Beiträge von plattyplus
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Meinst du die mit Gefälligkeitsgewerkschaften?
Ich bin mir nicht mehr sicher bei welchen Firmen es überall arbeitgebernahe Gewerkschaften gibt/gab. Aber hier ist das Problem von damals recht gut beschrieben:
--> https://www.swr.de/report/gekauft…uh6l/index.html
Da haben arbeitgebernahe Spartengewerkschaften auf einem Tarifverträge für ganz Deutschland ausgehandelt. Im Gegenzug hat das Bundesverfassungsgericht dann 2010 verkündet, daß auch die Arbeitnehmer unter solchen Bedingungen Spartengewerkschaften gründen dürfen von wegen ausgleichende Machtverhältnisse und so. Und heute haben wir den Salat.
Aus Sicht der Arbeitgeber kann man also frei nach Goethe sagen: "Die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los."
Nachtrag: Wenn ich es richtig sehe, ist z.B. die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) so eine arbeitgebernahe Gewerkschaft. Jedenfalls behauptet das die IG-Metall.
--> http://www.netzwerk-weiterbildung.info/upload/m4a361640a675d_verweis1.pdf
Zitat daraus (Seite 24f):
"Als Arbeitnehmerorganisationen führen die „Christlichen“ seit Jahrzehnten eine Doppelexistenz. Auf der einen Seite beteiligen sie sich da, wo sie einige Mitglieder haben, an Betriebsrats- oder Personalratswahlen und bemühen sich, von IG Metall oder auch ver.di ausgehandelte Tarifabschlüsse per Anschlusstarifvertrag nachzuvollziehen. Auf der anderen Seite schließen die „Christlichen“ gerade in Bereichen, in denen sie praktisch keine Mitglieder haben, haufenweise arbeitgeberfreundliche Dumping-Tarifverträge ab. Sie können sich dabei eine Besonderheit des deutschen Arbeitsrechts zu nutze machen. Hierzulande darf eine Arbeitnehmerorganisation entweder für den gesamten per Satzung beanspruchten Zuständigkeitsbereich Tarifabkommen abschließen, oder sie ist überhaupt nicht tariffähig."Der letzte Satz mit der Zuständigkeit ist seit 2010 vom Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärt worden.
Mit der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) wären wir dann schon bei Volkswagen als Arbeitgeber.
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OT Hast du bestimmt falsch verstanden. Ich kenne keine einzige Pilot*in und finde manchmal einfach faszinierend, wozu Menschen alles in der Lage sind.
Ich habe es auch so verstanden, daß Du Angst hast, daß dir ein einzelner Pilot mit der Propellermaschine auf den Kopf fällt.
Was die Anzahl der Piloten angeht, wird das in unserem Kollegium so langsam ein Selbstläufer. Wir haben sechs Piloten und der siebte ist in der Ausbildung. Unser Schulleiter regt sich immer schon auf, daß das Luftfahrt-Bundesamt immer wieder bei ihm anfragt, ob wir sieben irgendwelche terroristischen Gedanken hätten.

Wir können halt mit so einer kleinen Propellermaschine an einem kleinen Flugplatz starten, ohne das uns da jemand kontrolliert und auf einem Verkehrsflughafen (z.B. Hannover, Bremen, Stuttgart, ...) landen. Dort geht man dann durch das Terminal wie jeder normale Passagier. Dort kommt man ja praktisch "von hinten", was die Sicherheits-Kontrollen angeht. Entsprechend brauchen wir alle regelmäßig eine Zuverlässigkeitsüberprüfung (Züp) gemäß §7 Luftsicherheitsgesetz. Der reinste Papierkrieg. Dabei fragt das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) ab:
- Polizeivollzugsbehörden der Länder
- Verfassungsschutzbehörden der Länder
- Bundeskriminalamt
- Zollkriminalamt
- Bundesamt für Verfassungsschutz
- Bundesnachrichtendienst
- Militärischer Abschirmdienst
- Stasi-Unterlagenbehörde
- Ausländerzentralregister
- Ausländerbehörden
- Flugplatzbetreiber
- Luftfahrtunternehmen
- Arbeitgeber

Das sich sogar der Bundesnachrichten- und der militärische Abschirmdienst für Platty interessieren.

