Beiträge von plattyplus

    Die althergebrachten Grundsätze des Beamtentums gehen halt von einer Alleinverdienerrolle des Beamten aus, sie müssten eigentlich dringend modifiziert werden (dazu gibt es aber keinerlei politischen Ansatz, die erscheinen wie Naturgesetze)

    Als ich als Lehrer nach dem Ref. angefangen habe, meinte mein damaliger Abteilungsleiter bei eher lustigen Gespräch in der Kaffeeküche: „Hr. Plattyplus, sein sie froh, daß sie als Single keine Haushälterin einstellen müssen, um den Job als Lehrer überhaupt antreten zu dürfen. Als ich angefangen habe, mußte Mann entweder verheiratet sein oder die besagte Haushälterin nachweisen, um sich voll und ganz dem Job widmen zu können. Zudem gab es noch die Residenzpflicht.“

    Und ja, wenn der Gesetzgeber schon an Modifikationen denkt, müßte er nicht nur von der Alleinverdienerrolle abrücken sondern auch berücksichtigen, daß im bürgerlichen Recht Scheidungen zulässig sind. Wie geht er dann mit den Kindern um? Auch wenn es sicher allgemein nur anekdotische Evidenz hat, erlaube ich mir anzumerken, daß ich z.B. mit meiner Frau auch gleich zwei Kinder (aus ihrer ersten Ehe) geheiratet habe. Die stehen selbstverständlich nicht auf meiner Steuerkarte, so daß es hierfür keine Familienzulage gibt, obwohl die Kosten natürlich anfallen und nur zum Teil durch Unterhaltszahlungen gedeckt werden.

    Um das im konkreten Fall noch zu steigern: Der Vater der Kinder ist selber Beamter, bekommt die Familienzulage inkl. Mietstufe. Die Kinder waren im vergangenen Jahr insg. fünf Nachmittage bei ihm. Dort übernachtet könnten sie gar nicht, da seine aktuelle Wohnung kein Kinderzimmer beinhaltet. Soviel zu dem Thema, daß ein Familienzuschlagbezieher immer eine große Wohnung benötigt, wofür die Mietstufe ja gedacht ist.

    Moment Wolfgang Autenrieth,
    ich rede nicht von einem Balkonkraftwerk sondern von einer "großen Anlage" bis 30kW peak.

    Zumindest bei unserem Netzbetreiber ist es so, daß man Anlagen über 15kW peak vorab beantragen muß. Bei einem positiven Bescheid, also wenn das Netz diese zusätzliche Anlage verträgt, darf man die Anlage innerhalb von 6 Monaten aufbauen. Schafft man es nicht innerhalb von 6 Monaten ans Netz zu gehen, verfällt die Genehmigung.

    Mit der Genehmigung dieser Voranfrage, also des (offiziell) Netzanschlußbegehrens (NAB) geht es dann an den Bau. Zwischenzeitlich sollte man auch die Anlage, sobald man weiß welchen Wechselrichter, welche Solarmodule und ggf. welche Pufferbatterie man genau haben will, beim Marktstammdatenregister als "in Planung" anmelden. Diese anmeldung ist wichtig, damit man die Bauteile MwSt. frei kaufen kann. Dafür wollen die Händler nämlich die SEExxxxxx-Nummer haben.

    So, jetzt baut man den ganzen Kram auf bzw. läßt bauen.

    Am Ende muß eine Elektrofachkraft dem Versorgungsnetzbetreiber (VNB) die offizielle Inbetriebnahme melden. Das kann man leider nicht selber machen. Nur ist es da sehr schwierig einen Elektrofachbetrieb zu finden, der das macht, wenn man nicht über ihn vorab das ganze Material eingekauft hat.

    Mit dem offiziellen Inbetriebnahmeprotokoll mit Stempel wird die Anlage dann beim VNB in Betrieb genommen und im Marktstammdatenregister wird der Status von "in Planung" auf "in Betrieb" geändert. Das Marktstammdatenregister ist wichtig, damit man wenigstens ein paar Cent für den eingespeisten Strom bekommt und eine Nichtanmeldung ist zudem strafbar.

