Beiträge von plattyplus

    Nicht repräsentative Anekdote am Rande:

    Wir hatten einen anderen sehr guten Schüler, der völlig problemlos durch Unter- und Mittelstufe kam und dann plötzlich ein Attest bzgl. LRS hatte. In BW ist ein Attest kein Freifahrtschein für einen Nachteilsausgleich, sondern es ist am Ende dennoch eine pädagogische Entscheidung, in der aber extrem schwierig gegen attestierte und im Attest vorgeschlagene Zeitverlängerung zu argumentieren ist.
    Der Schüler hat am Ende jeweils Zeitverlängerung im Abitur bekommen und sprachlich einwandfreie Texte abgeliefert.

    Ich hätte ihn vor die Wahl gestellt:

    „Du hast eine attestierte LRS, kannst also eine Schreibzeitverlängerung bekommen, aber diese Sonderbehandlung wird dann selbstverständlich auf dem Abiturzeugnis vermerkt. Oder du schreibst unter den normalen Bedingungen mit und es erscheint entsprechend kein Vermerkt auf dem Zeugnis. So, jetzt kannst du bzw. deine Eltern entscheiden.“

    Und wo machst du da die Grenze? Wenn das für eine Arbeitgeber wichtig ist (was maximal bei einem Ausbildungsplatz zum Tragen kommt, danach sind Schulzeugnisse völlig wurscht), welche Beeinträchtigungen werden denn aufgeführt?

    Es sollen keine Beeinträchtigungen aufs Zeugnis. Aber alle Vergünstigungen, die dem Schüler zuteil wurden, also sämtliche Nichtbewertungen, Schreibzeitverlängerungen etc. müssen ausgewiesen werden.

    Ich finde es schwierig, die Balance zwischen den Rechten Benachteiligter und den Interessen von Arbeitgebern zu finden.

    Ich sehe da noch als dritte Partei die „normalen“ Schüler/Absolventen, die nicht übervorteilt werden dürfen. Die Grenze zwischen einer gewissen Tolpatschigkeit und einer spastischen Lähmung ist ja fließend, ebenso wie die Grenze zwischen einem schlecht Haupt- und einem guten Förderschüler fließend ist. Am Ende hat aber der Förderschüler dank Inklusion und diverser Nachteilsausgleiche und Nichtbewertungen ein Abitur in der Tasche, auf dem dies alles nicht einmal vermerkt ist, wohingegen der „normale“ Schüler nur ein schlechtes Hauptschulzeugnis vorweisen kann. Ist das etwa gegenüber dem Hauptschüler gerecht? Ich denke nicht!

    Gewiß spitze ich die Problemstellung jetzt extrem zu, dies soll jedoch rein der Veranschaulichung des Problems dienen.

    Ich bin schockiert, dass solche Gedanken heute noch geäußert werden.

    Du bist schockiert von der Tatsache, daß wir mit unserer Notengebung eine Selektionsfunktion haben und über Lebenswege entscheiden? Werd mal Realist!

    Aufgrund dieser Selektionsfunktion sehe ich den Lehrerberuf eher bei den Beamten als bei den Angestellten, eben weil diese Selektion bei der Vergabe von Abschlüssen dann eben doch ein hoheitlicher Verwaltungsakt ist.

    Welche Relevanz soll denn das defizitäre Schreiben in der Wirtschaft mit Blick auf Programme zur Textverarbeitung mit entsprechenden automatischen Korrekturmechanismen und die Möglichkeit zur Nutzung von KI zur Ausformulierung noch haben?

    Und was ist, wenn die Person mit einem solchen Abitur dann in den Schuldienst geht in Deutsch oder Englisch? Dann kommt man erst durchs Studium und wird ganz am Ende im Referendariat rausgekegelt, weil die Orthographie der Tafelbilder nicht hinreichend ist.