Also falls es hier Schulleiter gibt, die einen Fragebogen vom Luftfahrtbundesamt zu einzelnen Kollegen bekommen...

Und was die Mindestflughöhen angeht, galt früher: mindestens 500ft über ländlicher Gegend und mindestens 2.000ft über Städten und Menschenansammlungen. Vor einigen Jahren wurden die Regeln europaweit harmonisiert. Seitdem gilt mindestens 500ft über ländlichen Gegenden, mindestens 1.000ft über Städten und Menschenansammlungen und zusätzlich muß man im Fall der Fälle noch im Gleitflug über der Stadt wegkommen. Ggf. ist die geforderte Mindestflughöhe also sehr viel höher als besagte 1.000ft. Bei mir sind es über Bielefeld z.B. mindestens 4.000ft, gerne auch 4.500ft.
Aus dem Grund gab es bei uns im Kollegium, wie gesagt sechs Piloten, bei der Fußball-EM ordentlich Gesprächsstoff, als der Greenpeace-Motorschirmpilot im Stadion gelandet ist. Das Greenpeace das als Notlandung nach Motorausfall hingestellt hat, hat die Sache bei uns nur noch verschlimmert. Weil: "Der hätte nie so tief fliegen dürfen, daß ihn ein Motorausfall zwingt ins Stadion zu einzufliegen, der Verstoß fand also schon vor dem Umfall statt. Und ja, da reden wir nicht über eine Ordnungswidrigkeit sondern über eine Straftat.
Aber jetzt mal was Schönes, wir sind ja bei Urlaubsträumen:
Platty persönlich am Knüppel, alles Handarbeit und Augenmaß, nix Computer.

@samu : Fliegen ist eigentlich ganz einfach, wenn man einmal raus hat, daß man mit dem Höhenruder die Geschwindigkeit regelt und mit dem Gashebel die Flughöhe. Wird man zu langsam, Steuerknüppel nach vorn, wird man zu schnell, Knüppel nach hinten. Will man steigen, schiebt man das Gas rein und zieht die ansteigende Geschwindigkeit mit dem Höhenruder weg. Beim Sinkflug entsprechend umgedreht, Motorleistung reduzieren und Knüppel nach vorn, um die Nase runterzudrücken und so die Geschwindigkeit zu halten.
erste Lektion gelernt.

