rgendwie gibt es in der Öffentlichkeit auch ein falsches Bild von der Stiko.
Das sind ein paar Typen aus den unterschiedlichsten medizinischen Bereichen, die da zwar hinein berufen werden, das aber ehrenamtlich nebenher machen und sich alle paar Monate treffen.
[...]
Für jegliches Krisenmanagement ist die Struktur der Stiko hingegen völlig ungeeignet. Diese Funktion wird ihr aber in der Öffentlichkeit zum Teil zugeschrieben.
Ich denke, daß es weniger etwas mit der Struktur zutun hat als mit dem Willen der Beteiligten. Während die Briten die Ärmel hochkrempeln und anpacken, es wird sogar in der Westminster Abbey geimpft, werden bei uns die Impfzentren abgebaut und die Hauptamtlichen Bedenkenträger gewinnen die Oberhand. "Hauptsache keine falsche Entscheidung treffen, dann lieber gar keine Entscheidung treffen", scheint deren Motto zu sein. Dabei gilt doch gerade in einer Pandemie, daß jede Etnscheidung besser ist als keine Entscheidung. Für mich ist die Stiko ein Debattierclub im Elfenbeinturm, der den Ernst der Lage nicht erkannt hat. In meinen Augen sollte sich die Stiko, wenn sie das Tempo nicht mitgehen kann, sich wenigstens nicht dem Lauf der Geschichte in den Weg stellen. Konkret hätte ich von ihr anstelle der Aussage: "Wir empfehlen es nicht!" die Aussage: "Wir haben zu wenige Daten, können also noch gar nichts dazu sagen, ihr Eltern und Ärzte müßt selber entscheiden!" erwartet. Und ja, auch so ein Senioren-Kaffeekränzchen kann verdammt viel in Bewegung setzen, wenn er denn nur will.
Wie an anderer Stelle schon merfach gesagt hätte ich den nationalen Notstand ausgerufen, allein um der Bevökerung den Ernst der Lage deutlich zu machen, unfähige Schulminister und Ministerpräsidenten per direkter Regierungsanweisung aus Berlin Schach-Matt zu setzen den Wahnsinn hinter uns zu bringen.
Und ja, ggf. würden dann auch "Uncle Sam wants You"-Plakate überall hängen.
Churchill hatte schon recht:
"We have before us an ordeal of the most grievous kind. We have before us many, many long months of struggle and of suffering. You ask, what is our policy? I can say: It is to wage war, by sea, land and air, with all our might and with all the strength that God can give us; to wage war against a monstrous tyranny, never surpassed in the dark, lamentable catalogue of human crime. That is our policy. You ask, what is our aim? I can answer in one word: It is victory, victory at all costs, victory in spite of all terror, victory, however long and hard the road may be; for without victory, there is no survival."
Das ist mal eine ehrliche Antrittsrede einer Regierung. Sowas würde keiner unserer Politiker über die Lippen bringen, leider. 
Der letzte Politiker in Deutschland, der dem nahe kam, war Helmut Schmidt, als er aufs Grundgesetz gepfiffen und bei der Hamburger Sturmflut die Bundeswehr und die Nato gerufen hat. Daraufhin wurde später ja der Einsatz der Bundeswehr im Inneren im Katastrophenfall ja erst ins Grundgesetz aufgenommen.