    Nein, das darf der Arbeitgeber eben nicht einfach wissen, denn damit wird durch die Hintertür eben doch zwangsweise eine Behinderung offengelegt. Ich weiß sehr genau was es bedeutet, wenn man in der Arbeitswelt plötzlich nur noch nach diesem Label beurteilt und infolge dessen und ganz unabhängig von den eigenen Leistungen aussortiert wird. Ich habe meine Behinderung trotzdem offengelegt bei Bewerbungen, verstehe aber jeden und jede, der/ die das nicht direkt machen möchte, denn der Berg an Vorurteilen, dem man begegnet ist gewaltig.

    Wenn ich das nicht offenlegen will, muß ich mich im Umkehrschluß aber auch an den normalen Maßstäben messen lassen und auf eine Sonderbehandlung verzichten. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß“ funktioniert nicht!

    Und ja, ich weiß auch wovon ich rede. Hab selber als Schüler im Sportunterricht reihenweise 5er kassiert dank spastischer Lähmung. Meine Eltern waren aber der Auffassung: „Neid muß man sich erarbeiten, Mitleid kriegt man geschenkt!“ Entsprechend gab es keinen Nachteilsausgleich in Sport.

    Getreu dem Motto habe ich später bei der Musterung meine Behinderung verschwiegen, wurde dank 15 Jahren Krankengymnastik, Stotterschule, … sogar tauglich gemustert, wurde eingezogen und habe später mit der Bescheinigung über den abgeleisteten Wehrdienst meinen Behindertenausweis wegen nachgewiesener Gesundheit zurückgegeben.

    Aber dann wurde daraus eine tolle Einnahmequelle für die Industrielandwirtschaft gemacht, die gewaltige Umweltschäden (Vermaisung ganzer Landstriche) verursachte.

    Wobei der intensive Maisanbau auch darin begründet liegt, daß diese Pflanze auch mit extremen Düngermengen noch halbwegs klarkommt. Da wird die niederländische Gülle noch nach Deutschland rübergekarrt und hier auf den Maisfeldern verklappt.

    Bei mir geht es um den „Heimaturlaub“ und darum, daß ihre Familie dort in Afghanistan bereits eine Frau für sie ausgesucht haben, die sie ehelichen und dann nach Deutschland mitnehmen sollen.

    Für Mädchen gibt es da Anlaufstellen, wenn es darum geht, daß ihre zumeist anatolische Familie sie in den Sommerferien dort mit einem ihnen unbekannten Kerl verheiraten wollen. Aber wohin können sich da männliche Jugendliche wenden?

    Unsere Sozialarbeiterin hat im letzten Schuljahr einen Anfall bekommen, als ihr eine Schülerin von so einer geplanten Hochzeit erzählt hat und dabei erwähnte, daß ihr Papa sehr großzügig sei, da er ihr erlaube zwischen drei Kandidaten, von denen sie nichts weiter hatte als ein kleines Paßbild, zu wählen.

    DAS ist Deutschland im Jahr 2023.

    Häh? Wenn man keine Ahnung hat ...

    … soll man auch in der Schweiz im Glashaus sitzend nicht mit Steinen werfen.

    Zitat

    Die Gotthardregion, Schauplatz des Schwurs zwischen den ersten Eidgenossen 1291 und Ort des Widerstands gegen die Habsburger, verfügt über eine ganz eigene Aura. Weder dem Matterhorn noch irgendeinem anderen Schweizer Berg wird ein solch symbolischer Wert zugeschrieben wie diesem Bergmassiv: Es ist Wiege der Eidgenossenschaft, Herz der Alpen, Kreuzweg der Völker und Kulturen, Quelle grosser europäischer Flüsse und Symbol der Unabhängigkeit und Identität des Landes.

    Quelle: https://www.swissinfo.ch/ger/kultur/vie…tthard/42181462

    Und natürlich wird es an der Grenze verbuddelt werden, falls bis dahin kein richtig starkes Erdbeben gibt (wir haben aktuell 10 spürbare pro Jahr). Weiß ich, halte es aber trotzdem für dumm (und nicht nachahmenswert). (Gorleben und Asse sind auch heraus geschmissenes Geld und zieht weiteres nach.)