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Tun sie das nicht vor allem, weil sie sich gegen die größere Konkurrenzgesellschaft durchsetzen wollen? Ernst gemeinte Frage.
Ich fange einfach mal ganz vorne an. Früher gab es die Tarifeinheit, also in jedem Betrieb durfte es nur eine Gewerkschaft geben, damit eben genau das nicht passiert, daß heute mal die eine Gewerkschaft streikt, morgen die andere und übermorgen die dritte Gewerkschaft, so daß am Ende der Betrieb gar nicht mehr läuft, weil dauernd jemand streikt.
Bis 2010 hatten wir bereits die Tarifeinheit, allerdings hat damals das Bundesverfassungsgericht die Einheit aufgehoben. Zuvor hatten einige Großkonzerne in Deutschland Gefälligkeitsgewerkschaften gründen lassen, mit denen sie dann Tarifverträge abgeschlossen hatten, um so die bestehenden Tairfverträge zu unterlaufen. Das diese Spartengewerkschaften dann ein Bumerang für die Arbeitgeber wurden, sehen wir heute.
Also das die Gewerkschaften über den Umweg höherer Abschlüsse um Mitglieder werben, zumal die Tarifabschlüsse rein rechtlich nur für Gewerkschaftsmitglieder gelten und der Arbeitgeber den übrigen Arbeitnehmern den gesetzlichen Mindestlohn zahlen könnte, finde ich verständlich und durchaus legitim.
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Ich werde nie vergessen, wie der Doktorand mich und meine Laborpartnerin mitleidig anguckte und uns (mit dem Seufzen, das "die können das eh nicht" kommunizierte) nach Gauß'scher Fehlerrechung fragte.
Und ich vergesse nie die eine Mathe-Vorlesung im ersten Semester. Der Hörsaal war nachträglich angebaut, so daß man, um ins dahinterliegende Gebäude zu kommen, vorne 2m durch den Hörsaal mußte, durch eine Tür rein und durch die andere Tür direkt daneben wieder raus. Entsprechend war in dem Hörsaal auch während der Vorlesung vorne direkt neben der Tafel ein ständiges Gerenne.
Irgendwann wurde es dem Prof. zuviel und er versuchte mit Stühlen die Türen zu blockieren. Es war aber erfolglos. Mitten in der Vorlesung hat jemand von außen so kräftig die Tür aufgeschoben, daß der ganze Stuhl-Stapel im Hörsaal laut krachend umfiel. Der Prof. ging genervt auf den zu, der gerade die Tür aufgedrückt hatte, hielt ihm das Mikro unter die Nase und sagte: „Wenn sie meinen, sie können das hier, dann halten sie doch die Vorlesung!“
Der Typ, der gerade reingekommen war, nahm den Prof. ernst, schnappte sich das Mikro und fing dann echt an die Vorlesung zu halten. Er war halt Mathe-Dr. an einem anderen Lehrstuhl, was unser Prof. wohl nicht so schnell überblickt hatte.
Ergebnis: Der Prof. war total am Ende und der Hörsaal war am Toben.

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Ich arbeite auch nur noch zusätzliche Stunden auf Deputat und nicht auf MAV. Beim MAV hatte ich nachher Minusstunden.

Azubi-Klassen in der Berufsschule haben üblicherweise bei sehr wenigen Kollegen Unterricht. Wenn von den 8 Schulstunden dann 6 ausfallen, weil der Kollege in IHK-Prüfungen sitzt oder krank ist, wird die Klasse für ein oder zwei Stunden nicht einbestellt sondern in die Betriebe geschickt. Und schon wieder hatte ich Minusstunden, obwohl ich in der Schule war. Eben aufgrund der Problematik mit der Anrechnung der Minusstunden habe ich irgendwann darauf bestanden meine einzelne Stunde in der Klasse auch zu unterrichten. Gleiches Recht für alle Kollegen, schließlich wird die Klasse nicht abbestellt, wenn der Kollege mit den 6 Stunden da ist und ich mit der einen Stunde fehle.
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Aber plattyplus hat eh ein enormes Gedächtnis. Ich konnte keine der Fragen für meinen Jahrgang beantworten.
Warum ich mich so gut an die Experimentalphysik erinnern kann:
- Prof. Werner Schwermann hat den Leidenfrost-Effekt demonstriert, indem er seine Finger kurz in den Bottich mit flüssigen Stickstoff eingetaucht hat. Man hätte auch einfach einen überheißen Wassertropfen auf einer E-Herdplatte tanzen lassen können, um den Effekt zu demonstrieren, aber das war nicht sein Ding.
- Der Prof. hatte schwer Diabetes, weswegen ihm schon beide Beine amputiert werden mußten. Trotzdem hat er es sich nicht nehmen lassen die Treppe im Hörsaal rauf und runter zu gehen. Als ein neuer HiWi ihm helfen wollte und auf den vorhandenen Fahrstuhl verwiesen hat, hat er ihn angefaucht, daß er auch die Treppen nutzen könne.
- Bei den Uni-Feten gab es immer eine Professoren-Theke mit Schwermann am Zapfhahn. Die Feten liefen üblicherweise donnerstags, weil freitags alle fürs Wochenende nach Hause gefahren sind. Wir hatten am Freitag von 7.30-9.00 Uhr Vorlesung, als der Professor eines Morgens die Tafelkreide in die Faust nahm und laut quietschend einen mehr oder minder waagerechten Strich auf die Tafel zauberte, indem er an der Tafel entlang ging: "Meine Herren, das war heute meine beste Leistung. Sind sie damit einverstanden, daß wir die Vorlesung hier beenden?" ... er war auch noch
- 1,5 Jahre nachdem ich bei ihm in der Vorlesung saß, ist er im Dienst verstorben.
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Schon krass, dass man alleine da drüberfliegen kann...
Warum denn nicht? Allerdings muß man über Städte, Menschenansammlungen etc. immer so hoch fliegen, daß man bei einem Motorausfall noch im Gleitflug bis zu einem Acker/Wiese kommt, auf dem man eine Notlandung machen könnte. Daher fliege ich in dem Bild ja auch eher um Bielefeld drum herum. Gehe ich voll über die Innenstadt, will ich mindestens 4.000ft bzw. 1.200m auf dem Höhenmesser haben, eben um im Gleitflug über der Stadt wegkommen zu können im Fall der Fälle.
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plattyplus, ich weiß ja nicht, wie du das Foto gemacht hast. Aber: die Stadt gibt es nicht.
Spoiler anzeigen
Bielefeld. Unter Flügel ist die Müllverbrennungsanlage in Heepen, weiter rechts der Obernsee. Der Höhenzug ist der Teutoburger Wald. Etc
Stimmt, ist Bielefeld.
Man beachte die Uni Bielefeld (dieser große Betonklotz vorm Teutoburger Wald) und den Schildeschen Eisenbahnviadukt. Die Hälfte des Viadukts besteht aus Rundbögen, die andere Hälfte aus Spannbeton.
2019-09-21 10.13.50 - Kopie_autoscaled.jpg
Der/die Nächste bitte.
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Detmold? Nach einem Pilsener?

