Beiträge von plattyplus

    Ausbildung kann Kriegseintritt bedeuten

    Und was ist dann der unerlaubte Einflug mit Atombombern in den Luftraum fremder Staaten? Ein Krieg ohne Kriegserklärung?

    Wie gesagt hätte ich die russischen Bomber zur Landung gezwungen, auch wenn es alte Tupolev tu-95 aus den 1950ern ist, allein schon um nachzusehen, ob nicht doch eine Atombombe an Bord ist.

    Ich kann jedes Zögern bzgl. Waffenlieferungen aufgrund unserer Geschichte nachvollziehen.

    Gerade aufgrund unserer Geschichte kann ich das Zögern nicht nachvollziehen. Hätten die Alliierten damals zu Beginn allen Staaten, die Deutschland damals überfallen hat, Waffen geliefert, der Kreig wäre sehr schnell vorbei gewesen, einfach weil Hitler-Deutschland gar nicht die Mittel gehabt hätte noch weitere Staaten zu überfallen. Hätten damals die Tschecheslowakei, Polen, Luxemburg, die Niederlande, Belgien und Frankreich Waffen geliefert bekommen, wie sie die USA 1941 dann mit dem Leih- und Pachtgesetzt Großbritannien geliefert haben, der Krieg wäre spätestens an der Maginot-Linie in Frankreich zuende gegangen.

    Die Situation ist aktuell doch mit der damaligen kurz vor dem 2. Weltkrieg vergleichbar, nur verstehen viele Sofapazifisten nicht, daß wir diesmal auf der anderen Seite der Geschichte stehen und es auch gerade aufgrund des historischen Versagens unsere verdammte Aufgabe ist einen zweiten Hitler zu verhindern.

    Aktuell ist es Russland, das sich anmaßt seine Nachbarn mit Krieg übersähen zu müssen: Tscheschenien, Georgien, Ukraine, ... und Drohungen gegen Lettland, Estland und Litauen, zwischendurch auch mal gegen ganz Europa (russisches Reich von Lissabon bis Wladiwostok). Je eher und entschiedener die Russen gestoppt werden, desto weniger Tote gibt es. Das Einzige, was uns vor einem Weltkrieg bewahren könnte, ist die Angst auf allen Seiten vor der Folge der Atombombe. So traurig das auch klingt, funktioniert das nur, wenn auch die Russen fest daran glauben, daß der Westen auch bereit wäre diese einzusetzen, sollten die Nato-Staaten angegriffen werden. Daher auch meine oben geschriebene Ablehnung von Überflügen russischer Militärmaschinen über Nato-Staaten. Das ist dann die Null-Toleranz-Strategie im Großen, um dem Schulhofschläger zu zeigen, daß man es wirklich ernst meint.

    Ich wüßte nicht, daß die Alliierten damals etwas Anderes von Deutschland akzeptiert hätten als eine bedingungslose Kapitulation. Wer hätte da Verträge mit einem Herrn Hitler geschlossen? Auf welcher Basis soll man da Verträge mit einem Herrn Putin schließen können?

    Bei dem ganzen Gezeter um irgendwelche Friedensverhandlungen mit Herrn Putin muß ich immer an den Spielfilm "Luftschlacht um England" denken, als dort der deutsche Botschafter in der Schweiz den britischen Botschafter trifft, um den Briten ein Friedensangebot zu machen während die Armee in Dünkirchen eingekesselt ist und die Luftschlacht um England bevorsteht.

    --> https://youtu.be/dmsXyJgzk-8?t=803 (Geht im englischen Original bis Minute 16:05, die deutsche Version habe ich leider nicht finden können.)

    Der britische Botschafter antwortet nur noch: "Garantien eines Herrn Hitler garantieren gar nichts!"

    Und genau so sehe ich es, wenn es um Friedensgarantien eines Herrn Putin geht, die garantieren rein gar nichts! Ich gehe nicht davon aus, daß er sich daran halten wird. Deswegen bleibt nur den Druck zu erhöhen, so traurig das klingt. Denn anders wird das Morden nie ein Ende nehmen.

    Wie darf man sich das im Falle Russlands vorstellen? Und vor allem: WER soll diese Niederlage erwirken? Die Ukraine? Die NATO? Und das im Atomzeitalter?