    Gorleben wurde auch nur genau dort errichtet, weil es damals an der Deutsch-Deutschen Grenze lag und man der DDR zeigen wollte, daß ihre Macht genau am Grenzstrich endet. Blöd nur, daß dann die Mauer gefallen ist.

    Das gleiche System sehe ich bei der Positionierung der französischen AKWs, wir haben ja meistens Westwind, so daß bei einem Unfall die radioaktive Wolke eben nicht über Frankreich niedergeht, und bei dem Schweizer Giftmülllager.

    Ihr lasst immer noch die Möglichkeit aus, dass nach Traumatisierungen es durchaus medizinisch zu einem Gedächtnisverlust kommen kann. Die Differentialdiagnose zwischen ergaunertem und tasächlichem Gedächtnisverlust könnte schwierig fallen. Hierzu sollte man einen Psychiater befragen.

    Ich sehe nur auf der einen Seite meine Azubis, die 2015 aus Afghanistan rübergekommen sind und jetzt fragen wie lange derArbeitgeber Urlaub am Stück gewähren muß, weil sie nach Afghanistan in den Urlaub fliegen wollen, und auf der anderen Seite das Abschiebeverbot für junge Männer nach Afghanistan, weil dort ja die Taliban herrschen...

    Also irgendeine dieser beiden Seiten ist falsch. Entweder ist das Land so unsicher, daß man dorthin nicht abschieben sollte, dann macht dort aber auch niemand "Heimaturlaub", oder das Land ist sicher, worauf ich mal aufgrund der mehrfachen Reisewünsche der Azubis schließe, dann sollten wir aber auch die Abschiebungen wieder verstärkt aufnehmen.

    --> https://www.stern.de/news/abschiebe…r-33259712.html

    Ja, aber gibt es eine rechtliche Grundlage dafür, Asylbewerber*innen zwecks Erzwingen einer Identitätsfeststellung in Beugehaft zu nehmen?

    Wir könnten gemäß obiger Rechtsexpertise vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestags von einer mangelnden Unterstützung bei der Identitätsfeststellung auch gleich darauf schließen, daß der Asylbewerber an seinem Asylantrag nicht mehr festhält und entsprechend gleich das Abschiebeverfahren inkl. Abschiebehaft starten. Das wäre dann die ganz harte Tour und würde uns wahrscheinlich als Zielland unattraktiver machen als die skandinavischen Länder, womit das Ziel erreicht wäre.

    Das warme Wasser kommt mit über 40° aus 650m Tiefe - und muss zum Abkühlen mit kaltem Wasser gemischt werden. Die Schüttung beträgt täglich 1,5 Millionen Liter Wasser. Derzeit werden Planungen durchgeführt, um das Abwasser für Fernwärme zu nutzen.

    Und bei uns haben sie im Nachbarort die weltgrößte Thermalsolequelle mit einer Schüttung von 3.000 Litern/Minute = 4.320 m³/Tag dichtgemacht. ;(

    Aus Kindertagen kann ich mich noch dunkel daran erinnern, wie an dieser arthesischen Quelle das Wasser ohne jegliche Pumpen gut 50m hoch aus dem Boden geschossen ist.

    --> https://de.wikipedia.org/wiki/Jordansprudel

    Im Sommer betreieben sie dann an gleicher Stelle einen Springbrunnen, in dem mittels Pumpen das Wasser aus dem nahen Fluß auf maximal 20m in die Höhe katapultiert wird. Im Vergleich zum Original ist das einfach nur armselig. :(

    Und was macht die Stadt: Im Dichterviertel (heißt so aufgrund der Straßennamen) 400m neben der Thermalquelle genehmigen sie Geothermie-Heizungen und wundern sich, daß das halbe Stadtviertel absäuft weil Wasser aus dem Boden sprudelt und die Gärten in eine Schlammwüste verwandelt.