Leider nicht.
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2019-09-21 10.13.50 - Kopie_autoscaled.jpg
Welche Stadt überfliegen wir hier?
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Im Neandertal in der Nähe von Düsseldorf?
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Tulpen? Bei denen habe ich einen schwarzen Daumen (=die gehen ein). Ich bin eher Fan von Bäumen, gerne auch welche die prächtig blühen.
Der User unter mir mag auch Bäume rund ums Haus, die Schatten spenden?
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Ab heute Nacht 2 Uhr streikt die Bahn wieder. Soviel zum Thema Klimaschutz und Individualverkehr.
Wenn man die Leute wirklich aus dem Auto in die Züge bekommen will, wird man die Bahn wohl wieder verstaatlichen und die Mitarbeiter verbeamten müssen, damit sie nicht streiken. Wenn der Individualverkehr praktisch verboten wird, wäre das dann wieder die Daseinsvorsorge des Staates.
Ich kann durchaus verstehen das die GDL streikt und wundere mich eher, daß sie nur 3,2% fordern, wo sich die 3500 Manager der DB in den nächsten Jahren 10% mehr genehmigt haben. Als Gewerkschaft wäre ich aus Basis der Managergehälter mit 15% in die Verhandlungen eingestiegen, um mich dann auf 10% runterverhandeln zu lassen.
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Boah, echt?!
Ich erinnere mich noch an die Vorlesung: "Experimentalphysik für E-Techniker und informatiker", wir waren ca. 180 Studenten in der Vorlesung. Von diesen 180 Personen haben am Ende 13 bestanden. Es gab zweimal die Note 3,7 und elfmal die Note 4,0. Der Rest war durchgefallen.
Wenn sich jemand an der Uni für ein Physik-Studium eingeschrieben hat, bekam er vor gut 20 Jahren schon ein Notebook geschenkt. Ok, zur Benutzung überlassen und nach drei Jahren durfte er es dann behalten, weil eh veraltet. Hat damals ein Student das Physik-Grundstudium geschafft, bekam er sein eigenes Büro. Da kannst Du dir überlegen wie viele Absolventen es wohl gab.

Oder anders: Es gibt Studiengänge, da ist die Note 4,0 schon eine echte Qualitätsaussage.