    Die nächsten Schritte sehe ich so:

    • Öffentliche Bekanntgabe, daß mit der aktuellen russischen Regierung eh keine Verhandlungen möglich sind, weil wir alle davon ausgehen müssen, daß die Verhandlungsergebnisse das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben sind. Russland wird sich ja doch nicht daran halten. Sonst könnten sie sich ja auch an das Budapester Abkommen von 1994 halten.
    • NATO-Beitritt von Schweden, Finnland und Japan. Russland hat auch eine Grenze im Osten und Japan ist mit den Kurilen-Inseln auch verdammt nah dran. All diese Länder haben das Recht ihre eigenen Sicherheitsinteressen gegen Russland durchzusetzen.
    • Embargo sämtlicher Waren, die aus Russland exportiert werden oder dort importiert werden sollen. Dies schließt Lebensmittel, Hilfsstoffe der Landwirtschaft (Dünger etc.) ausdrücklich mit ein. Das alles muß natürlich mit Indien und China abgestimmt werden.
    • Einflüge von russischen Militärflugzeugen in den Nato-Luftraum werden ernstgenommen als Kriegsprovokation. Entsprechende Flugzeuge werden abgefangen, zur Landung gezwungen und bei Weigerung abgeschossen. Dänemark ist Nato-Mitglied.
      --> https://www.deutschlandfunk.de/russisches-mil…ftraum-100.html
      Ob man Putin erst daran erinnern muß, daß auch der Westen den Atomknopf hat?

    Ohne ein Verständnis beider Seiten wird es keine Verhandlungslösung geben und mit einer weiteren Aufrüstung der Ukraine wird es auf beiden Seiten noch mehr Tote und Zerstörung geben.

    Mit Verlaub, ich sehe es etwas anders. Mit der aktuellen russischen Führung kann es keine Verhandlungslösung geben, weil es dieser Führung an Integrität fehlt. Etwaige Garantien von Seiten Putins die Ukraine nicht weiter anzugreifen garantieren doch rein gar nichts. Also was gibt es da zu verhandeln?

    Nein, will man langfristig Tote und Zerstörung vermeiden, muß man einmal bis zum bitteren Ende gehen. Ansonsten gibt es einen Schrecken ohne Ende. Das hat uns ja unsere eigene Geschichte gezeigt, wenn man sich das Ende des 1. und 2. Weltkriegs ansieht. Der 2. Weltkrieg wurde wirklich bis zum Ende geführt, bis zur totalen Niederlage, der 1. endete durch Verhandlungen und bereitete erst den Boden für den 2. Krieg.

    Die öffentlichen Verkehrsmittel würden dann auch ohne 9 Ticket attraktiver.

    Dieses 9€ Ticket ist doch wieder mal eine Subvention für die Städte. Die Menschen, die von den hohen Benzinpreisen wirklich betroffen sind, weil sie auf dem Land leben, haben von dem 9€ genau gar nichts, weil es bei ihnen weder Bahnhöfe noch Buslinien gibt.vDas wurde in den letzten Jahrzehnten alles wegrationalisiert.

    Nachteil: alle Verhandlungen, die ihm ermöglichen, ohne Gesichtsverlust rauszukommen, gehen zu Lasten der Ukraine. (Du hast die Eingeständnisse ja aufgezählt.) Dass das nicht fair ist, sollte klar sein.

    Und genau deswegen bin ich zum aktuellen Zeitpunkt gegen Verhandlungen. Oder man müßte aus Sicht der Ukraine mit der Forderung in die Verhandlung gehenm daß am Ende des Krieges die Ukraine in den Grenzen von 2013 besteht, die Ukraine Mitglied der Nato wird und sie sich im Gegenzug dazu verpflichtet bei Gegenangriffen nicht auf das Staatsgebiet Russlands vorzustoßen. Als Alternative zur NATO-Mitgliedschaft könnte man der Ukraine natürlich auch gleich direkt Atomwaffen liefern, schließlich war sie vor 1994 auch eine Atommacht. Aber diese Alternative ist wohl weniger optimal als die NATO-Mitgliedschaft.

    Alles Andere wäre ein Gesichtsverlust für die Ukraine! Und ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum man Putin einen Gesichtsverlust ersparen will. Nein, er muß sein Gesicht verlieren und ggf. von den eigenen Leuten beseitigt werden (vgl. Stauffenberg), erst dann kann man wirklich über einen Frieden verhandeln.

    Ich denke bei meinem „bestmöglichen Ergebnis“ eben auch an Taiwan. China wird jetzt genau studieren wie weit der Westen bereit ist zu gehen.

    Zitat von DeadPoet

    Der bestmögliche Fall wenn Waffen geliefert werden: Putin erkennt (hoffentlich schnell), dass seine Armee die Ukraine nicht besiegen kann, verkauft die bisherigen Geländegewinne als Sieg und beginnt Verhandlungen.

