Beiträge von Ratatouille
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Gedankenexperiment: Diese 2 oder 6 SuS halten dich für ungerecht, unfair und für eine, die fies und gemein arme, unwissende Schüler vorführt, indem sie Noten erteilt. Ihre Eltern halten dich für eine Lehrerin, die schüchterne Schüler absichtlich vor der Klasse bloßstellt, indem sie genau ihren Sohn bzw. Tochter viel schlechter einschätzt als er oder sie wirklich ist oder dem Kind nicht die Möglichkeit gibt wirklich zu zeigen, was in ihm steckt, weil du es nicht vor der Klassenzimmertür im Einzelsetting benoten willst.
Erscheint das realistisch?Ob sie sich das selber glauben, kann man nicht unbedingt zweifelsfrei feststellen. Dass das so vorgetragen wird, ist aber in manchen Einzugsgebieten Alltag. Hab ich genauso auch schon erlebt, wortwörtlich. Die Kinder oder Jugendlichen schreiben den Müttern quasi in Echtzeit Beschwerdenachrichten, kurz darauf hat man eine Email in beider Namen über die berufliche Emailadresse des Mannes mit langem Anhang, wer er ist. Oder man wird in der Pause vom Schulleiter angesprochen, dass sich ein Elternteil am Telefon beschwert hat. Oder ein Vater macht einen Termin aus, um einen langen Monolog zu halten, was alles am eigenen Unterricht und der eigenen Person unmöglich ist und um einem mitzuteilen, mit wem die Gattin Tennis spielt.
Wenn man das nicht haben will, muss man es abstellen. Im ersten Kurs, in dem das auftritt, deutlich zu machen, dass einen das nicht beeindruckt, ist daher eine gute Investition in die Zukunft. So etwas lohnt sich ja nicht, wenn man nichts dabei herausschlagen kann, also wechselt man den Schauplatz.
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Du machst dich zu abhängig von der Zustimmung der Schüler. Sollen sie dich doch für eine Arschlochlehrerin halten. Der nächste Kurs sieht das wieder anders. Bestimmt hat das eine Vorgeschichte in der Mittelstufe, in der sie vermutlich die Drittelregelung ausgenutzt haben, ihre Lehrer zu erpressen. Und weil niemand doof dastehen wollte, hatten sie damit Erfolg und denken, es geht jetzt so weiter. Wenn du in 20 Jahren noch nie so einen Kurs hattest, dann herzlichen Glückwunsch. Predige nicht, diskutiere nicht. Lass Taten sprechen. Du kriegst dein Geld auch, wenn sie über dich lästern. Für Angst gibt es keinen Grund. Mach einfach deinen Job.
Noten muss man begründen und ggf. belegen können, zustimmungspflichtig sind sie nicht. Die Dokumentation ist bei 30 Leuten im Kurs schwieriger, da musst du dir was überlegen. Zumindest bei größeren Sachen wie Vorträgen würde ich mir Notizen machen. Bei Kursdiskussionen kannst du auch die Beteiligung mit einem Zeichensystem ev. auf dem Sitzplan festhalten, z.B. für jede Stunde in einer anderen Farbe, in der du auch das Datum auf das Blatt notierst. Ansonsten den Druck mitzuarbeiten, statt rumzusitzen und mit den Augen zu rollen, erhöhen. Habt ihr ein Lernmanagementsystem? Lass sie am Ende der Stunde ihre Notizen hochladen (Foto), danach ist der Ordner zu. Neue Stunde neuer Ordner. Das hilft auch in den Fällen, in denen Schüler sich systematisch in dem Moment zu Wort melden, wenn grade jemand anderes aufgerufen wurde (oder gar nicht) und dann behaupten, sie kämen nie dran oder man würde sie immer übersehen. Du musst das alles nicht direkt benoten, sammle einfach (u.a. zu Diagnosezwecken). Wenn jemand seine Note nicht gerechtfertigt findet, der selten mitredet und meistens Schrott abgibt - tja. Du musst deine Notizen nicht offenlegen, nur gemachte Noten zeitnah mitteilen und einmal kurz begründen. Diskussion zwecklos. Falls sich jemand über dich beschwert, hast du aber genug Material. Wenn ein oder zwei das erfolglos probiert haben, ist der Spuk vorbei.