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Naja es gibt dem ganzen eine andere Wertigkeit, was die Fachschule wirklich nötig hat! Das Gefühl nun ein Studierender anstatt ein Schüler zu sein ist schon etwas anderes. Auch macht ein Studierendenrat mehr her als die Schülervertretung.
Sollte dann, um die Wertigkeit des Abschlußes zu steigern, die Durchfallquote in der Fachschule auch ähnliche Dimensionen annehmen wie die an einer Universität im Grundstudium bzw. heute Bachelor-Studium?

Damals waren bei uns 50% aller Studierenden schon im ersten Semester nach den Weihnachtsferien weg. Die haben nicht eine Klausur geschrieben. Das Diplom (also heute Master-Abschluß) hielten am Ende weniger als 10% in Händen.
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Moin,
eine Frage an alle KuK, die auch Politik in der Sekundarstufde 2 oder 2b (berufsbildend) unterrichten. Bald stehen ja die Bundestagswahlen an und meine Schüler werden das erste Mal wählen dürfen. Bei den vergangenen Wahlen habe ich sie immer animiert doch bitte wählen zu gehen. Zur Vorbereitung habe ich ihnen dann auch den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung vorgestellt und sie einzeln am Computer den ausprobieren lassen. Die umfangreichen Wahlprogramme sind eh nichts für meine Klientel. Das Ergebnis hat mich dabei eigentlich nicht interessiert, weil ich ja eh nicht auf die Schüler einwirken darf.
Allerdings war es bei den letzten Durchgängen zur Bundes- oder Landtagswahl so, daß der Anteil der AfD-Wahlempfehlungen wohl immer größer wurde. Wenn die Schüler mir freiwillig und ohne das ich danach gefragt habe ihre Wahl-O-Mat Wahlempfehlung mitteilen, handele ich ja nicht gegen den Beutelsbacher Konsenz. Zuletzt war der Anteil der Wahlempfehlungen für die AfD allerdings bei gefühlt 70-80%. Daher frage ich mich, ob ich diesmal wieder eine aktuelle Stunde zur Bundestagswahl einlegen oder es besser bleiben lassen sollte.

Wie geht Ihr damit um?
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@samu: Ich bin mir sicher,weil der Kollege nach der Aktion mit dem Acetylen die Schule verlassen mußte.

Er war zwar rückblickend betrachtet pädagogisch keine Leuchte, aber so im direkten Vergleich mit den anderen Chemie-Kollegen hatten wir damals das Gefühl: "Der weiß, was er tut." Bei den Anderen waren wir uns da nicht so sicher.
Solche Experimente bleiben halt auch noch nach zieg Jahren hängen. Dagegen kommen die 08/15 Stunden nicht an, egal wie gut sie didaktisch aufgearbeitet sind.
An der Uni Paderborn war es in Experimentalphysik ähnlich. Das Meiste habe ich nach 20 Jahren vergessen, aber an die Vorführung, als Prof. Werner Schwermann seinen Finger kurz in den flüssigen Stickstoff gehalten hat, um den Leidenfrost-Effekt zu demonstrieren, an die Vorführung erinnere ich mich heute noch.
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Blei und Bleiverbindungen habe ich bei einer dieser Entsorgungsaktionen bis auf einen Bleiakku entsorgt, wäre für Lehrerversuche noch erlaubt.
Ich bin zwar kein Chemie-Lehrer, frage ich aber gerade ernsthaft woher Eure panische Angst vor den Chemikalien im Chemie-Unterricht herrührt.

