Beiträge von xwaldemarx

    Liebe Kolleg:innen,

    beim Vorbereitungsdienst ist beendet. Im kommenden Schuljahr werde ich Klassenleiter einer 9. Klasse (M-Zug) in Vollzeit (27 Wochenstunden statt 15). Einige Schüler werden also an den Prüfungen zum Quali (Qualifizierender Abschluss der Mittelschule) teilnehmen.

    Jetzt meine Frage an euch: Habt ihr (Überlebens-)Tipps für jemanden, der nach dem Ref in Vollzeit arbeiten wird und zudem eine Abschlussklasse unterrichten wird?

    Ich wäre euch dankbar!

    Servus,

    Falls es hier Lehrerinnen an bayrischen Mittelschulen gibt, hätte ich ein paar Fragen zur Ausbildung und zum Beruf und wäre dankbar über qualifizierte Antworten:

    1. Wohl das allerwichtigste: Wie sind die Chancen auf eine verbeamtete Stelle an Mittelschulen aktuell in Bayern? Ich weiss es gibt die Lehrbedarfsprognosen, allerdings wird dort überall als Einstiegschance sehr gut beschrieben. Ich kann da allerdings nicht so dran glauben, nachdem ich viel in Lehrerforen gelesen habe. Anscheinend ist da auch viel Beschönigung dabei. Deshalb eure Meinung dazu.
    2. Ist die Fächerwahl an Mittelschulen egal? Man hat in Bayern ein Hauptfach und 3 Didaktikfächer. Man unterrichtet also ganz viele Fächer. Kommt es da noch auf die Kombination an? Jeder muss Deutsch oder Mathe haben und Kunst/Musik oder Sport.
    3. Wie ist der Korrekturaufwand an einer Mittelschule? Gibt es auf Mittelschulen Abschlussarbeiten wie an der Realschule oder das Abitur? Gibt es viele Klausuren oder kann das die Lehrkraft selbst bestimmen?
    4. Ich habe gelesen, dass man in Bayern kaum aussuchen kann in welcher Region man eingesetzt wird. Mittelschullehrer werden anscheinend zu 99% nach München geschickt. Könnt ihr das so bestätigen? Gibt es da Möglichkeiten nicht in München zu landen? Ab wann muss einem Versetzungsantrag zugestimmt werden? Ich würde gerne in Augsburg umkreis unterrichten.
    5. Werden mehr Lehrer in den großen Städten oder im ländlichen Raum in Bayern gebraucht? Man hört ja oft, dass es gerade am Land an Lehrern fehlt, aber wieso wird dann jeder nach München geschickt?
    6. Man sagt das Referendariat in Bayern ist das schwerste von allen. Es ist jedenfalls das längste. Gibt es aber noch andere Faktoren warum es das schwerste ist? Besonders schlechte Notengebung?Wohl das allerwichtigste: Wie sind die Chancen auf eine verbeamtete Stelle an Mittelschulen aktuell in Bayern? Ich weiss es gibt die Lehrbedarfsprognosen, allerdings wird dort überall als Einstiegschance sehr gut beschrieben. Ich kann da allerdings nicht so dran glauben, nachdem ich viel in Lehrerforen gelesen habe. Anscheinend ist da auch viel Beschönigung dabei. Deshalb eure Meinung dazu.

    1. An den Mittelschulen wird es die nächsten Jahre eine Volleinstellung geben. Derzeit studieren so wenige Mittelschullehramt, dass der Bedarf in ferner Zukunft nicht gedeckt werden kann.

    2. Die Fächerkombination ist mMn nur/vor allem für den Vorbereitungsdienst wichtig, da du in den studierten Fächern deine Lehrproben machen musst. Nach dem Vorbereitungsdienst musst du alle Fächer unterrichten außer Englisch (Jahrgang 7-10), Religion, Sport. Mein Tipp: studiere die Fächer, die dich interessieren!

    3. Man schreibt genauso viele Schulaufgaben (angesagte Proben) wie auch an Gymnasien - mMn ist die Anzahl zu hoch. Da das Niveau aber nicht so sehr in die Tiefe geht, ist der Aufwand überschaubar. In M-Klassen ist der Korrekturaufwand höher.

    4. Der Bedarf ist in Oberbayern am höchsten. Gefolgt von Schwaben. Einer Versetzung musst du nicht zustimmen - dann bist du aber halt raus. Das ist ein Nachteil des Beamtensystems.

    5. Weil in München der Bedarf mit Abstand am höchsten ist.

    6. Woher hast du die Info, dass es in Bayern am schwierigsten ist? Bullshit! Der Vorbereitungsdienst ist von so vielen Faktoren abhängig: Seminarrektor:in, Schule, Schüler:innen, Kolleg:innen, Schulamt, ... Der Bedarf an Mittelschullehrer:innen ist enorm! Eine Planstelle wird dir sicher sein.

    Sechstklässler berichtet mir von der Wahl seines Buches für den Vorlesewettbewerb.

    "Zuerst wollte ich die drei Fragezeichen lesen. Dann stand da auf einer Seite, wie eine Katze ne Maus fängt. Ultra langweilig!"

    Ich: "Und welches Buch hast du dann gewählt?"

    Er zeigt mir freudestrahlend "Weihnachten auf dem Ponyhof."