    Meistens sind für solche Solaranlagen auch noch Anpassungen im Zählerschrank daheim notwendig, da die Solaranlage ja im Dauerbetrieb läuft. Hierfür muß üblicherweise am Zähler selber oder vorm Zähler gearbeitet werden, also in den Bereichen des Zählerschranks, die verplombt sind. Entsprechend benötigt man hierfür nicht irgendeinen Elektrofachbetrieb bzw. -meister sondern es muß eine Elektrofachbetrieb sein, der im Installationsverzeichnis des VNBs aufgelistet ist. Und hier kommt dann das gleiche Spiel: "Warum sollte der den Zählerschrank des Kunden umbauen, wenn er vorher beim Materialeinkauf nichts verdienen konnte?"

    Kurzum: Ich würde mir wünschen, wenn die VNBs selber Prüfer hätten, die sie zur Inbetriebnahme vorbeischicken und wenn die dann feststellen, daß die Anlage in Ordnung ist, wird sie von ihnen in Betrieb gesetzt und eben nicht von irgendeinem Elektrofachbetrieb, der "sauer" ist, weil man bei ihm nicht das Material gekauft hat.

    Nachtrag: Da köchelt schon etwas die Wut über das System in einem, wenn man selber Elektriker ausbildet, die Anlage aufbauen kann, aber es nachher an dem Stempel auf dem Inbetriebnahmeprotokoll droht zu scheitern.

    Nun - ich habe mir gerade Angebote erstellen lassen. Die liegen zum Teil um 80% auseinander - für dieselbe Leistung KWPeak.

    Das ist aktuell leider "normal". Wichtig ist, daß du einen Elektriker im Installateurverzeichnis deines lokalen Verteilnetzbetreibers hast, der dir am Ende den Stempel auf das Inbetriebnahmeformular setzt. Das ist meiner Meinung nach die größte Hürde.

    Ansonsten bei Photovoltaik kann man viel selber machen, das ist keine Raketenwissenschaft. Die Bauteile sind ja so konfektioniert, dass sie einfach zu installieren sind.

    Das Problem ist nicht das "Selber machen". Das Problem ist, daß man die Anlage am Ende beim Netzbetreiber anmelden muß und dafür braucht man einen Elektroinstallateur. Nur gibt es praktisch keine Elektroinstallateure, die "fremde" Anlagen anmelden.

    "Sie wollten Geld sparen und haben die Anlage selber aufgebaut anstatt mir den Auftrag zu geben für den Bau? Dann sehen sie mal zu wer die Anlage bei ihrem Netzbetreiber anmeldet."

    Das Problem sind die Kosten für Montage und alles, was sonst noch so daran hängt. Deutschland ist ein Hochlohnland.

    Aktuell sind das Problem nicht die Kosten sondern das Problem liegt schlicht darin genug Manpower (= Handwerker) zu bekommen, die das alles installieren. Und auf die, die technisch genug Ahnung haben, wartet die Hürde der Inbetriebnahme. Die Anlagen müssen ja beim Verteilnetzbetreiber (VNB) von einem Elektrofachbetrieb, der im Installateurverzeichnis des jeweiligen VNBs eingetragen ist, angemeldet werden. Man findet aber praktisch keinen Handwerker, der eine Anlage testet und dann die Anmeldung vornimmt. Wenn man die Anlage nicht von dem jeweiligen Handwerker aufbauen läßt und auch das vergleichsweise überteuerte Material bei ihm kauft, bekommt man die Anlage nicht angemeldet.

    Wir haben im Kollegium in den letzten Wochen die Angebote, die diverse Kollegen für PV-Anlagen bekommen haben, verglichen mit den Preisen, die für exakt die gleichen Bauteile im Internet aufgerufen werden und sind zu der Erkenntnis gekommen, daß sehr viele Fachbetriebe allein beim Material ca. 10.000€ teurer sind als das, was man auf dem freien Markt bezahlen würde. Aber kauft man dort ein, bekommt man es am Ende eben nicht von einem Elektrofachbetrieb beim VNB angemeldet.

    Punkt 1 stimmt nicht! Es gibt einen sehr üppig ausgestatteten Fond (24 Mrd.) namens KENFO, dessen Geld von den Betreibern und nicht der Regiereung stammt.

    Und Du meinst, daß die Summe auch nur annähernd ausreichen wird, um das Zeug über Millionen Jahre zu lagern ohne das es mit dem Grundwasser in Berührung kommt?

    Die Abschaltung war jedoch auch ein marktwirtschaftlicher Effekt des europäischen Strommarktes.

    Atomstrom ist mit Abstand der teuerste Strom überhaupt, wenn man zwei Posten auf der Rechnung ehrlich mit einbeziehen würde:

    1. Kosten für die Endlagerung des Atommülls
    2. Kosten für die Betriebshaftpflichtversicherung

    Leider werden z.Z. beide Positionen vom Staat finanziert und nicht von den Konzernen.