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Die Wiedereingliederung gilt als gescheitert, wenn man mehr als 7 Tage in Folge fehlt. Man kann aber den Arzt bitten, zu prognostizieren, dass die aktuelle Erkrankung einem erfolgreichen Absolvieren der Wiedereingliederung nicht im Wege steht, wie das bei einer Erkältung ja oft der Fall sein dürfte. Wiedereingliederungen können auch begründet verlängert oder ggf. wiederholt werden. Krankschreiben lassen muss man sich nicht erneut (aber natürlich an der Arbeitsstelle krankmelden). Lass dich in jedem Fall beraten.
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Vielleicht den Link mal im #twlz und im #fedilz einstellen?
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Weil wir doch gar nicht wissen, welche Informationen noch vorliegen, was uns nicht alles erzählt wurde
Wichtig ist doch, was die letztlich aufsichtsführenden und daher verantwortlichen Kolleginnen sicher wissen (auf der Grundlage einer vollständigen, an sie zu übergebenden Dokumentation), dass die geplante Unternehmung verantwortbar ist und die Aufsichtpersonen ausreichende Sachkenntnis haben.
Was irgendjemand anderes vielleicht noch so weiß oder dann doch nicht so genau weiß und im Zweifel nicht belegen kann, ob er meint, ohne Listen auszukommen, ihm die Kosten für vorgeschriebene Zertifikate zu hoch sind etc. ist einfach sowas von egal.
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Sind wir so auf der sicheren Seite?
In Hessen wohl ja.
https://zfs.bildung.hessen.de/grundschule/vs…-2016-10-05.pdf
https://sts-bs-kassel.bildung.hessen.de/rechtliches/au…-_verordung.pdf
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Muß, auch wenn der Kletterpark von einem offiziellen Veranstalter betrieben wird, die mitfahrende Lehrkraft entsprechende Kletterzertifikate vom Deutschen Alpenverein vorweisen können?
Nicht vom Alpenverein :-), aber ja. Beispiel Hessen: https://zfs.bildung.hessen.de/klettern/wwl4c…lage_2017-1.pdf
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Ah, noch etwas: Schüler müssen am Strand beaufsichtigt werden, auch wenn sie nicht schwimmen, sondern sich nur dort aufhalten (VV Schwimmunterricht). Irgendwelche Unterschriften können einen natürlich nicht von Vorschriften entbinden. Eigentlich sollte dein Schulleiter hier den Korinthenkacker geben, nicht du. Ich habe mich in unangenehmen Situationen immer gefragt, ob es Folgen für MEINE Kinder haben könnte, wenn ich mich jetzt wegdrücke. Dann war mir gleich wieder klar, wo es lang geht. Dein Sportkollege wird natürlich sauer sein. So what, schert ihn ja auch nicht, dass du sauer bist.
Viel Glück!
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Es ist auch meine Erfahrung, dass viele Kollegen oft einschließlich der erweiterten SL unglaublich lässig mit Vorgaben umgehen, sie überhaupt nicht kennen. Kommt mir so vor, als hätten Sportlehrer öfter mal einen besonderen Hang zu unangebrachter Coolness. Jeder strickt sich seine Sonderauffassung zurecht (machen wir schon immer soundso, ist noch nie was passiert, wenn man es so genau nehmen würde, könnte man ja gar nix machen etc.) Vielleicht, weil Lehrer oft einzeln vor sich hinwurschteln und im Alltag viel Freiheit haben. Aber ist mir egal. Harte Vorgaben (Noten, Sicherheit) werden eingehalten, oder ich bin raus.
Versuche dich nicht aufzuregen. Die andren müssen dir nicht zustimmen. Du musst sie nicht beschwichtigen, sollen sie sich aufregen. Bleib selbst ruhig und klar. An dieser Schule kannst du sowieso nicht bleiben, aber du wirst auch feststellen, dass dein Ansehen im Rückblick gestiegen sein wird. Lege deinen Standpunkt knapp und deutlich dar, beziehe dich auf die Vorgaben, sag, wie du mit der Lage umzugehen gedenkst (am besten schriftlich) und bleib dabei. Wenn dein Chef dich nachweisbar (schriftlich oder vor zuverlässigen Zeugen) zu etwas anderem anweist, machst du das. Du kannst auch fragen: Ist das eine Anweisung? Eventuell nochmal: Ist das eine Empfehlung oder eine Anweisung? (Er wird nicht ja sagen. Deine Kollegin wird dir auch eher nicht in den Rücken fallen, sofern du sie nicht in den Konflikt hineintreibst. Du sagst nein und sie sagt nichts. Allenfalls hintenrum (ich hätte ja), steh einfach drüber.