    Falsch!

    Das bestmögliche Ergebnis: Die Ukraine ist in den Grenzen von 2013 wieder hergestellt und Mitglied der NATO. Russland erkennt, daß so ein aggressives Verhalten dazu führt, daß man am Ende schlechter gestellt ist als vorher.

    Würde man der Ukraine die NATO-Mitgliedschaft verweigern, müßte man ihr den Status als Atommacht zugestehen, um das Gleichgewicht des Schreckens zwischen den beiden Staaten wiederherzustellen, wie es nach dem Zerfall der Sowjetunion und vor den Budapester Verträgen 1994 der Fall war.

    In dem Zusammenhang sehe ich es auch als vorteilhaft an, wenn Schweden und Finnland der NATO beitreten. Lektion daraus: Kriegsführung führt dazu, daß es einem am Ende schlechter geht als vorher.

    falls ein solcher Flieger sich auf den Weg nach Berlin machen sollte

    Naja, die erste Geschichte da oben spielte sich im niederländischen Luftraum ab. Irgendwie müssen die Bomber aus Russland ja dorthin gekommen sein. Also werden sie wohl auch Deutschland oder andere europäische Staaten überflogen haben. Berlin pennt mal wieder.

    Wenigstens kauft die Bundeswehr von dem Sondervermögen bereits existierende Wehrtechnik, also F-35 Abfangjäger usw. und läßt sich auf keine Neuentwicklungen ein, die dann eh nicht funktionieren.

    Es gibt Verachtung gegenüber Schwäche und Verhandlungsbereitschaft.

    Ist wohl leider echt so. Anders kann ich mir die regelmäßigen Einflüge russischer Atombomber ohne Transponder (man versucht das Radar auszutricksen) auch nicht erklären.

    --> https://www.brusselstimes.com/162454/two-bel…-over-north-sea

    --> https://www.dailymail.co.uk/news/article-1…mber-check.html

    Da frage ich mich aber schon, warum die Bomber lediglich abgefangen und eskortiert werden. Eigentlich wäre es da angebracht sie zur Landung zu zwingen und in letzter Konsequenz bei Nichtbeachtung dann auch abzuschießen. Schließlich könnte der Bomber ja wirklich eine Atombombe an Bord haben und auf dem Weg sein diese abzuliefern. Und ja, das Signal des Abfangjägers sich neben bzw. vor den Flieger zu setzen und mit den Flügeln zu wackeln, um zur Landung aufzufordern, kennen auch russische Piloten.

    Privatpiloten, die ohne bzw. mit abgeschaltetem Transponder mit ihrer kleinen Cessna unterwegs sind, haben jedenfalls anschließend ein gehöriges Problem mit dem Luftfahrtbundesamt bzw. der Alarmrotte der Bundeswehr und den Atombomber läßt man gewähren. Da paßt doch etwas nicht.

    Bolzbold

    Ich denke halt an die Berlinblockade 1948-49, als die Russen uns durch Aushungern zur Aufgabe zwingen wollten und die West-Alliierten Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und auch einen Atomkrieg als Drohung (Atombomber nach GB verlegt) riskiert haben, um ihren ehemaligen Feind zu versorgen und den Russen zu zeigen wo die Grenze ist. Der 2. Weltkrieg war erst 1.000 Tage vorbei.

    Damals wurde der Flughafen Berlin Tegel binnen weniger Tage erbaut, vor dem Reichstag wurden Kartoffeln angebaut und der Tiergarten wurde zur Brennholzgewinnung abgeholzt. Ich erinnere mich immer noch schmunzelnd an einen Wochenschaubericht über Öl-Probebohrungen in West-Berlin und den Kommentar dazu: „Es verwundert, was in diesen Zeiten alles möglich ist.“

    Möglichkeiten, die mir einfallen, sind
    [...]

    Zusehen, Zureden etc. stoppt die Gewalt nicht, sondern erzeugt noch sogar mehr Gewalt, weil Putin und sein Volk (ich schreibe es bewusst, daß russische Volk findet einen starken Führer mehrheitlich gut) es als Schwäche auslegen und (sobald etwas erholt) das nächste Land angreifen (Moldau, Lettland, restliches Baltikum, Finnland und am Ende Deutschland (bei uns wohnen auch Millionen Russen, von denen einige behaupten, hier diskriminiert zu werden, Einladung für Putin und sein Militär).

    Das sehe ich leider ähnlich. Bei "starken Anführern" funktioniert keine Appeasement-Politik. Das hat Neville Chemberlain schon bewiesen. Und Garantien dieser Anführer garantieren gar nichts.

