Beiträge von Valerianus

    Beide Systeme können funktionieren, das reine Gesamtschulsystem hat für mich irgendwie den Gedanken in sich drin, unterschiedliche Teile der Gesellschaft zusammenzubringen, auch wenn das definitiv nicht funktioniert (dazu muss man sich nur mal Staaten mit Gesamtschulsystem ansehen), aber die Idee ist immer da. Das dreigliedrige System nimmt Aspekte aus dem Sport auf, da ist die Idee, dass man vor allem mit Sportlern mit ähnlichem Leistungsniveau trainieren sollte weit verbreitet und erfolgreich. Die Frage ist doch eine politische: Wo legt man den Schwerpunkt? Fachliche Leistung oder soziales Lernen?

    Und wie die Gesamtschule zum Abitur führt, ist, zumindest für NRW, auch recht leicht rauszubekommen. Man schaut sich die durchschnittlichen Punkte in den Abiturprüfungen (massive Notenunterschiede zugunsten der Gymnasien) und in der Kursphase (kaum Notenunterschiede) an und dann wundert man sich ganz, ganz lange wie das nur passieren kann. Die Zahlen dazu bekommen die Fachvorsitzenden eigentlich jedes Jahr von der Bezirksregierung (zumindest in Mathe, hab keinen anderen Fachvorsitz).

    Das Problem mit Gesamtschulen ist doch einfach, dass sie nicht ins dreigliedrige Schulsystem passen.

    Modell 1:

    Hauptschule

    Realschule

    Gymnasium

    klare Trennung, Problem evtl. bei Übertritten zwischen den Schulformen (Modell Bayern)

    Modell 2:

    Hauptschule

    Realschule

    Gesamtschule

    Gymnasium

    Gesamtschule kannibalisiert die Hauptschule, Gymnasium und teilweise Realschule (je nach Standort) kannibalisieren die Gesamtschule --> Hauptschule fällt weg (Modell NRW) - dabei haben nur die richtig guten Gesamtschulen (z.B. ev. Gesamtschule Gelsenkirchen) eine Chance tatsächlich jedes Jahr mit 33/33/33 (HS/RS/GY) aufzunehmen, das Gros der Gesamtschulen dürfte eher unter 60/30/10 laufen...

    Modell 3:

    Gesamtschule
    Gymnasium

    kein Problem, aber ein bisschen Etikettenschwindel (Modell Hamburg)

    Modell 4:

    Gesamtschule (anderer Name)

    Spezialschulen für SuS mit speziellen Begabungen

    kein Problem (Modell DDR)

    Faktencheck: Fake News über Niedersachsen

    Schülerzahlen Gymnasium +12%
    Schülerzahlen Gesamtschule +2,8%

    Der Anteil der Schüler am Gymnasium ist prozentual auf dem höchsten Stand, den es jemals gab (der von IGS und OBS aber auch, die Hauptschulen und Realschulen sind halt geschliffen worden)

    Es ist wie überall, wo es Gesamtschulen gibt. Die Eltern wissen wo es gute Bildung gibt. Oder glauben es zu wissen, gibt auch gute Gesamtschulen, aber Eltern die ihr Kind vorher zur Realschule geschickt haben, versuchen eher das Gymnasium als die Gesamtschule...

    In dem Punkt muss ich qamqam zustimmen. Wir können als Ersatzschule ja völlig frei von Noten und Rangliste einstellen, aber wenn jemand unserem alten Dezernenten gesagt hätte, er habe die Bereitschaft fachfremd xyz zu unterrichten, wären Fragen zu xyz gekommen und der Mann war erstaunlich fit in vielen Fächern. Wenn man ein Fach unterrichten möchte, das man nicht studiert hat, dann sollte man eine gewisse Affinität nachweisen können, die rechtfertigt, warum man das macht (in Sport wäre das z.B. langjährige Erfahrung als Übungsleiter, in Informatik vielleicht regelmäßige Freelancer-Projekte im Bereich Coding, etc. - als Grundlage für eine spätere Fortbildung auf deren Basis man das dann unterrichtet). Bereitschaft für ein Fach, okay...für zwei Fächer...vielleicht, aber für vier? Das wirkt so random...

