's auch an der Nachsicht - oder dem Respekt - gegenüber dem "Alten weißen Mann", der das zur Zufriedenheit der Schüler und Eltern "gewuppt" hat.

    Anmerkung: Ich hab' die Zeit genossen, als ich ab November KV in Klasse 4 war. Das ist eine andere Welt, als der pubertäre Sumpf von 8/9/10 ;)
    Gleiche Arbeit kannst du nicht leisten. Jeder Kollege/jede Kollegin besitzt eigene Fähigkeiten und Zugänge. Ich hab D,M,Mu,BK und SU unterrichtet.
    Die Kollegin, die ich ersetzt habe, hatte die Klasse als "Blockflötenklasse" geführt. Jeder Schüler/jede Schülerin der Klasse lernte im Musikunterricht Blockflöte. Was machst du, wenn du eine derartige Klasse übernimmst - jedoch keine Blockflöte beherrschst? Du besinnst dich darauf, dass du vor 40 Jahren klassischen Querflötenunterricht genossen hast und machst Unterricht mit 25 Blockflöten und 1 Querflöte - mit dem Effekt, dass 3 Schülerinnen zu Weihnachten eine Querflöte unterm Weihnachtsbaum finden ;)

    Wir können keinen geklonten Unterricht halten, weil wir verschieden sind. Und das ist gut so - und hat Auswirkungen.

    Für mich klingt das jetzt so, als wenn man unentschuldigte Fehlstunden nicht bewerten dürfe, weil es keine Leistung darstellt. Dann dürfte man ja Leistungsverweigerung auch nicht benoten, oder stehe ich da jetzt auf dem Schlauch?

    Falls du dem Schüler fachliche Fragen stellst - und dieser schweigt - hast du deine begründbare 6.
    Genauso kann man einen Schüler - sobald dieser im Unterricht erscheint - einen vorbereiteten schriftlichen Abfragetest vorlegen, den dieser hinten im Raum mit dem Gesicht zur Wand abzuarbeiten hat. Als Lehrkraft bist du nicht hilflos gegen Leistungsverweigerung.
    Ein "ungenügend" - weil der Schüler nicht im Unterricht erschienen ist, haut dir der Jurist jedoch um die Ohren, falls es hart auf hart kommt.

    Bei uns mussten Schüler, die (auch mit schriftlichen Entschuldigungen der Eltern) mehr als 30% des Schuljahres gefehlt hatten, per Konferenzbeschluss das Schuljahr wiederholen - weil das Unterrichtsziel nicht erreicht war. Schüler - von denen(auch durch persönliche Elterngespräche) bekannt war, das eine schwere Erkrankung vorlag - erhielten die Möglichkeit per Fernunterricht oder durch "Hausaufgabendienst" den Stoff mit zu bearbeiten. Das "Nichtbestehen" wurde nur bei "Schwänzen" verhängt.
    Wenn man dass alle paar Jahre bei 1-2 Kandidaten durchzieht, spricht sich das rum und senkt den Krankenstand effektiv ;)

    Ich glaube, wir haben uns darüber schon einmal ausgetauscht?

    Ich glaube immer noch nicht, dass man dich dazu zwingen oder dir das vorschreiben kann.

    Richtig. Habe das auch nie getan. Mein Unterricht. Meine Materialauswahl. Meine Differenzierung. Meine Schwerpunkte.
    Notengebungsverordnung Ba-Wü: Stammt zwar von 1983, letzte Änderung 2015. Meines Wissens noch immer gültig:
    https://www.zweiter-bweg.de/media/download…alschule-bw.pdf
    Ähnlich für die anderen Schularten.
    Es mag bequem sein, dass Klassenarbeiten von Parallelkolleg*innen abwechselnd erstellt werden. Die Unterrichtsinhalte und Schwerpunkte könnten jedoch nur bei Teamteaching im Großverband vergleichbar sein - selbst bei identischem Lehrbuch besitzt jede/r KuK jedoch seine "persönliche Handschrift".

    Vorbemerkung

    Zitat

    Der Lehrer als Erzieher benötigt zur Verwirklichung seiner Aufgaben einen pädagogischen Freiraum, bei der Leistungsbeurteilung einen pädagogischen Beurteilungsspielraum. Dem tragen die nachfolgenden Regelungen zur Notenbildung dadurch Rechnung, daß sie sich auf ein Mindestmaß beschränken und insbesondere regeln, worauf im Interesse der Chancengerechtigkeit der Schüler nicht verzichtet werden kann. Dies erfordert andererseits, daß der Lehrer seinen pädagogischen Beurteilungsspielraum, den er im Interesse des Schülers hat, verantwortungsvoll nutzt.

    Falls jemand eine gesetzliche Vorgabe mit der Pflicht zur Abstimmung mit den KuK findet, die diesen pädagogischen Freiraum innerhalb des Kollegiums einschränkt, freue ich mich über die Quellenangabe. Außer einer Abstimmung in der Lehrerkonferenz - die Landesrecht nicht brechen kann - fällt mir jedoch keine Regelung ein.

    Das funktioniert doch auch mit jedem anderen Notenschlüssel mit festgelegten Prozentrang...

    Natürlich. Daher hat meine Notenberechnungstabelle auch 6 verschiedene Schlüssel zur Auswahl - und ist (da Excel) für jeden individuell anpassbar. (downloadbar a.a.O)
    Vorgeschrieben ist - und das definitiv - dass du für alle Schüler denselben Maßstab anlegen musst. Den Nachteilsausgleich "speist" du bei anerkanntem Vorliegen nachträglich ein.

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