Beiträge von plattyplus

    Mich nerven die Mopedautos hier auf dem Land. … Eltern, die zu viel Geld haben, sehen darin wohl immer öfter eine Alternative zu Bahn und Schulbus.

    Sehe ich ähnlich. Auf dem Land ist die 125er (als Motorrad oder Roller) unschlagbar. Damit können die Jugendlichen wenigstens im Verkehr mitschwimmen und es entfallen die gefährlichen Überholmanöver.

    So eine 125er läuft ja in der Spitze ca. 110km/h.

    Allein, dass unsere Kleinstadt noch immer keine Baumschutzsatzung hat (im Jahr 2025!!!!), ist eine Ungeheuerlichkeit...

    Da hat Eure Stadtverwaltung mal fähige Leute. Wir haben hier eine Baumschutzsatzung, die besagt, dass man ab 80cm Stammumfang in 1m Höhe eine Fällgenehmigung benötigt. Im Ergebnis fällen viele Bürger ihre Bäume bei 79cm Umfang, um in Zukunft keinen Ärger mit dem Amt zu haben. Ohne Satzung würden die Bäume stehenbleiben.

    Persönlich empfinde ich eine Baumschutzsatzung auch eher als Bestrafung für die Bürger, die große Bäume auf ihren Grundstücken stehen haben. Die Bäume sind auch ohne Satzung groß geworden, da braucht man jetzt die Eigentümer auch nicht zu bevormunden.

    Das "Problem" ist nur, dass man Kinder und Jugendliche, und die unterrichtest du nunmal, nicht einfach wegsperren kann, sobald sie unangenehm werden. Du merkst ja auch beim Strafgesetz, dass Jugendliche viel milder bestraft werden als Erwachsene, weil hier der erzieherische Aspekt über das reine Abstrafen überwiegt. Das ist aber auch nicht in Stein gemeißelt: Immer wieder gibt es gesellschaftliche Diskurse, ob das Mündigkeitsalter gesenkt und das Strafmaß hochgesetzt werden soll.

    Ja und?

    Wenn es zuviel wird, würde ich als Lehrkraft auf jeden Fall die Beleidigung polizeilich anzeigen. Da kommt zwar erst einmal nichts bei raus, aber wenn es sich häuft, kann man argumentieren, dass das Vertrauensverhältnis dermaßen zerrüttet ist, dass man den entsprechenden Schüler nicht mehr objektiv beurteilen kann und so wird man ihn dann los.

    Ich habe die "Kinder" zwar erst im Alter von 16+ vor der Nase, aber da machen wir es genau so. Wenn es zu extrem wird, werden die Schüler an andere Schulen versetzt, zumal wir auch keine Parallelklassen haben. Manche Schüler werden so zu einem regelrechten Wanderpokal und schaffen es eine dreijährige Ausbildung an vier Schulen zu absolvieren.

    Ich habe mir inzw. auch angewöhnt bei den Schülern direkt Contra zu geben. Als mich letztens ein farbiger Schüler als Rassisten beschimpft hat und drohte mich deswegen anzuzeigen, weil er sich anders seine 6 als Klassenarbeitsnote nicht erklären konnte, obwohl es offensichtlich war, weil er einen leeren Zettel abgegeben hatte, war meine Antwort gleich, dass er aufpassen solle, dass ich ihn nicht anzeige wegen übler Nachrede und entsprechenden Unterstellungen. Der war so geplattet, dass er mal richtig contra bekommt, dass Ruhe war.

    Würdest du schon vor der Beratung durch den Anwalt die Polizei einschalten? Noch liegt ja alles noch so da.... Fotos habe ich ausreichend.

    Auf jeden Fall so früh wie möglich die Polizei einschalten, allein schon um zu verhindern, daß das Holz als Beweismittel abtransportiert wird. Ggf. auch den Käufer informieren, dass da jemand Holzdiebstahl begangen hat.

    Also weil du ihn nicht „reparieren“ konntest im Sinne einer Integration in den Arbeitsmarkt war er es nachgerade nicht wert, was du an Zeit in ihn investiert hast?

