Beiträge von plattyplus

    Moebius

    Ich würde z.B. die doppelte Staatsbürgerschaft sofort abschaffen. Jemand, der nach Deutschland migrieren will, muß sich entscheiden. Entweder will ich Deutscher sein oder eben nicht. Aber wenn ich dies sein will, dann auch mit allen Nachteilen. Jedenfalls würde dies Identitäts- und Loyalitätskonflikte verhindern. Das hätte dann auch den Vorteil, daß keine ausländischen Politiker mehr Wahlkampf hier machen und dabei die Gesellschaft destabilisieren. Die Adressaten des Wahlkampfs hätten ja kein Stimmrecht in dem anderen Staat mehr.

    Ich erinnere z.B. an die Wehrpflicht. Als ich damals gezogen wurde, haben sich alle Türken in meiner Klasse auf ihre doppelte Staatsbürgerschaft berufen und wollten selbstverständlich den Militärdienst in der Türkei ableisten, weil sie sich dort für umgerechnet 5.000,- DM vom Militärdienst freikaufen konnten.

    Hab mich damals von meinem eigenen Staat massiv übervorteilt gefühlt, weil ich nicht den Luxus der doppelten Staatsbürgerschaft hatte, um mich dem Wehrdienst entziehen zu können.

    Und, was hast du erwidert?

    Ich habe erwidert, daß ich das nicht dulden kann, ihn des Unterrichts verwiesen und darauf hingew3iesen, daß ich eine Aktennotiz machen werde, weil der Schüler in der nächsten Woche eh eine Teilkonferenz wegen sexueller Belästigung hat und die Thematik an der Stelle selbstverständlich zusätzlich zur Sprache kommen wird.

    Auswirkungen hat es derzeit bei uns aber insbesondere auf "der anderen Seite".

    Bei mir ist es gestern im Unterricht etwas eskaliert. Einige muslimische Schüler haderten damit, dass unser Kanzler auf Staatsbesuch zu einem (Zitat) „zionistischen Antisemiten und Kriegsverbrecher“ fährt, gemeint war Nethanjahu.

    Da machen Ärzte ihre Arbeit und versorgen kranke Menschen und Kinder mit der notwendigsten Hilfe.

    Sie weigern sich das Krankenhaus zu verlegen…

    Aber nach der letzten Nacht ist das ja eh alles hinfällig. Jetzt können wir darüber diskutieren, ob Israel den Parkplatz des besagten Krankenhauses bombardiert hat oder es Hamas selber war, entweder indem eine Rakete auf der Startrampe explodiert ist, sie fehlgeleitet wurde oder es ein simpler Bombenanschlag war, um dem Gegner den Angriff des Krankenhauses in die Schuhe schieben zu können.

    Vor allem ist es irre, weil die Hamas ihre Kommandozentrale im Keller des Krankenhauses hat und die „Ärzte ohne Grenzen“ sie so decken.

    Machen sich die Ärzte so zur Kriegspartei?

    Nun sagt mir, wir soll sich Israel denn jetzt verhalten. Sollen sie auch noch die andere Wange hinhalten? Die Situation im Gaza-Streifen und die Hamas machen es unmöglich, dass sich Israel kriegsrechts- und völkerrechtskonform wehren kann und das wissen die arabischen Entscheider ganz genau. Während man also gerade alles dafür tut, die Taten der Hamas zu relativieren und die palästinensischen Opfer lautstark in den Vordergrund zu schieben, kann man Israel wieder zum Sündenbock der Welt machen.

    Ich denke, daß die arabische Welt nur darauf wartet, daß Israel mit Bodentruppen in Gaza einmarschiert, damit einen Großteil seines Militärs dort bindet und so eben nicht mehr an der Grenze zum Libanon stationieren kann, um gegen das dann geschwächte israelische Militär an der Grenze einfacher losschlagen zu können.

    Was könnte Israel machen, um sich zu wehren? Es ist weder völkerrechts- noch kriegsrechtskonform, aber zur Schonung der eigenen Soldaten müsste es eigentlich ohne Vorwarnung massivst zuschlagen, wie damals zu Beginn des 6-Tage Kriegs.

    Motto: Die beste Verteidigung ist ein Frontalangriff, denn damit rechnet der Gegner nicht.

    Wer da wirklich meint, die werfen Atombomben in den Gazastreifen ist echt ein bisschen ...

    Du hast doch selber gesagt, daß die radioaktiven Spätfolgen von so einem Ding gar nicht so extrem sind.

    @All: Wie stellt Ihr Euch denn den Häuser- und Tunnelkampf mit Infanterie vor? Ich denke da aktuell an ein Gemetzel wie beim Grabenkrieg im 1. Weltkrieg oder an Stalingrad mit hunderttausenden Toten für wenige km Geländegewinn.

    Provokativ gefragt: Wie soll Israel 100.000 gefallene eigene Soldaten vermeiden?

    Echt jetzt? Eine Atombombe? *kopfschüttel* ...