    --> https://www.nw.de/lokal/kreis_mi…rmebohrung.html

    Es blieb bei der Überlegung und dient daher nicht als "Blaupause" und Rechtfertigung, das Grundgesetz auszuhebeln.

    Wieso Grundgesetz?

    Der Asylbewerber hat eine Mitwirkungspflicht bei der Feststellung seiner Identität. Verweigert er diese Pflicht, macht er selbstverständlich straffällig.

    Ich empfehle dazu diese Rechtsexpertise des Bundestages: https://www.bundestag.de/resource/blob/…16-pdf-data.pdf

    Ich empfehle dazu insb. Kapitel 2.2.3:

    "Kommt der Asylbewerber einer bestimmten Aufforderung der zuständigen Behörde zur Mitwirkung

    (siehe oben unter Ziff. 2.1.) nicht nach, greift die gesetzliche Vermutung, dass der Asylbewerber

    das Verfahren nicht betreibt, § 33 Abs. 2 Nr. 1 AsylG. Das Nichtbetreiben des Asylverfahrens

    wiederum hat zur Folge, dass der Asylantrag als zurückgenommen gilt, § 33 Abs. 1 AsylG. Die

    Rücknahmefiktion führt dann zur Einstellung des Asylverfahrens, § 33 Abs. 5 S. 1 AsylG."

    Also konkret: Wer bei seiner Identititätsfeststellung nicht mithilft (siehe Kapitel 2.1), kann mittels Schnellverfahren innerhalb einer Woche (siehe Kapitel 2.2.1) einen negativen Asylbescheid bekommen und geht in Abschiebehaft bis seine Papiere vorliegen.

    Um Nachteilsausgleiche ging es doch in dem Verfahren gar nicht?

    Nachteilsausgleiche werden auch hier zumindest nicht auf Zeugnissen vermerkt. Veränderte Bewertungsmaßstäbe hingegen durchaus.

    Aufgrund der Legasthenie wurde wohl die Rechtschreibung nicht bewertet und genau das stand auf dem Zeugnis. Das Gericht monierte, dass entweder in Zukunft keine Abweichung vom Standard-Prüfverfahren auf den Zeugnissen mehr ausgewiesen werden darf oder das eben alle Abweichungen ausgewiesen werden müssen. Bisher war es wohl in Bayern so, dass ausschließlich bei dem Befund Legasthenie der Bewertungsmaßstab geändert und dies im Zeugnis vermerkt wurde, wohingegen andere Abweichungen unerwähnt geblieben sind.

    Wobei die Diskussion, wenn man sich die Langfassung durchliest, eh gegessen ist. Das Gericht hat den Klägern nur Recht gegeben, weil bisher nur Nachteilsausgleiche im Falle von Legasthenie auf dem Zeugnis vermerkt wurden. Wenn jetzt in Zukunft sämtliche Nachteilsausgleiche vermerkt werden, sind die Eintragungen wieder zulässig , weil sie dazu dienen die Chancengleichheit herzustellen und die Schüler, die das Abitur ohne irgendeinen Nachteilsausgleich ablegen, so eben nicht übervorteilt werden.

    Ein "Auffanglager ohne Ausgangsmöglichkeit" ist letztlich ein Gefängnis. Der Aufenthalt in selbigen erfordert in einem Rechtsstaat ein ordentliches Gerichtsverfahren in dem mit bedacht wird, dass keine feststellbare Identität zu haben längst nicht immer in der Verantwortung der Menschen liegt, die hier ankommen, sondern auch an den Herkunftsländern liegen kann, die nicht ausreichend kooperieren bei Identitätsfeststellungen.

    Wenn man überlegt, ob man einen früheren Bundeskanzler, ich rede von Helmut Kohl, in Beugehaft zu nehmen, auf das er sich an Parteispender erinnert, warum soll man dann nicht einen Migranten in Beugehaft nehmen können, auf das er sich an seine Identität erinnert?

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