    Weil ich mehrere solcher Fälle in der Klasse habe und z.B. die einwöchige Klassenfahrt für die ganze Klasse ausgefallen ist, weil niemand es verantworten konnte diese Schüler ohne extra Betreuung mitzunehmen. Das meine ich mit "die normalen Schüler müssen darunter leiden" und das dann für nichts und wieder nichts. DAS ärgert mich.

    Zielgleiche Inklusion in der Form, dass wir einfach einen Stuhl zusätzlich dabei stellen, funktioniert einfach nicht und dafür sind wir auch nicht ausgebildet.

    Die Beratungsgespräche haben alle sowohl mit ihm als auch mit den Eltern stattgefunden, da trotz seines Alters die Frage im Raum steht, ob er seine Situation kognitiv überhaupt überblicken kann.

    Sei es, wie es ist. Dadurch, dass er aktuell kein Betriebspraktikum ableistet, das zur Zulassung zur Abschlussprüfung zwingend nachzuweisen ist, obwohl ich ihm dann doch noch eine Praktikumsstelle besorgen konnte, ist das der zweite Sargnagel neben den 5ern auf dem Zeugnis. Erreichen der Höchstverweildauer, keine Möglichkeit zu wiederholen, kein Praktikum…. Tschüss!


    Ich ärgere mich gerade, wie viel Zeit ich in diesen einen Schüler verschwendet habe und wie sehr die anderen Schüler unter seiner Anwesenheit leiden mussten. Meine Zeit ist schließlich auch begrenzt und je mehr Zeit ich in solche aussichtslosen Fälle investiere, desto mehr kommen die normalen und unauffälligen Schüler zu kurz.

    Wenn der Schüler dann die Ausbildung nicht schafft, liegt es ja aber nicht an seinem Abschluss. Oder meinst du, er bewirbt sich auf zu schwierige Ausbildungen, weil er denkt, er kann das?

    Entschuldigung, dass ich erst jetzt antworte. Am Freitag ist die Situation bei mir dermaßen eskaliert, dass mich meine Kollegen mitten am Schultag nach Hause geschickt haben bevor ich komplett zusammenbreche. Ich habe einfach zu viele dieser Schüler mit außergewöhnlichem Förderbedarf.

    Das Problem ist, dass der Schüler bei uns in Vollzeit ist, weil er gar keinen Ausbildungsplatz bekommt. Er schafft es weder eine Bewerbung zu schreiben noch an Ausbildertagen, da kommen die Betriebe zu uns, bauen Stände auf und die Schüler können sich direkt mündlich bewerben, überhaupt zu erscheinen.

    Der Mann braucht also wirklich Unterstützung dabei, zu lernen, zu erscheinen, denn dafür kann es ja 1000 Gründe geben, dass das nicht klappt.

    Das Problem ist, dass meine Kolleginnen schon mitunter Angst vor ihm haben. Wenn man nur im geringsten Druck ausübt und sei es nur in der Form, dass ihn jemand an die Hand nimmt und zum Ausbilderstand geht, tickt er manchmal aus und das mit 25 Jahren, 1,90m und ca. 100kg. Da höre ich von mehreren Kolleginnen, dass sie nicht mit ihm alleine in einem Raum sitzen wollen, eben weil sie selber Angst haben.

    Die Diagnose Autismus gibt es ja auch nur, wenn es Unterstützungsbedarf gibt und Autismus ist nichts, was man wegerziehen oder überwinden kann. Sondern man kann nur schauen, dass mit dem Autisten Strategien entwickelt werden, wie ein gesundes Arbeitsleben trotzdem möglich sein kann. "Man" ist hier aber wohl nicht die Schule, so dass ich nur hoffen kann, dass der Mann die Hilfe bekommt, die er braucht, z.B. in einem Autismus-Zentrum.

    Da ist gleich das nächste Problem. Ich weiß zwar von den Eltern, dass er ein Authist ist, aber sie wollen die entsprechenden Atteste uns als Schule nicht vorlegen, weil diese ja ihren Sohn stigmatisieren und damit benachteiligen würden.

    Wie gesagt bin ich selber gesundheitlich angeschlagen, weil ich zu viele solcher Pflegefälle zu bearbeiten habe. Entsprechend ziehe ich mich da inzw. auf den Standpunkt zurück: Wenn die Eltern oder der Mann selber entsprechende Atteste nicht liefern will, ist er gesund und auch entsprechend wie ein Gesunder zu behandeln. Dann auch mit allen Konsequenzen.