    Aber findest du das bei journalistisch tätigen Personen nicht bedenkenswerter als bei den von dir genannten, da sie eben eine größere Freiheit in ihrem beruflichen Handeln haben und auch einen Informations- und Bildungsauftrag?

    Nein, finde ich überhaupt nicht und es gibt auch Studien dazu, dass Polizei und Justiz gegen linksorientierte Verbrechen härter reagieren, als gegen Verbrechen von rechts, das finde ich definitiv schlimmer. Finde ich schlimmer, als wenn in der ARD in irgendeinem Politikmagazin linke Themen tendenziell häufiger vorkommen (und das auch noch politisch kontrolliert, meinst du im Ernst der BR sendet dauerhaft gegen die CSU? Im Leben nicht, genauso wie der WDR Rotfunk ist, das hat aber was mit den jeweiligen Landesregierungen zu tun).

    Das ist jetzt nicht so überraschend...wenn man so eine Umfrage unter Soldaten, Polizisten oder Richtern machen würde, wäre der Anteil CDU/FDP/(AfD hoffentlich nicht) auch höher als in der Gesamtbevölkerung. Überraschung, bestimmte politische Positionierungen korrelieren mit der Berufswahl. ;)

    Rein philosophisch dürfte es sich wohl eher um Zwang handeln, ansonsten wäre die Frage nach der Notwendigkeit nicht gestellt worden. Juristisch macht die Unterscheidung meiner Kenntnis nach wenig Sinn (also es gibt einen Unterschied, aber Zwang wäre hier überhaupt nicht einschlägig), da bräuchte ich auch eine Erläuterung.

    Den Unterschied zwischen Gebühr und Beitrag haben die Leute schon bei den Studienbeiträgen nicht verstanden. :)

    Doch: Kann und muss genau so sein, wenn man eben leistungsfähig und nicht bedürftig ist.
    Doch: Kinder aus nicht-akademischem Elternhaus studieren eher Lehramt oder Ingenieurswissenschaften, Kinder aus Akademikerhaushalten eher Jura oder Medizin (Quelle)
    Doch: Bei ärmeren Familien studieren die Kinder heimatnah, um zuhause wohnen bleiben zu können und Kosten zu sparen (aka - keine Rundfunkgebühr).

    Vielleicht wäre etwas Recherche gut, bevor man Unsinn schreibt, zu dem es schon Forschung gibt. ;)

    Gegen die Höhe des Beitrags habe ich gar nichts, ich würde mir nur manchmal etwas mehr Qualität und Vielfalt wünschen, sowohl was Recherche und politische Windrichtung angeht, aber auch was Eigenproduktionen aus dem Entertainmentbereich angeht. Mal im Ernst...ich hab jedes Jahr 2-3 BBC Produktionen, die ich gucken muss, weil sie so toll sind...ich hätte größere Mühe 2-3 Produktionen der ARD zu benennen, bei denen ich keinen Brechreiz bekomme (Entertainmentsparte!).

    Wie sachlich, einfach alle, die nicht deiner Meinung sind, als zu doof oder ignorant zu bezeichnen.

    Ich glaube die Aussage bezog sich darauf und die Tatsache, dass Fallen Angel nicht verstanden hat, dass sich @Antimon auf "Flüchtlinge" bezog und nicht auf Deutsche, die alle "Flüchtlinge" aufnehmen wollen, die kommen. Flüchtlinge ist in "...", weil es zu keiner der beiden Definitionen passt, die ich zuvor benutzt habe (16a GG und Flüchtlinge mit berechtigten Gründen (Krieg, etc.)).