    Was mir einfallen würde, wie sich Deutschland verhalten könnte:

    • Sofortiger Ausbau einer alternativen Energieversorgungs-Struktur, also den Bau als eine Frage nationaler Souveränität und Energiesicherheit ansehen, das eigene Baurecht samt sämtlicher Klagemöglichkeiten etwaiger Anwohner, Umweltverbände, ... über den Haufen werfen und quasi im Ausnahmezustand einfach mal machen, was Erdgas-Terminals in Häfen, Hochspannungsleitungen, Windräder, ... angeht.

    Kris24

    Das sehe ich ähnlich. Mit Putin kann man nicht verhandeln, man muß ihm klarmachen, das er selber es nicht überleben würde, würde er sich wirklich mit uns anlegen. Ähnlich wie man den Schulhofrowdy auch zeigen muß wo der Hammer hängt.

    Jedenfalls mußte ich daran denken, als vor wenigen Tagen vier Tornado Jagdbomber bei einer Übung nachts im Tiefflug über unsere Ortschaft geflogen sind. Die Lokalpresse hat sich wegen des Lärms aufgeregt. Für mich war das „The Sound of Freedom“ und ich bin gerne bereit den Lärm zu ertragen.

    plattyplus NICHT dein Ernst ://// ich bin schockiert. Hofftl hat der potentielle Empfänger ohne deine Spende überlebt. Da ist ein Urlaub mehr Wert als ein Menschenleben. WTF.

    Doch, mein voller Ernst. Ob der Empfänger überlebt hat, weiß ich nicht. Ist ja alles Datenschutz. Ich weiß nur, daß ich zur Spende, damals noch aus dem Beckenknochen, auf den OP-Tisch mußte. Es kam also zur Spende. Bis sie mich damals im Urlaub erreicht haben, dauerte es allerdings eine gute Woche.

    Ich hatte die Flüge nach Neuseeland bereits ein knappes Jahr vor dem Urlaub gebucht. Wir sind ja an die Schulferien und damit an feste Termine gebunden und auf den Seiten der Fluggesellschaften kann man Linienflüge ein Jahr vorab buchen.Zwei Monate nach der Buchung bekam ich einen Anruf, daß ich in der engeren Wahl für eine Knochenmarkspende wäre, verbunden mit der Frage, ob ich wirklich noch dazu bereit wäre. Als ich dies bejahte, haben sie mir ein weiteres Testkit für die genauere Untersuchung zugeschickt, mit dem ich zu meinem Hausarzt gehen sollte, damit er die Blutproben nimmt etc. etc. ...

    Bei diesem Telefonat habe ich bereits angemerkt, daß ich in der Zeit von ... bis ... im Urlaub in Neuseeland bin und dort mit einem gemieteten Wohnmobil das Land bereise. Darauf kam nur die Antwort, daß solche Informationen im System nicht hinterlegt werden könnten. (Ob das stimmt???) Außerdem war die Ansage, daß ich mich 6-9 Monate für die Spende bereithalten solle.

    Damit sie mich erreichen konnten, hatte ich die Telefonnummer, die auf sämtlichen Unterlagen angegeben war, in meinem Handy in der Kontaktliste gespeichert. Im Urlaub habe ich dann mein Handy so eingestellt, daß nur noch Telefonanrufe von den Nummern aus der Kontaktliste durchkommen. Roaming kostet außereuropäisch ja nicht gerade wenig Geld. Außerdem stellt mein Handy Anrufe nachts generell nicht durch. Dank 12 Stunden Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Neuseeland war ich entsprechend in der Zeit von 8-18 Uhr (Deutschland) nicht zu erreichen.

    Als sie mich nach einer knappen Woche dann doch erreicht haben, kamen die Vorwürfe, daß ich ja nicht erreichbar wäre. Dabei haben sie stets von einer komplett anderen Telefonnummer angerufen als von der, die in den Unterlagen vermerkt war, weswegen mein Handy die Anrufe als Spam klassifiziert und automatisch abgelehnt hat. Klar haben sie mir ein Flugticket angeboten, um sofort nach Deutschland zurückzukommen. Aber als ich auf vier Flugtickets bestanden habe, weil in dem Moment die ganze Familie die Reise abbrechen würde und ich mindestens einen Tag Zeit bräuchte, um die Rückgabe des Wohnmobils zu organisieren oder wahlweise jemand aus Deutschland nach Neuseeland fliegen müßte, um für mich die Rückgabe abzuwickeln, wenn ich noch schneller zurückreisen müsse, wurde es dann doch nicht mehr schön, um mich mal ganz vorsichtig auszudrücken. "Die anderen drei Familienmitglieder könnten die Reise ja fortsetzen", hieß es am Telefon. Da ahnten sie wohl am Telefon, daß das alles dann doch etwas teurer wird, inkl. der Entschädigung für entgangenen Urlaub usw. usw. ...