    Ihr könnt alle keine Kinder haben. Ansonsten würdet ihr niemals solche Vorschläge machen. Ihr könnt nie mit Kindern verreist sein, habt wohl nie eine Schülererstausstattung bezahlt, nie ein Kinderzimmer eingerichtet, niemals eine Skifreizeit finanziert oder eine Konfirmation ausgerichtet, geschweige denn eine Studentenbude gelöhnt.

    Abgesehen von der Studentenbude ist es für alle die von Dir aufgezählten Kosten aber egal, ob man in einer Stadt mit Mietstufe 3 oder in einer mit Stufe 6 wohnt. Trotzdem bekommt die Familie mit 2 Kindern in der Stadt mit Mietstufe 6 zusätzlich 95.000€ überwiesen.

    Ich fahre gerade Elterntaxi. Kind 1 geht zum Trompetenunterricht, kostet 69 Euro im Monat, Trompete 1200 Euro. Kind 2 geht zum Badminton. Kostet 8 Euro Vereinsbeitrag im Monat, Schläger inklusive Tasche war mit 150 Euro ein Schnäppchen, Hallenschuhe für 70 Euro ebenso.

    Auch hier: Was ändert sich bei diesen Kosten zwischen Düsseldorf und Duisburg?

    Verleihen wir hier auch den Preis für die absurdesten Vorschläge der Woche?

    Das wäre ein Anwärter dafür.

    Von Mietstufe 3 nach 6 bekommt man bei 2 Kindern ca. 450€ monatlich zusätzlichen über den Familienzuschlag. Wir reden also bei 18 Jahren über einen Zuschuss von ca. 95.000€, den man mit der Bude als Investitionsobjekt in Düsseldorf einstreicht für exakt null zusätzliche Leistung.

    Gibt es den denn jetzt auch für Single oder nicht?

    Nee, für Singles oder Paare ohne Kinder gibt es die Mietzulage nicht. Die wird nur auf den Familienzuschlag gezahlt.

    Also möglichst viele Kinder in die Welt setzen, eine kleine Bude in Düsseldorf als Investitionsobjekt kaufen, die Mietzulage Stufe 6 kassieren und, wenn der Familienzuschlag wieder wegfällt, die Bude verkaufen.

    Die Variante von NRW soll eine Steuerungsfunktion haben und ist definitiv ein Sonderfall und ein Bonus für Eltern, den es sonst nirgendwo gibt.

    Für mich ist die Variante in NRW nicht durch eine Steuerungsfunktion begründet sondern rein durch das Gerichtsurteil, demzufolge ein Familienvater unteralimentiert war. Die Lösung über die exorbitanten Familienzuschläge ist einfach für das Land billiger als die Grundalimentation zu erhöhen, zumal die Familienzuschläge meines Wissens nach nicht ruhegehaltsfähig sind. Durch die Zuschläge erhöht sich also nicht in Folge auch noch die Pension. Bei einer ansteigenden Grundvergütung hingegen wären auch die Pensionen angestiegen.

    Wie kommst du auf diese absurden Zahlen?


    Bei 2 Kindern in der höchsten Ortsstufe (7) gibt es gerade mal 840, 60 INSGESAMT.


    Selbst Düsseldorf hat nur Stufe 6, das ist neben Köln und Monheim die einzige Stadt in Stufe 6, alle anderen Städte liegen darunter.


    In Stufe 6 sind es dann nur noch 699,18 für beide Kinder zusammen. Das erreicht aber kaum jemand.

    Ich habe die Zahlen hier her:

    https://www.finanzverwaltung.nrw.de/system/files/m…%2001.12.22.pdf

    Ok, es sind nicht ganz 1.000€ sondern "nur" 829,75 €. Mit dem Kindergeld kommt man dann aber doch auf über 1.000€.

    Habe ich die Option den als Hauptwohnsitz anzugeben oder wäre das Betrug? Interessante Frage.

    Es kommt nicht auf die Größe an sondern auf die Wohndauer. Dein Hauptwohnsitz ist der, an dem du dich die meisten Tage im Jahr aufhältst. Als ich Referendar war, wäre meine Bude fast zwangsweise mein Hauptwohnsitz geworden. Da ging es darum, ob ich bereits am Sonntagabend oder erst am Montagmorgen aus dem Wochenende zurück zum Arbeitsort komme.

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