    Welche andere Waffe hat denn genug Wucht, um 40m tiefe Tunnel großflächig zu verschütten?

    https://www.fr.de/politik/bodeno…r-92573411.html

    Ich würde jedenfalls alles tun, um meine eigenen Soldaten nicht in so einen Tunnel hineinschicken zu müssen, wissend, daß das ihr sicheres Todesurteil wäre. Da sehe ich mich in der moralischen Fürsorgepflicht den eigenen Soldaten gegenüber.

    Kannst du konkretisieren, welche Maßnahmen du von der Bundesregierung forderst?

    Ich bin zwar nicht FLIXE , aber ich fordere z.B. von unserer Bundesregierung, daß sie jegliche, damit meine ich ausdrücklich auch die „humanitäre“, Hilfe für die Hamas einstellt und nicht noch aufgrund der aktuellen Geschehnisse verdreifacht.

    Den Wahnsinn des Häuserkampfes gegen Kinder-Soldaten in der dortigen Region bringt diese Szene meines Erachtens auf den Punkt:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Ich bin Gottseidank nicht in der Situation einen Angriff mit Bodentruppen auf den Gaza-Streifen befehligen zu müssen, wissend, welche extremen Verluste bei den eigenen Soldaten drohen.

    https://amp.focus.de/experts/haeuse…_223324754.html

    Wahrscheinlich würde ich allein schon aus der moralischen Fürsorgepflicht den eigenen Soldaten gegenüber die Zivilbevölkerung zur Flucht auffordern und anschließend das Kampfgebiet mittels einer Atombombe einebnen, eben um das Leben der eigenen Soldaten zu schützen und sie eben nicht in den Häuser- und Tunnelkampf schicken zu müssen.

    … und jetzt will die EU die humanitäre Hilfe für Gaza aufgrund der israelischen Angriffe auch noch verdreifachen.

    Aus israelischer Sicht wird die EU damit dann wohl zu einer Kriegspartei auf Seiten der Hamas?

    Auch das Völkerrecht ist bei genauer Betrachtung ethisch nicht in allen Punkten einwandfrei.

    Ja, ich verstehe auch nicht weswegen die glühende Hamas-Sympathisantin schützenswerte Zivilistin ist, weswegen ich die israelische Wehrpflichtige, Israel ist meines Erachtens das einzige Land in dem auch Frauen der Wehrpflicht unterliegen, in einen Häuserkampf gegen einen bestvorbereiteten Feind schicken soll, dem ich vorher nicht einmal die Versorgung abdrehen durfte, eben wegen der obigen Zivilistin.

    Ich habe überhaupt keine Lust einen Krieg zu führen und hoffe, daß alle potentiellen Feinde über mich denken:

    Wir haben einen schlafenden Riesen geweckt und ihn zu einem schrecklichen Entschluss angestachelt.“

    Admiral Yamamoto nach dem Angriff auf Pearl Haebor ohne vorherige Kriegserklärung

    Hoffentlich wirkt die Abschreckung, sie haben vorher schon den Gedanken und schlagen gar nicht erst los.

    Aber wenn ich einen Krieg führen müßte, dann nach den Regeln von General Patton:

    „No dumb bastard ever won a war by out and dying for his country. He won it by making some other dumb bastard die for his country.“

    Es mutet seltsam an, hier eine "Rangfolge" schlimmer Schicksale aufzustellen. Man möchte ganz einfach überhaupt gar nichts davon.

    Für mich mutet es seltsam an, hier in der Diskussion eine Rangfolge der Wertigkeit des Lebens aufzustellen. Viele User vertreten augenscheinlich die Auffassung, dass die Zivilbevölkerung unter allen Umständen zu schützen ist, wohingegen zwangsrekrutierte Kombattanten als „Freiwild“ angesehen werden.

    Oder, auf Basis persönlicher Familiengeschichte: Meine Großeltern hatten im Namen einer Regierung in den Krieg zu ziehen, die die Ur-Großeltern an die Macht gebracht haben. Die Ur-Großeltern sind jetzt die schützenswerte Zivilbevölkerung und die Großeltern sind Kombattanten, die man ruhig verheizen darf? Gerade in der Konstellation sehe ich die Schutzwürdigkeit genau andersherum.

    Vielleicht hättest du nicht den Begriff "Privileg" benutzen sollen...

    Naja, zwangsweise ins Militär rekrutiert und dann radioaktiv verstrahlt, lebendig verbrannt (Flammenwerfer), vergast oder sonstwie möglichst bestialisch umgebracht zu werden, ist jetzt aber Nichts, was ich jemandem wünschen würde.

    Und die Unglückseligen beiden Geschlechts, die das überlebt haben, gingen dann als Kriegszitterer etc. in die Psychologie-Bücher ein.

    Mir persönlich hat es als Kind schon gereicht bei der Besichtigung von Fort Douaumont (Verdun) am Eingang durch einen Gang direkt auf zwei eingebunkerte Maschinengewehre zu gehen zu müssen.

Werbung