    Warum sollte ihn dann ein Betrieb als "überqualifiziert" ansehen?

    Nicht der Betrieb. Wenn er da einen Betrieb finden würde, würde ich mich freuen. Aber für unsere Vollzeit-Ausbildungsgänge an der Schule, die für ihn passen würden, ist er rein formal überqualifiziert und darf sie entsprechend nicht belegen.

    Man darf ja keinen Schulabschluss das zweite Mal machen, wenn man zuvor bereits bestanden hat. Ein einmal bestandenes Abitur darf ja auch nicht zur Notenverbesserung wiederholt werden, um im Sinne der Gym.-Kollegen hier zu sprechen.

    Moin,

    irgendwie bin ich gerade nur noch frustriert. Ich habe einen autistischen Schüler, der bei uns am Berufskolleg eine Ehrenrunde nach der anderen dreht und eigentlich auf ganzer Linie scheitert. Vom intellektuellen Niveau her würde ich den Schüler in der Ausbildungsvorbereitung oder im Berufsgrundschuljahr sehen, um ihn dort auf eine "einfache" Lehre im Handwerk vorzubreiten. Dort will er eigentlich auch hin. Allerdings gibt es für diese beiden Ausbildungsgänge Voraussetzungen, die der Schüler übererfüllt.

    • Ausbildungsvorbereitung ist für Schüler, die ohne Schulabschluss zu uns kommen.
    • Berufsgrundschuljahr ist für Schüler, die mit einem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu uns kommen.

    Unser Problem ist, dass der Schüler mit attestierter Fachoberschulreife (= Realschulabschluss nach Klasse 10) ohne Qualifikationsvermerk zu uns gekommen ist. Er ist inzw. Mitte 20 und wird uns absehbar ohne jeglichen Abschluss in ein Bürgergeld-Leben verlassen, weil er für die passende Ausbildung formal überqualifiziert ist und deswegen überall nicht rein kommt bzw. dort, wo er formal rein kommt, sehr schnell festgestellt wird, dass er das geforderte Niveau nicht ansatzweise erreichen kann.

    Daher meine Frage an Euch Sek 1 Kollegen: Wißt ihr was ihr mit den entsprechenden Abschlüssen anrichtet? Ich meine die Frage echt ganz wertfrei. Ich denke, dass die Kollegen dem Schüler etwas Gutes tun wollten, indem sie ihm die Fachoberschulreife attestiert haben, ohne die Folgen auch nur zu ahnen.

    Ich habe hier schon oft genug geschrieben, dass ich es grundsätzlich für richtig halt, unsere Energieversorgung in Richtung erneuerbare umzubauen, aber man darf auch keine unrealisitschen Erwartungen erwecken.

    Wenn dank der Erneuerbaren in Zukunft Strom billig sein wird, macht auf einmal auch die Wasserstoff-Elektrolyse Sinn, auch wenn der Wirkungsgrad sehr bescheiden ist. Damit sollte man die Energie aus dem Sommer für den Winter einlagern können.

    Ja, tagsüber, wenn die Sonne scheint schon.

    Dir ist aber schon bekannt, dass aktuell Groß-Batteriespeicher im Bau sind?
    --> https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ene…ewende-100.html
    --> https://www.mdr.de/wissen/umwelt-…ewende-100.html

    Ansonsten kommen gerade massenhaft große Batteriespeicher auch im Heimbereich an. Allerdings stehen diese nicht im Keller sondern im Car-Port. Die Batterien in den E-Autos haben eine vielfache Kapazität von dem, was an Pufferspeicher für PV-Anlagen im Keller steht.

    Mein privates Beispiel: Im Keller steht eine PV-Batterie mit 18kWh. Lade ich beide Autos auf dem Hof voll und nutze sie ausschließlich als Pufferbatterie, das Zauberwort heißt "bidirektionales Laden", stehen da 164kWh auf dem Hof.

    Welche Hochöfen willst Du eigentlich damit betreiben? Wir haben fast keine Hochöfen mehr. Stahl wird heute bei Tata in Indien gekocht.

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