Und ja, es gibt Schulen mit unangenehmer Kungelei, an denen wird man nicht froh, und es gibt andere, an denen es ziemlich fair zugeht. Weiß man natürlich erst, wenn man dort ist, ganz genau. Man hört aber im Vorfeld auch einiges, zum Beispiel auf schulübergreifenden Fortbildungen am Abend. Versuch es einfach.
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Inwiefern ist der Aspekt Teilzeit bzw. Vollzeit bezeichnend?
In RLP hätten die beiden jetzt eingesetzten Teilzeitkräfte nicht aufgefordert werden dürfen, auf Klassenfahrt zu fahren, während es für den vollzeitarbeitenden Kollegen, der kurzfristig abgesagt hat, Dienstpflicht gewesen wäre. Er hat familiäre Gründe angeführt, er würde seinen Sohn zu sehr vermissen. Aber alle drei haben kleine Kinder und er ist der einzige Sportlehrer und als einziger rettungsfähig. In Haubsis Kollegium passieren ja auch sonst merkwürdige Dinge, da kommt man halt ins Grübeln. Verstehe ich, auch wenn man im Einzelfall nicht wissen kann, was los ist.
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Am Montag gehts ja schon los. Als Sportlehrer kennt dein Kollege die VV Schwimmunterricht und weitere einschlägige Bestimmungen die Kajaktour betreffend. Er ist ja nicht krank und da er sehr kurzfristig abgesagt hat, sollte alles fertig sein. Er soll dir die vorbereiteten Unterlagen übergeben: Kopien der Bronzeabzeichen der Schüler, Kopien der Zertifikate der Guides, Beschreibung und Einschätzung der geplanten Strecke und des Badestrands. Dazu kannst du ihn ja über die Schulleitung auffordern. Hat er nicht? Tja... Schade, liebe Schüler, euer Sportlehrer hat die Kanutour nicht ausreichend vorbereitet, aber es wird trotzdem eine schöne Fahrt.
Hab es gut in Frankreich! Und verschaff dir Respekt an deiner Schule!
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llerdings ist das Niveau des Deutschen Rettungsschwimmers Bronze ziemlich niedrig (ist ja auch als "junior" bei der ILS gekennzeichnet), DAS sollte kein Problem von der Kajakfirma sein (also das zu erfüllen, muss trotzdem vorgelegt werden)
Der Deutsche Rettungsschwimmer Bronze reicht nach der VV für die Aufsicht an einem ungefährlichen Strand. Für die Kajakfahrt auf dem Meer sicherlich nicht. Aber kann ja sein, dass die Guides ein ausreichendes und aktuelles Zertifikat haben. Der Veranstalter hat natürlich ein Interesse daran, dass die Tour nicht abgesagt wird. Ich würde auf jeden Fall genauer nachfassen.
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@Haubsi: In deinem Bundesland RLP gilt:
Freiwilliges Schwimmen und Baden, z. B. im Rahmen von Studienfahrten, ist auch in offenen Gewässern oder im Meer erlaubt, wenn
[...]
o die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler mindestens im Besitz des Deutschen Schwimmabzeichens Bronze (Freischwimmer) sind;
o zwei Aufsichtskräfte anwesend sind, von denen mindestens eine das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Bronze (Grundschein) besitzt
oder eine entsprechende gleichwertige Prüfung nachweisen kann;
o von den Aufsichtskräften überprüft worden ist, dass aller Voraussicht nach von der Badestelle keine besonderen Gefahren ausgehen (z. B. Hotelstrand, kommunaler Strand)
Hat dein Schulleiter das alles überprüft? Oder überlässt er das dir? Dann frag ihn doch mal, wie du sicherstellen sollst, dass das französische Zertifikat (so überhaupt eins vorhanden) gleichwertig ist. In der VV steht übrigens "nachweisen", nicht "nach Auskunft". Falls das alles wider Erwarten schon geklärt sein sollte, dürften sie baden, unter Aufsicht von zwei Personen, und du müsstest dich vor Ort nochmal vergewissern, dass die zweite Person rettungsfähig ist. Bedeutet: Alleine mit euch zwei Begleitpersonen dürfen sie nicht ins Wasser. Ihr braucht noch jemanden vor Ort, jedes Mal. Von Kajakfahren auf dem offenen Meer ist aber immer noch nicht die Rede.