    Die Frage ist doch: Was ist realistisch? Ich stimme dir zu, dass man aus moralischen und juristischen Gründen Artikel 16a GG absolut gilt, nur betrifft der den Großteil der Flüchtlinge doch überhaupt gar nicht und für diesen großen Teil muss man klare Regeln finden. Nur mal kurz angerissen (im folgenden geht es fast immer um solche, die sich nicht auf 16a berufen können):

    1.) Flüchtlinge, die sich auf andere berechtigte (und abschließend zu benennende) Gründe berufen können (z.B. Kriegsflüchtlinge) genießen hier Schutz und Duldung und werden nach Wegfall der Gründe umgehend wieder abgeschoben

    2.) Dublin wird abgeschafft, es wird ein Verteilschlüssel innerhalb der EU geschaffen, entweder man nimmt anteilsmäßig Flüchtlinge auf oder man zahlt den aufnehmenden Staaten einen finanziellen Ausgleich (direkte Verrechnung mit anderen EU-Zahlungen).

    3.) Verurteilte Straftäter werden umgehend abgeschoben (verringerter Instanzweg, d.h. nicht einmal hoch bis zum BVerfG auf Prozesskostenhilfe), sollte eine Abschiebung aus humanitären Gründen nicht zumutbar sein (z.B. in ein Kriegsgebiet), werden die Personen auf unbestimmte Zeit in Abschiebeverwahrung genommen (keine Haft, wichtiger Unterschied, damit das BVerfG nicht traurig ist)

    4.) (wichtigster Punkt) es gibt die Möglichkeit legal nach Deutschland einzureisen für ein zu bestimmendes Kontingent X. Diese Personen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen und erhalten, wenn sie sich eine Anzahl Jahre Y hier bewähren zuerst ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht und irgendwann die Staatsbürgerschaft. Flüchtlinge (außer 16a) erhalten das nicht und unter keinen Umständen (Ausnahmemöglichkeit für hier geborene oder langfristig zur Schule/Ausbildung/Studium gegangene minderjährige Flüchtlinge mit erfolgreicher Integration - die können ja nix für die Dummheit ihrer Eltern).

    Fallen Angel: Flucht nach Deutschland aus nicht-Verfolgungsgründen ist kein Menschenrecht (weder gemäß Grundgesetz noch gemäß allgemeiner Erklärung der Menschenrechte), egal wie man sich dreht und wendet. Auf welches Menschenrecht beziehst du dich denn da?

    Wir haben die von Siemens und da bleibt der Kontrollstreifen tagelang erhalten. Einen Positiv-Strich hatte ich noch nicht.

    Ich hatte kurz vor den Ferien meinen "ich zweifel an mir selbst"- des Jahres Moment.

    Ich teste fröhlich in der 1. Stunde vor mich hin, alle negativ wie immer, schön eingetragen, Müll entsorgt, Unterricht gemacht. In der 2. großen Pause Pausenaufsicht auf dem Gang und die Klasse in heller Aufregung "Wussten sie schon, dass xyz Corona hat, der ist gerade abgeholt worden!" und ich denk mir nur "WTF, die waren doch alle negativ, hab ich nicht richtig geguckt und das übersehen?". Nun ja, als er nach der 1. großen Pause wieder in die Klasse kam, war der Test dann positiv geworden (PCR war aber dann negativ)...seitdem sammele ich alles ein, auch den letzten Schnipsel den ich ausgegeben habe...

    In NRW geht man inzwischen davon aus, dass der BGH heute anders entscheiden würde (Quelle) und weitaus mehr Faktoren als nur "geht halt nicht" mit berücksichtigen würde. Lehrer NRW sieht das anders (Quelle), der Philologenverband neigt eher dem Land zu (war auf einer Fortbildung, also keine Quelle), sieht aber kein Haftungsproblem auf Lehrerseite, sondern wenn im schlimmsten Fall bei der Schulleitung, viel eher aber beim Land (denn die haben die Anweisung ,so dumm wie sie waren, verschriftlicht), falls sich dessen Rechtsauffassung als fehlerhaft erwiese.

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