Ich muß aber auch zugeben, daß ich nur einen wirklichen Chemie-Unfall in meiner Schulzeit miterlebt habe. Wir hatten für Schülerversuche Bunsenbrenner mit Sicherheitsflamme. Wenn man die Rändelmutter zudrehte strömte also immer noch ein wenig Erdgas aus, gerade soviel wie bei einem Feuerzeug, damit man den Brenner sicher entzünden konnte.
Ergebnis davon: Wir waren am Freitag im Chemieraum, es standen Schülerversuche an, jeder 4er-Tisch hatte einen Brenner, also 7 Brenner plus einer auf dem Lehrerpult. Am Ende des Unterrichts haben wir die Brenner zugedreht und die Sicherheitsflamme (Oder sollte ich besser sagen Unsicherheitsflamme?
) ausgepustet. Die Lehrerin sagte uns, daß wir die Brenner auf den Tischen stehen lassen sollten, weil sie am Sienstag in der 1. Stunde (Montag war Feiertag) wieder gebraucht werden würden. Sie vergaß allerdings die Gasversorgung der Brenner abzustellen, so daß in Folge von Freitagmittag bis Dienstagmorgen Gas aus allen Brennern strömte und nicht abgefackelt wurde.Der Dienstagmorgen war dann weniger spaßig.

Ihr Kollege war da schon ein ganz anderes Kaliber. Er hat zwar keine Schülerversuche gemacht sondern es selber vorgeführt, aber das dafür dann "richtig".

- Natrium in Wasser? Jungs, macht den alten Mülleimer da mal zu 2/3 mit Wasser voll und schleppt ihn auf den Schulhof, ich komme mit dem Natrium hinterher. Wir standen dann alle mit 15-20m Abstand leicht erhöht auf der Böschung und haben uns den Mülleimer angesehen, als er einen doch etwas größeren Natriumbrocken hineingeworfen hat.
- Knallgasexperiment? "Geh mal in die Biologie, bestell dem Kollegen einen schönen Gruß und hol drei Kondome." Das erste Kondom hat er nur mit Wasserstoff gefüllt. Das brannte so ab. Das zweite Kondom bekam dann die Knallgas-Ladung. Das rumpste schon ganz ordentlich. Mit dem dritten Kondom ist er dann zu den Handwerkern gegangen, die wir gerade im Haus hatten und hat sich etwas Acetylen erbeten. Sein kommentar dazu: "Das rumpft viermal so laut wie Knallgas, wenn man es mit Sauerstoff mischt." ... was es dann auch tat.
- Wie lösche ich einen Fettbrand? Das probieren wir mal auf dem Schulhof, ihr bleibt da hinter der Linie stehen und ich kippe hier mit dem Seilzug Wasser auf die Pfanne mit dem brennenden Öl.
Das ist inzw. ca. 30 Jahre her, aber die Versuche bleiben hängen.

Neben Chemie hat der Kollege auch noch Physik unterrichtet. In E-Technik steckten dann auch mal die Büschelstecker der Labor-Kabel direkt in der ~230V Steckdose.
Aber wenn ich dran denke mit welchen Chemikalien unsere Auszubildenden in den Betrieben hantieren oder bei uns, wird mir auch manchmal etwas anders. Die Korrosionsschutz-Grundierung mit Strontiumchromat wurde ja erst vor wenigen Jahren verboten. Das war Lehrstoff (sowohl theoretisch als auch praktisch) unser Maler und Lackierer.
Schießbaumwolle ist bei uns leider nicht mehr erlaubt.
Echt nicht mehr?

Ich sage jetzt mal besser nicht, daß ich eine Feststoffrakete, gefüllt mit 2,5kg Ammoniumperchlorat und Aluminiumpulver im Schuppen lagere. Aber ok, ich habe auch den "Sprengschein" für technisches Feuerwerk T2/P2 dafür. Das Rettungssystem unserer kleinen Vereins-Propellermaschine sieht so aus, daß die Maschine im Fall der Fälle an einem Fallschirm zu Boden sinkt inkl. der beiden Personen darin. Die Rakete wird benötigt, um den Fallschirm rauszuschießen. Der Raketenmotor ist abgelaufen und muß ersetzt werden. Da man sowas aber nunmal nicht mit der Post verschicken kann, darf ich mit dem Ding im Auto jetzt nach Süddeutschland zum Hersteller fahren.
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Datei herunterladen und dann guckst dir die Dateieigenschaften an.
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