Das ist schon ein ausgesprochen besch...eidenener Move von deinem Kollegen. Wenn ich dein Chef wäre, würde ich ihn vergattern zu fahren. In RLP sind Klassenfahrten Dienstpflicht, wenn auch nicht bei Teilzeitkräften. Ich würde schriftlich meine Bedenken äußern und um klare Anweisungen bitten. Andernfalls wäre ich konsequent und würde mich halt mal unbeliebt machen. Dann darf sich das nächste Mal jemand anderes mit so einem Mist rumschlagen.

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Jetzt hat der Schulleiter doch die Kajaktour bewilligt. Aber das ist doch Banane,oder? Verantwortlich sind letztlich doch immer noch wir, oder?
Jupp. Remonstriere und lass dich schriftlich anweisen, dann ist der Schulleiter verantwortlich. Beziehe dich auf die Vorgaben der Unfallkasse. Es muss ein rettungsfähiger Lehrer dabei sein, Personal vor Ort genügt nicht.
Außerdem in RLP: VV Schwimmunterricht sowie Schwimmen und Baden bei Schulveranstaltungen (alt, aber noch in Kraft)
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Das ist nicht Dein Ernst!!
War genau so. OK, die Erdbeere war lecker. Als man sie schließlich genug angeschaut, beschnuppert etc. hatte und sie endlich essen durfte.

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Runde im Ministerium:
"Leute, jetzt wird´s grad mal bisschen unangenehm. Dass die Lehrer meckern, sie wären so mega überlastet, kratzt uns ja seit Jahrzehnten nicht. Krankenstand ist auch hoch, na und, war noch nie ein Problem, das zu verschleiern. Aber jetzt sind doch einige Eltern aufmerksam geworden. Und die Medien füllen das Sommerloch mit uns, statt wie früher mit den Lehrern. Was machen wir?"
"Was Billiges, was gut aussieht. Hauptsache die Medien haben was zu berichten."
"Wir organisieren einfach einige Sammeltermine pro Schule in der Turnhalle! Wir nennen das Maßnahme zur Erhaltung der Lehrergesundheit. Da können sich die Lehrer gegenseitig massieren. OK, dass das nix bringt, kann uns doch egal sein. Dann sagen wir einfach, die Lehrer haben das nicht gut angenommen. Selbst schuld, har har."
Tatsächlich bin ich schon in den Nullerjahren in einem Studientag (= einen langen Nachmittag) mit gegenseitigem Massieren in der Turnhalle zwangsbeglückt worden. Vorher durften wir ganz achtsam 5 Minuten an einer Erdbeere herumlutschen. Und uns gegenseitig ganz viele gute Tipps geben. Ich hatte alleinerziehend kleine Kinder, es war Herbst - Hauptkorrekturphase, und ich war nicht nur von dem salbungsvollen Gerede der vom Land bereitgestellten Fortbildnerinnen megaangepisst, sondern vor allem von der Art, das Problem zu individualisieren. Auch das Ministerium weiß, dass Lehrer:innen zu den gesundheitsbewusstesten Bevölkerungsgruppen gehören. Dass sie trotzdem überdurchschnittlich burnoutgefährdet sind, wird die Erdbeere kaum richten.
Passend dazu: https://www.news4teachers.de/2023/09/modell…eit-befaehigen/
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Die SL kann:
- Kollegen in Stunden, die entfallen sind, zur Vertretung heranziehen.
- In dieser Zeit die Erledigung konkreter (wichtiger) Aufgaben anweisen.
Die SL kann nicht:
- Kollegen "auf Vorrat" in die Schule bestellen.
- Kollegen aus Prinzip in die Schule bestellen.
Korrekturhochzeiten bieten sich für Teamtrreffen sicherlich weniger an, Zeiten nach Prüfungen dagegen meist schon. Die Organisation der Teamarbeit wird aber in den zuständigen Gremien abgesprochen (Gesamtkonferenz, Fachkonferenz), nicht von der Schulleitung festgelegt.
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Das ist doch aber schon eine ganze Menge. So ähnlich ist das bei uns auch, außer dass alle Zeugnisse enthalten sind. Das letzte würde aber eigentlich ausreichen.
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