    Ich konnte nicht mehr vor Lachen. ^^

    Mein erstes Jahr im Ref ist jetzt vorbei.

    Während der UV-Phasen war mein Stresslevel sehr hoch (am Tag vor der UV bestimmt bei 8 oder 9). Ansonsten war das erste Jahr recht entspannt. Das Ref muss keine Hölle sein. :)

    1. Ich bin immer miesepetrig und pampe SuS andauernd an. Deshalb hassen sie mich.

    2. frontal - ausschließlich.

    3. Stärke: Ich habe DaZ studiert, Schwächen habe ich nicht

    4. ich bin Raucher. TEAM: Toll, Ein Anderer Macht's

    5. Mit Gebrüll

    6. bisschen Differenzierung dies das

    Nein ernsthaft. Was soll es dir nützen, wenn hier fremde Personen antworten? Mach dir doch selbst intensiv Gedanken dazu. Alles andere wäre umauthentisch. :)

    Zum bayerischen Schulsystem:

    Man kann sich in Bayern nicht einfach an irgendwelche Schulen bewerben (außer LuL an Beruflichen Schulen). Der Einsatz erfolgt nach Bedarf. Ob du an eine „Brennpunktschule“ (dämlicher Begriff) landest ist also Glückssache.

    Eine Abordnung an Mittelschulen erfolgt in Bayern bisher nur durch Grundschullehrer:innen.

    Zudem würdest du an der Mittelschule irgendwann alle Fächer (außer vielleicht Religion und Sport) unterrichten müssen.

    Der Kontakt zu Wirtschaftsunternehmen wurde bereits erwähnt.

    Vielleicht doch noch über die Mittelschule nachdenken? Ob nun A12 oder A13 wäre mir tatsächlich nicht besonders wichtig.

    Der Verdacht, der sich mir allerdings aufdrängt ist, dass Quereinsteiger an besonders unbeliebte Schulstandorte geschickt werden (dies ist in anderen Bundesländern zu beobachten, z.B. in Berlin).

    Die besten Lehrkräfte werden natürlich überall genommen und lassen sich dementsprechend an Schulen versetzen, an denen sie gut arbeiten können und ihre Ruhe haben. Ich sehe kritisch, dass potentiell weniger qualifizierte Quereinsteiger an den schwierigsten Schulen eingesetzt werden - weil diese offene Stellen haben. Was aus Sicht den Einzelnen Sinn macht ist insgesamt vielleicht nicht ganz optimal. Wäre es so, würde ich die MS tatsächlich ausschließen da ich keinen Quereinstieg mache, um an eine Brennpunktschule geschickt zu werden.

    Andererseits, den Quereinstieg in einem anderen BL an der bevorzugten Schulart zu machen mit der Absicht sich zurück versetzen zu lassen ist vermutlich auch keine gute Idee, oder? Ich nehme an die Kultusbehörden sehen sich genau an, wie der freie Bewerber X aus dem Bundesland Y zu seinem 2. Staatsexamen kam.

    Das wären jetzt die letzten Fragen.

    Gehe bitte nicht an die Mittelschule. Mit deiner geäußerten Vorstellung zum Unterricht wirst du dort mit wehenden Fahnen untergehen!

    lass es dir gesagt, von jemandem, der die letzten Jahre viel Erfahrung mit Quer-/Seitenienteigern gamcht hat:

    besser ein Lehrer weniger vor der Klasse als einer mit völlig kruden Vorstellungen vom Lehrerberuf.

    Du würdest als Lehrer definitiv nicht zufrieden sein

    Willst du mal von deinen Erfahrungen erzählen (gerne in einem anderen/neuen Thread)? Unser Seminar erhält im kommenden Schuljahr lediglich Quereinsteiger. Ich bin gespannt!

    Und jetzt ist die Frage: An welche Schulform soll ich mit dieser Vorstellung am besten gehen?

    An gar keine. Selbst an Berufsschulen, an denen die SuS vermeintlich erwachsen sind, läuft es nicht so. Und überhaupt kannst du - zumindest in Bayern - an Berufsschulen auch für die Fächer Deutsch sowie Politik & Gesellschaft in allen Klassen eingesetzt werden. Auch in JoA-Klassen. Und da läuft es wirklich noch einmal GANZ anders.

    Ich habe einen Master. Der Quereinstieg mit FH-Master ist in Bayern aktuell an berufliche Schulen und an der Mittelschule möglich. Letztere möchte ich ausschließen, bei den beruflichen Schulen bestehen die oben ausgeführten Bedenken.

    Für die Realschule und das Gymnasium braucht man hier einen Uni-Master, was ich absolut nicht nachvollziehen kann, da seit der Umstellung auf Bachelor/Master die Abschlüsse eigentlich gleichwertig sind. Als ob man da irgendwas Zusätzliches von Relevanz lernen würde. Ich habe genauso 5 Jahre studiert und einen Masterabschluss mit 300 ECTS Punkten wie jeder Uni-Absolvent auch. Aber so ist es eben im Moment, das sind die gegebenen Rahmenbedingungen.

    Mir geht es hier primär darum herauszufinden, ob die Berufsschule etwas für mich sein könnte. Wenn nicht, habe ich aktuell leider keine Möglichkeit eines Quereinstiegs. Hier gibt es doch sicher einige Berufsschullehrer?

    Darf ich fragen, warum du die Mittelschule ausschließt?

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