    Bei einem Arbeitskollegen, der ebenfalls in der engeren Auswahl für eine Knochenmarkspende war, dann aber nicht genommen wurde, war es ähnlich. Er sollte sich auch 6-9 Monate bereit halten. Es kam aber nicht zur Spende und er hat nie wieder etwas von der Geschichte gehört. Es gab nicht einmal einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß seine Spende nicht mehr benötigt wird, weil der Patient verstorben ist oder es einen passenderen Spender gegeben hätte. Soviel zur Wertschätzung des Spenders.

    Wie gesagt, als Spender ist man nur der Fußabtreter des Systems. Die Reputation der Ärzte kommt an erster Stelle, der Patient kommt an zweiter Stelle und der unbekannte Spender kann sehen wo er bleibt. Ich habe jedenfalls noch nirgendwo ein Ehrenmal "des unbekannten (Organ-) Spenders" gesehen, an dem zu Totensonntag der Bundespräsident und die Größen der Transplantationschirurgie demütig einen Kranz niederlegen.

    Fazit daraus, um aufs Ehrenamt zurückzukommen: Das Ehrenamt ist die freiwillige Sklavenarbeit des Dummen.

    chemikus08

    Ich mußte halt an meine Knochenmarkspende vor einigen Jahren zurückdenken. Da habe ich mich als Spender eigentlich nur noch als Fußabtreter gefühlt. „Halten sie sich für die Spende für die nächsten 6-9 Monate bereit… Näheres dürfen wir ihnen aufgrund des Datenschutzes nicht sagen.“

    Damals habe ich am Ende auch auf dieses „Bereithalten“ gesch****, schließlich habe ich auch noch ein eigenes Leben, und dann war ich halt in Neuseeland, als es ernst wurde.

    Übrigens an der Stelle auch der Hinweis, wenn man nicht genügend freiwillige Meldungen hat, bedient man sich gerne der Listen von öffentlich rechtlich Beschäftigten um die Posten zu füllen. Das gilt für den Wahlhelfer genauso wie für den Schöffen oder das Mitglied einer "Pflichtfeuerwehr".

    Ja und? Klar können sie mich als Schöffen, Wahlhelfe oder sonstwas dienstverpflichten, aber dann müssen sie auch für die Folgekosten aufkommen. Da kann dann ein Tag als Schöffe auch mal bis zu 10.000€ Kosten zu Lasten der Staatskasse verursachen, wenn kurzfristig ein Urlaub auf Fiji und Samoa storniert werden will oder es darum geht mich und dazu die ganze Familie aus dem Urlaub am anderen Ende der Welt zurückzuholen.

    Und nein, Skrupel solche Kosten dem Gericht in Rechnung zu stellen hätte ich absolut keine. Wenn sie schon die Termine so kurzfristig wie oben beschrieben herausgeben, eben mit nur 2 Wochen Vorlauf, dann müssen sie damit rechnen, daß ich da noch andere Dinge geplant habe.

    leider können Schulen nicht kommunizieren, dass sie schon jemanden favorisieren

    Das kenne ich auch. An einer Schule haben sie die Bewerberin nach mir innerhalb von wenigen Sekunden mit den Worten abgefertigt, daß ihre Stiefel mit 4cm Absatz zu nuttig aussehen würden. Ich war noch nicht aus dem Sekretariat raus, da war ihr Vorstellungsgespräch auch schon beendet. Bei unseren Fächern war der Arbeitsmarkt so klein, daß man den gleichen Konkurrenten an jeder Schule in ganz NRW erneut über den Weg lief. Wir kannten uns also alle.

    Damals habe ich mir nur gedacht: "Sollten sie dich jetzt doch noch anrufen und die Stelle zusagen, sagst du 'nein'!" Wenn das schon so losgeht, will ich gar nicht erst wissen, wie es ist, wenn man da mal unterschrieben hat.

    Die hatten damals wohl auch schon einen Favoriten.

    Das Lustige dabei: 6,5 Jahre später hat diese eine Schule bei mir angerufen und nachgefragt, ob meine damalige Bewerbung noch aktuell wäre. Sie hätten jetzt eine Stelle zu besetzen. Aber damals war das natürlich alles andere als lustig.

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