ich glaube nicht, dass das der springende Punkt ist.
Möglicherweise nicht, aber das war die Argumentation der Autorin des Kommentars.
Du studierst zielgerichtet aufs Lehramt (bekanntes Einbahnstraßenstudium), gehst das Risiko ein, am Ende mit leeren Händen dazustehen, wenn es mit dem 2. Staatsexamen nicht klappt und dann kommen Leute aus irgendwelchen anderen Studiengängen und nehmen dir die Stellen weg, während du noch mitten im Referendariat steckst.
Dir ist bewusst, dass auch fertig ausgebildete Lehrer mit Lehramtsstudium (z. B. aus anderen Bundesländern) dir die Stelle wegnehmen können, während du noch im Referendariat bist? Daran sieht man, dass das Argument "die Stelle wegnehmen" nicht zieht. Es sind nämlich nicht die "bösen Quereinsteiger", die einem die Stellen wegnehmen, sondern es sind die staatlichen Stellen, die ein (berechtigtes!) Interesse haben, Stellen zu besetzen um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Gäbe es nämlich die staatlich geschaffenen Möglichkeiten nicht, gäbe es auch keine Quereinsteiger – und dass die Ämter für eine Stellenbesetzung nicht warten, bis ein geeigneter Kandidat eventuell durch das Ref gekommen ist, sollte klar sein.
Du magst das (auch berechtigt!) persönlich als unfair empfinden, aber da die Unterrichtsversorgung staatlicherseits als das höhere Gut im Vergleich zur Versorgung der ausgebildeten Lehrer mit Arbeitsstellen angesehen wird, wird sich das auf lange Sicht nicht ändern. Reformen, wie z.B. das Vorhalten einer Vertretungsreserve (wie im Kommentar angesprochen), könnten die Situation entschärfen, aber daran sind die Kultusminister (bzw. die Finanzminister) offensichtlich nicht interessiert.